Krieg in Israel – Tag XXIX

 20. Cheshwan 5784

Wie versprochen, kommt hier noch das Video der gesamten Veranstaltung #NeveAgainIsNow vom 2. November in Zürich auf dem Münsterhof. Vielen Dank an Miklos Rosza! 

Aus der Administration des US-Präsidenten Joe Biden wurde bekannt, dass die Hamas-Terroristen versucht haben, Terroristen, die sich in Krankenwagen versteckt hatten, über den Grenzübergang Rafah nach Ägypten zu schmuggeln. Die Liste der zu evakuierenden Personen war von der Hamas zusammengestellt worden und betraf sowohl Verwundete und Kranke, die zur weiteren Behandlung in ägyptische Spitäler überführt werden sollten, als auch die Namen der Personen mit ausländischem Pass oder doppelter Staatsbürgerschaft, die ausreisen wollten. Die Listen wurden von Ägypten und den USA gegengeprüft und abgelehnt, nachdem sich herausstellte, dass mindestens ein Drittel der aufgeführten Personen aktive Hamas-Terroristen waren. Nachdem die IDF nun gezielt einen Krankenwagen in unmittelbarer Nähe des al-Shifa Krankenhauses, in dem sich ausschliesslich Terroristen befanden, unter Beschuss nahm, und dabei die Terroristen tötete, empörte sich UN-Generalsekretär Antonio Guterres wortgewaltig: «Ich bin entsetzt, dass die IDF einen Konvoi mit Krankentransporten angreift. Dieser Wahnsinn muss enden. Die Bilder der auf der Strasse verstreuten Leichen sind erschütternd.» Die IDF gab unmittelbar nach dem Anschlag bekannt: «Nachdem wir einen Krankenwagen identifiziert haben, der von einer Terroristen-Zelle benutzt wurde, haben wir diesen aus der Luft angegriffen. Dabei wurden mehrere Hamas-Terroristen getötet. Entsprechende Informationen wurden an unsere Verbündeten weitergegeben. Wir betonen, dass dieses Gebiet eine Kampfzone ist. Die Zivilbevölkerung in diesem Gebiet wird wiederholt aufgefordert, sich zu ihrer eigenen Sicherheit nach Süden zu evakuieren.» Das Weisse Haus betonte nochmals den Vorfall und bedauerte, dass sich aufgrund dieses Vorfalls die Evakuierung von Kranken, Ausländern und Doppel-Staatsbürgern verzögern würde. 

Die IDF hat am Vormittag angekündigt, zwischen 13 und 16 Uhr Ortszeit eine der Haupt Nord-Süd-Verbindungen im Gazastreifen für Evakuierungen freizuhalten, um es der Bevölkerung zu ermöglichen, im Süden des Landes Schutz zu suchen. «Wenn ihr um euch selbst und euren Lieben besorgt seid, dann folgt unseren Anweisungen und macht euch auf in den Süden.» hiess es in einem in Arabisch geschriebenen Text. Die Hamas-Terroristen beschossen die Flüchtenden prompt.

Gut versteckt unter importierten Süsswaren wurden mehrere Sauerstoffkonzentratoren entdeckt. In der Regel werden diese Geräte im Klinikbereich zur Beatmung eingesetzt. Diese Konzentratoren scheiden Stickstoff aus der Umgebungsluft ab, sodass der Patient reinen Sauerstoff einatmen kann. Diese Geräte werden sehr oft in der ambulanten Therapie eingesetzt. Das ist der positive Nutzungsgrund. Oder man kann die Geräte auch zur Belüftung von Tunnelanlagen einsetzen. Das ist es, was die Hamas-Terroristen machen. Und nur zu diesem Zweck sollten sie in den Gazastreifen geschmuggelt werden. Die Kontrolle der LKWs ist schwierig, aber wie sich herausstellt, auch dringend notwendig. Von Ägypten aus fährt der LKW zunächst nach Nitzana in der Negev Wüste und wird dort von COGAT kontrolliert. Wenn die Lieferung akzeptiert wird, fährt der LKW zurück nach Rafah, um von dort aus in den Gazastreifen zu fahren. Wird die Lieferung nicht akzeptiert, wird sie zur weiteren Kontrolle einbehalten.

Familienangehörige der von den Hamas-Terroristen in den Gazastreifen verschleppten Geiseln haben vor dem Militärhauptquartier in Tel Aviv eine Zeltstadt aufgebaut und angekündigt, dort bis zur Befreiung aller Geiseln bleiben zu wollen. Wir erinnern uns, der israelische Soldat Gilad Shalit wurde 2006 von Hamas-Terroristen gefangen genommen und nach Gaza verschleppt. Freigelassen wurde er am 11. Oktober 2011, nachdem im Gegenzug 1.027 palästinensische Gefangene freigelassen wurden (n.b. viele von ihnen wurden mittlerweile nach erneuter terroristischer Tätigkeit in Israel wieder gefangen genommen und verurteilt). Seine Familie lebte zwischen März 2009 und seiner Freilassung ebenfalls in einem Zelt in der Balfour Street vor der Residenz des PM. Für heute Abend werden umfangreiche Proteste in Tel Aviv erwartet. Die Teilnehmer wollen damit für verstärkte Bemühungen zur Befreiung der Geiseln demonstrieren.

Das Haus von Hamas-Führer Ismail Haniyeh, der seit 2019 selbst im sicheren Katar in Saus und Braus, umgeben von purem Luxus lebt, wurde heute von der IAF zerstört. Laut Berichten von hochrangigen Hamas-Terror-Führern wird das Haus, das im Flüchtlingslager al-Shathi liegt, von zwei seiner Söhne bewohnt. Ob die sich zum Zeitpunkt des Angriffes im Haus befanden, oder ob es Verletzte oder Tote gab, wurde noch nicht bekannt. Vor einigen Tagen waren bei einem Beschuss durch die IAF 14 Familienangehörige, darunter ein Bruder und ein Neffe von Haniyeh getötet worden. 

Während die Kämpfe an der Nordgrenze mit dem Libanon ungehindert weitergehen, traf sich der US-Aussenminister Antony Blinken mit dem geschäftsführenden PM Najib Mikati in Amman. Eine Presseerklärung gaben sie nicht ab. Blinken betonte aber, er habe sich beim libanesischen PM für dessen Bemühungen bedankt, den Libanon nicht in den Krieg hineinziehen zu lassen. Aus dem Pentagon kam die Hoffnung, dass aktuell der Konflikt zwischen Israel und der Hamas, der im Libanon als Stellvertreterkrieg zwischen Israel und der Hisbollah ausgetragen wird, begrenzt ist und keine regionale Ausbreitung zu erwarten ist. 

Die Raketen aus dem Libanon wurden auf Orte im oberen Galiläa und auf die nördliche Grenzstadt Rosh HaNikra abgeschossen. Bisher gab es keine Verletzten. 

Hisbollah Chef Sayyed Hassan Nasrallah warnte in seiner lange erwarteten ersten Rede seit dem Beginn des Krieges, die USA, dass die Ausweitung des Krieges vom Ende der israelischen Angriffe auf den Gazastreifen abhängen würden. Gleichzeitig betonte er, dass jederzeit die Möglichkeit bestünde, dass sich die Kämpfe an der libanesischen Grenze zu einem flächendeckenden Krieg ausweiten könnten. Die Massaker an den israelischen Zivilisten am 7. Oktober seien von Israel selbst ausgeführt worden, es gäbe keinerlei Beweise für eine Beteiligung der Hamas-Terroristen. Gleichzeitig behauptete er aber, dass die „Al-Aqsa-Flut“, wie die Hamas ihre Offensive gegen Israel nennt, die Schwäche Israels aufgedeckt habe. In einer deutlichen Drohung in Richtung Israel erklärte er, ein Präventivschlag gegen den Libanon wäre ein „dummer Fehler“. Er habe dafür gesorgt, dass die Kämpfe an der libanesischen Grenze die IDF dort festhalten würden und dass diese deshalb nicht in Gaza zur Verfügung standen. Er betonte, dass das erste Ziel darin bestehe, die „Aggression“ gegen den Gazastreifen zu stoppen, und das zweite Ziel sei, den Sieg der Hamas sicherzustellen. Er forderte, dass die Länder den Handel mit Israel einstellen und dass die arabischen und muslimischen Länder ihre Öllieferungen an die Vereinigten Staaten einstellen.

Ein Alarm in Eilat stellte sich als Fehlalarm heraus. Eilat war in den vergangenen Tagen immer wieder sowohl aus dem Gazastreifen, als auch von Houthi-Rebellen aus dem Yemen beschossen worden.

Die japanische Aussenministerin Yoko Kamikawa kündigte nach einem Treffen mit dem israelischen FM Eli Cohen in Amann und dem palästinensischen «Aussenminister» in Ramallah an, dass Japan US$ 65 Millionen für humanitäre Hilfe in Gaza und weitere US$ 10 Millionen als Soforthilfe zur Verfügung stellen werde. Die Gelder sollen «die Unterstützung der Palästinenser und die Versorgung des Gazastreifens sicherstellen.»Gleichzeitig verurteilte sie die [israelischen] Angriffe auf die Zivilbevölkerung scharf und forderte eine sofortige Zwei-Staaten-Lösung. Kein Wort zur Verurteilung des Massakers an der israelischen Bevölkerung durch die Hamas-Terroristen. Zur Erinnerung: Bei der Abstimmung anlässlich der UN-Generalversammlung vom 27.10.23 enthielt sich Japan der Stimme und weigerte sich damit, die Gräueltaten der Hamas zu verurteilen.

Aus Indonesien wird heute die erste Lieferung mit Hilfsgütern für die Zivilbevölkerung in Gaza den Flughafen el-Arish in Ägypten erreichen. Indonesien, das bevölkerungsreichste muslimische Land unterhält keine diplomatischen Beziehungen mit Israel und unterstützt ausschliesslich die Palästinenser. «Die menschliche Tragödie in Gaza ist inakzeptabel und muss so rasch wie möglich gestoppt werden.»

Bei einer nächtlichen gezielten Operation im südlichen Gazastreifen konnten die IDF-Bodentruppen das Gebiet von Sprengfallen reinigen und Häuser von gesuchten Hamas-Terroristen zur Zerstörung markieren. Gleichzeitig gelang es ihnen, eine Gruppe von Terroristen, die gerade aus dem Tunnel-System kamen, zu eliminieren. Obwohl die IDF derzeit ihre Operationen auf den nördlichen und zentralen Gazastreifen konzentriert, bereitet sie mit solchen gezielten Aktionen die nächste Stufe des Krieges vor. Indonesien hatte bei der oben genannten Abstimmung für die Resolution gestimmt, die ein sofortiges Ende der «…israelischen Aggression im Gazastreifen und einen sofortigen humanitären Waffenstillstand» forderte. 

Die «Gesundheitsbehörde» der Hamas-Terror-Organisation reklamiert, dass bei einem Beschuss durch die IAF eine von der UNRWA geführte Schule gezielt beschossen worden sei. Im Gebäude hätten Tausende von wohnungslos gewordenen Gazaner Schutz gesucht. Mindestens 12 Personen seien dabei getötet und mehr als 54 verletzt worden. Bisher gab es dazu weder Kommentare der UNRWA noch der IDF.

Am Donnerstag ging ein Video in den sozialen Medien viral, das mehrere tote Palästinenser zeigt, die inmitten ihrer Habseligkeiten auf einer grossen Strasse liegen. Ein Mann fährt mit dem Velo durch die Szene und schreit dabei: «Gott, ein Kind. Gott, die Frauen. Gott, das Mädchen. Bitte, Gott, beschütze unser Volk. Bitte schau.» Die Hamas-Terroristen sind schnell dabei, dieses Video als Beleg für israelische Kriegsverbrechen an Menschen in Gaza zu deklarieren. Israel hingegen sieht es als einen weiteren Beleg für ein Massaker der Hamas-Terroristen an der eigenen Bevölkerung, die sich versucht, in den Süden zu retten. Jeder der gefragt wurde, wo genau und vor allem auch wann das Video entstanden sein könnte, hatte dazu eine andere Meinung. Weder Reuters noch BBC konnten Licht ins Dunkel bringen. Der Mann, der klagt und jammert, spricht von Karren und einem Esel, beides ist auf dem Video aber nicht zu sehen, was zu der Vermutung führt, dass Bilder und Ton aus zwei unterschiedlichen Ereignissen stammen. Trotzdem berichtet Jordan News unmittelbar nach der Veröffentlichung: «Israelischer Angriff fordert 14 Tote auf der Küstenstrasse von Gaza.» Doch seltsam, es gibt keinen Kater und auch keinen Hinweis, dass die Menschen einem Luftangriff zum Opfer fielen. Die Auswertung der Bilder hingegen ergab, dass die Menschen durch Schüsse getötet wurden. In den Sozialen Medien wurde behauptet, die Opfer hätten weisse Fahnen bei sich gehabt, wie von der IDF vorgegeben, um sie als Flüchtlinge zu definieren. Amjad Taha, ein arabischer Journalist, behauptet, dass es eine übliche Taktik der Hisbollah und palästinensischer Terrorgruppen in Syrien sei, auf Zivilisten zu zielen, die weisse Fahnen schwenken, und kommt zu dem Schluss, dass es wahrscheinlich ist, dass sie von Scharfschützen der Hamas ins Visier genommen wurden, weil sie versuchten zu fliehen. Die Hamas-Terroristen versuchen die Welt immer wieder mit solchen Videos und Bildern von der Bösartigkeit Israels zu überzeugen. Ihre PR-Maschinerie übertrifft die Israels nach wie vor bei Weitem. Auch wenn bei genauem Hinschauen klar wird, dass das, was man sieht nicht das ist, was es ist, in den Köpfen der Menschen hat sich das Bild schon festgesetzt. 



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