Was geschah am 10. und 11.März?

18. Adar 5783

Geboren:

1873 wurde in Fürth Jakob Wassermann geboren. Nach der Beendigung der Königlichen Realschule sollte er, wie sein Vater Adolf, Kaufmann werden. Er begann in Wien 1889 eine Lehre, die er aber bald abbrach, weil er sich mehr zum Schreiben hingezogen fühlte. 

Er absolvierte den Militärdienst und trat dann in die Redaktion des Simplicissimus ein. Im Verlag des Eigentümers dieser Zeitschrift veröffentlichte er bald seine ersten Werke. Darunter eine Chronik über das Leben des Shabtai Zvi, dem selbsternannten Messias des Sabbatanismus. 

In München machte Wassermann die Bekanntschaft von Rilke und Thomas Mann und schloss sich später in Wien Arthur Schnitzler an. Seine Werke, die die Seelenzustände der von ihm beschriebenen Personen genau festhielten, wurden von der Psychoanalyse und  dem Stil der Werke von Dostojewski beeinflusst.

Seine Bücher wurden 1933 Opfer der Bücherverbrennung. Er starb 1934 im Alter von nur 60 Jahren verarmt und als gebrochener Mann in seinem Haus in Altaussee.

Gestorben:

2023 starb die am 3. Mai 1919 in Hamburg geborene Traute Lafrenz in Yonges Islands, South Carolina.

Mit 14 Jahren wechselte sie aus der Klosterschule, die sie bis dahin besucht hatte, in die Lichtwarkschule. In dieser Reformschule besuchte sie die Klasse von Erna Stahl, einer Lehrerin aus dem Umfeld der Widerstandsgruppe «Weisse Rose». Als im Jahr 1935 ihre Lehrerin strafversetzt wurde, wechselte sie wieder zurück in die Klosterschule, wo sie maturierte.  Nach dem obligatorischen Reichsarbeitsdienst begann sie im Sommersemester 1939 mit dem Medizinstudium in Hamburg. Beim erneuten Ernteeinsatz lernte sie Alexander Schmorelle, den Mitbegründer der «Weissen Rose» kennen. Im Sommer 1941 wechselte sie an die Universität München, wo sie sich weiteren Mitglieder der Widerstandsbewegung anschloss. Ab Herbst 1942 fungierte sie als Kurierin für die Verbreitung der Flugblätter in ganz Deutschland.

Als am 18. Februar 1943 Hans und Sophie Scholl in München festgenommen und vier Tage später ermordet wurden, geriet auch sie ins Fadenkreuz der Gestapo. Am 15.März 1943 wurde sie gemeinsam mit zwei weiteren Mitgliedern der Gruppe festgenommen und kurz darauf vom «Volksgerichtshof» wegen Mitwisserschaft zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Kurz nach ihrer Freilassung wurde sie erneut verhaftet und verurteilt. Aus ihrer letzten Haftanstalt, dem Zuchthaus in Bayreuth, wurde sie am 15. April 1945 von US-Amerikanischen Truppen befreit.

1947 emigrierte sie in die USA, wo sie ihr Medizinstudium beendete und bis 1994 an einer Heilpädagogischen Schule für Kinder mit mentalen Defiziten arbeitete.

Mit ihr starb das letzte Mitglied der Widerstandsbewegung «Weisse Rose».

Amtsanmassung:

Minister Ben-Gvir hat sich angemasst, am Donnerstagabend den Polizeikommandanten von Tel Aviv, Ami Eshed, von seinem Posten zu entfernen und auf einen niedrigeren Rang zurückgestuft. GStA Gali Baharav-Miara erkannte diesen Vorgang als nicht rechtmässig und forderte die Regierung auf, diese Degradierung sofort zu beenden. 

Ben-Gvir erklärte daraufhin, es handele sich bei dem Vorgang nicht um eine Degradierung, sondern stelle eine Massnahme im Zusammenhang mit der Teilnahme an einem Weiterbildungskurs dar. Zuvor hatte sich der rechts-extreme Minister unzufrieden mit dem «zu laschen Eingreifen» bei den vorhergegangenen Demonstrationen gezeigt, und betont, dass er «beabsichtige, etwas dagegen zu tun.»

Kritik kam sofort von Oppositionsführer Lapid: «Eine solche Schande hat es in der Geschichte des Landes nicht gegeben. Der Tiktok-Clown feuert einen herausragenden Polizisten, weil es nicht genug Blut und Gewalt auf den Strassen gibt!» Auch MK Meirav Michaeli ist erschüttert über die Beteiligung des Polizeichefs Kobi Shabtei an der Degradierung. «Völliger Wahnsinn. Der Polizeikommandant von Tel Aviv tat alles, um die öffentliche Sicherheit aufrechtzuerhalten, während er den wichtigsten Protest in der Geschichte Israels zuliess, während Ben-Gvir den Medien sagte, er sei ‚enttäuscht von der Polizei‘ und drängte den Kommissar, Kobi Shabtai, ihn zu entlassen. Dieser Anarchist will sehen, wie das Blut der Demonstranten auf den Strassen vergossen wird. Einst ein Terrorist, immer noch ein Terrorist. Wir werden ihn nicht gewinnen lassen.»

Terror I:

Am Donnerstagabend kam es im Zentrum von Tel Aviv zu einem Terroranschlag. Im Bereich der Dizengoff-Strasse, einem beliebten Shopping- und Ausgehviertel, kam es am frühen Abend zu einer Schiesserei.

Drei Personen wurden verletzt, ein Opfer befindet sich in kritischem Zustand, die beiden anderen wurden mit mittelschweren bis schweren Verletzungen ins Ichilov Spital eingeliefert. 

Der Terrorist, der später von der Hamas als Mitglied der Terrororganisation identifiziert wurde, wurde von der Polizei nach einer Schiesserei neutralisiert. Es handelte sich um einen Palästinenser aus Samaria, der schon zweimal in einem israelischen Gefängnis einsass.

PM Netanyahu, der sich gerade zu einem verlängerten Wochenendtrip mit fragwürdiger politischer Rechtfertigung in Rom befindet, wurde von einem Mitarbeiter über den Terroranschlag informiert. Er entschloss sich jedoch, entgegen den üblichen Gepflogenheiten, seinen Besuch wie geplant fortzusetzen. «Alles andere bedeutet, sich dem Terror zu ergeben.»

Terror II:

Bereits vor einer Woche kam es zu einem folgenschweren Autounfall, der in den Medien keine Beachtung fand und der als «einfacher Unfall» klassifiziert wurde. Der Unfall hätte von Anfang an als Terrorattacke eingestuft werden müssen. Die Mutter des heute am Vormittag gestorbenen Kleinkindes, Hadar Noga Lavin, 2, sagte aus, die Strasse sei gegen 7 Uhr morgens leer gewesen, als ein PKW seine Spur verliess und direkt auf sie zusteuerte. Als sie nach links ausweichen wollten, änderte er ebenfalls die Spur und traf frontal auf ihr Fahrzeug. Dabei wurde der Fahrer, ein Palästinenser, getötet. Sie selbst wurde leicht verletzt, während ihre kleine Tochter lebensgefährliche Verletzungen erlitt. 

Reaktion aus dem Gastland Italien:

Noemi di Segni, Präsidentin der Jüdischen Gemeinden in Italien, fand keine freundlichen, warmen Worte für die israelische Politik. Bei einer Veranstaltung in der Spanischen Synagoge in Rom sagte sie anlässlich des Besuches des Ehepaars Netanyahu: «…dass die ministerielle Unterstützung von Racheanschlägen auf Araber und andere Minderheiten im Namen der jüdischen Identität es „unmöglich“ gemacht habe, ein stolzer Jude oder Israeli zu sein.» Sie kritisierte auch die kopflose Hast der Regierung, Gesetze zu verabschieden, die die Justiz radikal schwächen würden, prangerte die Kluft an, die sie in die israelische Gesellschaft gerissen hatte, und forderte Kompromisse.

«Natürlich schlägt die gewählte Mehrheit Gesetze vor und fördert sie, aber die Verantwortung der Regierung bedeutet, sich der zentralen Bedeutung dieser Veränderungen bewusst zu sein, auch langfristig.» So müsse das Gesetz zur geplanten Todesstrafe sorgsam in der Knesset geprüft werden und verwies auf die talmudische Diskussion zu dem Thema.

Uneinsichtig:

JM Yariv Levin, sekundiert von FM Bezalel Smotrich und Bildungsminister Yoav Kisch haben sich offensichtlich bei einem als konstruktiv geplanten Treffen mit einigen CEOs von Unternehmen aus verschiedenen Sektoren ein Schreiduell geliefert. Die Wirtschaftsfachleute warnten vor den negativen Folgen der gewaltsamen Abschaffung des derzeitigen Justizsystems. Levin habe sich zwar «offen für eine Einigung ausgesprochen, aber ihren Antrag auf Einstellung des Gesetzgebungsverfahrens abgelehnt». Einige globale Unternehmen haben bereits angekündigt, dass sie ihre Finanzen, wegen der konzeptlosen Gesetzgebung, die die Regierung durch die Knesset peitscht, aus Israel abziehen werden.

Wir haben kein anderes Land!

Worte eines falsch eingestuften Präsidenten:

Präsident Isaac Herzog wurde seit der Angelobung der Regierung am 29. Dezember von der Regierung nicht mehr wahrgenommen. Zwar hatte er schon einmal im TV zur besten Sendezeit alle politischen Kontrahenten dazu aufgerufen, sich mit ihm an einen gemeinsamen Tisch zu setzen, doch der Ruf prallte an der Teflon Haut des Justizministers ab. 

Am gestrigen Donnerstagabend trat er das zweite Mal vor das Mikrophon und beschwor mit dramatischen Worten, was auf Israel zukommt. «Das Land hat den ‘point of no return’ erreicht und steht kurz davor zu kippen. Wenn ihr [die Politiker] jetzt nicht beginnt, Verantwortung zu übernehmen und weiter macht wie bis jetzt, dann endet ihr im Chaos. Die Geschichte wird euch richten.»

Er forderte auf, die Koalitionsverträge in einem radikalen Schnitt über Bord zu werfen und alle Pläne, die darin festgeschrieben worden waren, neu zu überdenken. Dazu stellte er indirekt klar, dass der PM sowohl den mehrfach verurteilten Kriminellen Ben-Gvir, den er bedauernswerterweise als Superminister für Nationale Sicherheit ernannt hat, aus dem Amt entfernen muss, bevor er noch mehr Schaden anrichtet. Auch der rassistische Finanzminister und de facto Minister für Judäa und Samaria innerhalb des Verteidigungsministeriums, Bezalel Smotrich, müsse sein Amt verlassen. 

Wer mitdenkt, muss erkennen, dass Präsident Herzog es in Kauf nimmt, mit seinen dringenden Forderungen einen neuen Wahlgang zu provozieren. Das aber nicht um seiner Person Willen, sondern um den Staat Israel vor dem endgültigen Zerfall zu retten.

Terror gegen Oppositionspolitiker:

Am frühen Samstagmorgen brannte das Heulager des Oppositionspolitikers Ram Ben Barak, Yesh Atid, im Moschaw Nahalal im Norden des Landes. Nachdem es in der offenen Lagerhalle weder einen Stromanschluss gibt noch die Wetterbedingungen der letzten Tage extrem heiss und trocken waren, steht zu befürchten, dass es sich um Brandlegung handelt. Durch das Feuer entstand ein Schaden von einigen Millionen Schekel. 

«Gottseidank habe ich hier Heu und kein Stroh gelagert, das hätte schneller und intensiver gebrannt. Und Gottseidank kam keines der Kälber in unmittelbarer Umgebung zu Schaden.» 

Die Polizei hat ihre Untersuchungen noch nicht beendet. 



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