Was geschah seit dem 3. April?

22. Nissan 5783

Gestorben:

2023 starb der 1948 in Nahal geborene Meir Shalev in Jerusalem. Shalev stammt aus einer Familie von Schriftstellern. Sowohl sein Vater, Yitzhak, als auch seine Cousine Zeruya sind bzw. waren bekannte israelische Autoren. 

Ein Beschuss aus den eigenen Reihen während des Sechs Tage Kriegs liess ihn zum Verfechter der Friedensbewegung werden, der sich intensiv für die Rückgabe der «diskutierten» Gebiete einsetzte.

Nach dem Studium der Psychologie war er als Journalist und Fernsehmoderator tätig. Sein erstes Buch, «Blue Mountain», erschien 1988.

Er selbst identifizierte sich als politisch links und Vertreter der Zwei-Staaten-Lösung. Gleichzeitig klagte er auch die Palästinenser für die Terrorattacken auf Juden an. Er erkannte in diesem Verhalten eine Verunmöglichung von Friedensverhandlungen. Sein Credo war, dass Israel sich «von den 1967 eroberten Gebieten ebenso verabschieden müsse, wie die Palästinenser von ihren 1948 verlorenen Territorien.»

Aus seinen zahlreichen Romanen blieb mir ein treffender Satz in guter Erinnerung: «Sie tragen tote Katzen auf dem Kopf» als Beschreibung für die teilweise lächerlich hohen Streimel der Chassiden. 

Geboren:

1909 wurde die Stadt Tel Aviv von einer Gruppe jüdischer Einwanderer gegründet. Diese zogen es vor, aus dem engen und ungesunden Jaffa wegzuziehen.

Sie gründeten eine Firma namens Ahuzat-Bayit und kauften mit finanzieller Unterstützung des Jüdischen Nationalfonds etwa zwölf Morgen Sanddünen nördlich von Jaffa. Wer welches Grundstück erhielt, entschied das Los. 66 Familien waren es, die sich um einen Platz bewarben. 

1910 erhielt der Ort den Namen Tel Aviv nach Nahum Sokolows Übersetzung von Altneuland, Herzls fiktiver Darstellung des jüdischen Staates.

Meir Dizengoff war Tel Avivs erster Bürgermeister, der von 1911 bis zu seinem Tod 1936 in dieser Funktion tätig war. Die Hauptstraße der heutigen weitläufigen Stadt ist nach ihm benannt.

Ramadan Unruhen:

Am Vortag des am vergangenen Mittwochabend begonnenen Pessach-Festes kam es zu gewaltsamen Ausschreitungen zwischen der israelischen Polizei und muslimischen «Pilgern» auf dem Tempelberg. 

Entsprechend palästinensischen Medien griffen israelische Polizisten völlig grundlos Betende in der Al-Aqsa-Moschee an. 

Gleichzeitig heulten die Sirenen, die vor Raketen warnten, die aus dem Gazastreifen auf Israel abgeschossen worden waren. Die erste Salve war gegen 3 Uhr abgeschossen worden, eine zweite folgte um kurz nach 6 Uhr am Donnerstagmorgen.

Die Berichte, die von beiden Seiten abgegeben wurden, schilderten völlig andere Szenarien. Die Polizei wollte in der Moschee verbarrikadierte Personen evakuieren, die sich dort mit Feuerwerkskörpern, Steinen und Schlagstöcken bewaffnet aufhielten. Ein Offizier sei durch einen Stein am Bein verletzt worden und musste medizinisch betreut werden. Dutzende Randalierer seien verhaftet worden. 

Von palästinensischer Seite betrachtet, entwickelten sich die Vorgänge völlig anders. 400 Betende seien in der Moschee gewesen, als die Polizei die Moschee umstellte. Die Jugendlichen im Gebäude hätten Angst bekommen und die Türen geschlossen. Die Polizei sei trotzdem eingedrungen und hätte begonnen, mit unglaublicher Gewalt auf die Jugendlichen einzuschlagen. Ihre Absicht sei klar gewesen. Anschliessend sei niemandem unter 50 Jahren mehr der Zutritt zum Tempelberg gestattet worden. 

Am Donnerstag kamen dann die Raketen aus dem Libanon. Es waren die heftigsten Angriffe seit dem Jahr 2006. Es ist nicht klar, welche Terrorgruppe für den Beschuss verantwortlich ist: Die libanesische Hisbollah oder die Palästinenser.

Am Samstag flogen auch Raketen aus Syrien auf den Golan. Israel reagierte schnell und beschoss die Abschussbasen, von denen die Raketen gekommen waren. Später beschossen sie auch noch Ziele in der Nähe von Damaskus.

Obwohl die IDF davon ausgeht, dass es kaum zu weiteren Eskalationen kommen wird, wurde die Truppenpräsenz an allen drei Fronten verstärkt. 

PM Netanyahu und Oppositionsführer Lapid trafen sich am vergangenen Sonntag zu einem Austausch über die aktuelle Sicherheitslage. Auch entsprechende Komitees der Knesset tagten. 

Für die letzten zehn Tage des Ramadans sperrte PM Netanyahu in Zusammenarbeit mit dem Sicherheitskomitee für Juden den Zugang zum Tempelberg. 

Terroranschläge:

Am vergangenen Freitag wurde der Wagen von Lucy Dee, 48, von einem palästinensischen Terroristen mit Schüssen nahezu durchsiebt. Ihre beiden mit ihr fahrenden Töchter, Maia, 20, und Rina, 15, waren auf der Stelle tot. Lucy wurde lebensgefährlich verletzt in das Hadassah Spital in ein Kerem eingeliefert. Am Montagnachmittag erlag sie ihren Verletzungen.  

Um sie trauen ihr Ehemann, zwei Töchter und ein Sohn. 

Der Vater, Rabbi Leo Dee, fuhr vor dem Auto der Familie gemeinsam mit den anderen Kindern und musste online am Telefon seiner Tochter erleben, wie seine Frau und zwei seiner Töchter Opfer eines Terroranschlages wurden. 

Die Ermordeten waren britisch-israelische Staatsbürger und lebten in Efrat. Sie waren vor acht Jahren aus Grossbritannien nach Israel ausgewandert. 

Es ist befremdlich, dass in der BBC über den Terrorakt nur als «Schusswechsel» berichtet wurde und weder der Hintergrund noch die Herkunft des Mörders näher benannt wurde. 

Am Freitagabend kam es zu einem zweiten Terroranschlag in Israel. Auf der Strandpromenade von Tel Aviv versuchte der Fahrer eines PKW, diesen in eine Menschengruppe zu fahren und begann sofort mit dem Beschuss der Gruppe.

Sieben Personen wurden teils schwer verletzt, ein Mann Alessandro Parini, 35, wurde getötet. Beim Versuch, den Wagen zu stoppen, überschlug dieser sich und blieb auf dem Dach liegen. Der Terrorist, ein Palästinenser aus Kfar Qassem, wurde neutralisiert. Die italienische Reisegruppe, wurde mit einem Sonderflug nach Italien ausgeflogen.  

Die ersten 100 Tage:

Seit Freitag, 7. April 2023 «regiert» die unsägliche faschistoide und super-religiöse Politikerbande um Benjamin Netanyahu Israel. 

Beide Bilder: © Amos Biderman, screenshot Haarretz und Facebook

Für mich erhebt sich die Frage, ob sich diese Bande überhaupt bewusst ist, dass Regieren weitaus mehr ist, als sich ausschliesslich auf ihren eigenen Interessen zu beschränken. Bilder sagen mehr als 1000 Worte, daher belasse ich es auch dabei.

Treffen Netanyahu – Lapid:

Nach dem Treffen zwischen den beiden Spitzenpolitikern reiste Oppositionsführer Lapid in die USA. Dort traf er sich mit zwei demokratischen Kongressabgeordneten und Vertretern der jüdischen Gemeinden. Das Ziel seiner Reise: Einen Teil der von Netanyahu und seinen Polit-Krawallos verursachten diplomatischen Schäden zu glätten. 

PM Netanyahu gab bei einer Pressekonferenz indirekt zu, mit der Entlassung von VM Yoav Gallant einen Fehler gemacht zu haben und zog diese Entscheidung zurück. 

In Israel endete am Mittwochabend mit dem Mimouna Fest Pessach.

Israel kehrt in die alten kulinarische Welt zurück!



Kategorien:Israel

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