Krieg in Israel – Tag XXIII

14. Cheschwan 5784

Feige, uneinsichtig und im höchsten Grade unfähig, einen Staat zu führen, das ist der Mann, der sich immer noch als Premier Minister bezeichnet. Sein Name: Benjamin Netanyahu. Einst als Mr. Security hochgelobt, hat er das Land in den letzten Monaten seiner unsäglichen Nicht-Regierung VI in den Abgrund gestürzt. Gestürzt, nicht geführt! Nachdem er es während der letzten drei Wochen immer wieder geschafft hat, jeden auch nur Hauch eines Schuldeingeständnisses oder zumindest eines Verantwortungsbewusstseins einzuräumen, nannte er nun die Schuldigen: Die Geheimdienste. «Unter keinen Umständen und zu keinem Zeitpunkt wurde ich vor den kriegerischen Absichten der Hamas gewarnt. Im Gegenteil sind immer alle Sicherheitsbeamten der Meinung gewesen, dass die Hamas abgeschreckt worden sei. Dies wurde mir und dem Kabinett immer wieder bis zum Ausbruch des Krieges von allen Sicherheitskräften und Geheimdiensten vorgelegt.» Die entsprechende Seite auf dem Social Media Account «X» ist nicht mehr verfügbar. Der ehemalige Generalstabschef, Verteidigungsminister und Minister im Kriegskabinett Benny Gantz schrieb heute in seinem X-Account: «…. Wenn wir uns im Krieg befinden, muss die Führung Verantwortung zeigen, sich für das Richtige entscheiden und die Kräfte so stärken, dass sie realisieren können, was wir von ihnen fordern. Jede andere Handlung oder Aussage schadet der Standhaftigkeit und Stärke des Volkes. Der Premierminister muss seine Aussage von gestern Abend zurückziehen und darf  sich nicht mehr mit dem Thema befassen. …» Nachdem auch noch Oppositionsführer Yair Lapid seinem Ärger Ausdruck verliehen hatte «Netanyahu hat heute Abend eine rote Linie überschritten. Während IDF-Kämpfer und Kommandanten tapfer gegen Hamas und Hisbollah kämpfen, versucht er, ihnen die Schuld zu geben, anstatt sie zu unterstützen. Der Versuch, sich der Verantwortung zu entziehen und die Schuld auf die Sicherheitsdienste zu schieben, schwächt die IDF, während sie gegen Israels Feinde kämpft. Netanyahu muss sich für seine Worte entschuldigen.» hat sich Netanyahu zwar nicht entschuldigt, aber den Eintrag gelöscht. Vor 20 Minuten kam dann seine Entschuldigung, aber immer noch kein Schuldeingeständnis: «Ich habe mich geirrt. Dinge, die ich nach der Pressekonferenz gesagt habe, hätten nicht gesagt werden dürfen, und ich entschuldige mich dafür. Ich gebe allen Chefs der Sicherheitskräfte volle Unterstützung. Ich stärke den Stabschef und die Kommandanten und Soldaten der IDF, die an der Front stehen und für das Haus Israel kämpfen. Gemeinsam werden wir gewinnen.» Selbst der ehemalige Mossad Chef Yossi Cohen, ein Verbündeter von Netanyahu, kritisierte ihn: «Verantwortung ist etwas, was man zu Beginn eines Jobs übernimmt, nicht irgendwann mittendrin. Als ich den Mossad leitete, lag alles, von ganz oben bis an die Basis, in meiner alleinigen Verantwortung.»

Auch ohne die Hilfe von Elon Musk stellte das für Gaza zuständige Kommunikationsunternehmen «Paltel» die Festnetz-, Mobilfunk- und Internetdienste im Gazastreifen wieder her.  Damit ist die Kommunikation nicht nur der Terrorgruppen, sondern auch der Hilfsorganisationen untereinander wieder möglich geworden. Die von Elon Musk, dem neuen Freund Netanyahus, angebotene Hilfe, sein «Starlink»-Satellitenprogramm zur Verfügung zu stellen, war in Israel nicht auf Gegenliebe gestossen. Zu gross und nachvollziehbar waren die Befürchtungen, dass die Hamas Terror-Organisation diese Dienste selektiv nur für ihre Zwecke missbrauchen wird.

Tausende Gazaner haben heute am frühen Vormittag Lager der UNRWA gestürmt und sich an den dort gelagerten Lebensmitteln und anderen Hilfsmitteln bedient. In einem der Lager sammelt die UNRWA alle von Ägypten gelieferten Waren. Für Thomas White, dem Direktor der UNRWA im Gazastreifen ist dies ein besorgniserregendes Zeichen dafür, dass die zivile Ordnung nach dem nun schon drei Wochen andauernden Krieg auseinanderzubrechen beginnt. Die grosse Zahl der Flüchtlinge aus dem Norden des Gazastreifens in den Süden hat in vielen Fällen dazu geführt, dass Wohnungen und Häuser hoffnungslos überfüllt sind und die vorhandene Infrastruktur für die hohe Belastung nicht ausreichend ist. Der UNRWA ist es bisher nicht gelungen, mit entsprechenden Verhandlungen zu erreichen, dass die an der Grenze auf die Durchfahrt wartenden LKWs abgefertigt und nach Gaza hineinfahren können. Mittlerweile bestätigen sogar arabische und westliche Beobachter, dass von der Hamas Terror-Organisation massenhaft für die Bevölkerung bestimmte Lebensmittel und andere Hilfsgüter für eigene Zwecke abgezweigt werden. Man kann es auch Diebstahl nennen. In einer libanesischen Zeitung schrieb ein nicht genannter Offizieller, dass die Hamas-Terrorristen genügend Vorräte aller Art haben, um einen Zeitraum von 2 – 3 Monaten ohne Nachschub spielend zu überstehen. 

Die Angehörigen der nach Gaza verschleppten Geiseln haben beim Treffen mit Netanyahu gestern gefordert, sofort alle in israelischen Gefängnissen einsitzenden Gefangenen gegen die Geiseln auszutauschen. Bei einer auf das Treffen folgenden Veranstaltung las ein Vertreter eine gemeinsame Erklärung der betroffenen Familien vor «Wir haben deutlich gemacht, dass für uns nur ein Abkommen über die sofortige Rückkehr unserer Familienangehörigen im Rahmen des Prinzips „Jeder für jeden“ in Betracht gezogen werden sollte und breite, landesweite Unterstützung finden wird», sagte er unter Jubelrufen und Gesängen. «Bring sie jetzt nach Hause! Netanyahu hat diese Worte gehört und unsere Entschlossenheit verstanden.» Netanyahu erklärte der Delegation, dass der Schlüssel zur Freilassung der Geiseln der auf die Terroristen ausgeübte Druck sei. «Je grösser der Druck, desto grösser die Erfolgsaussichten» sagte er. Er hielt auch fest, dass ein Bodenangriff notwendig sei, um den Druck auf die Hamas zu erhöhen. Bei einer späteren Pressekonferenz mit VM Yoav Gallant und Minister Benny Gantz hingegen hielt er fest: «Der Bodenangriff wird keine Auswirkungen auf die Bemühungen zur Befreiung der Geiseln haben.» Wie kann er nur die Chuzpe haben, innerhalb weniger Minuten zwei so unterschiedliche Aussagen zu treffen! Das ist eine Watsche in das Gesicht der Opfer und ihrer Familien und Freunde. An dem Treffen mit den Familien nahm auch Sarah Netanyahu teil. In welcher Funktion sie dort sass, kann ich nicht nachvollziehen. Mehr als völlig entgleiste Gesichtszüge einer Mater Dolorosa konnte sie nicht dazu beitragen.

Gestern musste das behandelnde Ärzteteam des Assuta Spitals in Ashdod bekanntgeben, dass die erst 9 Jahre alte Tamar Chaya Torpiashvili, s’’l, die bei einem Raketenalarm das Bewusstsein verloren und einen Herzstillstand erlitten hatte, verstorben ist.

Das russische Staats-TV «Russia-24» zeigte bei einer Dokumentation über den Krieg zwischen Israel und den Hamas-Terroristen Bilder des ehemaligen Generalstabschefs und PM Ehud Barak und nannte ihn noch dazu «Ali Barak». Tatsächlich sollten Bilder des Terroristen Ali Barakhah gezeigt werden. Gemäss Aussagen des Senders handelte es sich «um einen Irrtum».

Die tschechische Verteidigungsministerin Jana Černochová verurteilte die UN- Generalversammlung deutlich für ihre Reaktion auf den von der Hamas begonnenen Krieg gegen Israel scharf. Sie forderte, dass die Tschechische Republik aus der UNO austreten solle. «… nur 14 Länder, darunter unseres, haben sich gegen den beispiellosen Terroranschlag der Hamas-Terroristen gestellt! Ich schäme mich für die UNO. Meiner Meinung nach hat die Tschechische Republik nichts von einer Organisation zu erwarten, die Terroristen unterstützt und das Grundrecht auf Selbstverteidigung nicht respektiert. Lasst uns aussteigen.» Der israelische Botschafter zur UNO, Gilad Erdan, hielt fest: «Zwanzig Tage sind vergangen und Israel zählt immer noch seine Toten. Es hat Wochen gedauert, alle Leichen einzusammeln. Einige Leichen wurden wie Kohlestücke verbrannt – es ist fast unmöglich, sie zu identifizieren. Diese Resolution nennt nicht einmal den Namen der Hamas, als ob dieser Krieg von selbst begonnen hätte.»

Die IDF hat heute Vormittag eine Liste mit den Namen und Positionen der Hamas-Terroristen veröffentlicht, die sie bisher eliminiert hat. Unter den Getöteten sind Atsam Abu Raffa, Chef der Hamas-Gleitflieger, Ayman Nofal, Kommandant der Hamas-Warenlager und ehemaliger Leiter des militärischen Geheimdienstes, Shadi Barud, der stv. Leiter der militärischen Spitzel und Jawad Abu Shamala, Finanzverantwortlicher der Terrororganisation. Weiterhin wurden Ratab Abu Zahiban, Kommandant der Boote der Hamas-Division Gaza, Zakaria Abu Ma’mar, Mitglied des Politbüros und Mitarbeiter von Yahi Sinwar, und Jamila Alshanti, Mitglied des Politbüros der Organisation.

In Zusammenarbeit mit dem Shin Bet gelang es den Sicherheitskräften auch, Tarek Maruf, Kommandant des Darj-Tafah-Bataillons, Selah Shaaban, hochrangiger Mitarbeiter der militärischen Abteilung, Muhammad Zvih, hochrangiger Ingenieur und Leiter einer Einheit in der Produktion von Bomebn auszuschalten. Younes Mashtaha – einer der Kommandanten der Nuh’ba-Kompanien, Midhat Mabasher – Kommandant des Bataillons West Khan Younis, Afif Aliyan – einer der Kommandanten der Nuh’ba-Kompanien und Talal Alhandi – ein ranghohes des «militärischen Flügels» konnten ebenfalls ausgeschaltet werden.

Der palästinensische Rote Halbmond hat nach eigenen Aussagen eine Mitteilung der IDF erhalten, sofort das al-Quds Krankenhaus in Gaza zu evakuieren. «Seit dem frühen Morgen gibt es Kämpfe in der Nähe des Krankenhauses.» schrieb er im Facebook. Seitens der IDF wurde versichert, dass es keine solche Aufforderung gegeben habe.

Königin Rania von Jordanien, selbst palästinensischer Herkunft, gab bereits am vergangenen Dienstag ein inhaltlich verstörendes Interview bei CNN. In einem Versuch, die nachgewiesenen und international anerkannten Massaker der Hamas-Terroristen an mehr als 1.400 israelischen Zivilisten und Soldaten, anzuzweifeln, sagte sie: «Der US-Präsident sagte, er habe Beweise dafür, dass Kinder geköpft worden seien, nur um sie später zurückzuziehen, weil die israelischen Streitkräfte sagten, es gebe keine Beweise dafür. Das ist Confirmation Bias.» Damit deutet sie an, dass US-Präsident Joe Biden in diesem Zusammenhang nur solche Inhalte weitergeben würde, die seinen Wunschvorstellungen entsprächen. Diesen Vorwurf möchte ich gerne an sie zurückgeben. Weiterhin sagte sie, dass die westlichen Medien mit «… zweierlei Standards messen, wenn es um die Berichterstattung über den Krieg zwischen Israel und Gaza geht. Selbst auf CNN gab es zu Beginn des Konflikts eine Schlagzeile, in der von israelischen Kindern berichtet wurde, die in einem israelischen Kibbuz geschlachtet wurden. Das wurde nicht von unabhängiger Seite überprüft. Würden Sie etwas veröffentlichen, das nicht verifiziert wurde und von den Palästinensern stammt?» Auch, als die Reporterin sie unterbrach und mit den Realitäten, die Journalisten gezeigt worden waren, konfrontierte, lenkte sie nicht ein ,im Gegenteil, sie legte nochmals nach: «Als sich der 7. Oktober ereignete, stellte sich die Welt sofort und unmissverständlich auf die Seite Israels und sein Recht, sich zu verteidigen, und verurteilte den Angriff, der sich ereignete … aber was wir in den letzten Wochen erleben, ist das Schweigen der Welt. Dies ist das erste Mal in der modernen Geschichte, dass es ein solches menschliches Leid [bei den Palästinensern] gibt und die Welt nicht einmal zu einem Waffenstillstand aufruft. Die Medien und die westlichen Entscheidungsträger übernehmen schnell die israelischen Narrative. Wenn Israel angreift, ’sterben‘ Palästinenser, aber wenn Israelis sterben, werden sie kaltblütig ermordet.» Ihre Königliche Hoheit hat wohl auch nichts von der unsäglichen UNO-Abstimmung gehört, bei der 120 Staaten genau das forderten, Israel verurteilten und die Hamas mit keinem Wort erwähnten.

Wer mir erklären kann, welchen Grund die in GB beheimatete, «Sex workers Union» haben könnte, die nachfolgende Stellungname abzugeben, der hat viel mehr Phantasie, als ich sie je haben werde. «Wir, die Sex Workers‘ Union, stehen in ausdrücklicher und unmissverständlicher Solidarität mit dem palästinensischen Volk. Es gibt keine Worte, die die Tiefe unseres Entsetzens und die Stärke unserer Verurteilung angesichts der Entmenschlichung und völkermörderischen Gewalt, die die Siedlerkolonie Israel gegen das palästinensische Volk verübt, angemessen zum Ausdruck bringen könnten.» Der Text geht weiter: «Wir trauern um den Verlust ziviler Leben, von Palästinensern, Israelis und Ausländern, die Opfer der anhaltenden Besatzung und des Konflikts geworden sind. Die Zahl der Todesfälle, von denen fast die Hälfte Kinder sind, darf nicht weiter ansteigen.

Wir können nicht tatenlos zusehen, wie der Staat Israel weiterhin eine illegale Besatzung, Blockade und Apartheid durchsetzt und die Menschen in Gaza dazu zwingt, im grössten Freiluftgefängnis in Ländern zu leben, so sie ständig weiter enteignet werden.»



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