Genesis, Lech-Lecha 12:1 – 17:27

Haftara: Isaia 40:27 – 41:16

ב“ה

12./13. Cheschwan 5784                                27./28. Oktober 2023  

Shabbateingang in Jerusalem:                                                          17:15

Shabbatausgang in Jerusalem:                                                         18:31

Shabbateingang in Zürich:                                                                  17:59

Shabbatausgang in Zürich:                                                                 19:03

Shabbateingang in Wien:                                                                   17:27

Shabbatausgang in Wien:                                                                  18:30

Im Wochenabschnitt lesen wir die berührende Geschichte von Abraham und Sarah, die sich auf den Weg von Haran in Richtung Kanaan machten. Sie kamen während einer Hungersnot nach Ägypten, wo Abraham seine schöne Frau als seine Schwester ausgab, um zu überleben. Als die Lüge bekannt wird, fühlte Pharao sich betrogen, und er liess sie aus dem Land fortbringen. Mit sich durfte er alles nehmen, was Pharao ihm geschenkt hatte. Bei ihnen war auch sein Neffe Lot, von dem er sich allerdings bald darauf trennt, weil das Land, durch das sie zogen, nicht gross genug für beide schien. Lot zog nach Sodom, einem Ort, der von bösen und sündhaften Menschen bewohnt wurde. Abraham liess ich in Kanaan nieder, und erhielt dort ein Versprechen Gottes, dass seine Nachkommen so zahlreich wie die Sterne sein würden. Auf Gottes Geheiss liess sich Abraham in Hebron nieder. Gott schloss einen Bund mit ihm und versprach ihm das Land vom «Grenzbach Ägyptens bis zum grossen Strom Euphrat.» Dort war es auch, dass ihm Sarahs Magd, Hagar einen Sohn gebar. Auch dem, Ismael, versprach Gott zahlreiche Nachkommen. Später schloss Gott mit ihm einen zweiten Bund: Er versprach, immer bei ihm zu sein, verlangte aber, dass alle männliche Nachkommen beschnitten werden müssten.

Die heutige Haftara des Propheten Isaiah verspricht Hoffnung! Obwohl er dem Enkel Abrahams, Jakob, der später in Israel umbenannt wird, die Worte in den Mund legt: «Mein Weg ist dem Herrn verborgen, meinem Gott entgeht mein Recht?» Jakob ist der Sohn Isaaks und wir können es uns gar nicht vorstellen, dass dieser Mann nicht von Gott überzeugt war. Isaak war im tiefen und unverbrüchlichen Glauben seiner Eltern sozialisiert worden und wir haben ihn nicht anders als vertrauensvoll gegenüber Gott erlebt. Warum also zweifelt sein Sohn?

Isaia scheint sich dieselbe Frage zu stellen. Er erinnert ihn daran, dass Gott ewig ist und die Erde erschuf. Wir haben Gott als unermüdlich kennengelernt, als er sich daran machte die Erde zu gestalten. Rastlos arbeitete er, bis er den siebten Tag als Ruhetag bestimmte. Isaia verspricht auch, dass die, die an Gott glauben, an seiner Kraft und Stärke teilhaben werden. Hier ist die Verbindung zu Wochenabschnitt. Abraham in Ägypten war schwach und fürchtete sich. Erst nachdem ihn Pharao vertrieb und Gott ihn erneut unter seine Führung nahm, erwies er sich als stark und konnte wieder überlegend handeln. Gott prüfte ihn, und dann, als er sich als stark auch in der Beziehung mit seiner Frau Sarah zeigte, konnte er den nächsten Schritt gehen. Wie muss sich Sarah gefühlt haben, als sie erleben musste, dass nicht sie, sondern ihre Magd Hagar einen Sohn gebar? Vielleicht hat sie in der Zeit mit Gott gehadert, vielleicht hat sie ihrem Mann misstraut, ob die Geburt von Ismael wirklich nur auf Wunsch Gottes geschah. Oder ob da vielleicht doch Gefühle im Spiel waren. Aber beide, Abraham und Sarah blieben stark und vertrauten weiterhin auf Gott. 

Deshalb spricht Gott heute durch Isaia: «Jakobich habe dich von den Enden der Erde geholt, aus ihrem äussersten Winkel habe ich dich gerufen. Ich habe zu dir gesagt: Du bist mein Knecht, ich habe dich erwählt und dich nicht verschmäht. (…) hab keine Angst, denn ich bin dein Gott. Ich helfe dir, ja, ich mache dich stark, ja, ich halte dich mit meiner hilfreichen Rechten.»

Es ist die reine Hoffnung auf eine bessere Zeit, auf Leben, in dem keine Gefahr Jakob und seine Nachkommen jemals mehr bedrohen wird.

Gott hat beiden Söhne Abrahams versprochen, sie zahlreich zu machen, wie die Sterne am Himmel. Ein wunderschönes Bild. Er hat beide Knaben in das Leben hinausgeschickt und ihnen versprochen, sie stark zu machen. 

Und doch haben die Nachkommen der Söhne Abrahams nie ihren Frieden miteinander gemacht. Wir haben es immer wieder erlebt und erlitten. Gerade jetzt, wo die Kinder Ismaels mit allen Mitteln versuchen, ihr Ziel zu erreichen: Die Nachfahren des jüngeren Bruders von der Erde zu vertilgen. 

Vielleicht helfen unsere Gebete, auch diesem Sturm, der wiederum über Jerusalem und ganz Israel hinwegfegt, standzuhalten. Wir müssen darauf vertrauen!

Shabbat Shalom



Kategorien:Israel, Religion

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