25. Cheshwan 5784
Die IDF gab soeben bekannt, dass sie einen weiteren führenden Hamas-Terroristen, Ibrahim Abu-Maghsiv, eliminieren konnte. Er war zuständig für den Einsatz von Panzerabwehrraketen in Zentral-Gaza. In dieser Position hat er zahlreiche Angriffe gegen die IDF und israelische Zivilisten durchgeführt.
Nachdem gestern deutlich mehr als die ursprünglich geschätzten 15.000, nämlich 50.000 (!) Menschen in den Süden des Landes flüchteten, wird auch heute der Fluchtkorridor von 10 bis 16 Uhr freigehalten. Das sind zwei Stunden mehr, als in den Tagen zuvor.
PM Netanyahu und sein reguläres Kabinett befinden sich seit mehr als vier Wochen im Kriegsmodus. Nicht nur, dass der PM sich nur noch ganz in Schwarz kleidet und damit an seine Generäle, SM Yoav Gallant und Minister Benny Gantz anpasst, er hat auch die regulären Kabinettstreffen auf Telefonkonferenzen zurückgestuft. Klar, er hat ja Wichtigeres zu tun, als sich mit tagesüblichen Kleinkramfragen zu beschäftigen. Jetzt hat GStA Gali Baharav-Miara ihm mitgeteilt, er müsse unbedingt in den Normalmodus umschalten. Telefonkonferenzen sollten und müssten die Ausnahme sein, wenn die Situation keine 1:1 Treffen ermöglichten. Das gelte auch zu Kriegszeiten.

Minister Yoav Ben Tzur, Shas, hatte vor wenigen Stunden festgehalten, dass dem PM nichts anderes übrigbleiben würde, als innerhalb von 90 Tagen nach dem offiziellen Ende des Krieges Neuwahlen auszuschreiben. «Dies wird vor den notwendigen Untersuchungen der Ereignisse stattfinden müssen. Der PM selbst wird diese Wahlen initiieren müssen. So können wir nicht weitermachen. Die Öffentlichkeit muss ihre Stimme abgeben können und dann werden wir sehen, ob Netanyahu ein Mandat zur Regierungsbildung erhält.» Das sind doch eindeutige, klar zu verstehende Worte, oder? Nur drei Stunden später krebste zurück: «Meine Worte sind aus dem Kontext gerissen worden. Ich wollte sagen, dass jetzt nicht die Zeit ist, sich mit den Verantwortungen zu befassen. Die kommt nach dem Krieg und Netanyahu selbst wird sie leiten. (…) Im Krieg spricht man nicht über Politik, und ich habe einen Fehler in meinem Urteil gemacht.» Da hat ihm wohl sein Parteichef Arye Deri, einer der besten Freunde des PM, einen heftigen Rüffel erteilt.
Wer glaubt, dass alle israelischen Krankenhäuser so sicher sind, wie das Rambam in Haifa oder das Soroka in Ashdod, der irrt leider. Mehr als 50 % der OP-Räume sind nicht ausreichend gegen Raketenbeschuss geschützt. Ausser bei lebensnotwendigen Operationen müssen alle diese Bereiche sofort verlassen, wenn der Alarm ertönt. Ein nicht haltbarer Zustand! Auch von den Patientenbetten befinden sich nur 30 – 40 % in geschützten Bereichen. Das Ziel ist es, die Spitäler so zu adaptieren, dass sie bis zu 72 Stunden ohne Hilfe von aussen voll funktionsfähig sind.

In einem Wohnhaus in unmittelbarer Nähe einer Schule in Gaza City identifizierte die IDF einen Raum, in dem Drohnen zusammengesetzt werden und ein Waffenlager. Unmittelbar neben dem Waffenlager fanden sie ein Kinderschlafzimmer! Die IDF hat ein entsprechendes Video dazu veröffentlicht.
Nach einem mehr als zehn Stunden dauernden Kampf gelang es der IDF eine der Hochburgen der Hamas Terror-Organisation in Jabaliya einzunehmen. Sowohl Hamas-Terroristen, als auch Mitglieder des Islamisch-palästinensischen Jihad wurden dabei sowohl «oberhalb, als auch unterhalb der Erde» aufgerieben, Dutzende wurden eliminiert. Bei der Operation wurden neben Waffenlager auch einige Tunneleingänge lokalisiert und zerstört. Einer davon befand sich unmittelbar neben einem Kindergarten und führte zu einem weit-verzweigten Labyrinth von Tunnelwegen. Auch detaillierte Pläne für Angriffe auf Israel und die IDF fielen ihnen in die Hände. Im Laufe des Tags hatte die IAF mehr als 100 Angriffsflüge auf Gaza ausgeführt.



Bei den gestrigen Kämpfen verlor ein weiterer Soldat, Master Sgt. Elihaou Benjamin Elmakyes, s’’l, sein Leben. Drei weitere Soldaten wurden bei den Kämpfen schwer verletzt. Die IDF gab soeben bekannt, dass Mast. Sgt. Dov Moshe Kogan, s’’l, heute im Kampf gefallen ist. Damit erhöht sich die Zahl der gefallenen Soldaten auf 35 seit Beginn der Bodenoffensive. Eine Soldatin, die Opfer des Massakers vom 7. Oktober war, und bisher als vermisst galt, wurden heute durch eine DNA-Vergleichsprobe identifiziert. Es handelt sich um Sgt. Roni Eshl, s’’l.

Beim Shifa-Spital im nördlichen Gaza City trafen gestern wieder Lieferungen mit Medikamenten und medizinischen Hilfsmitteln ein. Die UN beklagte, dass diese Lieferung nur ein Tropfen auf den heissen Stein sei. In einer gemeinsamen Presseaussendung betonten die UNRWA und die WHO, dass diese Lieferung nur unter grössten Gefahren für ihre Mitarbeiter und unter permanentem Beschuss der IAF hätte erfolgen können. Die Zustände im Krankenhaus würden sich von Minuten von Minute verschlechtern, die Betten seien oft doppelt belegt. Kranken müssten bereits in den Fluren und auch ausserhalb des Gebäudes behandelt werden. Israel hat bereits Pläne veröffentlicht, dass sich unter dem gesamten Klinikbereich Einsatzzentralen der Hamas befinden.
Als eine Begründung, warum während des Massakers so viele Kinder grausam ermordet und entführt wurden, gibt ein gefangen genommener Terrorist bei der Befragung durch den Shin Bet an «Kinder werden erwachsen und werden dann Soldaten, die gegen uns kämpfen. Deshalb müssten sie sterben.» Die Enthauptungen der Zivilisten begründete er damit, «Angst unter den Israelis zu verbreiten, denn was die Brutalität angeht, so gibt es keinen Unterschied zwischen der Hamas und der ISIS.»
Honest Reporting berichtete heute, dass die Massaker vom 7. Oktober nicht nur von den Bodycams der Terroristen dokumentiert wurden, sondern auch von Foto-Journalisten von Associated Press und Reuters, die im Gazastreifen stationiert sind und gemeinsam mit den Hamas-Terroristen auf israelisches Gebiet eindrangen. Dass diese Aufnahmen gemacht und auch veröffentlicht wurden, wirft ethische Fragen auf. Ist es ethisch, zugunsten des «Bild oder Video des Tages» eine Vergewaltigung, ein Abschlachten von wehrlosen Opfern, ein Zurschaustellen von misshandelten sterblichen Überresten öffentlich darzustellen? Ist das noch seriöser Journalismus? Als Bilder von blutdürstigen Terroristen mögen sie gerade noch durchgehen, aber von Journalisten, die dafür bezahlt werden? Bilder, an denen sich vor allem Jugendliche im Netz aufgeilen und den Schauer des unaussprechlichen Dramas, das sich vor ihren Augen entwickelt, begierig aufsaugen? Die Journalisten sind freie Mitarbeiter bei CNN und den New York Times, sie haben sich selbst vor den Panzern und inmitten der Terroristen abgebildet, waren nicht als Journalisten erkennbar und blendeten in ihre Videos ein «Live aus den Siedlungen beim Gazastreifen. Sie haben die brennenden Häuser dokumentiert, die Leichen von Männern, Frauen, Kindern und Babys, sie hielten die Entführungen in Bild und Ton fest.

Und es gibt Bilder, die sie gemeinsam mit dem meistgesuchten Terror-Anführer, Yahya Sinwar zeigen, der einen von ihnen küsst. Manche Bilder von mittlerweile aus den Datenbänken der grossen Presseagenturen, wie Associated Press (AP) gelöscht, manche wurden mit einem Warnhinweis versehen. Ob die Aufnahmen Teil des Grauen sind, muss jeder für sich beantworten. Eines sind sie aber sicher: Ein weiterer Beweis, dass die Massaker von langer Hand geplant waren. Mit einem Timing, das sogar die Einsätze von Journalisten festhielt. AP beteuert, nichts von den Massakern gewusst zu haben, sondern einfach nur Bildmaterial zu sammeln, wo immer es angeboten wird. Auch in Gaza. CNN hat die Zusammenarbeit mit dem betroffenen Journalisten beendet, CNN und New York Times äusserten sich nicht zu den entsprechenden Anfragen.
Benjamin Netanyahu war in seinen jungen Jahren ein Mann der starken Worte, jedes Wort war wohlgewählt, Stimmführung, Betonung, Luftholen, Tonlage und Lautstärke zog jeden Zuhörer in seinen Bann. Das war es, womit er überzeugte. In Interviews, im kleinen Kreis, vor der UNO. Er beherrschte diese Kunst in zwei Sprachen: im geschliffenen Hebräisch und im amerikanisierten Englisch. Noch vor seiner letzten grossen Rede in der UNO sah man ihn wenige Minuten vor seinem Auftritt hochkonzentriert an der Rede feilen. Gerade zu Kriegszeiten sind grosse und dramaturgisch gut gesetzt Reden massgeblich für die Stimmung im Volk. Seit dem Massaker am 7. Oktober hat Netanyahu sich mit einer Rede achtmal an die Nation gewandt. Zweimal standen ihm seine Generäle, Gallant und Gantz zur Seite, sechsmal stand er allein vor den Mikrophonen. Nur als die beiden erfahrenen Soldaten bei ihm waren, beantworte er Fragen der Journalisten. Als er allein dort stand, fehlte ihm beides, Sachverstand und Mut. Nun scheint ihm auch noch das Gespür für den geschliffenen Einsatz der Sprache abhanden gekommen zu sein. Am Dienstag verwendete er nicht weniger als 26 (!) Mal das Wort «Ich». Soll das Führungsstärke demonstrieren? Zeigen, dass er der grosse Macher ist und nicht in seinem stillen Kämmerlein ziemlich ausgeschaltet darauf warten, dass andere etwas tun? Verantwortung übernehmen will für die Zukunft, nicht aber für die Vergangenheit? So ähnlich kann man es interpretieren, immerhin hat er gesagt, «Ich bin dafür verantwortlich, die Zukunft des Landes zu sichern» Aber er hat immer noch nicht gesagt: «Ich bin bereit, Verantwortung für das zu übernehmen, was am 7. Oktober geschehen ist.» Für Anhänger von Netanyahu ist das genug. Für Kritiker ist das Zeichen seiner grenzenlosen Egozentrik, die nichts anderes in den Mittelpunkt seines Denkens und Handelns stellt, als sich selbst. Nicht nur in Friedenszeiten, sondern auch im Krieg.
Glück im Unglück hatten 37 Kindergartenkinder und 7 Mittelschüler in einer Schule in Eilat, als heute Nachmittag ein Unbemanntes Flugobjekt in ihr Schulgebäude einschlug. Die Schüler wurden sofort in den Schutzraum evakuiert. Sicherheitskräfte sind vor Ort und untersuchen derzeit den Vorfall, es gab keine Verletzten.
Das Weisse Haus gab bekannt, dass Israel im Norden des Gazastreifens täglich eine Feuerpause von vier Stunden plant. Dies sei ein Schritt in die richtige Richtung. Die Zeit solle genutzt werden, um Flüchtlingen die Möglichkeit zu gebe, sich aus der unmittelbaren Gefahrenzone zu begeben und Hilfsgüter auszuliefern. Gleichzeitig ergäbe sich, die Möglichkeit, Geiseln zu befreien. Das wurde von der ‘Jerusalem Post’ und von ‘ynetnews’ bekanntgegeben. In ‘Times of Israel’ steht allerdings, dass das Büro des PM diese Erklärung zurückweist. «Die Israelis haben uns mitgeteilt, dass es in diesen Gebieten während der Dauer der Pause keine militärischen Operationen geben wird und dass dieser Prozess heute beginnt.» Jetzt muss man gespannt sein, welche Version nun stimmt.
Von der Hamas-Terrororganisation ist angeblich ein Video veröffentlicht worden, das die beiden entführten Geiseln, Hanna Katzir, 77 und Yagil Yaakov, 13 zeigen soll. Hamas gab bekannt die beiden aus ‘humanitären Gründen’ demnächst freilassen zu wollen.
Kategorien:Israel
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