Was geschah am 31. Januar?

9. Shevat 5783

Geschichte:

1949 Der junge Staat Israel war noch keine 11 Minuten alt, als der damalige US-Präsident Harry Truman den jüdischen Staat de-facto anerkannte. Die USA waren damit der erste Staat weltweit, der die Staatsgründung anerkannte. 

Ein halbes Jahr später, am 31. Januar 1949 folgte die de-jure Anerkennung. Mit der überarbeiteten Pressemeldungwurde dies bestätigt: 

«Am 24. Oktober 1948 bekräftigte der US-amerikanische Präsident, dass unmittelbar nach der Wahl einer andauernden Regierung in Israel, die de-jure Anerkennung ausgesprochen werden würde. Diese Wahlen fanden am 25. Januar 1949 statt. Die Stimmen sind nun ausgezählt und die Regierung wurde offiziell über das Ergebnis informiert. Die USA freuen sich daher, die die-jure Anerkennung für die Regierung des Staates Israel aussprechen zu können.»

Geprüft am 31. Januar 1949 Harry Truman

Gelebte Menschlichkeit:

Fadi Dekidek, seit mehr als 20 Jahren arabischer Mitarbeiter des Magen David Adom, war einer der ersten Paramedics, die am Wochenende bei den Terroranschlägen in Jerusalem ankamen, um Menschenleben zu retten. Ihm ist es völlig gleichgültig, mit wem er zusammenarbeitet, Juden, Araber, Christen. Jeder der helfen kann und will, ist gerne gesehen. 

«Wenn es darum geht, Leben zu retten, dann blende ich alles andere aus.» betonte der 38-Jährige.

Als Einwohner von Beit Hanina, einer palästinensischen Siedlung in Ost-Jerusalem war er einer der ersten, die bei beiden Anschlägen vor Ort waren. Beim zweiten Anschlag am Schabbat fand er einen anderen MDA-Freiwilligen unter den Verletzten. 

Es wurde ihm erst klar, wie schwierig es ist, einen Verletzten zu finden, der zu den Kollegen gehört, als die Situation für ihn eintraf. 

Trotzdem, für Fadi ist der Einsatz mit MDA nach wie vor der, den er mit Herz und Seele fortsetzt. 

© Marc Chagall, Mene, mene tekel upharsim

Kollektivstrafen: 

Als eine der Massnahem gegen den Terror gegen Juden schlug das Kabinett vor, die Familie der Terroristen aus Israel auszubürgern und ihnen sowohl die Staatsbürgerschaft, als auch das Aufenthaltsrecht zu entziehen. 

Vor allem soll dies für die Familien gelten, die von der PA grosszügig supportiert werden, wobei es sich meist um Gelder der EU und der Schweiz handelt, die verteilt werden. 

Während dieser Vorschlag auf eine stabile Mehrheit der Regierung trifft, ist der rechtliche Untergrund mehr als unsicher. 

Die Präsidentin von Shurat HaDin, Nitzana Darshan-Leitner betonte, dass Israel zwar ein souveräner Staat sei, der eigene Gesetzte haben dürfe, dass es aber fraglich sei, ob ein solches Vorgehen internationale Zustimmung erfahren würde.

Eine Kollektivstrafe wie dieses Gesetzt vorschlägt, ist international nicht anerkannt. Die Genfer Konvention von 1949 hält fest, dass niemand für etwas bestraft werden darf, was er nicht begangen hat. 

Kollektivstrafen werden allgemein als Kriegsverbrechen anerkannt. 

Die ehemalige Staatsanwältin Talia Sasson hielt weiterhin fest, dass Kollektivstrafen auch unter dem israelischen Gesetz illegal seien. 

Katastrophen:

1945 ereignete sich die grösste Katastrophe der NS-Kreuzfahrtschiffe der Deutschen ArbeitsfrontDas MS «Wilhelm Gustloff» wurde als Schiff der Organisation «Kraft durch Freude» für Kreuzfahrten eingesetzt. Auch die Nutzung als Hospitalschiff war bereits von Anfang an vorbereitet,

1937 wurde es bei einem KdF Umzug als Modell mitgeführt, der Stapellauf war am 5.Mai.

Nach Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde es als Lazarettschiff und Truppentransporter verwendet. Es war als Schiff «ohne Klassen» geplant. Obwohl, wenn man genau betrachtet, es sehr wohl unterschiedliche Klassen gab. 

Speziell für Hitler und seine Entourage ausgestattete Räume wurden nie benutzt, die grosszügige Suite für den Führer selbst stand immer leer. 

Die Jungfernfahrt unternahm die Gustloff am 2. April 1938 nach London. Ziel der Reise war eine reine Propagandafahrt, um Auslandsdeutschen und Österreichern mit Wohnsitz in England die Möglichkeit geben, an der Reichstagswahl teilzunehmen und nachträglich über den Anschluss Österreichs abzustimmen.

Im August 1939 unternahm das KdF Schiff mit seiner 50. Fahrt auch die letzte in der zivilen Nutzung. Nach Kriegsbeginn wurde das Schiff der Marine als Lazarettschiff übergeben. 

Mit dem Vorrücken der sowjetischen Truppen begann die Verlegung von verletzten Soldaten in den Westen, sofern es freie Kapazitäten gab, wurden auch Zivilisten evakuiert. 

Am 30. Januar 1945 legte das Schiff in Gotenhafen ab. Wieviel Menschen an Bord waren, lässt sich nicht mehr genau feststellen. Offiziell registriert waren 7.956 Passagiere. Weitere 2.500 Personen versuchten, nach dem offiziellen Einchecken noch das Schiff zu betreten. Somit waren unter den geschätzten 10.300 Passagieren etwa 8.800 Zivilisten, viele davon waren Kinder.

Um 21:16 schoss das sowjetische U-Boot S-13 vier Torpedos ab, drei davon trafen. Um 22:15 sank das Schiff etwa 23 Seemeilen vor der pommerschen Küste. Wohl wurden sofort Notrufe abgesetzt, die aber auf Grund eines Fehlers in der Weiterleitung an die falschen Stellen gerieten. 

Zu Hilfe gekommene Schiffe konnten etwa 2.000 Schiffbrüchige retten. Mehr als 9.000 wurden Opfer der Katastrophe. Das Wrack der Gustloff ist heute ein geschütztes «Seekriegsgrab».

Diplomatie:

Von Donnerstag bis Samstag wird PM Netanyahu seinen ersten Staatsbesuch seit seiner Rückkehr als PM absolvieren. Das Ziel dieses «Wochenendausfluges» ist Paris, wo er sich mit PM Emmanuel Macron treffen wird. 

Seine ihn begleitende Ehefrau Sarah wird sich über diese Reise besonders freuen, kann sie doch bei einem ausführlichen Bummel durch die Designer Tempel der Stadt ihre Frühlingsgarderobe auffüllen. 

Israel – USA:

Neben den altbekannten gegenseitigen Zusicherungen von politscher Verbundenheit fand der US-Aussenminister Antony Blinken auch klare Worte für PM Benjamin Netanyahu. Bei der gemeinsamen Pressekonferenz sagte er: «Unsere Verbindung beinhaltet die Unterstützung für stabile demokratische Prinzipien und Institutionen. Die Beachtung der Menschenrechte, gleiche Rechtsprechung für alle, gleiche Rechte für Minderheiten, die bedeutende Rolle der unabhängigen Justiz, der freien Presse und einer starken Zivilgesellschaft.» Man kann sich vorstellen, dass, wenn das, was man bei offenen Mikrophonen hörte eine Nachhilfestunde in Demokratie war, bei den 1:1 Gesprächen gesagt worden war. 

Dementsprechend waren auch die Minen bei der Pressekonferenz, ernst und nahezu verschlossen. Kein breites Grinsen des PM, wie wir es sonst kennen.

Die rechts-aussen MK Orit Strock, RZ, prangerte diese öffentliche Nachhilfestunde heftig und mit erhobenem Zeigefinger an: «Lieber Mr. Blinken, ich habe verstanden, dass Sie heute unserem PM eine Unterrichtsstunde in Sachen Demokratie gegeben haben. Nun, die Demokratie ist zunächst einmal die Pflicht eines Landes, seinen Kurs nach den Stimmen seiner Bürger zu bestimmen, die alle gleichberechtigt sind, ohne ausländische Beteiligung. Demonstrationen, wie legitim sie auch sein mögen, sind nicht gleichbedeutend mit einer Abstimmung.»

Dies war eine der selten offen ausgesprochenen Kritiken an einem hochgestellten ausländischen Politiker. Hoffentlich war das kein Schuss nach hinten. Vielleicht heisst der nächste US-Präsident Antony Blinken.



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