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21., 22. und 23. Tishrei 6., 7. und 8. Oktober 2023
In Israel:
Freitag: Numeri 29:26 – 34
Shabbat/Simchat Torah: Deut 33:1 – 34:12 u. Gen 1:1 – 2:3
Im Ausland:
Freitag: Num 29:26 – 34
Shabbat/Schmini Azeret: Deut 14:22 – 16:17 und Num 29:35 – 30:1
Simchat Torah: Deut 33:1 – 34:12 u. Gen. 1:1 – 2:3

Shabbateingang in Jerusalem: 17:38
Shabbat- und Feiertagsausgang in Jerusalem: 18:53
Shabbateingang in Zürich: 18:38
Zünden der Feiertagskerzen: 19:40
Shabbateingang in Wien: 18:06
Zünden der Feiertagskerzen nach: 19:08
Mit diesem Wochenende endet der lange Feiertagsreigen im Judentum.
In Israel fallen die beiden Feiertage Schmini Azeret und Simchat Torah zusammen auf einen Tag, im Ausland werden sie an zwei ineinander übergehenden Tagen gefeiert. שְּׁמִינִי עֲצֶרֶת schliesst unmittelbar an Sukkot, das Laubhüttenfest an, und bedeutet „achter Tag der Versammlung“. In Num 29:35 heisst es: „Am achten Tag [des Laubhüttenfestes] sollt ihr eine feierliche Versammlung abhalten, ihr sollt ruhen und keine Arbeit ausüben.“ Auch im Zusammenhang mit der Wiedereinweihung des zweiten Tempels und anlässlich der Rückkehr aus dem babylonischen Exil wird dieser Tag beschrieben.
Immer noch und vielleicht sogar wieder viel mehr von grösster Bedeutung ist der Wunsch nach Regen, der von heute an bis zum ersten Tag des Pessachfestes vor dem zweiten Segensspruch der Amida, der uns an die Allmacht Gottes erinnert, eingeschoben wird:
מַשִּׁיב הָרֽוּחַ וּמוֹרִיד הַגֱּֽשֶׁם
„Maschiw ha ruach u morid ha geschem!“ Möge der
Regen war schon immer ein rares Gut in Israel, das Land ist eines der trockensten Gebiete der Welt. Ganz Israel gehört zu den „semi-ariden“ Gebieten, der Negev sogar zu den extrem-ariden.
Damit das Land landwirtschaftlich genutzt werden kann, braucht es Regen. Israel hat auch viel zu wenig Trinkwasser. Ohne die modernen Entsalzungsanlagen könnten wir weder unseren Verpflichtungen zur Trinkwasserlieferung gegenüber Jordanien noch den Palästinensern nachkommen. Autowaschen, Blumengiessen, private pools, all das wäre zu vergessen. Der Kinneret, unser grösster Süsswasser-Speicher, ist in jedem Jahr davon bedroht, die magische Grenze von – 213.3 m u.d.M. zu unterschreiten.
Doch warum brauchen wir Wind? Er bereitet uns doch oft Kopfschmerzen, in extremen Föhngebieten des Alpenvorlandes werden nicht lebenswichtige Operationen verschoben, wenn der Südwind bläst. Er kann Dächer abdecken, Bäume entwurzeln, ganze Landstriche verwüsten…. Warum also brauchen wir Wind? Sahara-Staub bringt immer wieder Autofahrer zur Verzweiflung, wenn er sich gelblich-rot auf die Autos legt und dort Kratzer hinterlässt. Aber auf der anderen Seire der Erde freut man sich, wenn die Staubwolken im östlichen Teil des Amazonas Regenwaldes ankommen. 40 Millionen Tonnen Sand-Staub werden von den Passat-Winden dorthin geweht, wo der mineralsstoffreiche Sand für fruchtbare Böden sorgt.
Ja, Gott ist wirklich mächtig, seine Planung ist uns manchmal nicht verständlich und wir können sie nur staunend zur Kenntnis nehmen.
An Simchat Torah beenden wir den Jahreszyklus der Torahlesungen, indem wir die letzten Abschnitte des 5. und die ersten des 1. Buches Moses lesen. Alle in der Gemeinde vorhanden Torahrollen werden aus dem Aron haKodesh geholt und zum Gesang der Hakafot Melodien von Gemeindemitgliedern durch die Synagoge getragen. Hakafot bedeutet Umzüge. Die Kinder erhalten Süssigkeiten und dürfen, wenn sie auch noch keine der kostbaren Torahrollen tragen dürfen, an den Tänzen teilnehmen.
Zwei Gemeindemitglieder werden mit der Ehre ausgezeichnet, als „Braut und Bräutigam der Torah“ ausgezeichnet. In der Regel sind dies Mitglieder, die im vergangenen Jahr etwas Besonderes für die Gemeinde oder für Israel geleistet haben. Braut und Bräutigam werden für den letzten Abschnitt der Lesung des 5. und des ersten Abschnitts des 1. Buches aufgerufen. Nach dem Gottesdienst laden sie die Gemeinde zu einem feierlichen Kiddusch ein.
Im Gegensatz zu den anderen Feiertagen gibt es an Simchat Torah Aufrufe zur Torah für alle. Je nachdem, wie viele Personen während des Gottesdienstes anwesend sind, kann es um das Lesepult recht eng werden!
Ich wünsche euch und uns allen ein spannendes, ereignisreiches Wochenende mit dem Abschluss der Feiertage. Trotzdem ist es wichtig, zwischen allen Feierlichkeiten einmal kurz einzuhalten und sich Gedanken zu machen, wie wir das neue Jahr gestalten wollen!
Shabbat Shalom, Chagim Schmini Azeret ve Simchat Torah ve Moadim le Simcha!
Kategorien:Israel
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