Was geschah am 4. Mai?

13. Ijjar 5783

Geboren: 

1898 wurde in Kiew Goldie Mabovitch, verheiratete Meirson, später Golda Meir, s’’l, geboren. Schon in frühester Kindheit wurde sie mit Pogromen in ihrer Heimat konfrontiert, die dazu führten, dass ihr Vater 1903 in die USA floh. 

1906 holte er seine Familie nach. Ihre Schulbildung schloss Golda nach der achten Klasse der Grundschule als Jahrgangsbeste ab. Ihre Mutter lehnte es ab, dass sie weiterführende Schulen besuchte und wollte sie stattdessen so früh wie möglich verheiraten. Mit nur 14 Jahren zog sie daher zu ihrer älteren Schwester nach Denver, wo sie die High School besuchte.

Als ihre Eltern zwei Jahre später ihrem Wunsch nach dem Besuch einer Höheren Schule zustimmten, zog sie zurück zu ihnen und schloss 1916 die High School ab. Zeitgleich wurde sie aktives Mitglied einer zionistischen Organisation und unterrichtete bereits vor dem Abschluss Kinder in jüdischer Identität. Ihre Studien zur Lehrerin brach sie schnell ab, um sich ganz der Politik zuzuwenden. 1917 heiratete sie ihren Mann, den sie bereits in Denver kennengelernt hatte.

1921 wanderten sie nach Palästina aus, lebten zunächst in einem Kibbutz und zogen später nach Jerusalem, wo auch ihre beiden Kinder geboren wurden.

Als Exekutivsekretärin der Histadrut nahm sie als Delegierte 1929 am Zionistischen Weltkongress teil. Ein Jahr später trat sie der zionistisch orientierten Arbeiterpartei unter Ben Gurion, s’’l, bei und übernahm dort schnell wichtige Funktionen. Nach einem kurzen Aufenthalt in den USA übernahm sie die politische Abteilung der Jewish Agency. Ab 1940 war sie Teil des Verhandlungsteams mit König Abdallah ibn Husain I., um über den UN-Teilungsplan zu verhandeln. Dieser beharrte darauf, den arabischen Teil zu erhalten, und gestattete daraufhin, dass die Juden ihren eigenen Staat ausrufen konnten. 

Kurz vor der Staatsgründung drohte bereits der Unabhängigkeitskrieg, mit dem das junge Israel zerstört werden sollte. Ihre Verhandlungen mit dem jordanischen König, die arabische Armee aus den Kämpfen herauszuhalten, versagten.

Nach der Unabhängigkeitserklärung gehörte sie bis zur Wahl der ersten Knesset dem provisorischen Staatsrat an. Als die Arbeiterpartei die Wahlen gewann, zog sie in die Knesset ein, wo sie bis 1974 ununterbrochen ihren Sitz hatte. Nachdem Israel 1949 Jerusalem zur Hauptstadt erklärte, zog sie mit ihrer Familie nach Jerusalem. 

Unter Ben-Gurion war sie bis 1956 Arbeitsministerin, anschliessend bis 1965 Aussenministerin. 1969 wurde sie zur Ministerpräsidentin gewählt und übernahm gleichzeitig den Vorsitz der Arbeiterpartei. 1970 setzte sie gegen den Widerstand aus den eigenen Reihen den Waffenstillstand am Suez-Kanal durch, den sie als reinen «Abnutzungskrieg» bezeichnete. In die Kritik kam sie, als sie Warnungen des jordanischen Königs Hussein ausschlug, der vor einem bevorstehenden Angriff der syrischen Armee warnte, der dann tatsächlich an Yom Kippur 1973 begann.

1973 musste ihre Partei eine Wahlschlappe hinnehmen, dennoch bildete sie eine kurzfristige Minderheitsregierung, die aber bereits nach wenigen Wochen platzte. Kurz darauf kündigte sie ihren Rücktritt an. Jitzhak Rabin, s’’l, übernahm das Amt des PM.

Sie verstarb im Jahr 1978 und wurde auf dem Herzl-Berg beigesetzt. 

Die Stimme des Volkes:

Die heutigen Demonstrationen haben das Thema «Soziale Gleichstellung». Frauen, die Kinderwagen vor sich herschieben auf denen kleine Pseudosärge, bedeckt mit Israelfahnen liegen, demonstrierten vor den von Ministern bewohnten Häusern und in Bnei Brak vor dem Haus eines hochrangigen orthodoxen Rabbiners. Sie demonstrierten damit gegen die Ungleichbehandlung, dass nicht-religiöse Frauen den Wehrdienst ableisten müssen, die orthodoxen Männer aber befreit sind.

Zusätzlich zu den Demonstrationen wurden landesweit wichtige Kreuzungen und Stassen blockiert. Zwei Frauen, 45 und 68 Jahre, wurden in Haifa und Tel Aviv wegen Störung der öffentlichen Ordnung festgenommen. 

Vor dem Haus von Minister Ben-Gvir in Kiryat Arba wurden Schaufensterpuppen, die Leichen darstellen sollen, aufgestapelt. Ein Zeichen für die Mordwelle in der arabischen Gesellschaft, die er nicht in den Griff bekommen hat. 

«Ben Gvir, Sie repräsentieren alles, was an der derzeitigen Regierung falsch ist – null Regierungsführung, null Verantwortung, null Fähigkeiten», sagte Yiftach Golov, einer der Führer der Gruppe „Brothers in arms“ von IDF-Reservisten, die sich gegen die Beendigung der Gewaltenteilung aussprachen.

Wenn nicht ich, dann auch nicht du!

Nachdem sich US-Präsident Joe Biden wiederholt gegen eine Einladung von PM Netanyahu ausgesprochen hat, blockiert der seinerseits seinen VM Yoav Gallant von einem Besuch in den USA.

Bereits zweimal hatte der eine Einladung nach New York und Washington erhalten, um sich dort mit US-amerikanischen Sicherheitsfachleuten zu treffen. Immerhin gelang es VM Gallant sich mit seinen Kollegen zu treffen, als diese vor einiger Zeit in Israel weilten. 

Infantil! Dümmer goht’s nümmer!

Ein Hunde-Held!

Der 7 Jahre alte Django stellte sich während einer Militäraktion in Nablus schützend vor seinen Hundeführer und wurde tödlich getroffen. 

Django war aktives Mitglied in Hunderten von Einsätzen der Yamam Counter-Terrorism-Unit.

Der Einsatz in Nablus führte zur Festnahme und Neutralisierung der Mörder von Lucy, Maya und Rina Dee vor wenigen Wochen. Zwei der Terroristen waren Mitglieder der Hamas. Die Zugehörigkeit eines Dritten zu einer Terrorgruppe ist noch nicht geklärt. Bei der Aktion wurde ein unbeteiligter Zivilist ebenfalls tödlich getroffen. 

Netanyahu sieht das Ende heraufziehen:

So, wie es derzeit um die Handlungsfähigkeit der Nicht-Regierung bestellt ist, muss es dem PM bewusst sein, dass Neuwahlen für ihn und seine ganz-rechts Regierung das Ende nach nur 120 Tagen bedeuten würden. Und für ihn persönlich das Ende einer zuletzt unrühmlichen politischen Karriere und möglicherweise den Aufenthalt in einem der wirklich ungemütlichen Gefängnisse in Israel. 

Sechs Monate nach der Kapitulation vor Ben-Gvir, seit den Tagen der Koalitionsverhandlungen, tat PM Netanjahu etwas, das beinahe an den Falken Ariel Scharon, s’’l, erinnerte. Er wies das aufmüpfige Regierungsmitglied in seine Schranken und verspottete ihn: «Hör auf, wenn du den Mut [er sagte: Die Eier] hast!» Ben-Gvir schoss zurück: «Feuer’ mich doch, wenn du den Mut hast.» 

Sharon hätte ihn gefeuert, ohne mit der Wimper zu zucken!

Im November hoffte Netanyahu, dass ein Platz am Regierungstisch dem politischen TikTok Clown ein wenig Verantwortung und Reife verleihen würde. Er gab ihm einen grossartigen, wohlklingenden Titel und hoffte, ihn damit ruhig zu stellen. Doch der liess sich nicht ruhigstellen. 

Er versucht sich überall dort einzumischen, wo er glaubt, seine Meinung zur Aufrechterhaltung er nationalen Sicherheit sei von Bedeutung. Sei es bei den Demonstrationen, sei es bei der Reaktion auf den Beschuss aus Gaza. Wird er, wie erst gestern, nicht zu einer Besprechung eingeladen, so droht er mit dem Rückzug aus der Regierung.

Vielleicht ein wenig weit hergeholt, aber Wirtschaftstreibende des ehemaligen Deutschen Reiches glaubten, Hitler zufriedenstellen zu können, wenn sie ihm 1932 «doch einfach einen Platz im Kabinett» bieten würden. Welche damals noch nicht erkennbaren und tödlichen Folgen diese Einschätzung haben würde, zeigte sich bereits im Jahr darauf mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten und dem Ende der Demokratie. 

Ein Thema, das von Heinrich Böll in seinem Roman «Ansichten eines Clowns» angesprochen wird.



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