26. Tishrei 5784
Die neuen Zahlen sind entsetzlich! Mehr als 1.200 Tote, Opfer der bestialischen Schlächter der Hamas-Terroristen, werden in Israel und in vielen anderen Staaten beklagt. Unter den Toten befinden sich auch mindestens 170 Soldaten.
Mehr als 3.000 Menschen sind mehr oder weniger schwer verletzt. Mehr als 500 Menschen befinden sich noch in stationärer Behandlung.
Das Schicksal der etwa 150 nach Gaza verschleppten Geiseln ist nach wie vor unklar.
Die Hamas gibt 1.055 getötete und 5.184 verletzte Palästinenser im Gazastreifen bekannt. Laut einer Meldung des Gesundheitsministeriums sind mehr als 60% davon Frauen und Kinder.
Mittlerweile kennt nahezu jede Familie jemanden, der betroffen ist. Direkt oder indirekt. Die Toten erhalten in den sozialen Medien ihre Namen und damit ein Stück ihrer Würde zurück. So wollen ihre Freunde und ihre Familien sie in Erinnerung behalten, lachende Gesichter von glücklichen jungen Menschen, rührende Babygesichter, die faltigen Gesichter von alt gewordenen Überlebenden der Shoa. Ein ganzes Land trägt Trauer. Die Strassen in Tel Aviv und Jerusalem sind nahezu menschenleer. Wer nicht draussen sein muss, bleibt in der relativen Sicherheit seiner Wohnung.

Die israelischen Journalisten, die in Kfar Aza das ganze Ausmass des grausamen Überfalls mit eigenen Augen anschauen, werden mit Helmen und schusssicheren Westen ausgestattet. Sie werden begleitet von schwerbewaffneten Soldaten. Immer noch ist nicht auszuschliessen, dass sich irgendwo Terroristen verstecken. Es wird die Aufgabe der Medien sein, das grausame Bild in der Welt zu verbreiten. Geht Israel dabei nicht proaktiv vor, wird sich bald die derzeitige Unterstützung wieder in Verurteilung wandeln.


Die Überlebenden aus Kfar Aza sind in einem Hotel in Tel Aviv untergebracht. Sie haben alles verloren, wissen noch nicht, wie es weitergehen wird. Oppositionsführer Benny Gantz besuchte sie dort. Er war seit Sonntag jeden Tag unterwegs, sprach mit den Menschen, versuchte, sie ein wenig zu trösten. Was die israelische Politik betrifft, so zeigte er sich als «ein Mensh». Wir können dankbar sein, dass wir ihn haben.
Seit gestern reiht sich in ganz Israel Beisetzung an Beisetzung aneinander. Obwohl immer wieder Sirenen schrillen, kommen, wie in Israel üblich, alle, Familie, Freunde, Nachbarn, um dem Verstorbenen die letzte Ehre zu erweisen. Ist es die Beisetzung eines Soldaten, so war es bis zum vergangenen Freitag ein ungeschriebenes Gesetz, dass zumindest ein Mitglied der Regierung anwesend war und anschliessend der Familie einen Besuch abstattet. Aus Regierungskreisen wurde als Begründung für die laut schreiende Abwesenheit mitgeteilt, dass es in Kriegszeiten keine solche Verpflichtung gebe. Einer der ermordeten Soldaten ist Yaron Shai, s’’l, der Sohn des ehemaligen Wirtschaftsministers Itzhak Shai. Hier nahm Wirtschaftsminister Nir Barkat, Likud, mit versteinerter Miene teil. Ofir, der Bruder von Yaron klagte «Mein kleiner Bruder wurde von hasserfüllten Terroristen ermordet. Die, die die Türe für die Terroristen weit öffneten, war die israelische Regierung der Schande!»
Ben-Gvir besuchte die Polizeistation in Sderot, forderte dort den Postenkommandanten auf, sich auf ein Szenario vorzubereiten, wie wir es im Jahr 2021 erlebt haben. Damals war Ben-Gvir einer der Hauptauslöser für die heftigen Auseinandersetzungen in jüdisch-arabisch gemischten Orten gewesen. Bereits am Montag hatte er angekündigt, zivile Sicherheitsteams mit Waffen auszustatten. «Dieser Krieg beweist, dass die Bürger Helden sind, dieser Krieg beweist, wie wichtig es ist, die Zivilisten, die zivilen Sicherheitsteams, parallel zu einer starken Polizei zu bewaffnen.» Kritik an seinen Äusserungen kam u.a. von Minister Amichai Chikli, Likud, der ihn «eine unverantwortliche Person, die sich wieder beruhigen soll.» nannte. Chikli betonte, dass sich die arabische Bevölkerung Israels derzeit solidarisch und hilfsbereit zeigen würde.

Einen Truppenbesuch machte Verteidigungsminister Yoav Gallant in der Nähe der Grenze zu Gaza. «Jetzt, nachdem wir wieder die volle Kontrolle über die Region haben, werden wir eine grossangelegte Offensive starten. Ihr werdet die Realität hier ändern. Hamas wollte eine Veränderung, sie werden sie bekommen. Aber im ganz anderen Sinn, als sie glaubten. Gaza wird nie wieder so sein, wie es einmal war. Auch wenn die Kämpfe monatelang dauern sollten, werden wir in wenigen Monaten nach Be’eri zurückkehren und die Situation wird eine andere sein. Wir werden jeden Meter des Kibbutz wieder besiedeln.»
Seit Samstag hat die IAF 2.687 Ziele in Gaza bombardiert. Bei 1.329 Zielen handelte es sich um mehrgeschossige Gebäude, die sich im Eigentum der Hamas befanden. Die Islamische Universität in Gaza, ein Trainingszentrum für die Techniker der Terror-Organisation und zugleich auch einer der Produktionsorte für Raketen wurde völlig zerstört.




Zu den Zielen der IAF gehört auch das Nobelviertel Rimal. Dort wohnten die Reichen, die hohen Hamas Terroristen, deren Kampfkleidung Armani-Anzüge sind. Nobel Restaurants, shopping-malls, Theater, Kinos, Strand-Clubs, Schulen…. Die Strassen sind breit, es gibt Parks und viel Grün. Hier standen die Universitäten, hier hatten die Ministerien ihre Büros. So war es bis vorgestern. Nun ist das Viertel unbewohnbar geworden. Trümmer der zerstörten Häuser liegen auf den Strassen. Rimal liegt einige Km vom Stadtzentrum von Gaza City entfernt. Die Bevölkerung wurde von der IDF aufgefordert, sich umgehend in das Stadtzentrum zu begeben und mitzunehmen, was ihnen wichtig sei. Sie kündigte die Angriffe auf das Viertel einige Stunden vor dem eigentlichen Angriff an. Laut Middle East Monitor wurden 22.639 Wohneinheiten und 48 Schulen zerstört, 30 mehr als die UNRWA angibt. 168 Gebäude seien gänzlich zerstört. Zehn medizinische Einrichtungen seien getroffen worden, inklusive sieben Spitälern und 12 Ambulanzfahrzeugen.
Gestern wurde ein ausgeklügeltes System von in Solarheizanlagen verborgenen Kameras im gesamten Gebiet von Gaza zerstört. Mit Hilfe dieser Kameras konnten alle israelischen Flugbewegungen über dem Gazastreifen genau beobachtet und ausgewertet werden.
Mehr als 80 Ziele wurden in Beit Hanoun im nördlichen Gazastreifen zerstört. In den Gebäuden befanden sich zwei Banken, der Eingang zu unterirdischen Tunnelsystemen und militärische Einrichtungen.
Laut Angaben der UNO sind mehr als 260.000 Menschen in Gaza obdachlos geworden. Wer konnte, versuchte sich noch rechtzeitig über Rafah nach Ägypten zu retten. Allerdings war es oft so, dass Flüchtlinge von den Ägyptern abgewiesen wurden, weil sie keine Ausreisepapiere vorlegen konnten. Die IAF hatte vor Beginn des Bombardements die Menschen in Gaza aufgefordert, ihre Häuser und Wohnungen zu räumen.
Soeben wurde bekanntgegeben, dass neun UNRWA Mitarbeiter in ihren Wohnungen bei Angriffen der IAF getötet wurden. Weiterhin wurden 18 von UNRWA geleitete Schulen, die derzeit als Schutzräume dienen, beschädigt. Ihr Hauptquartier in Gaza City sei unbeschädigt.

Gestern Abend hielt US-Präsident Joe Biden eine sehr emotionale Rede, in der er sich auch an seinen ersten Besuch in Israel unmittelbar vor dem Yom-Kippur-Krieg erinnerte. Bei einem Gespräch mit der damaligen PM Golda Meir habe er sie gefragt, wie sie mit der ständigen Bedrohung durch die umliegenden arabischen Staaten umginge. Ihre Antwort sei leise flüsternd gewesen: «Wir haben eine Geheimwaffe in Israel, wir haben nur dieses eine Land.» Genau das ist es auch, was Israel heute moralisch stärkt, das Wissen und die Kraft, dieses eine Land mit aller Macht zu verteidigen. Biden warnte jedes Land, sich in den Krieg auf Seiten der Hamas gegen Israel zu beteiligen. Er warnte mit nur einem Wort «Don’t!» Mehrfach betonte er die Unterstützung, mit der die USA hinter Israel stehen.
Nach einer kurzen Feuerpause in den frühen Morgenstunden ging ab etwa 9 Uhr der Beschuss, sowohl aus Gaza als auch aus dem Libanon weiter. Einige Granaten wurden auch aus Syrien auf Israel geschossen. Das libanesische Militär hat eine Abschussrampe gefunden, von der aus Raketen auf Israel gefeuert wurden. Ihre Techniker fanden sogar noch nicht abgeschossene Raketen und sind derzeit dabei, diese zu entschärfen und die Basis zu zerstören. Durch den Beschuss der IDF auf die Stellungen wurden zehn Häuser und eine Moschee beschädigt. Im Libanon versteckt sich die Hisbollah überall mitten unter der Bevölkerung und in den Dörfern. Das macht es für die IDF unglaublich schwer, auf den Beschuss zu reagieren, ohne dass unschuldige Zivilisten zu Schaden kommen. Heute Vormittag meldeten die libanesischen Medien drei Verletzte.

Jetzt ist sie endgültig eröffnet, die zweite Front im Norden des Landes. Seit einer knappen Stunde, ab etwa 17:00 fliegen ungezählte Drohnen vom Libanon aus nach Israel. Wie auf der Karte zu sehen ist, ist der gesamte Norden des Landes vom Beschuss betroffen. Die Menschen werden dringend aufgefordert, sich sofort in die Schutzräume zu begeben und dort bis auf Weiteres zu verbleiben. Damit hat sich der Krieg bis in die Region südlich von Haifa und damit bis knapp vor Zichron und Binjamina verlagert. Meine Gedanken sind nun noch mehr als bisher mit unseren Familien und den Freunden, die dort leben.
Die Nachrichten stellten sich später als Fehlalarm heraus, der das ganzenördliche Israel in Panik versetzte!
Scheinbar wurden auch zwei Mittelstrecken-Raketen aus dem Libanon abgeschossen. Die IDF berichtet auch, dass Paraglider beim Überfliegen der Grenze beobachtet worden sind.
Die Schulen werden ab Sonntag wieder den Unterricht im Distance-Learning-Modus aufnehmen.
Die Kommunalwahlen, die in den kommenden Tagen in den meisten Gemeinden in Israel durchgeführt werden sollten, werden um drei Monate verschoben.
Manch einer wird sich fragen, wie lange die Regierung und ihre potenziellen Partner für eine Notstandsregierung noch brauchen, um diese zusammenzustellen. Die zentrale Frage dieser Regierung wird sein, wer tatsächlich Entscheidungen treffen und dann auch durchsetzen kann. Der PM hat bereits klargemacht, dass er, und nur er, diese Person sein wird. Dass er das nicht sein wird, dafür spricht einiges. Das wiederum würde einen klaren Machtverlust für diesen Narzissten bedeuten. Und so kann es durchaus sein, dass das, was von mehreren Quellen aus dem Likud behauptet wurde, wahr ist. «Es gibt eine Person in Israel, die nicht an der Bildung einer Notstandsregierung interessiert ist – Sara Netanjahu.» Es wäre nicht das erste Mal, dass sie sich als «Schattenregierungschefin» ohne Portfolio ungebeten, aber sehr nachhaltig in die Politik ihres Mannes einmischt. So nutzt es auch nur sehr wenig, wenn ein anderer Likud-Sprecher schnell in ihrem Namen versuchte, zu entkräften «Einigkeit ist das Gebot der Stunde.»
Glaubt man den Zeitungsmeldungen, so hat sich die Notstandsregierung zusammengefunden. Sie wird gebildet vom PM Benjamin Netanyahu, Verteidigungsminister Yoav Gallant und dem ehemaligen Verteidigungsminister Benny Gantz. Ein Platz ist für Oppositionsführer Yair Lapid vorgesehen, der seine Teilnahme davon abhängig machte, dass die beiden rechts-extremen Minister Ben-Gvir und Smotrich nicht mit in das schlanke Kriegskabinett hineingeholt werden. MK Gadi Eisenkot und Strategieminister Ron Dermer werden als Beobachter mit am Kabinettstisch sitzen. Für die Dauer des Kriegs wird es in der Knesset keine Entscheidungen geben, die nicht unmittelbar mit dem Krieg zu tun haben. Fünf MK der National Unity Partei werden als Minister ohne Portfolio werden ebenfalls für die Dauer des Krieges dem Sicherheitskabinett beitreten
In Zürich fand gestern eine gutbesuchte Solidaritätsveranstaltung für Israel statt. Etwa 1.000 Menschen versammelten sich dort. Der Zürcher Regierungspräsident Mario Fehr kritisierte die «naive Schweizer Aussenpolitik» und sicherte nicht nur moralische, sondern auch finanzielle Unterstützung zu. «Wer Frauen vergewaltigt, alte Menschen tötet und Kinder entführt, ist kein Verhandlungspartner, sondern ein Terrorist.»

Ifat Reshef, die Botschafterin Israels in der Schweiz forderte die Regierung auf, endlich die Hamas als Terrororganisation einzustufen. Eine Forderung, die breite Unterstützung erhielt.
Bis heute ist es der Hamas in der Schweiz immer noch zugestanden, Spenden zu sammeln und, wenn sich wieder einmal ein blöder Politiker, wie seinerzeit Gery Müller findet, auch ins Bundeshaus eingeladen zu werden. Ob dieses Stillhalten gegenüber den Terroristen etwas mit dem nicht ganz geheimen Geheimplänenzu tun hat, die nach dem Absturz einer Swissair Maschine in Würenlingen im Jahr 1970 zu tun hat, die zwischen der Schweiz und der PLO ausgehandelt wurden, muss ins Reich der Vermutungen verschoben werden. Immerhin, seit damals gab es keine Terrorattacken mehr in der Schweiz, die damit eine Insel der Seligen in Europa und der Welt ist.
Kategorien:Israel
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