Wajakhel-Pekudej, Ex. 35:1 – 40:38

ב“ה

24./25. Adar 5783                                                         17./18. März 2023  

Shabbateingang in Jerusalem:                                                         17:08

Shabbatausgang in Jerusalem:                                                         18:25

Shabbateingang in Zürich:                                                                 18:16

Shabbatausgang in Zürich:                                                                19:21

Shabbateingang in Wien:                                                                   17:44

Shabbatausgang in Wien:                                                                  18:50

Mit diesem Wochenabschnitt endet das zweite Buch Moses. 

In einem kleinen Absatz Ex 36:5 – 7 steht, man könnte es fast übersehen, doch es ist von grosser Bedeutung: „Das Volk hat mehr gebracht, als für den Ausbau des Mischkans notwendig ist. Daher gab Gott den Befehl, keine weiteren Abgaben zu leisten. Es war mehr Material vorhanden, als die Künstler brauchten, um alle Arbeiten auszuführen.“ Wie wir in der vergangenen Woche gelesen haben, war es kein Geld, das von den Kindern Israel abgegeben wurde, es war Schmuck und Gold, zumeist aus den Beständen der Ägypter. Natürlich hat Gott kein Budget erstellt, um den Mishkan mit allen Details herstellen zu lassen. 

Die Anleitung, wie die Priesterkleider genäht werden sollen und wie der Mischkan zusammengefügt werden muss, werden in diesem Wochenschnitt nochmals ausführlich beschrieben. Wer verstehen möchte, wie exakt die Anweisungen Gottes für seine mobile Wohnung sind, ist eingeladen, den Text selbst noch einmal zu lesen. 

Dieser Wochenabschnitt  ist ein wichtiger Lehrsatz, den sich jeder ins Stammbuch schreiben sollte, der auf irgendeine Art mit Finanzen zu tun hat. Nimm nicht mehr, als du brauchst. So viel wie nötig, so wenig wie möglich.

Wir sollten nicht blindwütig zusammenraffen, was wir bekommen können. 

Eine besser dotierte Stellung an einem anderen Ort annehmen, das klinget verlockend. Aber ist es das wert, wenn dafür die Familie auseinandergerissen wird? Wenn die Kinder ihre Freunde verlassen müssen und erst langsam wieder anfangen, neue, zarte Wurzeln in einem unbekannten Terrain zu schlagen? Natürlich gibt es manchmal zwingende Notwendigkeiten, einen beruflich bedingten Ortswechsel vorzunehmen. Dann wird die Familie das verstehen und sich zusammen der neuen Situation stellen. 

Der Umkehrschluss kommt beispielsweise zum Tragen, wenn durch eine wirtschaftliche oder Naturkatastrophe ein Arbeitsplatz nicht mehr zur Verfügung steht. Oder, wenn neue Technologien den Beruf überflüssig gemacht haben. In so einer Situation muss man sich den neuen Bedingungen stellen und von vorne anfangen. Auch nach einer langen Krankheit kann es notwendig sein, einen beruflichen Neustart zu wagen. Vielleicht ist der nicht so gut bezahlt, wie man es sich wünscht, aber immerhin, man kann einen Fuss in die Tür stellen. 

Geld zu leihen, um sich eine Basis zu schaffen, das ist sinnvoll, solange man den Kredit oder die Hypothek absichern kann. Aber eine Gefahr besteht dann, wenn man glaubt, mit leicht zu erhaltenem Geld das Leben mit Luxus aufpeppen zu müssen. Die Werbung macht es uns vor: „Mein Haus, mein Auto, mein Boot …“ Der kurzfristigen Euphorie folgt nur zu oft die traurige Ernüchterung. Und man fragt sich, ob es das wert war.

Verantwortungsvoll umzugehen mit dem, was wir haben, das können wir in diesem Wochenabschnitt lernen.

Zwei weitere Absätze sind es, die unser Leben und das der Gesellschaft so nachhaltig beeinflussen. Sie stehen am Anfang unseres Wochenabschnitts: „Sechs Tage wirst du deine Arbeit verrichten, der siebte Tag aber wird dir heilig sein, ein Tag der Ruhe für den Herrn, deinen Gott. Jeder, der eine Arbeit verrichtet, wird sterben. In deinen Wohnstätten wirst du kein Feuer anzünden.“

Gott hat uns in, wie wir in Gen 2:1 – 4 gelesen haben, den Shabbat geschenkt. Er hat den letzten Tag der Schaffung der Welt zu seinem Tag der Ruhe ernannt. Seither haben wir schon mehrfach gehört, dass Gott uns die Einhaltung dieses Ruhegebotes immer wieder ans Herz legt. Während der Flucht aus Ägypten hat er sein Volk am sechsten Tag mit der doppelten Menge von Manna versorgt, damit sie nicht am siebten Tag sammeln mussten. Ausführlich haben wir davon gehört, als die Shabbatgebote in die zehn Gebote hineinflossen, die Moses und vom Berg Sinai von Gott gegeben mitbrachte. 

Das Besondere daran, und es kann nicht oft genug wiederholt werden, das Shabbatgebot gilt für alle, für Menschen und Tiere, für die Familie und für Fremde. Natürlich, es darf und muss sogar ausser Kraft gesetzt werden, wenn es darum geht, Leben zu retten! Im kommenden Buch, Lev 18:5 werden wir lesen: „Ihr werdet alle meine Gebote und Vorschriften einhalten. Wenn ihr das tut, werdet ihr durch sie leben.“ Das bedeutet, dass wir nicht ihretwegen sterben werden. פִּקּוּחַ נֶפֶשׁ pikuach nefesch, die Sorge um das Leben, der Erhalt des Lebens steht über allen Verboten der Halacha. Natürlich darf jede medizinische und pflegerische Tätigkeit ausgeübt werden, natürlich dürfen, ja müssen Feuerwehr und Polizei ausrücken, wenn Gefahr besteht, natürlich darf man an jedem Fasttag essen und vor allem trinken, wenn es der Gesundheitszustand notwendig macht.

Wir dürfen bei aller Akribie und Bemühung, alles richtig zu machen, aber nie aus dem Auge verlieren, dass der Shabbat ein Ruhetag für und von Gott ist, den wir geniessen sollen. 

Shabbat Shalom



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