5. Cheschwan 5784
Wieder war die Nacht ruhig. Es scheint tatsächlich so zu sein, als würde die Hamas die Nachtstunden nutzen, um die leer geschossenen Stellungen wieder auffüllen.
Drei Raketen und einige Drohnen, die vom Jemen aus abgeschossen wurden, wurden von einem US-amerikanischen Kriegsschiff, das im Roten Meer liegt, abgefangen. Brigade General Pat Ryder, Pressesprecher des Pentagons, sagte dazu. «Wir sind nicht absolut sicher, worauf diese Raketen zielten. Aber sie wurden vom Jemen, wahrscheinlich von Houthi-Rebellen nach Norden abgeschossen. Also liegt es nahe, dass sie auf Israel gerichtet waren.» Die Houthis werden vom Iran unterstützt und haben immer wieder ihre Unterstützung für die Palästinenser betont.
Von den mehr als 1.450 Opfern der grausamen Hamas-Terrorattacken konnten bisher 758 identifiziert werden. 655 Verstorbene wurden für ihre Beisetzung freigegeben. Von den Soldaten konnten bisher 306 identifiziert werden. Von den 4.932 Verletzten werden noch 299 in Spitälern behandelt.
Israel liebt es, zu allem und jedem Befragungen vorzunehmen. Ob diese wirklich immer die Meinung einer breiten Öffentlichkeit widerspiegeln, mag oft dahingestellt sein. So wurde heute ein Stimmungsbild in der Tageszeitung Maariv veröffentlicht. Nachdem der Generalstabschef der IDF, Herz Halevi, der Leiter des Shin Bet, Ronen Bar, Verteidigungsminister Yoav Gallant und sogar Finanzminister Bezalel Smotrich Verantwortung für das völlige Versagen zu Beginn der grausamen Massaker der Hamas-Terroristen übernommen haben, schweigt der PM dazu immer noch! Das ist unglaublich! Wie immer bei ihm, die Fehler machen immer die anderen, aber nie er. 80 % der Befragten sind der Ansicht, dass ein solches Statement überfällig ist, darunter sogar 69 % Likudwähler. Nur 8 % sind der Ansicht, dass er das nicht zugeben muss. Die potenziellen Wähler strafen ihn ab: Nur mehr 28 % sehen ihn weiter als PM, während 49 % sich gegen ihn entscheiden, die restlichen 23 % sind noch unentschieden. Das würde bedeuten, dass seine derzeitige Nicht-Regierungskoalition statt 64 Sitzen nur mehr über 43 Sitze verfügen würde.
Captagon gehört zu Gruppe der Amphetamine und wurde ab Beginn der 1960er Jahre als Medikament gegen ADHS auf den Markt gebracht. Es wirkt, und das macht es u.a. bei den Hamas-Terroristen so beliebt, gegen Angst, Müdigkeit, aber auch gegen Schmerzen. Captagon macht euphorisch und stärkt die Selbstüberschätzung. Die Nebenwirkungen sind gravierend. Deshalb wurde es in den 1980er Jahren vom Markt genommen und wird heute nur noch illegal hergestellt. Captagon gilt in den arabischen Staaten als meistkonsumierte synthetische Droge. Heute stammt es überwiegend aus Syrien, wo sich u.a. der Bruder des Diktators Bashar Assad mit der Herstellung eine goldene Nase verdient. Eine ansehnliche Menge dieser Droge wurde bei den Hamas Terroristen gefunden, die während des grausamen Angriffs getötet wurden. Captagon gehört auch zu den bevorzugten Drogen von ISIS. Der Export stellt einen wesentlichen Wirtschaftsfaktor für Syrien dar, er wurde im Jahr 2020 mit US$ 3.5 Milliarden beziffert.
Durch die von den pro-palästinensischen Medien aufgebauschten Berichte über den angeblich absichtlich erfolgten Beschuss eines Krankenhauses in Gaza City durch die IAF ist der politische Schaden für Israel gross und kaum noch zu reparieren. 500 Tote und Hunderte von teils schwerstverletzten Patienten sollen wir in Kauf genommen haben. Zwar gab es schnell Bilder und Analysen, die belegten, dass der Schaden durch einen Fehlschuss aus Gaza oder durch eine in der Luft zerbrochene Rakete, die dann abstürzte, angerichtet worden war. Typische Krater, die nach solchem Beschuss entstehen, fehlen zur Gänze, die Fensterscheiben im Spital sind auf einer von vier Seiten teils zerbrochen, während sie an den anderen Fronten noch intakt sind. Die Grösse des Spitals lässt es gar nicht zu, dass, wie ein Arzt des Spitals behauptete, Tausende das Gebäude als Schutzraum aufgesucht hätten. In den sozialen Medien werden Videos gezeigt, die nachweislich von verschiedenen europäischen Geheimdiensten aus dem Jahr 2022 stammend identifiziert wurden und auch der Ort nicht mit dem Gelände des Spitals zu tun hat. Einige palästinensische Aktivisten machen sich auch AI-Techniken zu Nutzen. Buchstabentypen, die in diese Bilder eingefügt werden, entsprechen keinem Schriftbild irgendeiner weltweit bekannten Sprache. Der einfache User kann das nicht erkennen, den Geheimdiensten stehen aber entsprechende Programme der Entschlüsselung zur Verfügung. Aufgrund der vorliegenden objektiven Informationen wird die Zahl der Todesopfer zwischen 10 und 50 Personen angegeben. Der Sprecher der IDF Jonathan Conricus, stellte die berechtigte Frage: «Wo sind die Toten?» Es wurden bisher keine Trauerzelte, keine Paraden und keine Beisetzungen gezeigt. In Gaza sonst stets ein Anlass für beeindruckende Bilder.

Durch gezielte Falschinformationen zeichnet sich eine im Facebook auftretende Gruppe, das in Gaza beheimatete «Social Developmental Forum – SDF» aus. Neben den propagandistischen Bildern, die durch «Farbtupfer» eine besondere Stimmung auslösen, veröffentlicht sie auch täglich Statistiken. Viele der Zahlen sind wahrscheinlich korrekt, auffällig ist aber die Zahl der «Massaker, ausgeführt durch die israelische Besatzung», die mit 433 seit dem 7. Oktober angegeben ist. Nur zur Erinnerung: Seit dem Jahr 2005 lebt kein einziger Israeli mehr in Gaza. Und welche Massaker sollen stattgefunden haben??


Im heutigen Spiegel findet sich ein Interview mit dem ehemaligen PM Ehud Barak. 1972, als es darum ging den belgischen Sabena Flug 571 von Wien nach Tel Aviv zu befreien, der kurz nach dem Start von palästinensischen Terroristen entführt worden war, zu befreien. Unter dem Befehl von Ehud Barak stand damals auch Netanyahu. Im Zuge der Befreiung gab es leider einige Opfer, drei Menschen starben, darunter ein Passagier und weitere drei, davon zwei Passagiere wurden verletzt. Netanyahu wurde bald darauf aus dem aktiven Dienst entlassen, blieb aber weiterhin Reservist. Barak war 35 Jahre im aktiven Dienst und als Mitglied der Antiterroreinheit «Sajeret Matkal» Teilnehmer an zahlreichen Spezialeinsätzen. Im Juli 1999 löste er den damaligen PM Netanyahu als PM ab, bis er 2001 an der zweiten Intifada politisch scheiterte. Ich zitiere aus dem Interview: «Kann er nach einem solchen Versagen PM bleiben?» « Richtig ist, dass der Regierungschef in vielen anderen Ländern in einer solchen Situation zurückgetreten wäre. Hier ist es komplizierter. Aber lassen sie mich eine Geschichte erzählen: Vor 17 Jahren, als Netanyahu Oppositionsführer war, stolperte der damalige PM, Ehud Olmert, in einen Krieg im Libanon. Dafür wurde er stark kritisiert, Netanyahu selbst sagte damals: Die Person, die alles zerstört hat, kann es nicht reparieren. Das gilt nun auch für Netanyahu selbst.» Barak erklärt in seinem Interview Vieles aus der Sicht des erfahrenen Soldaten. Es ist unbedingt lesenswert!

Der Beschuss aus dem Libanon verstärkt sich immer mehr. Nachdem mehrere gelenkte Panzerabwehrraketen auf IDF-Stellungen und die nördlichen Städte des Landes abgeschossen worden waren, reagiert diese mit gezieltem Beschuss auf eine Terror-Zelle im Süden des Libanons.
Verteidigungsminister Yoav Gallant erläuterte heute bei einer Sitzung des Verteidigungsausschusses die weitere Vorgangweise im Krieg gegen die Hamas. «Wir befinden uns in der ersten Phase, in der eine militärische Kampagne mit Luftangriffen und später mit einer Bodenoffensive stattfindet, mit dem Ziel, Führer des Terrors zu eliminieren und die Infrastruktur zu beschädigen, um die Hamas zu besiegen und zu vernichten.»
«In der zweiten Phase werden die Kämpfe fortgesetzt, aber mit geringerer Intensität, da die Truppen dann daran arbeiten, Zellen des Widerstands zu beseitigen.»
«Der dritte Schritt wird die Schaffung eines neuen Sicherheitsregimes im Gazastreifen sein, die Aufhebung der Verantwortung Israels für das tägliche Leben im Gazastreifen und die Schaffung einer neuen Sicherheitszone für die Bürger Israels und die Bewohner des den Gazastreifen umgebenden Gebiets.»
Warenlieferung über den Grenzübergang Rafah werden wahrscheinlich in den kommenden Tagen beginnen. Warum die Ägypter den Beginn der Lieferung immer weiter verzögern, ist völlig unklar. Die erneute Verzögerung wurde von der UN bestätigt.

Bevor ich aufgrund des bald beginnenden Shabbats für heute meinen Bericht beende, möchte ich noch den Beginn eines Kommentars aus dem heutigen Haaretz zitieren. «Mein Mann ist der stärkste Mann der Welt. Als Premierminister verteidigt und schützt er das Land. Die Zeiten waren noch nie so gut für das Land. … Er ist ein auf der ganzen Welt bewunderter Führer», sagte die Ehefrau des Premierministers, Sara, im Jahr 2018während eines Polizeiverhörs im Fall 4000, einem der drei Korruptionsfälle, in denen der Premierminister, aber nicht seine Frau, derzeit vor Gericht steht. «In weiteren drei Tagen werde ich mit ihm im Weissen Haus sein. Er wird wie ein König empfangen werden. Die ganze Welt bewundert ihn, die Staatsoberhäupter und sogar grosse Teile der Öffentlichkeit. … Auf der Strasse in New York stehen sie auf und applaudieren ihm, und auch in Australien. … Er ist einfach ein bewunderter Führer, der Grosses für das israelische Volk tut. … Die Medien schlachten ihn ab, schlachten ihn ab, schlachten ihn ab, schlachten ihn ab, schlachten ihn ab.» Sein Sohn Yair fügte hinzu: «Mein Vater befasst sich mit den wichtigsten Dingen der Welt, mit dem täglichen Überleben des jüdischen Volkes». In seiner typisch freimütigen Art beklagte er sich auch über die „Hexenjagd“, die seine Familie von Israels Version der ostdeutschen Stasi in fast gestapoähnlicher Manier erlebe. Aussagen, die Sarah bei einem als dienstlich bezeichneten, defacto aber privaten Besuchs in Portugal im Jahr 2109 auf die Zeit der Inquisition ummünzte. «Ich bin glücklich, dass Sie verstehen, dass das alles eine Inquisition für uns ist.» Das ist die Geisteshaltung, mit der wir konfrontiert sind, wenn die Netanyahus ihrer Meinung freien Lauf lassen. Eines ist klar, es ist nicht die eines Staatsmannes und seiner Familie.
Kategorien:Israel
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