Was geschah vom 27. bis zum 29. Januar?

7. Shevat 5783

Geboren:

1925 wurde Paul Newman, in Shaker Heights bei Cleveland geboren. Sein Vater, Sigmund Newman, war polnisch-jüdischer Herkunft. Newman wuchs völlig unreligiös auf, bezeichnete sich aber selbst später als Juden.

1943 meldete er sich als Pilot bei der US-Navy, wurde aber aufgrund seiner Farbenblindheit abgelehnt und machte stattdessen drei Jahre Dienst als Funker an Bord eines Torpedobombers.

1949 schloss er sein College Studium ab und nahm Schauspielunterricht an der Yale Drama School. 1953 wurde er am Lee Strasberg Actors Studio zugelassen. Ab 1954 begann er an seiner Filmkarriere zu arbeiten. In zahlreichen äusserst erfolgreichen Produktionen, darunter 1960 «Exodus», wurde er weltbekannt. 

Sozial engagierte er sich mit seiner eigenen Lebensmittelkette, deren Gewinn er in soziale Projekte für Kinder steckte. Vor allem Kinder mit Krebs oder anderen lebensbedrohlichen Erkrankungen waren ihm ein Anliegen.

An den 60-er Jahren engagierte er sich für Abrüstungskampagnen, was ihn auf die «Feindesliste» des damaligen US-Präsidenten Richard Nixon brachte.

Newman starb am 26. September 2008 in West Point, Connecticut.

Gestorben:

1986 wurde Judith Resnik, geboren am 5. April 1949 in Akron, Ohio, Opfer einer Katastrophe in der US-amerikanischen Raumfahrt. Sie war die Tochter von jüdischen Einwanderern aus der Ukraine.

Nach der Matura besuchte sie die Carnegie Mellon University in Pittsburgh, die sie 1970 mit dem Diplom in Elektrotechnik abschloss. Anschliessend arbeitete sie bei der Radio Corporation of America, wo sie unter anderem an Radarsystemen sowie an Höhenforschungsraketen für die NASA arbeitete. Durch ihre wissenschaftlichen Arbeiten wurde die NASA auf sie aufmerksam. 

1974 nahm sie ihre Arbeit als Forschungsstipendiatin am Labor für Neurophysiologie in Maryland auf, schrieb nebenher ihre Doktorarbeit in ihren ihrem Studiengebiet und promovierte 1977.

Seit 1976 begann die NASA damit, auch Frauen für das Shuttle Programm zu suchen. Resnik bewarb sich mit mehr als 8000 US-Amerikanern, wurde als eine der jüngsten mit nur 28 Jahren gemeinsam mit 34 weiteren Kandidaten vorgestellt.

1983 wurde sie für den ersten Flug ausgewählt. Als sie im Herbst 1984 an Bord der Discovery startete, war sie die zweite Amerikanerin im Weltall. 

Nur fünf Monate später sollte sie als Missionsspezialistin an Bord des Challenger Fluges STS-51-L unter anderem einen Satelliten aussetzen, der den Halleyschen Kometen, der sich der Erde näherte, beobachten sollte. 

Am 28. Januar startete das Shuttle und brach nur 73 Sekunden nach dem Start auseinander. Alle sieben Astronauten verstarben bei der Katastrophe.

Nationalsozialismus:

1945 wurde das KZ Auschwitz von sowjetischen Truppen befreit. Im Lager befanden sich noch etwa 7.000 marschunfähige Gefangene, von denen trotz sofort einsetzender medizinischer Betreuung viele in den folgenden Tagen starben. 

Im August 1944 hatten sich noch 140.000 Gefangene in Hauptlager Auschwitz-Birkenau befunden, weitere 31.000 in den mehr als 30 Aussenlagern. Kurz vor der Befreiung wurden etwa 56.000 Gefangene von der SS aus dem Lager «evakuiert» und auf den «Todesmärschen», grossteils zu Fuss, teilweise aber auch in offenen Güterwagons bis zu 250 km nach Westen deportiert.

Zwischen 1940 und 1945 wurden in Auschwitz mindestens 1.1 Millionen Juden, 140.000 Polen, 20.000 Sinti und Roma, mehr als 15.000 sowjetische Kriegsgefangene und mehr als 25.000 Menschen anderer Gruppen ermordet.  

Insgesamt geht man heute von mehr als 4 Millionen Ermordeten in den Lagern von Auschwitz aus. Der Grossteil der nach Auschwitz deportierten Gefangenen wurde unmittelbar nach der Ankunft ermordet und deshalb nicht erfasst, die Zahl der Opfer ist deshalb weitaus höher und wird immer weiter nach oben korrigiert. 

Anlässlich des Holocaust Gedenktages fährt seit vielen Jahren eine uralte Tram durch Warschau. Sie nimmt die Strecke, die entlang des ehemaligen Ghettos führt. Zur Erinnerung an die Juden, die dort von den Nationalsozialisten eingepfercht wurden und dies nicht verlassen durften, fährt sie als leerer »Geisterzug».

Terror:

Unmittelbar nach dem Ende des Shabbat Abendgebetes am Freitag kam es zu einem der seit Langem schwersten Terroranschlägen in Jerusalem.

Ein Bewohner des Flüchtlingscamps in Shuafat in Ost-Jerusalem schoss in die Menge der aus der Synagoge kommenden Beter. Dabei wurden mindestens sieben Personen getötet und bis zu fünf weitere teilweise schwerst verletzt.

Der Angreifer wurde beim Versuch zu fliehen von der Polizei neutralisiert.

PM Netanyahu hielt noch im Laufe des Abends eine Sicherheitssitzung ab. Verteidigungsminister Gallant, der sich beruflich im Ausland befand, war bereits auf dem Heimweg.

In den letzten Tagen hatte sich die Spirale der Gewalt wieder hochgeschraubt. Es ist schwer nachzuvollziehen, was der eigentliche Auslöser war. Die Raketen aus Gaza, die Zusammenstösse zwischen der IDF und militanten Palästinensern in Jenin, die mehrere palästinische Opfer forderten oder der neue Terroranschlag. Auf jeden Fall muss damit gerechnet werden, dass Israel eine massive Antwort auf den Anschlag geben wird. Momentan verdichten sich die Zeichen, dass eine weitere Eskalation zwischen der Hamas und Israel unmittelbar bevorsteht.

Am Samstagvormittag kam es zu einer zweiten, gottseidank glimpflich verlaufenen Terrorattacke im Eingangsbereich der «Davids Town». Ein 13 Jahre alter Palästinenser schoss auf eine Gruppe von Besuchern und verletzte dabei zwei Personen. Die beiden Opfer erlitten mittelschwere Verletzungen und wurden sofort in ein Krankenhaus evakuiert. Der Terrorist wurde von zwei Zivilisten, die bewilligte Waffen bei sich trugen angeschossen und wurde von der Polizei festgenommen und ebenfalls in ein Krankenhaus transportiert.

Eines der Opfer, ein 22 Jahre alter Mann, war, wie sich später herausstellte, ein Offizier der IDF, der bei seinen Eltern im Urlaub war. Es gelang ihm, trotz seiner Verletzung, den Terroristen ausser Gefecht zu setzen.

Noch ist nicht klar, ob es sich um einen Einzeltäter handelt.

«Der Israelisch-Palästinensische Konflikt kurz veranschaulicht:

Links der 13-jährige palästinensische Täter, der heute zwei Juden in Jerusalem angeschossen und verletzt hat.

Rechts das 14-jährige jüdische Opfer, das gestern in Jerusalem vom einem paläst. Terroristen ermordet wurde.

DABEI KÖNNTEN ES BRÜDER SEIN!!!»

Danke Aryeh Shalicar für diese Worte!

Demonstrationen:

Es war die vierte Samstags-Demonstration in Folge. Wenn es deutlich weniger Teilnehmer gab als in den Wochen zuvor, so mag das den Terroranschlägen geschuldet sein, die am Freitag und Samstag das Land erschütterten. So begannen denn auch alle Demonstrationen mit einer Schweigeminute. Der ehemalige PM Yair Lapid, der bei der Demo in Haifa mitlaufen und dort auch sprechen wollte, änderte seinen Plan zugunsten der Teilnahme in Jerusalem. 

40.000 Demonstranten waren es in Tel Aviv.

13.000 waren in Haifa dabei.

Tausende protestierten vor der Residenz des Präsidenten in Jerusalem. Präsident Herzog befindet sich derzeit auf einem Besuch in Europa.

Hunderte demonstrierten in Herzliya und Rishon Letzion.

Kleine Gruppen versammelten sich vor dem Gerichtsgebäude in Be’er Sheva.

Erstmals nahm auch eine Gruppe von orthodoxen Juden an den Demos teil. «Das Judentum, das von dieser Regierung repräsentiert wird, ist nicht unser Judentum!» war ihre Botschaft.

Obwohl der Minister für Nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir verboten hatte, palästinensische Flaggen in Israel zu zeigen, sah man bei der Demo linke Demonstranten, die die palästinensischen Flaggen mit sich führten.  

Auch in New York gab es gestern Demonstrationen gegen die geplanten Gesetzesumbrüche im Bereich der Justiz. «Wir sind besorgt um die Demokratie in unserem Heimaltland und wir wollen das Unsere dazu beitragen, dass sie erhalten bleibt.»



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