Teruma, Ex. 25:1 – 27:19

ב“ה

3./4. Adar 5783                                                         24./25.Feburar 2023  

Shabbateingang in Jerusalem:                                                           16:53

Shabbatausgang in Jerusalem:                                                          18:10

Shabbateingang in Zürich:                                                                  17:45

Shabbatausgang in Zürich:                                                                 18:50

Shabbateingang in Wien:                                                                    17:12

Shabbatausgang in Wien:                                                                  18:18

Was ist der Unterscheid zwischen den Worten תְּרוּמָ- truma und מס – mas?  

Mas bezeichnet das, was wir alle zähneknirschend und immer als zu viel empfunden, dem Steueramt abliefern. Truma hingegen ist das, was wir freiwillig aus vollem Herzen geben, eine Spende.

Unser Wochenabschnitt handelt also von Spenden, von denen Gott annimmt, dass wir sie ihm gerne geben.

Stellen wir uns vor, jemand käme zu uns und würde uns ein spannendes Projekt vorstellen. Am Ende der Präsentation sehen wir eine Zahl, ein Budget, also die Summe, die benötigt wird, um das Projekt zu realisieren. 

Vielleicht haben wir Glück und es gibt noch zwei Zeilen, die uns über sichere Eigenmittel und über bereits erfolgte «sichere Finanzierungszusagen» informieren. Und für den offenen Betrag werden wir gebeten, unsere Geldtaschen zu öffnen oder, heute auch via Twint, eine Spende zu machen. 

Das, was Gott von den Kindern Israel erwartet, ist ganz klar eine Spende: «Sag ihnen, sie sollen für mich eine Spende einnehmen, von jedem Mann in der Höhe, die er zu geben bereit ist.» Da es zu der Zeit noch kein Geld gab und schon gar keine Marktwirtschaft, wie wir sie kennen, gab Gott genau vor, was er benötigte, um sein Projekt, den Bau einer transportablen irdischen Wohnstätte zu ermöglichen.

Gott muss sich sehr sicher gewesen sein, dass sein Vertrag halten wird. Der, wie er es den Vorvätern versprochen und Moses erneut zugesagt hatte, lautete: «Ich bin mit dir, ich behüte dich, wohin du auch gehst, und bringe dich zurück in dieses Land. Denn ich verlasse dich nicht, bis ich vollbringe, was ich dir versprochen habe.“ Gott wusste, dass er mobil sein musste, um sein Volk auf dem langen Weg in das versprochene Land zu begleiten, erst dann, so wusste er, würde er seine endgültige Wohnung beziehen. 

Gott muss sich auch sicher gewesen sein, dass jeder spenden würde. Dass niemand sich verstecken würde hinter einer Missernte, Viehseuche, oder anderen Verpflichtungen. Auch wenn die Formulierung den Aspekt der Freiwilligkeit in sich trägt, so kann man doch auch eine klare Form der Eintreibung von Gütern sehen. Der Satz „…von jedem Mann in der Höhe, die er zu geben bereit ist» ist ambivalent. 

Wir müssen ihn so verstehen, dass es ohne die freie Willensentscheidung auch keine Spenden gäbe. Eine Spende gibt man in der Regel freiwillig, eine Steuer wird erhoben, ohne dass wir uns ihr entziehen können. 

Ba’al ha-Turim (1283-1340), einer der geachtetsten Kenner der Halacha des Mittelalters, interpretiert die für die Torah typische Struktur ונתנו  venatnu – sie werden geben oder auch sie sollen geben. In dieser Form werden beide Möglichkeiten ausgedrückt, die Spende und die Steuer. Wer genau hinschaut, der erkennt, auch ohne Hebräisch lesen zu können, dass es sich hierbei um ein Palindrom handelt. Ein Wort, das von vorne und von hinten gelesen gleich lautet. Was heisst das für uns?

Was immer wir freiwillig geben, kommt zu uns zurück. Nicht in einer geldwerten Form, nicht messbar. Aber wir werden es tief in uns spüren. Wir können daraus lernen, dass aktives Geben, ja und ich schliesse hier sogar die ungeliebten Steuern ein, für das Wohlergehen des Einzelnen und der Gesellschaft förderlicher sind als ein stumpfes, unwilliges Zahlen oder gar ein betrügerisches Verweigern. 

Lasst uns, wann immer möglich, „mit warmen Händen“ spenden

Shabbat Shalom



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