3. Cheshwan 5784
Was ist schwer am Antrag von Russland und Mauretanien bei der UN zu verstehen? Die UN verabschiedete die nicht-bindende Resolution, die einen sofortigen «humanitären Waffenstillstand» in Gaza und ein Ende der israelischen Aggressionen im Gazastreifen verlangt. Ein Antrag Kanadas, der von den USA gestützt wurde, und der die terroristischen Anschläge einstimmig verurteilen sollen, sowie eine sofortige Freilassung der Geiseln, wurde abgelehnt und nicht zur Abstimmung gebracht.

Trotzdem sprachen sich nur die folgenden 14 Staaten gegen den Antrag aus: Österreich – Kroatien – Tschechien – Fiji Inseln – Guatemala – Ungarn – Israel – Marshall Inseln – Mikronesien – Nauru – Papua-Neuguinea – Paraguay – Tonga – USA
45 Staaten enthielten sich, darunter auch Zypern, Dänemark, Äthiopien, Deutschland, Griechenland, Indien, Italien, Niederlande, Ukraine ….
Dafür stimmten also 120 Staaten, darunter: Belgien, Frankreich, Schweiz, Spanien, Ägypten, Jordanien, Marokko,

Heute fand eine pro-Palästina Demo in Zürich statt. Fährt man in Zürich über die Seebrücke, so findet man immer noch, sofern sich gerade kein anderer Anlass findet, die blau-gelben Flaggen der Ukraine. Gut so, die Ukraine hat es verdient, unterstützt zu werden und die ukrainischen Flüchtlinge, die seit mehr als einem Jahr in Zürich leben, freuen sich immer noch über den Willkommensgruss. Aber wo bleiben die israelischen Flaggen? Man sucht sie vergebens. Immerhin, während einer pro-Israel Demo war das Rathaus kurzzeitig beflaggt. Dann kippte die Stimmung und es wurde der Zürcher Stadtpolizei zu heiss. Vor wenigen Tagen wurden alle Demos zum Thema «Nahostkonflikt» in Zürich verboten. Dennoch zogen gestern Abend einige Hundert pro-Palästina Demonstranten unbewilligt durch die Stadt. Die Polizei sagte leise «Bitti-bätti, gönt doch hei!» und tat dann nichts mehr, um der Aufforderung Nachdruck zu verleihen. Heute zur besten Einkaufs-und Flanierzeit zog eine bewilligte (!) «Palästina Demonstration» durch die Innenstadt. Der Inhalt des Flyers war so deutlich, wie verstörend. Ganz Israel, samt Gaza, Golan, Judäa und Samaria war eine weisse Fläche.

Das Bild lässt Raum für Projektionen: «From the Jordan to the sea…». Israel muss von der Landkarte entfernt werden, so sehen es die Hardliner. Oder, entsprechen der Interpretation eines Palästina Freundes, der vor Jahren auch schon Hamas-Terroristen ins Berner Bundeshaus einlud. «Das symbolisiert ein neues, gleichberechtigtes Zusammenleben auf diesem Territorium». Ein jüdischer Medienvertreter zeigt sich besorgt: «Man muss schon sehr naiv sein, um zu glauben, dass an der Demo keine antiisraelischen Parolen skandiert werden. Ich glaube keine Sekunde, dass die Demo so ablaufen wird.» Bis zu den späten Nachmittagsstunden verlief die Demo, an der nur etwa 2.000, wenige als erwartet teilnahmen, friedlich.
Einem noch nicht endgültig von der IDF bestätigten Bericht zu Folge hat eine Gruppe von Siedlern in der Nähe von Nablus eine Gruppe von Farmarbeitern angegriffen und dabei einen der Arbeiter erschossen. In den letzten Wochen kam es immer wieder zu unbegründeten Übergriffen von radikalen Siedlern auf die palästinensische Bevölkerung. Die zumeist darauffolgenden Terrorangriffe auf jüdische Zivilisten werden wiederum mit einem Racheanschlag gegen die Palästinenser beantwortet. Die Spirale der Gewalt im Gebiet von Judäa und Samaria wird unterstützt und gefördert von Minister Bezalel Smotrich, der die aggressive Siedlerpolitik zu seinem Thema gemacht hat. Jeder Anschlag bringt ihn seinem Ziel, das derzeit noch «zu diskutierende Gebiet» zu annektieren, einen Schritt näher. Das ist auch Teil der völlig entgleisten Politik der Nicht-Regierung Netanyahu VI.
Nachdem das Internet und die Telefonleitungen im Gazastreifen gestern endgültig zusammengebrochen sind, können dort die UN-Gesundheitsorganisationen und andere Hilfsorganisationen keinen Kontakt mehr zueinander halten. Tedros Adhanom, Leider der WHO, zeigte sich besorgt: «Der Netzausfall hat es für Krankenwagen nahezu unmöglich gemacht, zeitnah Verletzte zu erreichen. Wir haben immer noch keinen Kontakt zu unseren Mitarbeitern und Gesundheitseinrichtungen. Ich mache mir Sorgen um ihre Sicherheit.» Der Ausfall sei, so Mitarbeiter der Hilfsorganisationen, bedingt durch einen völligen Zusammenbruch der Stromversorgung. Selbstverständlich machen sie den anhaltenden Beschuss durch die IAF dafür verantwortlich. Israel betont, ausschliesslich jene Gebiete anzufliegen und zu zerstören, aus denen heraus die Terroristen operieren und dabei zivile Opfer zu weit als möglich zu verhindern. Vor zwei Stunden kündigte Elon Musk an, dass er mit seinem satelliten-gestützten Kommunikationssystem «Starlink» die zusammengebrochenen Infrastrukturen unterstützen will. Wohl in dem Versuch, ihm jede antiisraelische Haltung abzusprechen, betonte Linda Yaccarino, CEO von «X», man habe seit dem Überfall auf Israel Hunderte von mit Hamas verbundene Accounts entfernt und Tausende von antisemitischen Posts gelöscht. Wer’s glaubt, das ist nicht zu beweisen.


Morgen wird sich VM Yoav Gallant mit Familienangehörigen der nach Gaza verschleppten Opfer der Hamas-Terroristen treffen. Die hatten gestern einen dringlichen Appel an die Regierung gerichtet, mehr zu tun, um ihre Familienangehörigen aus den Fängen der Terroristen zu befreien. «Angesichts der heftigen Aktivitäten der IDF im Gazastreifen war dies für uns die bisher schlimmste Nacht, die kein Ende nehmen wollte. Wir müssen die furchtbare Ungewissheit über das Schicksal der Verschleppten ertragen, die ebenfalls unter dem Beschuss der IAF leiden.» hielten sie in einem Statement fest, in dem sie ein dringendes Treffen mit dem PM, dem Verteidigungsminister und anderen Kabinettsmitgliedern fordern. «Angst, Frustration und eine unglaubliche Wut brennen in uns. Niemand vom Kabinett sieht sich genötigt, sich mit uns zu treffen, um uns eines zu erklären: Gefährdet die Bodenoffensive die Sicherheit der noch in den Fängen der Terroristen befindlichen Geiseln?» Während der PM wie immer schweigt und es sich in seinem Elfenbeinturm gut gehen lässt, kam vom Militärsprecher Hagari eine dürftige Antwort «Das Schicksal der Geiseln spielt eine Schlüsselrolle in den militärischen Überlegungen.» Hier stellt sich die Frage: wenn es solche Überlegungen gibt, dann muss man doch mehr über den Verbleib der Geiseln wissen. Wenn das so ist, warum befreit man sie nicht mit gezielten Aktionen??? Nachtrag: Auch der PM stimmte, wo eine bisher unbestätigte Information einem Treffen am heutigen Abend zu.
Mittlerweile hat die Hamas bekanntgegeben, sie werde sich bemühen, die acht russisch-israelischen Geiseln zu identifizieren und freizulassen. «Wir haben von den Russen über das Aussenministerium eine Liste mit den Namen der Doppelstaatsbürger erhalten.» zitierte die RIA Novosti, eine staatliche Nachrichtenagentur für internationale Informationen, einen Sprecher der Hamas. «Wir werden uns bemühen, sie zu lokalisieren. Das wird schwierig, aber wir versuchen es. Und falls wir sie finden, dann lassen wir sie laufen.» Ob diese Ankündigung mit dem Treffen zwischen dem russischen stv. Aussenminister Mikhail Bogdanov, dem stv. Iranischen Aussenminister Ali Bagheri Kani und Moussa Abu Marzouk von der Hamas-Terror-Organisation in Moskau zu tun hat, kann nur vermutet werden.
In der Nacht von gestern auf heute kam es zu einigen, teils heftigen Gefechten zwischen der IDF und Terrorgruppen im Gazastreifen. VM Yoav Gallant beschrieb sie wie folgt: «Die Erde in Gaza bebte, wir haben auf der Erde und unter der Erde angegriffen, wir haben operative Ziele jeglicher Form angegriffen. Überall. Die Befehle sind klar. Bis auf Weiteres wird sich nichts daran ändern. In anderen Regionen tun wir alles, um die Sicherheit der israelischen Bürger sicherzustellen.»
Im Laufe des Tages kam es immer wieder zu teils heftigem Beschuss mit Granaten und gelenkten Panzerabwehrraketen aus dem Libanon auf die Orte Misgav Am und Margaliot an der Grenze und auf militärische Stellungen der IDF. Es gab keine Verletzten.

Eine der Hauptkommandozentralen der Hamas-Terror-Organisation wurden durch die IDF unterhalb des al-Shifa Hospitals in Gaza City lokalisiert. Der grösste medizinische Komplex des Gazastreifens liegt im modernen und auch mondänen Stadtteil Rimla, der eine Art Parallelwelt zum übrigen Gazastreifen ausmacht. Mit 1.500 Betten und mehr als 4.000 Mitarbeitern bietet das Spital nicht nur Behandlungen in allen medizinischen Fachgebieten. Es dient auch als Eingang zum weitverzweigten unterirdischen Tunnel Netzwerk und bietet unterhalb der einzelnen Gebäude Raum für perfekt geschützte Kommandoräume der Hamas, sowie gut getarnte Abschussrampen. Im Mitschnitt einer Unterhaltung bestätigt ein Sprecher, dass die Kommandozentralen der al-Qasam-Brigaden sich unterhalb des gesamten Geländes des Spitals befinden und dass die Israelis jetzt im Besitz der Pläne sind. Auf dem rot eingefärbten Plan erkennt man, dass die Kommandozentralen in der Nähe von Ambulatorien, der Pathologie, des Dialysezentrums und der internationalen Abteilung befinden.
Kategorien:Israel
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