4. Kislev 5782
UNO-Generalsekretär António Guterres wirft Israel vor, seine Aussagen verdreht und daher missverständlich gemacht zu haben. Das betonte er gestern Abend in der ORF Sendung ZIB 1. «Wenn man sich anschaut, was die Israelis sagen, und wenn man sich anschaut, was verschiedene arabische Länder sagen, so gibt es absolut keine Übereinstimmung. Es gibt eine völlig unterschiedliche Sicht der Geschichte und der Realität. Was die UNO betrifft, müssen wir uns an Prinzipien halten. Wenn die Menschenrechte verletzt werden, wo auch immer, von wem auch immer, müssen wir die Verletzung klar und deutlich anprangern.» In der Tageszeitung VN wird er aus der Sendung ZIB 2 zitiert: «Leider gab es einige Akteure, vor allem israelische, die meine Worte völlig verdreht haben, indem sie behaupteten, ich hätte die Hamas nicht verurteilt, was nicht stimmt, und dass ich versucht hätte, die Taten der Hamas aufgrund dieser Missstände zu rechtfertigen, obwohl ich genau das Gegenteil gesagt habe.» Er reagierte damit auf die Forderung des israelischen FM Eli Cohen bei der UNO in Genf, der betont hatte: «Guterres verdient es nicht, an der Spitze der Vereinten Nationen zu stehen. Guterres sollte, wie alle freien Nationen klar und laut sagen: ‘Befreit Gaza von der Hamas’.» Guterres fuhr im ORF fort: «Niemand kann leugnen, dass das palästinensische Volk nach 56 Jahren der Besatzung leidet, mit dem Bau von Siedlungen und der fehlenden Hoffnung auf einen palästinensischen Staat. Es gibt Missstände, und ich bekräftige diese Missstände. Aber ich habe gesagt, und das wird in der Beschreibung einiger israelischer Quellen über meine Worte herausgenommen, dass diese Missstände niemals die barbarischen Taten der Hamas rechtfertigen können. Abgesehen davon würden die Palästinenser denken, dass wir zu Gunsten Israels voreingenommen sind.» Hat er damit etwas an seiner Aussage verbessert? Ich denke, er hat es «verschlimmbessert» und stellt indirekt fest, dass die UNO sich tendenziell mehr der Seite der Palästinenser zuneigt.
Ein weiterer Anführer der Hamas, Ahmad Bahar, 76, Vizepräsident des ‘palästinensischen Legislativrates’, konnte von der IDF in einer gezielten Aktion eliminiert werden.

Bei Kämpfen im nördlichen Gazastreifen entdeckten IDF-Bodentruppen einen Aussenposten des palästinisch-islamischen Jihad und stellten dort im Iran gefertigte Badr-3 Raketen sicher. Diese haben eine Reichweite von 160 km und verfügen über einen 250 kg schweren Sprengkopf. Einige der Raketen wurden zu Untersuchungszwecken nach Israel gebracht, das Lager wurde zerstört.
Infanterie- und Fallschirmspringereinheiten konnten mit Unterstützung von Panzerfahrzeugen weitere Standorte der Hamas Terror-Organisation aufreiben. Sie fanden dort wieder grössere Mengen von Gewehren, Sprengstoff, Granatwerfern, Panzer-Abwehr-Raketen samt Abschussrampen und andere Ausrüstungsgegenstände.

In unmittelbarer Nähe eines Waffenlagers des Shifa -Spitals wurden gestern die sterblichen Überreste von Yehudit Weiss, 65, s’’l, gefunden. Ihr Mann war während des Massakers im Kibbutz Be’eri ermordet worden. Ihre sterblichen Überreste wurden nach Israel gebracht, wo heute am Vormittag die Beisetzung stattgefunden hat.
Nachdem Cpl. Noa Marciano, s’’l, bereits vor drei Tagen für tot erklärt wurde, konnten ihre sterblichen Überreste gestern geborgen und nach Israel gebracht werden. Die Beisetzung fand ebenfalls heute statt.
Der Direktor des Shifa-Krankenhauses, Muhammad Abu Salmiya, hatte gegenüber Al-Jazeera behauptet, dass Soldaten der IDF «zahlreiche Leichen aus dem Leichenschauhaus des Spitals ‘entführt’ hätten.» Es ist offensichtlich, dass es sich hierbei um die sterblichen Überreste von Yehudit Weiss und von Noa Marciano, s’’l, gehandelt hat. Im Gegensatz zur Hamas Terror-Organisation ist es bei der IDF nicht üblich, Verstorbene zu entführen.
In einem Interview mit ‘CBS News’ musste der PM zugeben, dass die Bemühungen Israels die Schäden an der Zivilbevölkerung im Gazastreifen so gering als möglich zu halten, nur sehr bedingt erfolgreich seien. «Wir werden versuchen, diese Aufgabe mit minimalen zivilen Opfern zu beenden, das ist es, was wir zu tun versuchen, minimale zivile Opfer, aber leider sind wir nicht erfolgreich.» Fragen auf den Erfolg bei den Verhandlungen mit der Hamas über die Freilassung der Geiseln sagte er: «Wir sind näher dran als vor Beginn der Bodenkampagne. Die Bodenaktion hat Druck auf die Hamas ausgeübt, einen Waffenstillstand zu erreichen. Wir werden einen vorübergehenden Waffenstillstand haben, wenn wir unsere Geiseln bekommen können. Ich glaube nicht, dass es dem Zweck dient, wenn ich das weiter ausführe.» Auf die Frage, ob er bereit sei, palästinensische Gefangene im Gegenzug auszutauschen, hielt er sich bedeckt: «Es gibt bestimmte Dinge, die wir vertraulich behandeln, bis wir etwas zu sagen haben.» Das heisst nichts anderes, als dass er (noch) nichts zu sagen hat und die Verhandlungen stocken. Gleichzeitig betonte er, dass Israel sicher sei, dass zumindest ein Teil der Geiseln zeitweise unterhalb des Shifa-Spitals festgehalten worden seien und das der Grund dafür war, dass die IDF überhaupt in das Gebäude eingedrungen ist. Aber, sie seien zu dem Zeitpunkt nicht mehr dort gewesen. Abschliessend versicherte er: «Wir wissen, wo sie sich jetzt aufhalten, aber es ist besser, nichts dazu zu sagen.» Bevor er so vollmundige Aussagen tätigt, braucht es aber in der Zwischenzeit mehr, um ihn glaubwürdig erscheinen zu lassen.
Nach einer vergleichsweise ruhigen Nacht begann erneut der Raketenbeschuss aus dem südlichen Libanon. Die Raketen waren auf die nordisraelischen Orte Malkia und Menara gerichtet. In einer sofortigen Reaktion beschossen Kampfflugzeuge die Stellungen der Hisbollah. Dabei gelang es auch eines ihrer Waffendepots zu zerstörten. Ebenfalls zerstört wurde eine Terror-Zelle, in der gerade einen Angriff auf das Dorf Arab- al Aramshe vorbereitete.

Der deutsche Botschafter in Israel, Steffen Seibert, schloss sich heute dem Marsch der Familien von in Gaza festgehaltenen Geiseln an. «Verliert nicht die Hoffnung!» sagte er ihnen, Deutschland würde sich auf verschiedenen diplomatischen Kanälen bemühen, die bedingungslose Freilassung der Geiseln zu erreichen. «Sie müssen alle sicher und in gutem Gesundheitszustand zurückkehren.» Botschafter Seibert hat sich in seiner Zeit in Israel hervorragend integriert und geniesst bei seinen Landsleuten im Inland und in Deutschland einen hervorragenden Ruf.
Der PM hat einen für heute geplanten Besuch im Sheba-Krankenhaus Tel HaShomer abgesagt. Er wollte dort verwundete Soldaten besuchen, zeigte sich aber dann besorgt, dass ihm das gleiche unangenehme Erlebnis drohen könnte, wie vor einigen Wochen Transportministerin Miri Regev und Gesundheitsminister Uriel Menachem Buso. Diese hatten nach wütenden Protesten von Familienangehörigen und Mitarbeitern das Gebäude gar nicht erst betreten.
Kategorien:Israel
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