01. Aw 5783

PM Benjamin Netanyahu hat eine ganz normale Nase. Doch im Verlauf der Jahre wurde seine Nase unter der spitzen Feder von hervorragenden Cartoonisten immer spitzer und immer länger.
So wie die Nase von Pinocchio jedes Mal ein wenig länger und spitzer wurde, wenn er log. Pinocchio war durch den Zauberspruch einer Fee von der Holzfigur zum Leben erweckt und mit allem ausgestattet worden, was so einen rechten Lausbub ausmacht. Jemand, der sich fröhlich durchs Leben schwindelt, um keinen Schaden durch sein Tun zu erleiden. Aber man sah ihm jede Schwindelei an der Nasenspitze an.

Wissenschaftler haben den «Pinocchio Effekt» beim Menschen entdeckt. Besser als jeder Lügendetektor erkennt die Temperaturmessung den Lügner. Die Temperatur um die Nase sinkt und auf der Stirn steigt sie zeitgleich an. Immerhin jeweils zwischen 0.6 und 1.5 °C. Je grösser der Temperaturunterschied zwischen Nase und Stirn, desto wahrscheinlicher ist es, dass der Mensch lügt.

Cartoons zeigen Netanyahu deshalb nicht nur mit einer langen Nase, sondern auch mit Schweisstropfen auf der Stirn.
Warum lügt er notorisch? Ist doch klar, er will sich nicht in die Karten schauen lassen und denkt, mit einer entsprechenden Lüge den Gegenüber täuschen zu können. Doch hier hilft noch nicht einmal die Sprache. Genauso, wie israelische Sicherheitskräfte und Diplomaten heute alle perfekt Arabisch sprechen und so den Originaltext jeder Rede verstehen können, gilt das auch für jene, die perfekt Hebräisch beherrschen. Und zwar das gehörte und das geschriebene Wort.
Tja Bibi, shit happens……
Vorgestern hat Präsident Joe Biden ihn von monatelangem Warten erlöst. Es gibt leider keinen Mitschnitt des Telefonats, auch in seinem Twitteraccount, der üblicherweise die highlights des Tages in die Welt posaunt, ist nichts zu lesen. Auch das Bild, das den grinsenden PM am Telefon zeigt, ist nicht neu. Laut Bildunterschrift wurde es bereits im Februar 2021 aufgenommen.

Dass US-Präsident Joe Binden derzeit nicht auf Kuschelkurs mit dem israelischen PM ist, ist hinlänglich bekannt. Dass er immer noch auf eine Einladung ins Oval Office wartet, ebenso.
Dass seit gestern unser Präsident Isaac Herzog mit seiner Frau in Washington als hoch geachtete und gerne gesehene Gäste zu Gast sind, das ärgert ihn, den Verschmähten.
Also muss er alles tun, um für eine positive Grundhaltung beim amerikanischen Kollegen zu sorgen. Und wie geht das? Indem man genau die Zugeständnisse macht, die der gerne hört.
Erster Versuch:
Bis zum Ende des Jahres wird es keine weiteren Legalisierungen von bisher illegalen Siedlungen in Judäa und Samaria geben. Und es werde auch keine weiteren Baubewilligungen für die Region geben.
Ein geschickter Schachzug. Präsident Biden hatte immerhin seiner Sorge Ausdruck verliehen, dass die derzeit durchgesetzte Bau- und Bewilligungstätigkeit in der Region die Sicherheitslage noch mehr anheizen dürfte. Auch die vom PM erhofften Verbesserungen der Beziehungen zu Saudi-Arabien dürften so in den Bereich der politischen Träume verschoben werden.
Alles gut, wenn nicht noch am Abend eine Erklärung aus dem Büro des PM gesickert wäre. Der rechts-extreme Sender Arutz Sheva wiederholten sein Dementi, dass es «keinen Baustopp gibt und auch nicht geben wird.»

Zweiter Versuch:
Bereits vor wenigen Wochen betonte der PM in einem Interview mit dem Wall Street Journal, dass das Gesetz, welches dem OGH die Möglichkeit des Einspruchs gegen Entscheidungen von Ministern und der Regierung streichen sollte, vom Tisch sei.
Good news! Aber genau darüber wird jetzt wieder in den Gremien diskutiert!
Dritter Versuch:
Tzachi Hanegbi, der Vorsitzende des Nationale Sicherheitsrates in Israel verkündete nahezu freudetrunken, dass der PM vom US-Präsidenten für den kommenden September ins Weisse Haus eingeladen worden sei! Endlich, endlich!!! Ein Zweiter doppelte nach, der PM sei ausdrücklich ins Oval Office eingeladen worden. Erfolg auf der ganzen Linie!
Doch, oh Schreck, aus dem Weissen Haus kamen andere Informationen. Ja, ein Treffen werde wahrscheinlich im Herbst irgendwo in den USA stattfinden, derzeit sei weder der Ort noch das Datum fixiert worden. Im «Readout des Briefing Rooms» steht tatsächlich kein Wort davon!
Auch der Kolumnist der NY Times, Thomas Friedmann, verkündete bereits die Einladung mit der Begründung: «Damit wird klargestellt, dass Bidens Haltung gegenüber Israel glasklar für alle Israelis ist.» Schade nur, dass Friedmann möglicherweise auf der Payroll von regierungsfreundlichen Stellen in Israel steht. Seine Berichte sind meist zwar medientechnisch brillant, haben sich aber in der Vergangenheit immer wieder als fake erwiesen.
Also, es wird alles ganz anders, es bleibt alles wie es ist!
P.S. für alle aufmerksamen Tierliebhaber: Elefanten haben zwar eine lange Nase, aber sie lügen nicht!
Kategorien:Israel
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