27. Tishrei 5784
Wieder mussten die Opferzahlen nach oben korrigiert werden. 1.300 Menschenleben hat das barbarische Töten der Hamas-Terroristen bisher gekostet. Mehr als 3.300 wurden verletzt, 150 bis 200 Menschen wurden in den Gazastreifen verschleppt. In 97 Fällen konnte die IDF mittlerweile ihre traurige Pflicht erfüllen und die Familien darüber informieren, dass ihre Angehörigen sich wahrscheinlich in der Gewalt der Hamas in Gaza befinden.

Für die Angehörigen auf der einen Seite sicher ein kleiner Funken Hoffnung. Darauf, dass die Terroristen einen der Gefangenen freilassen werden, darf nicht gehofft werden. Wenn sie, und in dem Fall sind sie die Gameplayer, bereit sind, an einen Gefangenenaustausch zu denken, dann werden sie für jede Geisel, die dann noch lebt, einen hohen Preis fordern.
Zwei Tage wartete der Vater eines acht Jahre alten Mädchens, das in Be’eri als vermisst galt. Dann kam der Anruf, dass man sie tot aufgefunden habe. Er habe die Nachricht lächelnd entgegengenommen. «Ich habe gelächelt, weil es die beste der schlimmen Möglichkeiten war, die ich mir vorstellen konnte.» Was im ersten Moment furchtbar erscheint, wird klar, als er weiterspricht: «Sie war entweder tot oder in Gaza. Und wenn man weiss, was sie dort mit den Geiseln machen, dann ist es besser, sie ist tot. Sie haben keine Nahrung, kein Wasser. Die Räume sind dunkel und sicher überfüllt. Sie leiden in jeder Sekunde, jeder Minute, jedem Tag, vielleicht für Jahre. Deshalb ist ihr Tod ein Segen.» Der Vater konnte sich im Kibbutz verstecken und wurde so gerettet.

Noch immer sind die freiwilligen Mitarbeiter von ZAKA, was so viel wie «Identifizierung von Unfallopfern» bedeutet, dabei, ihre traurige Pflicht zu erfüllen. Es sind über 1.000, zumeist orthodoxe Juden. Männer, die nach Unfällen, Terror- und Selbstmordanschlägen helfen, die Opfer zu identifizieren. Wer sie bei der Arbeit beobachtet, der erkennt, wie überaus sorgfältig sie arbeiten. Im Judentum gilt, dass jeder Mensch möglichst «vollständig» beigesetzt werden muss. Diese Vorschrift beinhaltet das Gebot, den Menschen in seiner Ganzheit zu respektieren und seine Würde bis in den Tod hinein zu erhalten. Die ZAKA ist darum bemüht, diese Vorschrift so gut es geht zu befolgen. Vor allem bei Massenereignissen stellt diese Aufgabe die ZAKA vor unendlich belastende Situationen. Ihnen gelten meine grosse Hochachtung und mein Respekt.

Zwischen gestern Abend und den heutigen frühen Morgenstunden gab es eine kurze Pause im Dauerbeschuss aus Gaza. Die IDF glaubt in den relativ langen Pausen ein System erkannt zu haben. In Feuerpausen werden die Ressourcen geschont. Gleichzeitig werden pro Tag «nur mehr» 200 bis 400 Raketen abgeschossen. Das reduziert zwar einerseits den ungeheuren Druck auf die besonders betroffenen Ziele rund um den Gazastreifen, verlängert aber gleichzeitig die gesamte zur Verfügung stehende Zeit, bis die Raketen- und Granatenvorräte weitgehend aufgebrauch sind.
Energieminister Israel Katz rechtfertigte die völlige Einstellung aller Versorgungslieferungen nach Gaza. «Humanitäre Hilfe für Gaza? Kein elektrischer Schalter wird eingeschaltet, keine Wasserpumpe wird geöffnet und kein Tankwagen wird einfahren, bis die von Israel entführten Menschen nach Hause zurückkehren. Humanitäres Verhalten für humanitäres Verhalten. Und niemand kann uns Moral predigen.»
Mittlerweile hat Israel mehr als 3.600 Ziele in Gaza angegriffen. Dabei wurden nicht nur strategische Ziele getroffen, sondern auch ranghohe Führer der Terrororganisation eliminiert.

In einem ersten knappen Statement gab Generalstabschef Herzi Halevi zu, dass es am Samstag Fehler seitens der IDF gegeben hätte. «Die IDF ist verantwortlich für die Sicherheit des Landes und seiner Bürger. Am Samstagvormittag haben wir in der Umgebung des Gazastreifens Fehler gemacht. Wir werden daraus lernen, wir werden alles untersuchen und analysieren, aber nicht jetzt. Jetzt herrscht Krieg.»
Itamar Ben-Gvir, dessen grösstes Interesse darin besteht, die Haftbedingungen für die Palästinenser in Israel noch weiter zu verschärfen, hat sich überlegt, dass er die Kapazität für die weitere Aufnahme von Strafgefangenen in den beengten Zellen der Gefängnisse noch weiter erhöhen kann. Statt auf spartanischen Pritschen wird er sie hinkünftig auf dünnen Matratzen auf dem Boden schlafen lassen. Allerdings muss er diesen Schritt erst von der GStA Gali Baharav-Miara absegnen lassen. Damit ist aber wohl kaum zu rechnen.
Die grösste Lüge hat der stv. Hamas-Führer Saleh al-Arouni in der pro-Hamas online Zeitung «Shebab News» verbreitet: «Wir zielen aus Prinzip nicht auf Zivilisten, wir haben nur die IDF angegriffen. Unser Angriff am Samstag hatte nur die an der Grenze stationierte Gaza-Division der IDF zum Ziel.» Diese freche Lüge kommt ihm glatt über die Lippen, trotz überwältigender Beweise, Filmaufnahmen und Zeugenaussagen, dass die Terroristen systematisch Zivilisten angegriffen und massakriert haben.
«Wir wussten, dass es israelische Pläne gab, nach den jüdischen Feiertagen einen massiven Angriff gegen uns zu starten. Wir sind dem zuvorgekommen, indem wir die Kommandeure des Südkommandos, zu dem die Gaza-Division gehört, überrascht haben.»
Beweise für die Pläne, und seien sie noch so fadenscheinig, kann er natürlich nicht vorlegen.
«Die aufgeblähte Armee brach in weniger als drei Stunden zusammen, schneller als wir erwartet hatten. Nur 1.200 Mitglieder der Izz al-Din al-Qassam-Brigaden sind in die feindlichen Lager eingedrungen.»
Pläne für einem Gefangenenaustausch gibt es derzeit keine, betont er. Im Gegenteil, es gebe einen «Verteidigungsplan», der noch viel wirksamer sei, als der Angriff vom vergangenen Samstag. Gefragt, ob die mit der Hamas verbündete Hisbollah in den Kampf einsteigen würde, antwortet er: «Es sind alle Möglichkeiten zu 100% offen.»
Oppositionsführer Yair Lapid weigert sich nach wie vor der «Notstandsregierung» beizutreten. Er ist mit der Zusammensetzung des Kabinetts nicht zufrieden: «Es gibt keine Wiedergutmachung für das Versagen, das passiert ist, und ich werde jetzt nicht mehr sagen als das, die Zeit dazu wird kommen. Wenn ich der Meinung wäre, dass es sich um eine Einheitsregierung handelt, würde ich ihr beitreten, es ist noch nicht zu spät, die richtige Regierung zu bilden. Wir werden nicht mitmachen, weil hier eine Struktur geschaffen wurde, die das Chaos nur noch vergrössert. Gantz und Eisenkot werden im Kabinett nur Ratschläge erteilen können, Netanyahu wird nicht zuhören. Ben Gvir bleibt weiterhin für den Tempelberg zuständig und Smotrich für Huwara und die Zivilverwaltung. Diejenigen, die das Scheitern verursacht haben, werden nicht in der Lage sein, es zu beheben. Die Bürger Israels haben das Recht zu verlangen, dass sie einmal das Richtige tun, und wir alle wissen, was das ist – eine Regierung ohne Extremisten mit einem kleinen und effizienten Kabinett mit einem effektiven Entscheidungsapparat.»
König Abdullah von Jordanien hat angekündigt, sofort US$ 4.23 Millionen für die UNRWA bereitzustellen, die den palästinensischen Flüchtlingen zugutekommen sollen.
Bei einem Gespräch zwischen König Abdulla und dem PA-Präsidenten Mahmoud Abbas forderte er, die Aggressionen gegen die Palästinenser müssten sofort aufhören. Die beiden hielten fest, dass «der Angriff auf Zivilisten auf beiden Seiten der Moral, der Religion und dem internationalen Recht zuwiderläuft.» Die Frage muss gestellt werden, wann hat Israel gezielte Angriffe auf Zivilisten gestartet??? «Die Palästinenser lehnen Gewalt ab und halten sich an internationale Rechtsprechung, friedlichen zivilen Widerstand und eine Politik mit dem Ziel unsere Ziele zu erreichen.»
Es ist interessant, dass weder die UNO noch andere globale Menschenrechts-Organisationen diese Worte als pure Lügen entlarven wollen und entsprechend reagieren.
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