30. Siwan 5783
Tierschutz:
Ness, Lucky, Eliran, Sammy, Sasha, Sari, Renana, Ziyonna, Ana’aref, Paradise, Ahava, Molins, Tom, Helfon und Barbara, sowie Hans haben etwas gemeinsam. Seit dem vergangenen Freitag schwimmen sie wieder im östlichen Mittelmeer. 15 der Genannten gehören zur Spezies der «Schwarzen Meeresschildkröte», Hans gehört zu der selten vorkommenden Art «Grüne Seeschildkröte». Das berichten die Veterinäre des «Nationalen Meer-Schildkröten Rettungszentrums». Dieses Zentrum gehört zur «Nature and Park Authority» in Haifa.
Die Schildkröten waren im Laufe des Winters an den Stränden Israels angeschwemmt und zur Behandlung ins Zentrum gebracht worden. Die Schildkröten haben, so der Leiter des Instituts, Dr. Yaniv Levy, eine wichtige Bedeutung für das ökologische Gleichgewicht des Meeres.
Gestört wird dieses sensible System durch Menschenhand. Fischfang, Verunreinigung durch biologischen Müll oder illegales Verklappen von Heizölen von Schiffen. Ein besonderes Unheil für die Meerestiere sind zurückgelassene oder abgerissene Fischernetze, die vor allem aus dem nahezu unverrottbaren Polyamid bestehen. In Küstennähe stellen PET-Flaschen und Einkaufsbeutelchen, die gottseidank mittlerweile auch in den einfachsten Supermärkten mit etwa CHF 0,02508 belastet werden, das Hauptproblem dar.
Im Zentrum werden die Tiere je nach Gesundheitszustand oder Art der Verletzung nicht nur mit modernster Medizin-Technik genauestens untersucht, sondern erhalten auch die entsprechenden Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel, bis sie wieder kräftig genug sind, um in ihren angestammten Lebensraum zurückzukehren. Während ihres Aufenthaltes leben sie in Meerwasserbecken mit einer optimalen, gleichbleibenden Temperatur.
Einige der Tiere erhalten einen Transmitter, der den Wissenschaftlern helfen soll, ihre Bewegungsradien zu erforschen.
Shticks n’ Tricks oder späte Einsicht?
Darf man den Berichten glauben, so hat die Abwesenheit seiner beiden Einflüsterer, seiner Ehefrau Sarah und seines First-Son Yair, am Wochenende zu einem intensiven Gedankenfluss geführt.
So hat er seinen zwei Chef Apologeten, JM Yariv Levin und MK Simcha Rothman, so der Sender KAN, mitgeteilt, dass das Gesetz zur Umstrukturierung des Richter-Wahlausschusses nicht in Kraft treten wird, sondern stattdessen andere Teile des Paketes vorangebracht werden. Das ist doch endlich einmal eine gute Nachricht aus der Villa in Caesarea! Das bedeutet, dass die absolute Mehrheit dieses Gremiums nicht a priori bei der Regierung liegt und Justitia weiterhin unabhängig bleiben darf.
Im März war der Entwurf schon einmal unterschriftsreif, dann entliess der PM kurzfristig seinen Verteidigungsminister. Dadurch wurden alle weiteren Besprechungen und Abstimmungen zu diesem Thema gestoppt.
Der PM habe im Sinn gehabt, eine entschärfte Form des Entwurfes vorzulegen. Um das durchsetzen zu können, wäre es notwendig gewesen, den Wahlprozess der Gremiumsmitglieder aus der Koalition und Opposition in der vergangenen Woche zu stoppen. Doch dann machte MK Tally Gotliv dem PM einen Strich durch die Rechnung. Sie trat nicht von ihrer Bewerbung zurück. So wurde nur die Kandidatin der Opposition gewählt. Und damit war sein schöner Plan kaputt. Der PM musste eine peinliche Niederlage aus den eigenen Reihen hinnehmen.
Blöd gelaufen!
Zwei Eckpunkte der Umwälzung sollen aber im Laufe der Woche vorgebracht werden. Die Abschaffung der sogenannten Angemessenheitsprüfung, mit der der OGH-Ernennungen von Ministern kippen kann, was derzeit für den Liebling des PM; MK Arye Deri gilt. Sollte dieses Gesetz durchgehen, so darf der seit Januar auf der Reservebank sitzende, mehrfach verurteilte Finanzverbrecher wieder die ihm zugeteilten Ministersessel im Innen- und Gesundheitsministerium einnehmen. Das zweite Gesetz betrifft die Ernennung von Rechtsberatern von Politikern und Parteien, die derzeit vom OGH erfolgt. Deren Entscheidungen auf politischer Ebene werden immer wieder von, vor allem rechten Politikern, kritisiert. Ob diese beiden Vorschläge bis zum Beginn der Sommerpause Ende Juli noch zur Abstimmung kommen, steht in den Sternen.
Kämpfe in Jenin:
Einem kurzen Statement der IDF und des Grenzschutzes folgend waren heute in den frühen Morgenstunden Soldaten in Jenin unterwegs, um zwei schon lange gesuchte Terroristen festzunehmen.
Das Armeefahrzeug fuhr dabei auf eine Strassenmine auf. Ein Apache Kampfhubschrauber flog daraufhin einen Angriff, den ersten seit mehr als zwanzig Jahren, um die Evakuierung von sieben, durch die Detonation verletzten Soldaten evakuieren zu können.
Es kam zu heftigen Schusswechseln zwischen den Einsatzkräften und bewaffneten Palästinensern, die zahlreiche Sprengkörper auf die Soldaten und Grenzpolizisten warfen. Diese reagierten mit scharfer Munition. Laut Angaben der PA wurden 66 Personen verletzt und fünf getötet. Mitglieder der lokalen Gruppe des Islamischen Jihad betonten stolz, sie hätten Sprengkörper in der Nähe von Armeefahrzeugen gezündet und die Fahrzeuge mit Schüssen beschossen.
IDF-Sprecher Konteradmiral Daniel Hagari betonte: «Wir verfügen in diesen Gebieten über Luft- und Beobachtungsmöglichkeiten und die Szene wird verwaltet und ist unter Kontrolle. Die Vorfälle in Dschenin werden untersucht und wir werden daraus Lehren ziehen.»
Jenin war während der zweiten Intifada immer wieder in die Schlagzeilen geraten. Jetzt drängt die Regierung, allen voran der für Judäa und Samaria zuständige Minister Smotrich, und der für die Grenzpolizei zuständige Minister Ben-Gvir auf eine grossangelegte Operation. «Es ist an der Zeit die minimalen Reaktionen durch eine breite Operation zu ersetzen, die die Terrorzellen im nördlichen Samaria zerstört und die Sicherheit in der Region wieder herstellt. Es ist Zeit Flugangriffe und Panzerangriffe zu starten, um die Leben unserer Kämpfer zu schützen.» Ähnlich aggressiv forderten weitere MKs der Koalition sofortige Operationen gegen die Terrorzellen. Auch Oppositionspolitiker MK Liberman forderte, wenn auch etwas gemässigter eine Aktion gegen «Terrorzellen und bewaffnete Kämpfer».
VM Yoav Gallant signalisierte die volle Unterstützung der IDF im Sinne der Sicherheit, ohne jedoch in seinen Forderungen konkret zu werden. «Es gibt keine Kompromisse im Kampf gegen den Terrorismus. Wir werden weiter proaktiv tätig werden.»
PA-Präsident Abbas bezeichnete den Vorfall als Massaker und forderte die USA und die Welt auf, den israelischen Wahnsinn zu stoppen.

First Ladies unter sich:
Die First Lady der Ukraine, Olena Zelenska, besucht derzeit erstmals Israel. Begrüsst wurde sie von Präsident Isaac Herzog und seiner Frau Michal in der Residenz in Jerusalem. Auch wenn ihr Mann, der ukrainische Präsident Volodymyr Zelensky sie aufgrund des Krieges in ihrem Heimatland nicht begleiten kann, der Besuch darf ohne weiteres als «Staatsbesuch» angesehen werden.
In Friedenszeiten gibt es Drehbücher und Protokolle für solche Besuche, in Kriegszeiten müssen die Protagonisten diese selbst schreiben.
Für Olena bedeutet das die Wandlung von der glamourösen Ehefrau eines erfolgreichen Komödianten, der zum anerkannten Politiker wurde und sie damit zu seiner First Lady. Dann kam der Krieg und sie erfand sich nochmals neu und wurde zur weiblichen Kämpferin, zum tröstenden Gesicht einer Mutter, die für viele verzweifelte Frauen in der Ukraine zum Symbol wurde. Wer zu ihr will, der muss zahlreiche Sicherheitskontrollen durchlaufen, ihr Alltagsleben findet weit ab vom normalen Dasein statt. Irgendwo, tief eingegraben in den Bunkeranlagen in Kiew, die den Präsidentenpalast sichern.
Olena ist die weibliche Stimme des Krieges, die sich immer und überall Gehör verschafft. Sie klingt glaubhaft, wenn sie über die menschlichen Nöte berichtet, die der Krieg überall hervorbringt. Sie erlebt es auch tagtäglich bei ihrer eigenen Familie, ihren beiden Kindern, Oleksandra, 19, und Kyrylo 20, und deren Freunden. Gerade zu Beginn des Krieges mussten sie immer wieder an einen anderen sicheren Ort gebracht werden. Ihr Leben fand in einer Parallelwelt statt, die teilweise sogar den Kontakt zu ihrem Mann verunmöglichte. Ihr Sohn bereitete sich online auf die Matura vor, sowie es heute noch zahllose ukrainische Flüchtlinge tun. Mit dem Unterschied, dass die wirklich online sind, während das für Olena und ihre Kinder hiess, einen aufgezeichneten Unterricht zu verfolgen. Aus Sicherheitsgründen, um nicht geortet werden zu können.
Bereits vor dem Krieg hatte sie ihre Charity-Aufgabe, die jede First Lady sich aussuchen darf, gefunden. Sie setzte sich für schutzbedürftige Menschen ein, insbesondere für Kinder und Jugendliche mit besonderen Bedürfnissen. Sie sorgte dafür, dass es an ukrainischen Schulen eine gesunde Verpflegung gab. Auch jetzt, wo längst nicht mehr alle Schulen intakt sind, sorgt sie dafür, dass diejenigen, die noch daheim sind, nach Möglichkeit versorgt werden.
Nun ist sie in Israel. Aus dem Präsidialamt wurde das Programm ihres Besuches veröffentlicht. Olena und Michal, zwei Powerfrauen, werden sich auf «humanitäre Fragen mit Schwerpunkt der posttraumatischen Behandlung von Kindern und Jugendlichen konzentrieren.»
Welche Bedeutung der Besuch in Israel hat, zeigt, dass der Präsident bei der Begrüssung anwesend war als «ein Zeichen für die gemeinsame Anstrengung, das Leid der Kinder im Krieg zu lindern, und für die gesamten humanitären Bemühungen».
Olena und Michal werden ein Kinderkrankenhaus in Tel Aviv besuchen und ein Fachgespräch mit der israelischen Traumaliga und mit NATAL, dem israelischen Trauma- und Resilienzzentrum, führen, die beide durch Krieg und Terrorismus traumatisierte Kinder behandeln. Dort werden auch Vertreter der Europäischen Union (EU) und des israelischen Außenministeriums anwesend sein.
Abschliessend wird sie sich auch mit ukrainischen Soldaten treffen, die sich zur Reha in Israel befinden. Bisher konnten 11 von ihnen wieder nach Hause zurückkehren. Die ersten verwundeten Soldaten kamen am 25. September 2022 im Sheba Medical Center in Tel Aviv an. Der israelische Botschafter in der Ukraine, Michael Brodsky teilte mit, dass Israel jeweils ein Kontingent von 20 Verwundeten aufnehmen wird.
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