Was geschah am 3. März?

11. Adar 5783

Gestorben:

2022 starb in Quimper, Frankreich, die am 30. Oktober 1923 in Saint-Cast-le-Guildo geborene Anne Beaumanoir. Von den Eltern wurde sie im freiheitlichen Bewusstsein erzogen und kam bereits im Alter von 13 Jahren mit Trotzkisten über den Jugendherbergsbund in Kontakt. Nach dem Spanischen Bürgerkrieg (1936-39) unterstützte sie gemeinsam mit ihrer Mutter spanische Flüchtlinge, die vor dem Franco Regime aus ihrer Heimat flohen. Nach der Matura begann sie während des Zweiten Weltkriegs mit dem Studium der Medizin und war gleichzeitig aktiv in der Résistance gegen die deutsche Besatzung. 1942 trat sie der kommunistischen Partei bei und ging in den Untergrund, wo sie ihre grosse Liebe, einen deutschen Juden kennenlernte. 

Jedoch wurde die Beziehung von der Partei verboten, ihr Freund wurde festgenommen und erschossen. 

Bei einer Hausdurchsuchung durch die Deutschen konnte sie jüdische Kinder vor der Deportation retten, indem sie sie bei ihren Eltern unterbrachte, wo sie bis zum Kriegsende blieben und so überlebten. Nach dem Krieg setzte sie ihr Medizinstudium in Aix fort. Nach einer mehrfach prämierten Dissertation machte sich zunächst in Paris und später in Genf einen Namen als Neurologin, klinische Neurophysiologin und Epileptologin.

Sowohl Anne Beaumanoir, als auch ihre Mutter wurden als «Gerechte unter den Völkern» in Yad VaShem geehrt.

© screenshot Facebook

Lügen, nichts als Lügen:

Polizeikommissar Kobi Shabtai ist der nächste, der sich bei einem Mitglied der Regierung einschleimt. Nachdem «seine Polizei» dem ehemaligen Terroristen Minister Ben-Gvir unterstellt ist, tut er alles, um sich bei ihm lieb Kind zu machen. Es ist nicht bekannt oder belegt, dass die Demonstranten vom vergangenen Mittwoch aggressiv gegen Polizisten vorgegangen sind, wie auch ranghohe Polizisten betonen. Trotzdem gab er Befehl, Blendgranaten einzusetzen. 

Wohl wurde intern eine Untersuchung gegen einen der Granatenwerfer eingeleitet. Shabtai jedoch teilte ihm bei einem Telefonat mit, dass er sein Vorgehen absolut unterstützen und decken würde. Während er behauptete, dass 11 Polizisten zur Behandlung ins Spital eingeliefert wurden, teilte der Rettungsdienst mit, dass es sich bei den Verletzten ausschliesslich um Zivilisten gehandelt habe, darunter einen Mann, dessen Ohr durch eine Granate abgerissen worden war. Ein zweiter Schwerverletzter berichtete, eine Granate habe direkt seine Schulter getroffen. Dort habe er nun eine grossflächige Verbrennung und schmerzhafte Hämatome. Auch vom Krankenhaus wurden keine verletzten Polizisten gemeldet. Die 50 vorübergehend Festgenommenen wurden bis auf eine Person sofort wieder freigelassen. Diese befindet sich noch Polizeigewahrsam. Der Polizist, der den jungen Mann festnahm, behauptete, dass «eine Person in einem braunen Hemd» versucht habe, seine Dienstwaffe zu stehlen. Der Verhaftete trägt jedoch ein graues T-Shirt und entsprach auch sonst nicht dem Signalement.

Minister Ben-Gvir forderte angesichts der für heute erwarteten neuen Demonstrationen, den neunten in Folge, ein striktes Vorgehen: «Als Minister habe ich allein das letzte Wort bei den Polizeieinsätzen. Es ist notwendig, klarzustellen, dass nur der Minister dazu die Berechtigung hat und nicht der Kommandant, der draussen im Einsatz ist!»

Noch mehr Lügen:

Der ungarische PM Viktor Orban wird, so wurde von ungenannter Stelle aus dem israelischen Aussenministerium bekannt, seine Botschaft im April nach Jerusalem verlegen. In den vergangenen Tagen sei eine entsprechende Vereinbarung ausgehandelt worden. Das Pressebüro des PM wertete den Schritt als persönliche Geste für PM Netanyahu als Unterstützung für den derzeit nicht vom politischen Glück gesegneten PM. 

Ungarn wäre dann der erste Staat der EU, der damit Jerusalem als Hauptstadt anerkennen würde. 

Vom ungarischen Präsidenten Katalin Novak kam nur wenige Stunden später eine ganz andere Äusserung: «Ich habe das auch in der Presse gelesen. In Ungarn besteht aber derzeit noch gar keine Absicht, die Botschaft zu verlegen.»

Tja, dumm gelaufen, Lügen haben heutzutage eine sehr kurze Halbwertszeit.



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