21. Cheschwan 5784

Gestern Nachmittag musste die IDF erneut bekanntgeben, dass vier Soldaten im Kampf gegen die Hamas-Terroristen in Gaza ihr Leben verloren haben. Insgesamt sind während des Wochenendes neun Soldaten gefallen. Damit sind während der vergangenen Woche 28 Soldaten gefallen, seit Beginn des Krieges sind es 345. Zwei Soldaten wurden im Laufe des Tages schwer verletzt.
Am Nachmittag des gestrigen Tages traf sich Generalstabschef Herzi Halevi mit Offizieren der in Gaza operierenden Truppen in Gaza City. Das ist meines Wissens der erste Besuch eines Generalstabschefs in einem Kriegsgebiet. In voller Kampfausrüstung wurde er von einem gepanzerten Fahrzeug in das Kampfgebiet gefahren und hielt dort eine Besprechung ab.
Verteidigungsminister Yoav Gallant erklärte nach mehreren Treffen mit Soldaten an der Grenze zum Libanon und im Süden: «Unsere Reservesoldaten haben mir erklärt, dass sie darauf vorbereitet sind, weiterzukämpfen, auch wenn der Krieg ein Jahr dauern sollte. Sie wollen das Ziel, die Hamas-Terroristen auszuschalten, unbedingt erreichen. Diese Bereitschaft gilt für alle Israelis.» Er fuhr fort: «Wir zerstören ein Hamas-Bataillon nach dem anderen. Zwölf Hamas-Führer wurden bereits getötet, wir werden sie alle erreichen. Die Hamas-Führung ist für all das verantwortlich. Wir werden vor allem auch Yahya Sinwar finden und töten. Wenn die Bewohner von Gaza uns dabei zuvorkommen, wird das den Krieg beträchtlich verkürzen.» In Richtung der Hisbollah und ihrem Anführer Hassan Nasrallah stellte er klar: «Wir haben kein Interesse an einem Krieg mit dem Libanon. Wir sind aber vorbereitet. Wenn Nasrallah einen. Fehler macht, so besiegelt er damit das Schicksal des ganzen Libanon.» Sinwar ist einer jener Gefangenen, die im Gegenzug zur Freilassung von Gilad Shalit ausgetauscht wurden.





Tausende Menschen demonstrierten gestern Abend in Tel Aviv, um ihre Unterstützung für die Geiseln und deren Familienangehörige zu zeigen. Unmittelbar nach dem Ende der Veranstaltung gab es wieder Raketenalarm, sodass die Teilnehmer innerhalb weniger Sekunden Deckung in einem Schutzraum suchen mussten. In Jerusalem protestierten Hunderte vor der Villa des PM in der Azza Street. Sie warfen ihm vor, bisher keine Verantwortung übernommen zu haben, und forderten seinen sofortigen Rücktritt. In Caesarea,dem privaten Wohnort des PM, musste die Polizei zwei kleine Gruppen von Demonstranten trennen, die für und gegen den PM demonstrierten. Auch die Frage: «Wo war die Polizei, als die Hamas-Terroristen die Massaker ausübten?» wurde bei den Demos immer wieder gestellt. Die Polizei zeigte sich bestürzt über die Sprechchöre: «Wir haben an diesem Morgen 58 Beamte verloren, dazu kommen noch Dutzende von Verletzten, als wir in der Grenzregion des Gazastreifens im Einsatz waren.»
Der «Koordinator für den Gefangenenaustausch» Gal Hirsch wurde bei einem Besuch der Zeltstadt vor dem Militärhauptquartier in Tel Aviv mit durchaus unterschiedlichen Reaktionen konfrontiert. Während die einen sich herzlich bei ihm bedankten – für was blieb unklar – skandierten andere immer wieder «Schande! Schande!» «Du bist eine Zumutung!» wurde ihm entgegengerufen und «Geh’ nach Hause!» Hirsch wehrte alle Fragen der anwesenden Journalisten ab. Wie sein Chef, der PM, weigerte er sich, eine Stellungnahme abzugeben. «Ich bin nicht hier, um interviewt zu werden, ich bin hier, um die Familien zu unterstützen.» Zu der Freilassung, resp. der Befreiung von bisher fünf Geiseln, hat er jedenfalls nichts beigetragen.
Gerade aus arabischen Ländern, aber auch aus dem Westen mehren sich die Stimmen, dass die grauenhaften Massaker an israelischen Zivilisten und Soldaten am 7. Oktober nicht von Hamas-Terroristen, sondern von Israelis ausgeübt wurden. Die Welt, inkl. der jordanischen Königin Rania und der UN fordern Beweise. Diese Menschen sind der Propaganda der Hamas auf den Leim gekrochen. Aran, ein israelischer Soldat, war unter den ersten, die auf dem Festivalgelände in Re’im eintrafen. Mit seiner Bodycam filmte er, was er antraf. Im Video kann man hören, wie er immer wieder verzweifelt um irgendein Lebenszeichen bittet, fast bettelt. Doch niemand antwortet. «Sie sind alle tot», wiederholt er mit brechender Stimme. «Ich werde immer wieder nach Beweisen gefragt – hier ist der fucking Beweis.» (Achtung, die Bilder sind verstörend, weshalb ich sie auch nicht direkt einfüge.)

Der türkische Präsident Tayyip Erdogan hat erklärt, dass der israelische PM kein Gesprächspartner mehr für die Türkei sei und hat daher seinen Botschafter aus Israel abgezogen. Als Grund führte das Aussenministerium an, dass Israel nicht gewillt sei, sich auf eine Waffenruhe einzulassen und seine Angriffe auf den Gazastreifen weiter fortsetze. «Ich habe ihn abgeschrieben», schrieb Erdogan. Die geschäftlichen und diplomatischen Beziehungen mit Israel wolle die Türkei aber weiterhin aufrechterhalten. Israel hatte schon vorher aufgrund der immer aggressiver werdenden Reden der Türken seine Diplomaten aus Ankara abgezogen. Im September hatten sich Erdogan und Netanyahu noch während der UNO-Vollversammlung getroffen und ein Treffen vereinbart.
Im Kabinett Netanyahu VI herrscht Uneinigkeit. Yesh Din, eine NGO die Palästinensern aus Judäa und Samaria kostenlosen Rechtsbeistand anbietet, berichtete, dass es seit dem 7. Oktober mindestens 172 Übergriffe von radikalen Siedlern auf Palästinenser oder deren Eigentum gegeben habe. Ben-Gvir,Fehlbesetzung als Minister für Nationale Sicherheit und selbst erfahren in Terroranschlägen, fragte allen Ernstes «… warum ‘Graffitis’, die israelische Jugendliche auf palästinensisches Eigentum schmieren, so viel Aufmerksamkeit bekommen.» Das ist so, als ob ein scharfer Kampfhund mit gefletschten Zähnen vor meinem Kind steht und sein Besitzer mir lächelnd sagt «Er will doch nur spielen!» Immerhin zeigte der PM noch einen Restverstand und wies ihn zurück, dass die Gewalt der Siedler viel ernster zu nehmen sei, als Ben-Gvir glaube. Dies nur wenige Stunden nachdem der US-Aussenminister Antony Blinken betont hatte: «Extremistische Gewalt gegen Palästinenser muss gestoppt werden. Wir werden genau hinschauen, um sicherzustellen, dass unsere Freunde diese Verpflichtung einhalten.» bekannt. Nachdem der Minister für jüdisches Erbe, Amichai Eliyahu,

ebenso wie Ben-Gvir Otzma Yehudit, betont hatte, dass er den Einsatz von Atomwaffen gegen Hamas und damit auch den gesamten Gazastreifen unterstützen würde, wurde er sofort vom PM von den Kabinettssitzungen suspendiert. Unmittelbar nach dieser Aussage verurteilte der PM ihn scharf: «Seine Worte sind völlig jenseits jeder Realität. Israel und die IDF in Übereinstimmung mit den höchsten Standards des internationalen Rechts und versuchen, unbeteiligte Personen zu schützen. So werden wir uns bis zum Erreichen unserer Ziele verhalten.» Auch Oppositionsführer Yair Lapid verurteilte den Minister: «Das ist eine entsetzliche und wahnsinnige Bemerkung eines unverantwortlichen Ministers. Er hat die Familien der 241 Gaza-Gefangenen beleidigt, die israelische Gesellschaft beleidigt und unser internationales Ansehen geschädigt.» Auch aus dem Likud und dort wiederum aus Ministerkreisen wurde die Kritik an der Entscheidung des PM kritisiert: «Er hätte ihn entlassen müssen, nicht nur vom Kabinettsstisch entfernen. Das ist ein Witz, es gibt sowieso kaum Kabinettssitzungen, und der grösste Teil der Arbeit wird in telefonischen Abstimmungsrunden erledigt.» Später versuchte der suspendierte Minister einen Beschwichtigungsversuch auf seinem Twitter «X» Account. «Jeder vernünftig denkende Mensch muss erkennen, dass mein Kommentar ein rein metaphorischer war.» Er verglich die Zerstörung von Gaza mit der von Sodom und Gomorrha, die im Wochenabschnitt dieser Woche in der Torah beschrieben wird. Die pure Heuchelei!!!!

Die arabische MK Iman Khatib-Yasin, United Arab List, verleugnete heute in einem Interview mit dem Knesset Sender, dass die grausamen Massaker an israelischen Zivilisten und Soldaten in dieser Form stattgefunden haben. Zwar habe sie den Film, der vor wenigen Tagen in der Knesset gezeigt wurde und der eine unzensierte Darstellung der Massaker zeigt, nicht gesehen habe, aber dass sie «aus erster Hand» erfahren habe, dass dort Vergewaltigungen und das Ermorden von Babys gezeigt worden seien. Der Film wurde aus den Aufnahmen der Bodycams der Hamas-Terroristen zusammengeschnitten. «Was passiert ist, war schwierig. Für mich ist es schrecklich, etwas Unglaubliches, das nicht toleriert werden kann, aber wir haben es hier nicht mit Simulanten zu tun. Ich bin eine religiöse Muslima – und was passiert ist, verstösst gegen die muslimische Ethik.» Ihre eigene Partei verurteilte ihre Aussagen und forderte ihren sofortigen Rücktritt.
Der US-amerikanische Aussenminister Antony Blinken hat sich heute mit PA-Präsident Mahmoud Abbas in dessen Regierungssitz in Ramallah getroffen. Dieser Termin war ursprünglich nicht in den Plänen für das Wochenende bekanntgegeben worden. Nach dem Treffen gab es keine Pressekonferenz, es wurde auch nicht veröffentlicht, über was die beiden gesprochen haben.

Nachdem nun alle Reservisten aus dem Ausland nach Israel zurückgebracht wurden, hat die El Al damit begonnen, einige ihrer Flugzeuge von Passagiermaschinen zu Frachtmaschinen umzurüsten. Unter den Flugzeugen ist eine Boeing 737, die 20 Tonnen transportieren kann, und eine Boeing 777, die zwischen 25 und 50 Tonnen an Bord nehmen kann. Am Dienstag landete ein Dreamliner in Mumbai, erstmals nach einer vierjährigen Pause, um Hilfsgüter an Bord zu nehmen und nach Israel zu bringen.

Die IDF hat auf dem Gebiet eines alten Kinder-Luna-Parks mit Schwimmbecken in Gaza eine Abschussrampe für Raketen identifiziert. Man erkennt Schiffsschaukeln und Knupsautos, das Gelände schaut ziemlich verwahrlost aus.
Dass der PM die Folgen der grauenhaften Massaker der Hamas-Terroristen und den Krieg Israel gegen die Hamas politisch überleben wird, darf hoffentlich stark angezweifelt werden Dennoch machen sich seine speichelleckenden Apologeten schon daran, entlastende Informationen zu sammeln, die ihm seinen Stuhl erhalten könnten. Es wird ihnen nicht gelingen. Wer auch immer sein Nachfolger wird, ich spreche nicht davon, wer sein politisches Erbe antritt, sieht sich einem riesigen Müllhaufen gegenüber … Seit er sich mit Anklagen wegen verschiedener Fehlverhalten und kriminellen Aktivitäten konfrontiert sieht, rächt er sich am juristischen System, das ihn, den grossen Politiker so behandelt, wie den kleinsten Kleinkriminellen. So entstand diese unsägliche Regierung, die nur ein Ziel verfolgt: Alle Macht auf sich zu konzentrieren und ihr völlige carte blanche zu geben, bei Budgetumverteilungen, bei der Ernennung von Kumpanen in Regierungsämter, bei der Schikane gegenüber Pressevertretern und TV-, sowie Radiosendern. Als krönender Abschluss soll die Gewaltenteilung zerstört werden. Keiner hört mehr die mahnenden Stimmen und so kann sich auch Sarah einmischen: «Es ist einfach schrecklich, was Sie dem PM antun, der sein Leben für das Land gibt. Der Mist, mit dem Sie sich beschäftigen … Ihre Kollegen in anderen Polizeieinheiten, wie der Spezialeinheit zur Terrorismusbekämpfung, sind zumindest Kämpfer.» fuhr sie fort. «Was machst du hier? Es ist eine Schande.» Vielleicht sitzt er noch im Sattel. Er versteckt sich vor der Öffentlichkeit, wie es andere Diktatoren auch tun. Feige und verängstigt. Aber auf jeden Fall ist es unwahrscheinlich, dass eine verärgerte Öffentlichkeit Netanyahu und seinen Partnern erlauben wird, ihre Jobs zu behalten.
Die IDF hat heute durch ihren Sprecher, Admiral Daniel Hagari Videos und andere Beweisstücke vorgelegt, dass die Hamas-Terroristen in unmittelbarer Nähe des Indonesischen Spitals in Gaza einen Einstieg in das unterirdische Tunnelsystem unterhalten, weiter Bilder und Videos belegen, dass die Terroristen aus dem Gebäude heraus die Soldaten der IDF beschiessen.
Kategorien:Israel
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