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6./7. Siwan 5783 26./27. Mai 2023
Eingang Shavuot in Jerusalem 18:55
Shabbateingang in Jerusalem: 18:56
Shabbatausgang in Jerusalem: 20:18
Eingang Shavuot in Zürich 20:49
Shabbateingang in Zürich: 20:50
Shabbatausgang in Zürich: 22:08
Eingang Shavuot in Wien. 20:21
Shabbateingang in Wien: 20:22
Shabbatausgang in Wien: 21:42

Nachdem ausserhalb von Israel Shavuot ein zweitägiges Fest ist, wird nur in Israel der Wochenabschnitt «Nasso» gelesen. Überall sonst werden mit dem Feiertag verbundene Abschnitte aus der Torah gelesen.
Gelesen wird u.a. das Buch Ruth, der Moabiterin. Grosse Bedeutung geniesst sie nicht nur, weil sie die Urgrossmutter von König David ist, sondern auch als erste Konvertitin bekannt wurde. Früh verwitwet begleitete sie ihre ebenfalls verwitwete Schwiegermutter, die israelitische Noomi, zurück nach Bethlehem. Von dort war sie wegen einer drohenden Hungersnot nach Moab ausgewandert. Nun besteht aber keine Gefahr mehr und Noomi fordert Ruth auf, nach Hause zurückzukehren. «Dränge mich nicht, dich zu verlassen und umzukehren! Wohin du gehst, dahin gehe auch ich, und wo du bleibst, da bleibe auch ich. Dein Volk ist mein Volk und dein Gott ist mein Gott. Wo du stirbst, da sterbe auch ich, da will ich begraben sein. Der HERR soll mir dies und das antun – nur der Tod wird mich von dir scheiden.» Ruth nimmt sich damit sozusagen selbst in das Volk Israel auf.
Warum lesen wir das Buch Ruth gerade an Shavuot? Sie nimmt ihr Recht auf die Nachernte eines Gersten-Feldes ein, ein Recht, was ihr als offizielle Nicht-Israelitin nicht unbedingt zusteht, ihr aber vom Eigentümer des Feldes, Boas, gewährt wird. Boas wird, vermittelt von Noomi, ihr zweiter Ehemann. Ob es eine Liebes- oder Vernunftehe war, bleibt im Dunkeln.
Shavuot markiert das Ende der Frühjahrsfeste, die mit Pessach begonnen haben und nach dem 50 Tage andauernden Omerzählen, also sieben Wochen plus 1 Tag am heutigen Feiertag enden.
Das Fest erinnert nicht nur an die erste Weizenernte, die um diesen Tag herum in Israel beginnt. Es erinnert auch daran, dass Moses aus Wut über das Verhalten der Israeliten die ersten von Gott erhaltenen Tafeln zerschmettert hatte. Anschliessend stieg er ein zweites Mal auf den Berg Sinai und empfing dort erneut die Gesetzestafeln.
Deshalb stehen auch die zehn Gebote im Mittelpunkt der Lesungen zu Shavuot. Zuvor wird ein spezielles, nur an diesem Tag auf Aramäisch rezitiertes Gebet, Akdamut, gesprochen. Es ist üblich, dass dieses Gebet als Wechselgebet vom Vorleser und der Gemeinde gesprochen wird. Es endet mit den Worten: «Wir alle werden in den Genuss seiner Herrlichkeit kommen, indem wir die ‚Zehn Worte‘ – die Zehn Gebote – befolgen, enthalten in Gottes Geschenk der Torah, die wir gleich lesen werden.»
In Israel wird Shavuot vor allem traditionell in Kibbuzim und Moshavim mit farbenprächtigen Umzügen gefeiert. Die ersten Ernteprodukte werden, liebevoll präsentiert, auf geschmückten Wagen mitgeführt. Sofern es noch traditionelle Landwirtschaftsgeräte, wie Traktoren gibt, strahlen sie so blitzblank und gepflegt, wie am ersten Tag.
An diesem Tag werden überwiegend Milchprodukte gegessen. Bei den fröhlichen Familientreffen gibt es reichhaltige Käseplatten, Käsekuchen, vielleicht auch hier und da ein Käsefondue. Hauptsache milchig und nicht alltäglich.
Ich wünsche gutes Gelingen, einen fröhlichen Abend und Chag Shavuot Sameach!
Shabbat Shalom!
Kategorien:Religion
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