Was geschah vom 1. bis zum 3. Juni?

14. Siwan 5783

Geschichte: 

1941 fand in den ersten Juni Tagen ein Pogrom gegen die jüdische Bevölkerung in Bagdad statt. Es ging unter dem Namen Farhud, gewalttätige Enteignung, in die Geschichte ein. 

Arabische Nationalisten hatten mit Beteiligung Nazideutschlands einen Militärputsch gegen den pro-britischen König Faisal II. gemacht. Nach einem Monat ergab sich die Regierung gegenüber den Briten. Die jüdische Bevölkerung, die nun wieder auf mehr Sicherheit für sich hoffte, feierte das Shavuot Fest in der Öffentlichkeit.

Arabische Terroristen nutzten dies und überfielen die wehrlosen Menschen. Es gab mehr als 1.000 Verletzte und, je nach Quelle, zwischen 180 und 600 Tote. Häuser und Synagogen wurden geplündert und angezündet, Torah-Rollen verbrannt. Beim Versuch, den Juden zu Hilfe zu kommen, wurden einige Hundert Nicht-Juden getötet. Nur 147 Getötete wurden identifiziert. 

Einer der Drahtzieher hinter dem Pogrom war, wie die Untersuchungen der irakischen Regierung festhielten, der Mufti von Jerusalem, Mohammed Amin al-Husseini, ein grosser Freund und Unterstützer der Nationalsozialisten und Verfechter der Shoa. 

Das Pogrom markierte auch das Ende des 2.600 Jahre andauernden Miteinander von Juden und Arabern im Irak. Ab 1942 trainierten zionistische Organisationen aus Palästina vor allem die Jugendlichen der noch im Irak lebenden Juden, unterrichteten sie in Hebräisch und halfen ihnen bei der illegalen Immigration nach Palästina. Die Arabische Liga verurteilte diese Aktivitäten und forderte drakonische Massnahmen gegen die Juden in arabischen Staaten.  Dadurch wurde das Leben für sie in diesen Staaten immer schwerer. Erst 1950 wird im Irak ein Gesetz erlassen, das es den Juden erlaubt, nach Israel auszuwandern, sofern sie auf ihre irakische Staatsbürgerschaft und auf ihr gesamtes Vermögen und Eigentum verzichten. 

Insgesamt wurden zwischen 1948 und 1951 etwa 107.000 Juden ausgeflogen und weitere 16.000 verliessen das Land auf anderen Wegen. 

Tödlicher Vorfall an der «friedlichen Grenze» zu Ägypten:

Ein ägyptischer Polizist, der laut Aussagen des ägyptischen Militärsprechers angeblich Drogenschmuggler verfolgte, drang in israelisches Gebiet ein und erschoss zwei Grenzsoldaten. 

Tatsächlich gelang es in der Nacht der IDF einen Drogenschmuggel zu verhindern und Waren im Wert von NIS 1.5 Millionen sicherzustellen. Es ist aber noch völlig unklar, ob die beiden Vorfälle, die im Abstand von einigen Stunden stattfanden, miteinander in Verbindung stehen. 

Die zwei ersten Opfer waren seit gestern Nachmittag im Dienst und beantworteten heute Morgen einen Anruf des Stützpunktes nicht. Die daraufhin anrückende Patrouille fand beide Soldaten tot vor. 

In der Folge begann man sofort mit der Suche nach dem ägyptischen Terroristen. Beim Aufeinandertreffen kam es zu einem erneuten Schusswechsel, bei dem ein weiterer Soldat getötet und ein zweiter verletzt wurde. Der Terrorist wurde neutralisiert. 

Die drei Opfer des Terroranschlages von heute

Seit dem 1979 zwischen den beiden Staaten abgeschlossenen Friedensvertrag ist die Grenze weitgehend ruhig. Es gibt aber immer wieder Versuche, entweder Drogen über die Grenze zu schmuggeln oder Versuche von dschihadistischen Beduinen, nach Israel einzudringen. In diesen Fällen kommt es häufig zu grenzüberschreitenden Schiessereien.

Torah-Rollen feierlich verabschiedet

19 Torah-Rollen, einige davon mehr als 150 Jahre alt, wurden in der vergangenen Woche feierlich verabschiedet. Sie dienten jahrelang an der Klagemauer, aus ihnen wurde bei privaten Feierlichkeiten gelesen. Millionen Besucher durften sich an den wunderbaren alten Rollen erfreuen.

Jetzt wiesen sie so ausgeprägte Gebrauchsspuren auf, dass eine Instandsetzung nicht mehr möglich war. Einige haben die Shoa in Polen, Litauen, Rumänien und Ungarn überlebt.

Von der Klagemauer wurden sie feierlich zu einem speziellen Platz auf dem Mt. of Olives gebracht, wo sie traditionell beigesetzt wurden. An der Zeremonie nahmen zahlreiche Rabbiner und Politiker teil. 

Israel Parade in New York

Am morgigen Sonntag wird die Israel Parade in New York stattfinden, die zu den wichtigsten Ereignissen der jüdischen Gemeinden gehören. Es werden 40.000 Teilnehmer erwartet, unter ihnen die Gouverneurin von NYC, Kathy Hochul und Bürgermeister Eric Adams. In diesem Jahr findet die Veranstaltung unter dem Motto: «Erneuerung und Hoffnung» statt.

Überschattet wird die Parade von Demonstrationen gegen die Abschaffung der Gewaltenteilung. Neben anti-Regierungs-Demonstranten, die aus Israel angereist waren, sollen sich auch bis zu 18 israelischen MKs in NYC befinden, um für die geplanten Justizumwälzung zu demonstrieren. Die Organisatoren der Parade haben darauf gedrängt, diese von der Teilnahme auszuschliessen. 

Angeblich soll PM Netanyahu seine Likudniks aufgefordert haben, von einer Teilnahme abzusehen. Die Begründung: Die Reisekosten für sie würden von der Öffentlichkeit in Israel kritisiert werden. Wie bitte? Seit wann übernimmt der Staat denn private Reisen? Oder muss man diesen Aktivismus im Ausland als Dienstreise bezeichnen?

Bekannt ist jedoch, dass Wirtschaftsminister Nir Barkat, Likud und MK Simcha Rothman, Religious Zionism, in NYC eingetroffen sind. Auch der Minister für Alija, Ofir Sofer, Religious Zionism, wurde bereits gesehen. 

Offensichtlich sind die Anti-Regierungs-Teilnehmer gut untereinander vernetzt. Sobald ein Politiker entdeckt wird, wird ein entsprechendes Bild mit dem Standort an die Organisation geschickt und nur wenige Minuten später sind Aktivisten vor Ort. Respekt!

MK Rothman rastet aus:

Der Architekt der Abschaffung der Gewaltenteilung und ansonsten völlig profilloser Hinterbänkler des Likud, MK Simcha Rothman, zeigte in NYC absolut undemokratisches und infantiles Verhalten. 

Auf dem Rückweg zu seinem Hotel wurde er von einer kleinen Gruppe von Demonstranten verfolgt, die ihrem Unmut lautstark mit einem Megafon Ausdruck verliehen. Plötzlich dreht sich Rothman um und entreisst einer jungen Frau das Megafon. Anschliessend rennt er davon, so schnell, dass seine Bodyguards ihm zunächst kaum folgen können und er eine unbeteiligte Passantin fast umrennt. Die junge Frau und andere folgen ihm im Versuch, das Megafon wieder zurückzubekommen. Dabei wird ein Demonstrant von einem der Bodyguards, absichtlich oder zufällig, zu Boden geworfen. Es kommt zu einem heftigen Wortwechsel und einem Handgemenge. 

Leider kann man den Beitrag nicht mehr einfügen, aber hier ist der entsprechende Link. https://twitter.com/JoshBreiner/status/1664860275776925700 und hier der Link zum zweiten Teil https://twitter.com/JoshBreiner/status/1664861426916241409

Rothman gibt das Megafon ab und eilt kommentarlos weiter. Der ganze Vorfall wurde natürlich gefilmt und online gestellt. Bei Twitter gab es innerhalb kurzer Zeit zahllose Kommentare.

Ein weiteres Video zeigt die junge Frau auf dem Weg zur nächsten Polizeistation, wo sie Anzeige gegen Rothman wegen Belästigung macht. 

Zu einem weiteren Aufeinandertreffen zwischen Rothmann und seinen Kritikern war es bereits am Donnerstagabend gekommen, als er in einer grossen orthodoxen Synagoge zu Gast war. 

Natürlich ist es nicht lustig, egal wo man ausserhalb des kleinen geschützten Rahmens, der Knesset, auftaucht, lautstarken Kritiken ausgesetzt zu sein. Wenn man das aber nicht erträgt, dann sollte man darüber nachdenken, ob eine solche Dünnhäutigkeit und undemokratisches Verhalten für einen Politiker verträglich sind. 

Sie sind es nicht!

Nach der Hitzewelle kommt der Regen:

Mit Temperaturen bis über 43° in Tel Aviv litt Israel gestern nicht nur unter dem ersten ungewöhnlichen Hitzetag des Jahres. An der Grenze zu Gaza wurden 44° und im Jordantal sogar 45°C gemessen. 

Sandstürme, aus Ägypten kommend, brachten nicht nur den Flugplan in Ramon und Ben Gurion durcheinander. Mit bis zu 100 km/h liess er Bäume und Baukräne umfallen und riss grosse Reklametafeln aus den Verankerungen. Verletzt wurde niemand. Menschen mit entsprechenden Vorerkrankungen wurden dringend aufgefordert, im Haus zu bleiben. Überhaupt solle man sich schonen und alle nicht notwendigen Outdoor-Tätigkeiten verschieben. 

Die Hitze soll am heutigen Samstag zu Ende sein, es werden starke Regenfälle und Überflutungen vor allem im Süden erwartet. Die israelische Natur- und Parkbehörde hat alle Wanderer aufgefordert, entsprechende Wüstengebiete sofort zu verlassen. Beliebte Wanderwege führen oft durch trockene Wadis, die sich bei entsprechendem Wetter innerhalb von Minuten in reissende Fluten verwandeln. Es kommt immer wieder zu tödlichen Unfällen, wenn Autos in den Fluten eingesperrt, oder Fussgänger von den Fluten weggerissen werden. 

Die Stimme des Volkes:

Für heute Abend werden wieder grossangelegte Demonstrationen in ganz Israel erwartet. Der Widerstand gegen die Nicht-Regierung Netanyahu VI gehen damit in die 22. Woche in Folge.

Die Stimmung zwischen den Demonstranten und der Polizei scheint sich jedoch zu verschlechtern. Die Organisatoren werfen der Regierung vor, durch zunehmend brutales Vorgehen zu versuchen, die Demonstranten zum Schweigen zu bringen.

Aus Respekt vor den drei getöteten IDF-Soldaten wird eine Gedenkfeier stattfinden und eine Musikveranstaltung wurde abgesagt.

Drei Personen wurden gestern Abend bei einer Demonstration vor der privaten Villa des PM in Caesarea festgenommen. Es gab auch einige Verletzte. 

Laut Angaben der Polizei hätten sich die Festgenommenen ihren Anweisungen widersetzt und die öffentliche Ordnung verletzt. Es sei, so der Sprecher, auch zu physischen Angriffen auf die Beamten gekommen. Vierzehn Festnahmen fanden vor der Polizeistation Hadera statt, wo sich Demonstranten für die sofortige Freilassung ihrer Kollegen einsetzten. Drei Personen befinden sich noch in Polizeigewahrsam, die anderen wurden am Morgen wieder freigelassen. 

In einer Erklärung der Organisatoren hiess es: «Die Szenen, die wir in der letzten Nacht in Caesarea gesehen haben, sind eine völlige Travestie der Justiz, die von einem diktatorischen Regime inszeniert wurde, das versucht, abweichende Meinungen durch schwere Brutalität zum Schweigen zu bringen. Dies ist kein Einzelfall, sondern ein direktes Ergebnis der Bemühungen des angeklagten Terroristensympathisanten Itamar Ben-Gvir.»



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