15. Kislew 5784
Die Liste der heute freizulassenden Geiseln wurde offensichtlich vom Büro des PM akzeptiert. Damit sollte es beim Austausch von zehn israelischen Geiseln gegen 30 palästinensische Gefangene keine nennenswerten Probleme geben.
Die 11 gestern freigelassenen Geiseln sind nach einer Mitteilung des Ichilov Hospitals in Tel Aviv in stabilem Zustand, obwohl ein Kind bei der Übergabe im Rollstuhl sass.
Elma Avraham ist, das bestätigte am Nachmittag der Chef der Intensivstation des Soroka Spitals, Prof. Moti Klein, ausser Lebensgefahr. «Sie ist bei Bewusstsein, atmet selbstständig und braucht keine Intensivpflege mehr. Trotzdem bleibt sie aber weiter auf unserer Station für die weitere Behandlung.»

Die IDF musste bekanntgeben, dass drei Soldaten vor ihrer Verschleppung in den Gazastreifen von den Hamas-Terroristen ermordet wurden. Die sterblichen Überreste befinden sich im Gazastreifen. Der Oberrabbiner des Militärs erklärte ihren Tod auf der Grundlage von Erkenntnissen der IDF. Es handelt sich um Staff Sgt. Tomer Ya’akov Ahimas, 20, Sgt. Kiril Brodski, 19 und Sgr. Shaked Dahan, 19, s’’l. Sie werden der Gruppe der ‘gefallenen Soldaten, die von einer Terrorgruppe als Geiseln gehalten wurden’ zugeordnet. Damit erhöht sich die Zahl der seit dem 7. Oktober gefallenen Soldaten auf 395.
Der Chef des Mossad, David Barnea, ist zu einem dritten Besuch in Katar aufgebrochen. In Doha wird er sich mit Bill Burns, dem Chef der CIA und hohen katarischen Offiziellen treffen. Beim Treffen, dem dritten seit Ausbruch des Krieges, geht es um Verhandlungen über weitere humanitäre Feuerpausen.
US-Aussenminister Antony Blinken wird im Laufe der Woche zu seinem dritten Besuch in Israel seit dem 7. Oktober erwartet. Heute und morgen nimmt er in Brüssel und Skopje an Sicherheitstreffen der Aussenminister der NATO und der ‘Organization for Co-operation and Security in Europe’
Am Vormittag ist zum zweiten Mal seit einer Woche ein katarisches Privatflugzeug in Ben Gurion gelandet. Am Vormittag hatte ein Sprecher des katarischen Aussenministeriums erklärt, dass sie die Zusage der Hamas hätten, in den kommenden 48 Stunden 20 Geiseln freizulassen. «Derzeit sprechen wir über die Freilassung von Frauen, Müttern und Kindern, danach von den Zivilisten, junge Männer und alle anderen Frauen und dann über die verschleppten Soldaten. In den kommenden 48 Stunden werden wir intensive Verhandlungen führen, eine weitere Verlängerung der Feuerpause zu erreichen. Das ist alles abhängig von der Hamas, und ihrer Bestätigung, weitere Geiseln zu entlassen.» Die Kataris mussten zugeben, dass sie keine Information darüber haben, wie viele Geiseln sich tatsächlich im Gazastreifen befinden.

Je mehr Geiseln freigelassen werden, desto mehr erfahren wir über die Umstände, unter denen sie während ihrer Geiselhaft gehalten wurden. So berichteten einige Frauen, dass sie die ersten Tage in Käfigen verbringen mussten. Von der Hamas veröffentlichte Videos zeigen, dass Kinder während der meisten Zeit dort eingesperrt waren. Gestern wurde ein angeblich von Danielle Aloni geschriebener Brief von den Terroristen in Umlauf gebracht. In dem auf Hebräisch geschriebenen und ins Arabische übersetzten Brief heisst es u.a. «Ich bedanke mich für die aussergewöhnliche Menschlichkeit, die meiner Tochter zuteil wurde. Sie hat sich während der gesamten Zeit als Königin gefühlt.» Die Echtheit dieses infamen Schreibens wurde von der Familie nicht bestätigt. Er ist einer von vielen, die die Geiseln gezwungen wurden, zu schreiben. Bei den seltenen Gelegenheiten, israelische Radiosender zu hören, hätten einige von ihnen erfahren, dass Familienangehörige entweder ermordet oder ebenfalls verschleppt worden waren. Immer, wenn ein Kind unruhig wurde und begann zu weinen, wurde es mit vorgehaltener Waffe ‘aufgefordert’ ruhig zu sein. Einige Kinder wurden gezwungen, sich die Videos anzuschauen, die von den Hamas-Terroristen während der Massaker aufgenommen hatten.
Offensichtlich ist das Versagen des IKRK noch viel grösser als angenommen. So hat sich z.B. die israelische Krankenkasse Clalit bemüht, der schwerkranken Alma Abraham, deren Zustand immer noch lebensbedrohlich ist, die dringend notwendigen Medikamente bringen zu lassen. Der Sohn der Kranken hat sie übernommen und wollte sie dem IRK übergeben, die sie in den Gazastreifen zu einem Vertreter des Roten Halbmond hätte bringen sollen. Zweimal habe er dem Büro des IRK einen Besuch abgestattet und zweimal sei er abgewiesen worden. «Das können wir nicht tun.» Auf der Webseite des IKRK steht zu lesen: «Das IKRK ist bereit, den Zugang zu medizinischer Notversorgung zu unterstützen (…) Als neutrale, unabhängige humanitäre Organisation besucht das IKRK Gefangene in israelischen und palästinensischen Haftanstalten.» Nicht nur, dass das schamlose Lügen sind. In der Vereinbarung zur Feuerpause und zum Austausch von Gefangenen ist die ausdrückliche Bedingung enthalten, dass das IKRK jederzeit ungehinderten Zugang zu den Geiseln nehmen darf und muss. Bisher beschränkt sich die Aktivität ausschliesslich auf den Transport der Geiseln.
Auch das Versagen von PM Netanyahu wird mit jedem Tag klarer. Seit dem Jahr 2011 wurde ihm von drei Chefs des Shin Bet mindestens sechsmal ein Plan vorgelegt, der nahelegte, den Hamas Chef, Yaya Sinwar zu eliminieren. Erstmal wurde Näheres dazu während der Dienstzeit von Yoram Cohen bekannt. Alle Unterlagen wurden an hohen Stellen zusammengetragen und dokumentiert. Es handelte sich nicht um theoretische, sondern um bereits sehr gut ausgearbeitete Pläne. Die Pläne wurden notwendig, als die Hamas sich immer mehr zur Bedrohung für Israel etablierte und ihre Anführer eliminiert werden sollten. Netanyahu lehnte die Pläne aber immer wieder ab. Bei einer grossangelegten Trainingswoche im Mai, unter den Augen der israelischen Sicherheitskräfte, sprach Sinwar bereits von einer «Flut», mit der er Israel überrennen werde. Was Sinwar im Mai ankündigte, hat er im Oktober umgesetzt. Netanyahu wird auch dafür zur Rechenschaft gezogen werden müssen. Er allein trägt als PM die umfassende Verantwortung für alle Sicherheitsfragen. Das hat er immer wieder betont, sich aber nie daran gehalten. Irgendwann hat er begonnen, die Hamas als Aktivposten seiner Politik zu betrachten. Statt sie zu bekämpfen, hat er sie grosswerden lassen. Oppositionspolitiker Avigdor Lieberman, einstmals Verteidigungsminister im Kabinett Netanyahu kommentiert die Berichte: «Ich habe gelesen, dass Netanyahu den Bericht über die Vermeidung von mindestens sechs Versuchen, Sinwar zu eliminieren, bestritten hat. Netanyahu kann dies weiterhin so oft leugnen, wie er will. Er ist derjenige, der Yahya und den Anführern der Hamas Immunität gewährte und damit jegliche Versuche, sie zu neutralisieren, verhinderte. Ich erkläre dies nicht als blosse Spekulation, sondern als jemand mit persönlicher Kenntnis der Angelegenheit.»
UN-Generalsekretär Antonio Guterres hat am Vortag des ‘Internationalen Tages der Solidarität mit dem palästinensischen Volk’ eine Botschaft verkündet. Und zeigt sich dabei wie gewöhnlich sehr blind auf dem kritischen Auge. «Ich bin zutiefst betrübt über die steigende Zahl der palästinensischen Zivilpersonen, die in der Spirale der Gewalt im besetzten Westjordanland ihr Leben verloren haben.» Herr Guterres, warum verschweigen Sie die Opfer des palästinensischen Terrors gegen Juden? «Die seit langem bestehenden Konfliktursachen – die anhaltende Besetzung, die Ausweitung der Siedlungstätigkeit, die Zerstörung von Häusern und die Vertreibungen…» Über die Besetzung und die Siedlungstätigkeit kann man diskutieren, nur die Häuser von palästinensischen Terroristen werden zerstört und von der PA grosszügig wieder aufgebaut, grösser und schöner denn je, und vertrieben wurde niemand. «Unterdessen leidet der Gazastreifen weiter unter lähmenden Blockaden und humanitären Krisen.» Solange immer noch genügend Beton und Treibstoff für die Hamas-Terroristen durch die Tunnel von Ägypten nach Gaza kommt, kann man nicht von einer Blockade sprechen. Herr Guterres, fahren Sie doch mal nach Rafah und schauen, wie ganze LKWs im Untergrund, im Tunnelsystem zwischen Ägypten und Gaza verschwindet! Oder schauen Sie wie LKW an LKW, etwa 250 pro Tag, nach der erfolgten Kontrolle In Israel, wieder über Ägypten nach Gaza hineinfahren. Sie können das auch live beobachten, wenn derzeit allabendlich der Grenzübergang Rafah im Mittelpunkt des Interesses steht. «Das Hilfswerk der UNO für Palästinaflüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA) ist nach wie vor eine lebenswichtige Stütze.» Herr Guterres, haben schon mal darüber nachgedacht, welche andere Flüchtlingsgruppe eine eigene, derartig aufgeblähte Organisation zur Seite gestellt bekam? Nun? Sehen Sie, es gibt keine! Und wo sind die Flüchtlinge, die von der UNRWA betreut werden? Ok, die gab es 1948, als das, was die Araber als NAKBA bezeichnen, stattfand. Da wurden tatsächlich etwa 700.000 Araber aus dem ehemaligen britischen Mandatsgebiet vertrieben. Von wem? Grossteils von den eigenen Leuten. Und wie kann es sein, dass die UNRWA von aktuell 5.9 Millionen Flüchtlingen spricht? Herr Guterres, es wird Zeit, den Begriff des vererbbaren Flüchtlings neu zu definieren. Und bitte vergessen Sie doch nicht die 900.000 Juden, die zeitgleich aus arabischen Ländern vertrieben wurden. Herr Guterres, Sie sind völlig ungeeignet, als Generalssekretär der UNO vorzustehen. Die Mindestanforderung ist Objektivität und Unparteilichkeit, und beides fehlt ihnen völlig!
Ahed Tamini, die erst vor drei Wochen wieder gefangengenommen wurde, steht auf der Liste jener palästinensischen Gefangenen, die gegen israelische Geiseln ausgetauscht werden wollen. Tamimi, bereits seit frühen Kinderjahren bekannt für ihre andauernden Provokation von Soldaten oder anderen israelischen Sicherheitskräften und deswegen auch immer wieder rechtskräftig verurteilt, sitzt derzeit wegen aufhetzenden Äusserungen in den sozialen Medien. «Wir warten überall auf euch [die Siedler], in allen Städten der Westbank, von Jenin bis Hebron. Wir werden euch abschlachten und ihr werdet dann sagen, dass das, was Hitler gemacht hat, nur ein Vorspiel war. Wir werden euer Blut trinken und eure Knochen aussaugen. Kommt her, wir warten auf euch!» Hoffentlich hat Herr Guterres auch das gelesen

Generalstabschef Herzi Halevi hat die Soldatinnen des gemischten Caracal-Batallions besucht. «Wenn irgendjemand an euren Fähigkeiten gezweifelt hat, so habt ihr ihn eines Besseren belehrt! Wie ihr euch erinnert, gab es in Israel in den vergangenen Jahren immer wieder Diskussionen, ob Frauen in den kämpfenden Einheiten dienen sollen. Manchmal muss man viel reden, um etwas zu erklären. Bei euch waren keine Worte notwendig.» Die Soldatinnen stellen nach einem zweijährigen Pilot-Programm die erste nur von Soldatinnen besetzte Panzereinheit. Am Morgen des 7. Oktober fuhren sie von ihrer Basis Nitzana an der ägyptischen Grenze zur Grenze des Gazastreifens. Dort gelang es ihnen, mehr als 50 Terroristen zu eliminieren und dadurch deren tieferes Eindringen nach Israel zu verhindern. Respekt Mädels!
Lange hatte man sich gefragt, ob der derzeit meistgesuchte Mann der Terror-Organisation Hamas, Yahya Sinwar, sich überhaupt noch im Gazastreifen befinde. Man vermutete, dass es ihm gelungen war, mit Hilfe des IRK nach Ägypten und von dort aus nach Katar zu fliehen. Kurz nach dem Massaker hat er, gemeinsam mit seinem Bruder Mahmoud Sinwar, einige der Geiseln besucht. Der genaue Zeitpunkt ist nicht bekannt, es kann also sein, dass das Treffen schon vor einigen Wochen stattgefunden hat. Sinwar ist jedenfalls schon lange nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen worden. Auf der englischsprachigen Seite Almanar wird über das Treffen berichtet.
Das ‘Gesundheitsministerium’ der Hamas Terror-Organisation gab bekannt, dass das Dialyse-Zentrum im Shifa-Spital wieder geöffnet sei und forderte die Patienten auf, ihre Therapien fortzusetzen. Die WHO teilte mit, dass sich derzeit 180 Patienten, inklusive 22 stationäre Dialyse-Patienten, sowie 7 Pflegekräfte im Spital aufhalten.

Gestern musste die Familie von Doron Katz erfahren, dass ihr Bruder Ravid Katz zu den Opfern des Massakers vom 7. Oktober gehört und seine sterblichen Überreste identifiziert werden konnten. Doron Asher-Katz war mit ihren beiden Töchtern Raz und Aviv in der vergangenen Woche aus der Geiselhaft im Gazastreifen freigelassen worden. Das gab der Ehemann von Doron bekannt. Bis gestern war die Familie davon ausgegangen, dass er ebenfalls im Gazastreifen festgehalten würde.
Ohad Munder wünschte sich, im Krankenhaus von seinen Freunden besucht zu werden. Die Kids wurden eingeladen und kamen natürlich sehr gerne. Es gab Pizza, es gab Schleckeis und für einige Zeit konnte sich der 9-Jährige ganz einfach riesig über die gelungene Nachgeburtstagsparty freuen. Als besondere Überraschung bekam der Liverpool-Fan Besuch von einem israelischen Fussball-Team

Ofri, Yuval und Oriya Brodutch, die am Sonntag gemeinsam mit ihrer Mutter Hagar und der kleinen Avigail Idan aus der Geiselhaft freigelassen worden waren, hatten nur einen drängenden Wunsch: Sie wollten so schnell wie möglich den Familienhund Rodney sehen! Der Wunsch wurde ihnen erfüllt, Rodney wurde ins Schneider Kinderkrankenhaus, wo sie derzeit noch behandelt werden, gebracht.

Nachdem aus dem Büro des PM kam nur vorsichtige Optimismus, ob die fünfte Gruppe von 10 israelischen Geiseln noch heute im Laufe des Abends freigelassen werden würde. Um 18:12 meldet Arutz Sheva, dass die Geiseln dem IRK übergeben werden. Kurz darauf bestätigt Times of Israel den Bericht und verleiht der Hoffnung Ausdruck, dass die Geiseln innerhalb einer Stunde in israelischen Händen und damit in Sicherheit sein werden. Um 20:32 bestätigte die IDF, 10 israelische und 2 thailändische Geiseln übernommen zu haben.

Eine der freigelassenen hatte ihren Familienhund, der gemeinsam mit ihr verschleppt worden war, bei sich. Die Namen der Geiseln sind:
Ofelia Roitman, 74
Ditza Heiman, 84
Rimon Kirsgt, 36
Gabriela Leimberg, 59 und ihre Tochter Mia, 17
Clara Merman, 63
Tamar Metzger, 78
Ada Sagi, 75
Noralin Badadilla, 60
Sie werden in den nächsten Stunden über den Grenzübergang Kerem Shalom nach Israel einreisen und von dort zu ihren Familienangehörigen gebracht werden, die sie in einem Krankenhaus erwarten.
Kategorien:Israel
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