Krieg in Israel – Tag XIX

10. Cheshwan 5784

Ich möchte die Rede unseres FM, Eli Cohen, in den Mittelpunkt des heutigen Blogs stellen. Er hielt sie gestern bei der Sitzung des UN-Sicherheitsrates zum Thema Krieg zwischen Israel und der Terrororganisation Hamas. Einleitend behauptete UNO-Generalsekretär Antonio Guterres: «Das Massaker an 1.400 Israelis durch die Hamas fand nicht im luftleeren Raum statt.» Als erste Replik erwiderte FM Eli Cohen: «In welcher Welt leben Sie, sicher nicht in der Unsrigen!»

«Während wir uns heute hier treffen, werden kleine Babys und Kinder in Gaza festgehalten. Das ist unvorstellbar, ein Albtraum.» Es folgt die Aufzählung von Namen.

«Dies sind nur einige davon. Die Kinder und Babys haben nichts Böses getan, aber sie sind Opfer des Bösen. Diese Kinder wurden Zeugen eines Grauens, das sich mit Worten nicht beschreiben lässt.

Möchte ich mich an die Hölle erinnern? Die Schreie der Räuber, die die Jagd geniessen. Die Schreie der Verwundeten, die um ihr Leben betteln.

Durch Schmerz wie gemeisselt wirkende Gesichter von Müttern. Versteckte Kinder, schlotternd vor Angst.

Nein, ich möchte mich nicht erinnern, aber wie kann ich es vergessen?

Möchte ich mich an diese verkehrte Welt erinnern?

Familien verschwanden mitten am Tag. Das Massengrab dampfte vor Blutd. Mütter suchen vergeblich nach Kindern.

NEIN.

Ich muss mich erinnern und darf das Vergessen nicht zulassen.

Dieses herzzerreissende Gedicht wurde 1942 von Alexander Kimel, einem Holocaust-Überlebenden, geschrieben.

Fünf Jahre später stimmte die Generalversammlung der Vereinten Nationen für die Gründung eines jüdischen Staates.

Die Geburt des Staates Israel vor 75 Jahren war eine klare Aussage:

Nie wieder!

Samstag, der 7. Oktober 2023, wird als nichts Geringeres, als ein brutales Massaker in die Geschichte eingehen.

Samstag, der 7. Oktober 2023, ist ein Weckruf für die gesamte freie Welt.

Ein Weckruf gegen Extremismus, religiösen Fanatismus und Terror.

An diesem Tag drangen über 1.500 Terroristen der Hamas und des Palästinensischen Islamischen Dschihad vom Süden nach Israel ein. Mit einer Bösartigkeit, die sogar die ISIS übertraf, töteten sie über 1.400 Babys, Kinder, Frauen und Männer und verletzten über 4.000.

Sie gingen von Haus zu Haus, schlachteten Familien und Einzelpersonen in ihren Betten, auf der Strasse, auf dem Weg zur Synagoge ab, vergewaltigten und verstümmelten, tanzten und sangen auf den Körpern der Menschen. Sie waren nicht dort, haben den Horror nicht gesehen. Nicht den Geruch wahrgenommen.

(…)

Wir dürfen uns über die Absichten der Hamas nicht täuschen, ihre Charta fordert eindeutig die Zerstörung und Vernichtung des Staates Israel.

Über 220 Menschen wurden als Geiseln genommen. Unter den Geiseln befinden sich Kinder, die miterlebt hatten, wie ihre Eltern ermordet wurden, Holocaust-Überlebende, ältere Menschen, die Pflege und Medikamente brauchten. Wir fordern sofortigen Zugang des IKRK zu allen Geiseln und ihre bedingungslose Freilassung.

In diesem Raum ist Moran Aloni anwesend. Sieben Familienmitglieder wurden als Geiseln genommen.

(…)

Am frühen Morgen schrieb Sharon, seine Schwester, in ihrem Familienchat, dass Hamas-Terroristen in ihrem Haus seien und dass sie sich im sicheren Raum versteckten, ein paar Minuten später schrieb sie, dass die Terroristen das Haus in Brand gesteckt hätten und sie im Schutzraum ersticken würden. Wenige Minuten später erhielt Moran eine private Nachricht von seiner Schwester: „Wir sterben, hilf uns.“ Die Familie erhielt Informationen, dass Sharon, Daniel, Maya, Yuli, Emilia, David und Ariel, Davids Bruder, von Hamas-Terroristen in Gaza gefangen gehalten werden.

Hier bei uns ist eine andere Familie. Hersh Goldberg Polin, ein junger Mann im Alter von 23 Jahren, einer der wunderbaren und unschuldigen Teilnehmer des Musikfestivals. Hersh ist schwer verletzt. Auf diesem Telefon habe ich die letzten beiden Textnachrichten, die er vor seiner Entführung nach Gaza an seine Eltern senden konnte: „Ich liebe dich“ und „Es tut mir leid“.

Katar, das Hamas-Führer finanziert und beherbergt, könnte die sofortige und bedingungslose Freilassung der von den Terroristen festgehaltenen Geiseln beeinflussen und ermöglichen.

Sie, Mitglieder der internationalen Gemeinschaft, sollten von Katar genau das verlangen.

Dieses Treffen sollte mit einer klaren Botschaft enden: BRINGEN SIE SIE NACH HAUSE!

Ich möchte, dass Sie sich diese Aufnahme anhören. Hören Sie zu, wie hier ein Terrorist seinen Eltern beschreibt, was für ein Monster sie zur Welt gebracht haben, wie viele Leben er genommen hat und prahlt, dass es mehr als zehn sind. Ihr Blut, beschreibt er, klebt an seinen Händen. Du hörst es und kannst es nicht glauben.

Diese niederen Lebewesen sprachen weder für den Islam noch für menschliche Werte oder den Kampf für die Freiheit. Sie sprachen im Namen von Grausamkeit, Bosheit und Hass. Und Sie alle, meine Damen und Herren, sollten sich fragen, wem wir gegenüberstehen.

Wir – Israel – wir haben nicht nur das Recht, uns zu verteidigen, wir haben auch die Pflicht dazu.

Der Westen ist der Nächste! Der Krieg, der uns aufgezwungen wurde, ist nicht nur der Krieg Israels. Es ist der Krieg der freien Welt.

Ich höre die Rufe nach Verhältnismässigkeit. Ich höre die Rufe nach einem Waffenstillstand. Sagen Sie mir – was ist eine verhältnismässige Reaktion auf die Tötung eines Babys? Für die Vergewaltigung einer Frau? Für die Enthauptung eines Kindes? Wie kann man einem Waffenstillstand mit jemandem zustimmen, der geschworen hat, zu töten und die eigene Existenz zu zerstören?

Die proportionale Reaktion auf das Massaker vom 7. Oktober ist die völlige Zerstörung der Hamas. Es ist nicht nur das Recht Israels, die Hamas zu zerstören, es ist auch unsere Pflicht.

Für Israel ist es eine Frage des Überlebens. Die freie Welt sollte sich daran erinnern und niemals vergessen, was am 7. Oktober geschah. Heute trifft dieser barbarische Terror Israel, morgen wird er vor jedermanns Haustür stehen.

Die Terroristen haben nicht nur die Zerstörung Israels im Sinn. Ihr Traum ist die ganze Welt.

Dieser Krieg wurde uns aufgezwungen. Wir haben diesen Krieg nicht gewählt.

Aber zweifeln Sie nicht daran – wir werden es gewinnen. Denn dieser Krieg geht ums Leben. Dieser Krieg muss auch Ihr Krieg sein.

(…)

Nicht nur aus den Nachbarländern sieht sich Israel einer Bedrohung ausgesetzt.

Letzte Woche wurden vom Jemen aus Marschflugkörper auf Israel abgefeuert. Machen Sie sich keine Illusionen darüber, wer dahintersteckt und was der Grund ist. Ich stehe hier vor Ihnen und sage laut und deutlich: Dieser Krieg wird gewonnen. Die internationale Gemeinschaft muss verstehen, wer angegriffen wird und wer der Angreifer ist.

Es ist unvorstellbar, dass die Palästinensische Autonomiebehörde angesichts solch brutaler Gräueltaten nicht auch nur den Hauch einer Verurteilung ausgesprochen hat.

(…)

Die Welt steht vor einer klaren Entscheidung, die moralische Klarheit erfordert. Man kann entweder Teil der zivilisierten Welt sein oder sich den Mächten des Bösen und der Barbarei, den Hamas-Wilden und ihren Freunden ergeben. Es gibt keinen Mittelweg, keinen Raum für moralische Zweifel. Ich möchte allen Regierungen danken, die die Hamas bereits als Terrororganisation eingestuft haben, und andere dazu auffordern, dies unverzüglich zu tun.

(…)

Die Charta der Vereinten Nationen, die Sie alle unterzeichnet haben, beginnt mit diesen Worten: „Wir, die Völker der Vereinten Nationen, sind entschlossen, nachfolgende Generationen vor der Geissel des Krieges zu bewahren, der der Menschheit zweimal in unserem Leben unsagbares Leid gebracht hat.“

Heute, nach dem schlimmsten und brutalsten Terroranschlag in der modernen Geschichte –

wenn nicht alle Nationen entschieden und klar Stellung beziehen: Zu den unschuldigen Waisen, die allein auf der Welt zurückgelassen wurden, zu den Kindern, die beim Tanzen bei Sonnenaufgang abgeschlachtet wurden, zu den Holocaust-Überlebenden, ermordet oder entführt, zu Israel und seiner Mission, die Monster vom Erdboden zu vertreiben, wenn nicht alle Nationen zu den in der UN-Charta beschriebenen Grundwerten der Menschheit stehen, wird dies die dunkelste Stunde der Vereinten Nationen sein, da dieser Ort keine moralische Existenzberechtigung haben wird.

In dieser schwierigen Zeit für das Volk Israel sagen wir laut: Wir sind stark, wir werden wieder aufbauen, wir sind entschlossen dazu und entschlossen, unseren Traum zu verwirklichen – eine freie Nation in unserem Land, dem Land Zion und Jerusalem, zu sein.

Der israelische FM Eli Cohen hat den Aufruf von UN-Generalsekretär António Guterres für eine humanitäre Feuerpause in Gaza, um Hilfslieferungen für die zivile Bevölkerung zu ermöglichen, abgewiesen. Guterres hatte die Massaker der Hamas-Terrororganisation mit den Worten: «Es ist wichtig zu erkennen, dass die Angriffe der Hamas nicht im luftleeren Raum stattfanden. Das palästinensische Volk war 56 Jahre lang einer erdrückenden Besatzung ausgesetzt. Sie haben miterlebt, wie ihr Land ständig durch Siedlungen verschlungen und von Gewalt heimgesucht wurde. Ihre Wirtschaft kam zum Stillstand; ihre Leute wurden vertrieben und ihre Häuser zerstört. Ihre Hoffnungen auf eine politische Lösung ihrer Notlage sind geschwunden.» Diese infame Aussage impliziert, dass die Juden das Massaker an mehr als 1.400 unschuldigen Menschen selbst verschuldet haben. Diese Opfer waren hilf- und wehrlos dem schlimmsten Massaker ausgesetzt, seit die Nazis mehr als 6 Millionen mit ihrer Mordmaschinerie ermordeten. Das Massaker folgte jahrzehntelanger Hetze gegen Juden, finanziell unterstützt grossteils durch eben die Organisation, die Teil der UNO ist, die UNRWA. Es ist die Folge der Diffamierungen durch Hassprediger in den Moscheen, die nach dem Vorbild des Grossmuftis von Jerusalem, Haj Amin al-Husseini, einem guten Freund Hitlers, der mit den Nazis kollaborierte. Es ist auch und nicht zuletzt Folge der schändlichen Aussage von PA-Präsident Abbas, der 2015 verkündete: «Sie [die Juden] haben kein Recht, die muslimischen heiligen Stätten mit ihren schmutzigen Füßen zu entweihen. Jeder Tropfen Blut, der in Jerusalem vergossen wurde, ist reines Blut, solange es um Allahs willen geschieht. Jeder Schahid [Märtyrer] wird im Himmel sein und jeder verwundete Mensch wird belohnt, so ist Allahs Wille.» 

UNICEF legte eine furchtbare Statistik vor:  pro Tag würden in Gaza derzeit mehr als 400 Kinder getötet oder verletzt. Am Tag 18 des Krieges also mehr als 7.200. Wie ist dann die Pressemitteilung zu verstehen, die gestern von 2.360 Toten und 5.364 Verletzten, also insgesamt 7.724 Opfern spricht? Bitte nicht falsch verstehen, jedes unschuldige Opfer, Kind oder Erwachsener ist eines zu viel. In diesem Krieg besonders, nachdem die Hamas die Flüchtlinge aus dem Norden gewaltsam vor dem Erreichen der von Israel zugesagten «humanitären Region» zurückgeschickt und nun wieder als Schutzschilde missbraucht. Aber warum diese Zahlen? Für wie blind hält die mit der Hamas eng zusammenarbeitende UNICEF die Weltöffentlichkeit? Die UNRWA hat soeben angekündigt, dass sie noch heute ihre Arbeit im Gazastreifen niederlegen wird, wenn Israel nicht sofort die Lieferungen von Treibstoffen erlaubt. Das allerdings wäre eine für Israel nahezu tödliche Entscheidung, weil, wie bekannt ist, die Hamas zu humanitären Zwecken zugelassene Treibstoffe sofort konfisziert und für ihre eigenen Zwecke missbraucht. Das beklagt jedenfalls die UNWRA. Die Lösung ist im Prinzip einfach: Hamas muss die Treibstoffe für die Spitäler freigeben. Das würde dann auch automatisch zu einer deutlichen Reduzierung oder sogar zu einem Ende des Beschusses führen! 

Gestern Abend vereitelte die IDF das Eindringen von mindestens zehn Terroristen über den Seeweg, die Terroristen wurden eliminiert. 

Nachdem der Beschuss aus dem Libanon während des ganzen Tages andauerte und auch zwei Raketen aus Syrien aus Israel abgeschossen wurden, nahm die IAF wieder erfolgreich Hisbollah Stellungen im Süden des Libanons unter Beschuss und zerstörte sie. 

Menschen mit Doppelstaatsbürgerschaft oder ausländischen Pässen warten seit mehr als einer Woche darauf, dass sie den Gazastreifen über den Grenzübergang nach Rafah in Richtung Ägypten verlassen können. Unter ihnen auch etwa 10 Schweizer. Sie haben beim Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten darum gebeten, ihnen bei einer möglichen Ausreise behilflich zu sein. Der Grenzübergang Rafah war am Wochenende für einige Stunden geöffnet, nun ist er wieder geschlossen. Nur wenige LKWs mit humanitären Hilfsgütern können passieren. Nach Schätzungen ausländischer Diplomaten sind etwa 1.700 Menschen von der Schliessung der Grenze betroffen. 

Finanzminister Bezalel Smotrich hat heute eine Rechnung vorgelegt, dass der Krieg gegen Gaza pro Tag US$ 246 Millionen kostet. Aufgrund dieser «unerwarteten Krise» sei, so seine Worte, das Budget 2023 / 2024 nicht mehr relevant und müssen täglich einer Anpassung unterzogen werden. Die gestern erfolgte Herunterstufung Israels durch S&P von wirtschaftlich «stabil» auf negativ bezeichnete er als «alarmierend», betonte aber dennoch seinen Optimismus, «dass Israel trotz der aktuellen Krise nicht mit erheblichen Defiziten konfrontiert sein werde.»



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