Krieg in Israel – Tag XXXI

22. Cheshwan 5784

Bei einer Messerattacke in der Altstadt von Jerusalem wurde eine Polizistin schwer, und ein Polizist leicht verletzt. Der Angreifer wurde neutralisiert. Er wurde als ein 16-Jahre alter Bewohner aus dem Ost-Jerusalemer Issawiya Viertel identifiziert. Der Zustand der Polizei-Offizierin wurde in der Zwischenzeit als kritisch definiert. Die schwer verletzte amerikanisch-israelische Polizeioffizierin, Sgt. Elisheva Rose Ida Libin, s’’l, 20, erlag am Nachmittag ihren Verletzungen. Sie kam im Jahr 2021 nach Israel und diente als «lone soldier» in der Polizei. Mit ihrem Tod erhöht sich die Zahl der ermordeten Polizisten seit dem 7. Oktober auf 59.

Eine weitere Hochburg der Hamas Terror-Organisation wurde von der IDF im Laufe der vergangenen Nacht eingenommen. Weitere 450 (!) Stützpunkte, Abschussrampen, Beobachtungstürme, Trainingsplätze und Tunneleingänge wurden zerstört. Neben zahlreichen Terroristen wurde auch der Einsatzleiter für Spezialeinsätze, Jamal Musa bei einem Luftangriff eliminiert.

Auch heute wird wieder der Korridor für die sichere Flucht von Gazanern aus dem umkämpften Norden in das Gebiet südlich von Wadi Gaza zu ermöglichen. Die Strasse wird zwischen 10 Uhr und 14 Uhr geöffnet sein. Bisher, so rechnet die IDF, haben mehr als 800.000 Menschen die Chance genutzt, sich in Sicherheit zu bringen. Trotz intensiven Aufforderungen, ihre Wohngebiete zu verlassen, haben sich zu viele Menschen, ca. 300.000, entschlossen, dort zu bleiben. Oder sie wurden von den Hamas-Terroristen dazu gezwungen. 

Die Evakuierung von Kranken und Verletzten aus dem Gazastreifen wurde nach einer Unterbrechung heute wieder aufgenommen. Nachdem Hamas-Terroristen einen Krankenwagen missbraucht hatten, um verletzte Terroristen aus dem Gazastreifen zu schmuggeln, waren diese Evakuierungsfahrten eingestellt worden.

In Tulkarem in Samaria gelang es heute der IDF, drei Terroristen, die mit der Hamas-Terror-Organisation affiliiert waren, zu eliminieren. Es handelte sich dabei um einen lokalen Terroristen, einen Anführer der Hamas und einen Dritten, der als Führer der Al-Aqsa Brigade gilt.

Der IDF ist es gelungen, den Gazastreifen in zwei Teile zu «zerschneiden». Laut Angaben der IDF ist damit Gaza City völlig eingekesselt. Das gab Armee-Sprecher Konteradmiral Daniel Hagari am Sonntag bekannt. Dieser Schritt sei ein wichtiger Erfolg in den Bemühungen der IDF, die Hamas Terror-Organisation völlig auszuschalten. In Gaza City werden die Aufenthaltsorte und Verstecke der meisten Terroristen-Anführer vermutet. Es wird erwartet, dass die Bodentruppen innerhalb der kommenden Stunden bis tief nach Gaza City eindringen werden. Die Kommunikationswege in Gaza waren zwischenzeitlich zum dritten Mal unterbrochen, wurden aber nach kurzer Zeit wieder hergestellt.

Bei den Kämpfen in Gaza verlor ein weiterer IDF-Soldat , Sgt. S. Cohen, s“l, sein Leben, ein weiterer wurde unbestimmten Grades verletzt.

Die EU stellt einen weiteren Betrag in Höhe von € 25 Millionen für die Direkthilfe der Bevölkerung in Gaza bereit. Dies verkündete Rats-Präsidentin Ursula von der Leyen. Damit erhöhen sich die Hilfszahlungen auf inzwischen € 100 Millionen. 

Knesset-Sprecher Amir Ohana gab bekannt, dass US$ 250 Millionen aus den nicht fest zugeteilten Budgets für Kriegsausgaben freigegeben werden. Das entspricht 17.5% dieses Budgetpostens. Lohnzahlungen und andere gesetzlich verbindliche Ausgaben sind davon nicht betroffen.

Jordanien hat gegen Mitternacht mit einer, mit den USA und Israel koordinierten Aktion, eine Hilfslieferung für ein Spital über Gaza abgeworfen. Damit wollte man, so König Abdullah II, die intensiven Kontrollen am Grenzübergang Rafah umgehen. Hoffentlich befanden sich wirklich nur die deklarierten Hilfsgüter in der Lieferung, die medizinische und pharmazeutische Hilfsgüter und Lebensmittel umfassten. Die Lieferung wurde von Jordanien aus forciert, nachdem im von ihnen betriebenen Spital die Vorräte sich dem Ende zuneigen. Die Lieferungen erfolgten, nachdem US-Aussenminister Antony Blinken in Amman Gespräche mit seinen Amtskollegen aus Jordanien, Ägypten, Saudi-Arabien und den VAE geführt hatte.

Frankreich, so gab France24 bekannt, will in Abstimmung mit Ägypten dort ein Feldspital einrichten. Das kündigte der französische Verteidigungsminister in einem Interview mit dem libanesischen »L’Orient le Jour» an. Dieses Spital soll überwiegend Operationen bei Verwundeten aus Gaza durchführen. Gleichzeitig kündigte er an, dass Frankreich der regulären libanesischen Armee Dutzende von gepanzerten Fahrzeugen zur Verfügung stellen wird, damit sie in Zusammenarbeit und Abstimmung mit den UN-Blauhelmen sichere Kontrollfahrten im Land unternehmen können.

Königin Rania von Jordanien, mütterlicherseits palästinensischer Herkunft, betonte in einem Interview mit CNN, dass das Ziel Israels, den Gazastreifen von der Hamas zu befreien, «kurzsichtig und nicht ganz rational» sei. Sie geht davon aus, dass « … die eigentliche Ursache dieses Konflikts die illegale Besatzung ist. Wenn wir diese Ursachen nicht angehen, kann man die Kämpfer töten, aber man kann nicht die Ursache töten. Unter den Trümmern der zerstörten Gebäude wird eine andere Gruppe auftauchen, die entschlossener und motivierter ist, das zu tun, was die Hamas getan hat». Sie weist die Versuche Israels, die Bewohner des Nordens aus dem Gazastreifen zu ermutigen, in den Süden zu gehen, als «PR-Trick» zurück. «Wenn die Israelis behaupten, dass sie versuchen, Zivilisten zu schützen, ist das eine Beleidigung für die Intelligenz.» Auch ihre Äusserungen sind eine Beleidigung für die Intelligenz.

Ahed Tamini, die bereits seit ihren frühen Kinderjahren immer wieder höchst medienwirksam von ihrer Familie in geplanten Auftritten gegen IDF-Soldaten positioniert wurde, wurde festgenommen. Im Jahr 2017 war sie schon einmal angeklagt und zu einer mehrmonatigen Gefängnisstrafe verurteilt worden. In den folgenden Jahren hat sie immer wieder Morddrohungen gegen Juden und Gewaltfantasien auf Instagram veröffentlicht. Der unmittelbare Grund für die aktuelle Verhaftung waren Veröffentlichungen, in denen sie fordert: «Wir werden die Siedler abschlachten und ihr Blut trinken.»

Um 15 Uhr heute Nachmittag wird der UN-Sicherheitsrat erneut zu einer Sitzung zusammentreffen. Die Themen werden der Beschuss des Al-Shifa-Spitals und die wiederholten Angriffe auf das Jabalia Flüchtlingslagers sein. Es werden keine Resolutionen zur Abstimmung kommen, nachdem mehrere Versuche, eine «humanitäre Feuerpause» zu erreichen, an der notwendigen Zustimmung gescheitert waren. Die UNO gab bekannt, dass seit dem Ausbruch des Krieges 88 Mitarbeiter der Flüchtlingsorganisation UNRWA getötet worden seien. Dies sei die höchste jemals verzeichnete Zahl an Opfern in einer kriegerischen Auseinandersetzung.

Die USA haben ihre Präsenz in der Kriegsregion verstärkt. Ein Atom-U-Boot der «Ohio-Klasse», welches über atomare Sprengköpfe verfügt, hat seinen Operationsraum erreicht. Dieser umfasst das östliche Mittelmeer, das Rote Meer, den Persischen Golf und den Golf von Oman. Der genaue Lagepunkt wird aus Sicherheitsgründen nicht bekanntgegeben. Man geht jedoch davon aus, dass es, ebenso wie die zwei bereits vor Ort befindlichen Flugzeugträger, im Angriffsfall Israels durch den Iran oder seine Verbündeten sofort einen Vergeltungsschlag ausüben kann. 

Dass der PM kein Staatsmann ist, das wussten wir schon lange. Dass er mit allen möglichen Winkelzügen versucht, jede Verantwortung oder Schuld an den grausamen Massakern und dem im Anschluss ausgebrochenen Krieg gegen die Hamas Terror-Organisation zu übernehmen, macht ihn allmählich zu einer verachtenswerten Figur. Am Sonntag deutete er an, dass die Demonstrationen gegen die Abschaffungspläne der Gewaltenteilung seiner Nicht-Regierung zu den Protesten der Reservisten geführt haben. Ja, das stimmt. Als es sich aber als notwendig erwies, erschienen alle zum Dienst! Dass diese Demonstrationen und Proteste ein wesentlicher Entscheidungsfaktor der Terroristen für das Massaker am 7. Oktober gewesen seien, das ist nichts anderes, als ein weiterer infamer Versuch, sich von jeder Verantwortung reinzuwaschen. «Der Zusammenhang zwischen dem ‘Ungehorsam’ der Reservisten und der ‘Motivation’ von Hamas-Terror-Führer Yaha Sinwar muss nach dem Krieg untersucht werden.» wird er von verschiedenen hebräischen Medien, insbesondere von Kanal 13, zitiert. Erst nachdem Minister Benny Gantz den PM für seine Äusserung scharf gerügt hatte, krebste das Büro des PM zurück und betonte, er habe diese Aussagen nie gemacht. 

Der thailändische PM Srettha Thavisin hat heute verkündet, dass die 23 von Hamas-Terroristen im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln in Sicherheit seien und bald freigelassen würden. Allerdings sei es notwendig, eine Feuerpause für die Dauer von ein oder zwei Tagen zu erreichen, bevor die Freilassung erfolgen könnte. Der PM berichtete, er habe mit dem Chef der königlichen Luftwaffe gesprochen, der ihm die frohe Botschaft überbracht habe. Die Verhandlungen zur Freilassung der Thais werden via Malaysia geführt. Der thailändische Parlamentspräsident gab bekannt, dass er von iranischen offiziellen Stellen über den Gesundheitszustand der Geiseln informiert worden sei. Sobald das Zeitfenster zur Freilassung feststünde, würden weitere Details über den Iran bekanntgegeben. Die Geiseln würden in den Iran ausgeflogen werden, von wo aus sie nach Thailand zurückkehren könnten. Thailand wird wohl leider noch lange auf die Rückkehr der Geiseln warten müssen. Eine Feuerpause oder sogar ein Waffenstillstand wird erst dann ausgehandelt werden, wenn alle Geiseln befreit sind. Dieses Vorgehen ist nichts anderes als ein perfider Trick, Israel zu irgendwelchen Zugeständnissen zu pressen. 

Finanzminister Bezalel Smotrich, der auch der für die Zivilverwaltung in Judäa und Samaria zuständige Minister, ereiferte sich gegenüber dem PM und VM Yoav Gallant «Die israelischen Siedler im Westjordanland sind sich selbst überlassen.» und forderte das Kriegskabinett auf «… die Sicherheit im Westjordanland zu verbessern, und ‘palästinenserfreie Zonen’ um jüdische Orte einzurichten, um den Zugang von Palästinensern zu verhindern. Es ist absurd, dass sich die Politik nicht geändert hat. Das ist ein Irrsinn, den ich nicht hinnehmen werde.» Smotrich gehört zu den Siedlerfreunden, die lautstark die Ausweitung der Siedlungen fordern, um zeitnah alle Palästinenser aus den Gebieten zu vertreiben und das Land zu annektieren 

Der rechts-extreme nationalistische Minister Itamar Ben-Gvir überzeugte den PM davon, dass es nicht an der Zeit sei, Minister Amichai Eliyahu aus dem Amt zu entlassen. Der hatte vorgeschlagen, Gaza mit einer Atom-Bombe zu beschiessen. Zwar hatte er die Aussage später als «metaphorisch» bezeichnet, sich aber nicht dafür entschuldigt. Ben-Gvir, der seinen Parteigenossen in Schutz nahm, teilte dem PM mit, er werde die Entlassung nicht unterstützen. Die Regierung solle sich gefälligst damit beschäftigen, die Hamas auszuschalten und nicht damit, Minister zu erziehen. Daraufhin knickte der PM genauso, wie wir es schon kennen, ein. Minister Eliyahu wurde nur symbolisch vom Kabinettstisch verbannt. Doch der ist derzeit nicht aktiv und arbeitet nur virtuell.

Die Kibbutzniks aus Be’eri, deren Kibbuz die dramatischsten Szenen der Massaker sah und der den grössten Schaden davontrug, werden möglicherweise in ein Wohnprojekt in Jerusalem ziehen. Bedingung ist, dass der Kibbutzrat dem Projekt zustimmt und dass alle Mitglieder dort gemeinsam leben können. Mindestens 85 Menschen waren bei den Massakern ermordet worden und zumindest 26 gelten als in den Gazastreifen verschleppt. Derzeit leben sie in einem Hotel am Toten Meer.

Filme, die die Gräueltaten der Hamas-Terroristen zeigen, sind, so glaubt der PM, dazu geeignet, Israel bei seiner weltweiten PR-Kampagne zu unterstützen. Die Aufnahmen stammen von den Bodycams der Terroristen und den Kameras von Ersthelfern und Sicherheitskräften, die als erste in den betroffenen Orten ankamen und sind daher authentisches Material. Bisher wurde der 47-Minuten Film weltweit Politikern, Diplomaten und Journalisten vorgeführt. Ein Grund dafür, dass es noch nicht für die breite Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt wurde, ist der Widerstand einiger Familien der darin vorgestellten Opfer. Zu den Vorführungen dürfen die Zuschauer keine Handys oder sonstige Aufnahmegeräte für Bild oder Ton mitnehmen.

Am Nachmittag kam es zu schwerem Beschuss aus dem südlichen Libanon auf Orte entlang der Grenze im oberen Galiläa und entlang der Küste bis nach Haifa. Es gab keine Meldungen über Sachschäden oder Verletzte. 



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