29. Cheshwan 5784
Das israelische Sicherheitskabinett hat beschlossen, die Sendungen und auch den Betrieb des Hisbollah-freundlichen Satellitensenders ‘Al Mayadeen’ in Israel einzustellen. In der Begründung von Kommunikationsminister Shlomo Karhi hiess es «der Sender dient ausschliesslich den Feinden Israels und beeinträchtigt die nationale Sicherheit des Landes.» Auf der englischsprachigen Startseite des Senders gibt es Videos, wie z.B. «Israel bombed its own settlements on Oct 7th» die auf den ersten Blick als infame und tatsachenverdrehende Propaganda entlarvt werden können. Auch die Textbeiträge sprechen ihre eigene Sprache.

Auf der arabischen Seite heisst es zu einem Bild, das den Fluchtkorridor vom Shifa-Krankenhaus in den Süden und das umkämpfte Gebiet im Norden des Gazastreifens zeigt: «Zu einer Zeit, in der mit der zionistischen Propaganda verbundene Medien die Kontrolle der Besatzung über weite Gebiete der Westachse bis hin zur Kontrolle des Krankenhauses propagierten, bestätigen die Informationen, dass die Besatzung die Westseite der Nordachse noch nicht unter Kontrolle gebracht hat, aber in Längsrichtung von der Südseite in die Al-Rashid-Strasse eingedrungen ist. Sie erreichte den Abdel-Nasser-Kreisverkehr und bog um den Krankenhausplatz nach Westen in Richtung Al-Shati-Lager ab. Sie überquerte auch die Al-Nasr-Strasse von der Nordseite. Ankunft im Herzkrankenhaus, das etwa einen Kilometer vom Al-Shifa-Krankenhaus entfernt liegt.» Damit wird genau der Weg beschrieben, den die IDF für Patienten und Zivilisten freihält, um gefahrlos aus dem Gebiet des Shifa-Krankenhauses die nach Süden führende Hauptstrasse zu erreichen. Also eine ausschliesslich aus propagandistischen Gründen verdrehte Wahrheit, die den Beschuss durch die Hamas auf die Flüchtenden rechtfertigt.
Die WHO und Hamas behaupten fälschlicherweise, dass das Shifa-Krankenhaus völlig von der IDF umstellt und damit abgeriegelt sei. Das ist verkehrt. Am Wochenende hatte der Leiter der von Hamas geführten Krankenhäuser im Gazastreifen – und das sind eigentlich alle – Mohammed Zaqout noch folgende Zahlen bekanntgegeben: Neben 1.500 Patienten würden sich 1.500 medizinische Mitarbeiter, sowie 15.000 Vertriebene auf dem weitläufigen Gelände des Spitals befinden. Heute spricht er von 650 Patienten, 500 Mitarbeitern und 2.500 schutzsuchenden Zivilisten. Die Zahl hat sich also von 18.000 auf 3.650 reduziert, was bedeutet, dass die IDF bereits etwa 14.350 Personen evakuiert hat. Ein sehr schwieriges Unterfangen, da jede Bewegung um das Spital vor allem in Richtung Süden vom ständigem Beschuss durch die Hamas bedroht ist.
Die PA hat die EU-Staaten und die Mitgliedsstaaten der UNO aufgefordert, in Abstimmung mit Israel dringende Lieferungen mit Hilfsgütern vor allen im Norden des Gazastreifens abzuwerfen. Von Jordanien wurden schon zweimal solche Lieferungen mit Fallschirmen abgeworfen.

Einer der Mitarbeiter der israelischen Stromgesellschaft, der am Sonntag bei Reparaturarbeiten im Grenzbereich zum Libanon nach einem Treffer mit einer von der Hisbollah abgeschossenen Rakete schwer verletzt wurde, ist heute an den Folgen seiner Verletzung erlegen. Sein Name ist Shalom Aboudi, s’’l.

Wieder musste die IDF den Verlust von zwei Soldaten bekanntgeben. Es handelt sich dabei um Maj. Isachar Natan und Staff Sgt. Itay Shoham, s’’l. Die Zahl der gefallenen Soldaten erhöht sich damit seit Beginn der Bodenoffensive auf 44. Ein weiterer Soldat wurde bei seinem Einsatz schwer verletzt.
Die Frau des israelischen Präsidenten, Michal Herzog, erzählte gestern, dass einer ihrer drei Söhne derzeit in Gaza kämpft und sie seit Tagen keinen Kontakt mehr mit ihm habe. Das ist eine der ganz seltenen Bemerkungen über ihre eigene Familie. Ich wünsche ihrem Sohn, ebenso wie allen derzeit für Israel in Gaza oder an der libanesischen Grenze kämpfenden Soldaten viel Glück, Erfolg und eine hoffentlich gesunde Heimkehr.
Gestern verliessen insgesamt 826 Personen den Gazastreifen über den Grenzübergang Rafah in Richtung Ägypten. Weiterhin wurden neun verwundete Palästinenser zur Weiterbehandlung nach Ägypten evakuiert.
Die US-amerikanischen Behörden geben sich besorgt, dass es beim Kampf um das Shifa-Krankenhaus zu viele zivile Opfer gibt. Der Nationale Sicherheitsberater der USA, Jake Sullivan sagte dazu: «Die Vereinigten Staaten wollen keine Feuergefechte in Krankenhäusern, bei denen unschuldige Menschen, Patienten, die medizinisch versorgt werden, ins Kreuzfeuer geraten. Und wir haben uns mit den israelischen Verteidigungskräften aktiv darüber beraten. Es ist ein aktives Gespräch, aber die Quintessenz ist, dass wir keine Feuergefechte in Krankenhäusern sehen wollen.» Wer will das schon? Israel sicher nicht. Im Gegenteil, Israel tut alles, um die zivile Bevölkerung vor den unmenschlichen Handlungen der Hamas zu schützen. Die Hamas missbraucht regelmässig Menschen, insbesoders auch Kinder als menschliche Schutzschilde.
An der südlibanesischen Grenze kommt es immer wieder zu Beschuss mit gelenkten Panzer-Abwehr-Raketen. Das vom Iran gelieferte Arsenal an diesem Raketentyp scheint unglaublich gross zu sein. Früher am Vormittag waren 18 Granaten aus dem Libanon auf Israel abgeschossen worden. Sie detonierten, aber ohne Schaden anzurichten, auf offenem, unbewohntem Gebiet.
Am Nachmittag eröffnete eine Hamas-Terrorist das Feuer auf Soldaten der IDF. Auf dem von der IDF freigegebenen Video ist eindeutig zu erkennen, wie er sich zwischen Zivilisten im Eingangsbereich des Al-Quds Spitals verbirgt. Bewaffnet war er mit einer Panzergranate (RPG). Nach dem Anschlag floh er in das Innere des Spitals. Weitere Terroristen näherten sich aus benachbarten Gebäuden. Unterstützt von der Luftwaffe gelang es der IDF, die Terror-Zelle mit 21 Mitgliedern zu neutralisieren. Bei der IDF gab es keine Verletzten, ein Panzer wurde von der Granate beschäftigt.
Wie erst heute von der UNRWA bestätigt wurde, wurde bereits am Samstag ein von ihnen geleitetes Haus in Rafah vom Meer aus beschossen und stark beschädigt. Dass es keine Verletzten gab, ist dem Umstand zu danken, dass die Mitarbeiter das Haus schon einige Zeit vor dem Beschuss verlassen hatten. Über den Hintergrund, warum die Mitarbeiter das Haus verliessen, gab es keine Erklärungen. Israel hat sichere Belege, dass die Hamas sich gerne in Einrichtungen der UNRWA versteckt oder diese als Waffenlager missbraucht. Der UNRWA Kommissionär, Philippe Lazzarini, bedauerte: «Dieser Angriff ist ein weiterer Beweis, dass es nirgendwo im Gazastreifen sicher ist. Weder im Norden noch in der Mitte oder im Süden.»
Das Shifa-Spital hätte schon längst wieder über unbedingt notwendige Diesellieferungen verfügen können, wenn nicht die Hamas Terror-Organisation dagegen wäre. So wurden 300 Liter Diesel, die von der IDF geliefert wurden, von der Hamas zurückgewiesen. In einer für die Soldaten unglaublich gefährlichen Operation wurden die Kanister aus Israel in gepanzerten Fahrzeugen in die Nähe des Shifa-Spitals gebracht. Von dort transportierten die Soldaten sie im Laufschritt bis zum Eingang des Gebäudes. Später erhielten sie jedoch die Information, dass die Hamas die Übernahme durch Mitarbeiter des Spitals verhindert hätten. Was mit dem Treibstoff weiter geschah, ist nicht bekannt. Das Shifa Spital wird derzeit immer noch von drei Seiten aus umkämpft, Israel bemüht sich, eine Seite für die sichere Evakuierung von Patienten und Zivilisten freizuhalten.

Der Middle East Monitor veröffentlicht wieder bewusst falsch formulierte und nicht offiziell bestätigte Berichte. So seien im Shifa-Spital mittlerweile insgesamt 12 Patienten verstorben. «Alle 3.000 Krebs-Patienten, die im Al-Rantisi und Al-Turki Krankenhaus behandelt wurden, werden nun sich selbst überlassen und sind todgeweiht, nachdem die IDF sie aus den Krankenhäusern entfernt hat.» Auch hochschwangere Frauen würden nirgendwo im Gazastreifen mehr Hilfe, medizinische Betreuung und Unterstützung erhalten. Die medizinischen Mitarbeiter könnten sich nicht mehr zwischen den Gebäuden bewegen, weil die Drohnen der IDF unablässig auf sie schiessen. Arab News beziffert die Zahl der Toten sogar mit 27 Erwachsenen und 7 Babys und beruft sich dabei auf Aussagen des ‘stv. Gesundheitsministers der Hamas’, Youssef Abu Rish.
Es gestaltet sich extrem schwierig, das Shifa-Spital zu erobern und damit endlich Zugriff auf die Hauptquartiere der Hamas Terror-Organisation zu erhalten, die unter dem Gebäudekomplex liegen. Während des Wochenendes wurden 20 Terroristen festgenommen, um nun in Israel durch den Shin Bet befragt zu werden. Wo und unter welchen Umständen diese Verhaftungen stattfanden, wurde nicht bekanntgegeben. «Die Verhöre der Terroristen werden genutzt, um aktuelle Informationen von der Umgebung zu erhalten und die Fortsetzung der Bodenoffensives und der Kampfbemühungen zu unterstützen», so der Shin Bet. Bei Evakuierungs-Massnahmen kam es immer wieder zu unmittelbarem Beschuss durch die Hamas auf die IDF, der aber sofort mit Gegenmassnahmen beantwortet wurde.

Nachdem Berichte öffentlich wurden, dass nur zwei israelische Krankenhäuser über effektive Schutzeinrichtungen im Kriegsfall verfügen, hat das Gesundheitsministerium bekanntgegeben, dass weitere US$ 51.8 Millionen für entsprechende Ausstattung bereitgestellt werden. Unmittelbar nach Ausbruch des Krieges waren schon US$ 19.5 Millionen zweckgebunden freigestellt worden. Derzeit sind nur knapp mehr als die Hälfte der Arbeitsräume und Operationssälen sicher gegen Raketenbeschuss ausgestattet. Und, noch schlimmer, nur knapp 40 % aller Patientenbetten befinden sich in sicheren Räumen.
Der zu Beginn des Krieges heftige Beschuss aus dem Gazastreifen auf Israel ist in den letzten Tagen tendenziell etwas zurückgegangen. Am ersten Tag, dem 7. Oktober, waren es 5.000 Raketen, die aus dem Gazastreifen abgeschossen wurden, insgesamt sind es bisher 9.500 in fünf Wochen. Vor allem seit Beginn der Bodenoffensive hat der Beschuss deutlich nachgelassen. Das spricht dafür, dass es der IDF gelang, zahlreiche Abschussrampen zu zerstören, Waffenlager aufzuspüren und die Raketen und Granaten zu zerstören.
Je länger der Krieg dauert, desto intensiver bemüht sich der «Ich.Bin.Immer.Noch.PM» Netanyahu, seine Verantwortung am Massaker von 7. Oktober möglichst weit von sich zu schieben. Letztmalig tat er das gestern bei einem Interview bei CNN (ich berichtete). Oppositionsführer Yair Lapid, von dem ich langsam verstehe, warum er sich nicht dem Kriegskabinett angeschlossen hat, erklärte heute: «Premierminister Netanyahu muss aufhören zu versuchen, die Verantwortung von sich abzulenken. Wenn er will, dass wir uns jetzt nicht mit der Frage beschäftigen, wer die Schuld trägt, sollte er sich nicht zu CNN setzen und sich mit dem amerikanischen Präsidenten Franklin Roosevelt vergleichen. Roosevelt hat dem japanischen General Yamamoto keine Geldkoffer geliefert und die Japaner nicht 13 Jahre lang durch eine fehlerhafte und gescheiterte Politik gestärkt, die in die Katastrophe geführt hat.» Lapid bezieht sich dabei unmittelbar auf die blauäugige Behandlung und Anbiederung an die Hamas, die Netanyahu zur Prämisse seiner Politik gemacht hat. Weder hat er Gelder gestoppt, noch hat er das Erstarken der Hamas verhindert. Mit Blick auf seine Oppositionspartner hielt Lapid fest: «Wir machen die Arbeit, die die Regierungsmitglieder machen müssten. Wir gehen zu Beerdigungen und Schiwas [siebentägige Trauerzeiten], wir waren regelmässig bei den Evakuierten und den Familien der Entführten, wir halfen bei der Bewältigung bürokratischer Probleme und wir verteidigen Israel in den internationalen Medien.» Das stimmt, nur gibt es nicht so viele medientaugliche Bilder von diesen Aktivitäten, wie sie der PM jeden Tag selbst oder durch sein Büro veröffentlichen lässt. Weiterhin kritisierte er völlig zu Recht, FM Smotrich der kurzerhand US$ 340 Millionen an ultra-orthodoxe Bildungseinrichtungen überwies. Dazu kommen grosse nicht näher bezifferte Summen, die er für seine Siedlerfreunde in Judäa und Samaria überwiesen hat. Als hätten wir keine anderen finanziellen Probleme derzeit!

In Beirut meldete sich ein hochrangiges Mitglied, Osama Hamdam, der «palästinensischen Widerstandsbewegung Hamas» zu Wort. Das wird von der iranischen Zeitung ‘ParsToday’ berichtet. Er bezog sich auf die verschiedenen Modelle, wer nach dem Krieg den Gazastreifen verwalten werde. «Wir sagen der US-Regierung und den kriminellen Führern des Besatzerregimes, dass Gaza nur von seinem Volk regiert wird und es ausser den Palästinensern dort keine politische oder Sicherheitsbehörde geben wird. Wir sind ein freies Volk, das von niemandem die Vormundschaft akzeptiert, und unser Blut und unser Leben werden der Preis für unsere Freiheit sein … Sparen Sie sich also die Mühe des Nachdenkens und überlegen Sie, wie Sie vom Baum herunterkommen, bevor Sie verbrennen.» Das ist eine antijüdische Sure aus dem Koran, die er hier zitiert.




Heute hätte es in Jerusalem ein farbenfrohes und frohes Fest geben sollen, Sigd, jener Tag, an dem die Beta Israel Juden aus Äthiopien vor vielen Jahrhunderten die Torah annahmen. Der Tag ist in Israel als religiöser Feiertag anerkannt. Normalerweise nehmen an der feierlichen Veranstaltung der Staatspräsident, die israelischen Chefrabbiner und Vertreter der äthiopischen Gemeinden in Israel teil. Von den Ministerien für Kultur, Einwanderung und Integration wurde eine Online-Veranstaltung organisiert.
Beim World Travel Market, der Anfang des Monats in London stattfand, fehlte erstmals seit 37 Jahren in Folge Israel. Dafür präsentierte sich «Palästina» so geschickt, dass der Stand zahlreiche Besucher anzog. 200 Staaten präsentierten sich auf dieser weltgrössten Tourismusbörse, 4.000 Fachbesucher und einige Zehntausend interessierte Kunden genossen das breite Angebot. Wie schon in den Jahren vorher warb Palästina mit «palästinischen Produkten», die interessanterweise aus Beit Shean und Ashdod stammten, wie die Etikettierung bestätigte. In einer Broschüre, die die besten Destinationen in Palästina beschreibt, wird Jerusalem als besonders wichtig für das Christentum beschrieben, aber auch als «eine der besterhaltenen mittelalterlichen islamischen Städte der Welt.» Juden werden nur ganz am Rande erwähnt. Überhaupt liest sich die Broschüre wie das Wunschdenken aus einer fernen Zeit.



Kategorien:Israel
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