Was geschah am 4. Juni?

15. Siwan 5783

Geboren:

1920 wurde in Włocławek, Polen, Marcel Reich-Ranicki, s’’l, gestorben am 18. September 2013 in Mainz geboren. (Verzeihung Marcel, ich habe deinen Geburtstag um zwei Tage verpasst, wahrscheinlich, weil ich nochmal einen deiner bekannten literarischen Kommentare lesen musste und die Zeit vergass!)

Familie Reich, eine assimilierte Mittelstandsfamilie, fühlte sich weder in der zentralpolnischen Stadt wohl, noch erfüllte die kleine Fabrik die Lebensziele des Vaters. Insofern war es kein Wunder, dass er früh Konkurs anmelden musste. Marcel war das einzige der Kinder, das die deutsche Schule besuchen durfte. 

Bald schon wurde er nach Berlin zu Verwandten geschickt, wo er das Realgymnasium und später das Gymnasium besuchte. Obwohl er aufgrund seiner Religion von nahezu allen schulischen Veranstaltungen ausgeschlossen war, durfte er immerhin weiter die Schule besuchen und 1938 dort noch seine Matura ablegen. Die Immatrikulation an der Universität wurde ihm jedoch schon verwehrt. 

Bereits Ende Oktober 1938 wurde er mit zahlreichen anderen Juden nach Polen ausgewiesen. Dort musste er zunächst die Sprache lernen und war so lange Zeit arbeitslos. Im November 1940 wurde er ins Warschauern Ghetto eingewiesen. Dort arbeitete er für den Judenrat, schrieb für die zweimal wöchentlich erscheinende Ghettozeitung und engagierte sich im Geheimen-Untergrund-Archiv. Dort wurden alle Gegenstände, Dokumente und Erinnerungen aufbewahrt, die späteren Historikern über das Leben im Ghetto berichten sollten. Tatsächlich wurden 1946 und 1950 wesentliche Fundstücke unter den Trümmern des Ghettos gefunden. Ein weiterer Teil war noch während des Krieges bei polnischen Freunden versteckt worden und wurde an den Kibbuz Lochamej haGeta’ot im Norden Israels übergeben. 

Mehreren Deportationen in das KZ Treblinka entging er zusammen mit seiner hastig angetrauten Ehefrau und konnte im Februar 1943 gemeinsam mit ihr aus dem Ghetto fliehen. 

Nach einer sehr unruhigen Zeit in London, wo er den Namen «Marceli Ranicki» annahm, begann er als freier Schriftsteller für einen polnischen Verlag für deutschsprachige Literatur zu arbeiten. 

Er suchte vergeblich um eine Arbeits- und Niederlassungsbewilligung in der Schweiz an und blieb deshalb 1958 in Frankfurt a./M. Seine Publizität begann, als er unmittelbar nach seiner Ankunft in Frankfurt als Literaturkritiker in der FAZ zu schreiben begann. Ab diesem Zeitpunkt änderte er seinen Namen endgültig in Marcel Reich-Ranicki. Von 1960 bis 1973 schrieb er für die in Hamburg erscheinende Wochenzeitung «Die Zeit». Er erkämpfte sich das Recht, die vorgestellten Bücher selbst aussuchen zu können, was ihm nicht nur Freunde einbrachte. 

Sein Credo, eine Kritik müsse «Klarheit, keine Fremdworte, leidenschaftliches Urteil aufzeigen» machte ihn auch in seiner TV-Sendung «Das literarische Quartett» (1988 bis 2001) bekannt. Die oft kontrovers geführten Diskussionen trugen dazu bei, Literatur für ein breites Publikum zugänglich zu machen. 

Seine Kritiken waren gefürchtet. Martin Walser, der ihm eine zentrale Stelle in seinem Buch «Tod eines Kritikers» widmete, musste sich anhören: «Er kann viel, dieser Martin Walser – erzählen kann er ums Verrecken nicht.» Frauen in der Literatur waren für ihn nicht vorhanden. «Frauen können keine Romane schreiben.» Zumindest hier irrte der selbsternannte «Literaturpapst»

Er starb am 18. September 2013 an den Folgen einer Krebserkrankung. 

Israel Parade NYC:

Nun wurde die Liste der israelischen Politiker bekannt, die an der heute stattfindenden Israel Parade in NYCteilnehmen werden:

Diaspora Minister Amichai Chikli, Wirtschaftsminister Minister Nir Barkat, Wissenschaftsminister Ofir Akunis, Geheimdienst Minister Gila Gamliel und Minister für Öffentlichkeitsarbeit Galit Distel Atbaryan, alle Likud, sowie Minister für Einwanderung Ofir Sofer, Religious Zionism, Minister für Jüdisches Erbe Amichai Eliyahu, Otzma Yehudit, Minister für Jerusalem Meir Porush, United Torah Judaism, und Arbeitsminister Yoav Ben-Tzur, Shas.

Ob neben Frau Rothman die betreffenden Gattinnen auch dabei sind oder nicht, war nicht zu erkennen……

Des Weiteren werden noch einige MKs aus nahezu allen Parteien erwartet.  Auch die Opposition hat Teilnehmer geschickt.

Die Parade wird gegen 14 Uhr Ortszeit, also 20 Uhr in Europa beginnen. Die Organisatoren haben angekündigt, dass jeder, der daran arbeitet, die israelische Demokratie zu zerstören, keine angenehme Zeit in NYC haben wird.

Präsident Herzog lobte die Parade und sagte: «In diesen Momenten, in denen unsere Aufmerksamkeit so sehr auf das gerichtet ist, was uns trennt, verspricht die Israel-Parade eine kraftvolle Erinnerung an alles zu sein, was uns zusammenhält.»

Die Causa Rothman: 

Offensichtlich nicht mit anderen Meinungen umgehen kann MK Rothman. Auf dem Rückweg von der Synagoge zum Hotel wurde er von mindestens drei Bodyguards begleitet, die ihn und seine Frau schützen sollten. 

Auf dem Video sieht man, wie er leicht genervt von den Zurufen einer Demonstrantin mit ihrem Megafon, den Bodyguard auffordert, sich zwischen ihn und die Frau zu begeben, damit sie nicht näherkommen konnte. 

Plötzlich verliert er dann doch die Nerven, dreht sich um, reisst ihr die Schnur vom Megafon vom Hals und rennt mit seiner Trophäe davon. Seine Frau zeigt sich von den Vorkommnissen völlig unbeeindruckt. Bevor ich las, dass es sich um seine Frau handelte, nahm ich sie nur als zufällig anwesende Passantin wahr.

Von den Rechten beklatscht und von den Linken verspottet, gab er eine Erklärung ab, wie der Vorfall «tatsächlich verlaufen sei». 

(2) «Sie haben uns den Weg verstellt, sind meiner Frau Hannah auf die Füsse getreten, haben uns beschimpft und uns den Tod gewünscht» Auf dem Video, das schon einige Sekunden vor der aggressiven Aktion des MK begann, ist davon nichts zu sehen. Das heisst natürlich nicht, dass es nicht so stattfand, aber die zu sehende Konstellation wies nicht darauf hin.

(4) «Irgendwann haben die Demonstranten gemerkt, dass wir von ihnen nicht beeindruckt waren. Sie haben dann ein Megafon direkt an unser Ohr (ein Angriff) gedrückt und schrien.» Das Video zeigt, dass sich zwischen der Demonstrantin mit dem Megafon und dem MK ein Bodyguard befand, der sie auf Abstand hielt.

(5) «Die Bodyguards und ich forderten wiederholt aufzuhören und wegzubleiben, aber sie machten weiter.» Auch das stimmt nicht. Der MK unterhielt sich mit dem Bodyguard links neben ihm. Keine Spur von Kommunikation mit der Demonstrantin.

(6) «Nach all den Warnung habe ich das Megafon, das die Demonstrantin an mein Ohr gehalten hatte, weggenommen, natürlich, ohne sie zu berühren.» Wegnehmen ist nicht das gleiche wie wegreissen. Und das ist es, was der MK gemacht hat. Ob er sie dabei berührt hat oder nicht, als er wegläuft, sieht man auf jeden Fall, dass das Halteband des Megafons zerrissen ist. Ansonsten hätte er es ihr über den Kopf ziehen müssen, was er nicht gekonnt hätte. 

Lügen, wieder mal, nichts als Lügen. Das ist es, was er von seinem grossen Vorbild, dem PM, dem Abu Shticks n’ Tricks gelernt hat. Wer gekonnt lügt, überzeugt zumindest die, die ihm glauben wollen.  

Abu Shticks n’ Tricks und Abu Sheker, ein tolles Team!!



Kategorien:Aus aller Welt, Timeline

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