23. Kislew 5784

Leider beginnt auch dieser Tag wieder mit der Meldung von zwei gefallenen Soldaten: Sgt. First Class (res.) Yehonatan Malka, 23 und Lt. Col. (res.) Yochai Gur Hershberg, 52, s’’l. Malka verlor sein Leben im Kampf, Hershberg wurde Opfer eines tragischen Unfalls.

Avidad Frija, jener Reservist, der den Tod von Yuval Castelman, s’’l, beim tödlichen Terrorangriff in Jerusalem in der vergangenen Woche verursacht hatte, wurde aus der Untersuchungshaft in Hausarrest entlassen. Die Richter kamen zu dem Schluss, dass es sich, wenn man die Umstände des tragischen Todes betrachtet, um eine dramatische Abfolge von Umständen mit schrecklichem Ende gehandelt haben muss. Sie gehen davon aus, dass der Militärstaatsanwalt keine Klage gegen den Soldaten erheben wird.

Hanna Katzir, 77, die am 24. November aus der Geiselhaft im Gazastreifen freigelassen wurde, befindet sich seither in lebensbedrohlichen Zustand. Ihre Tochter Carmit Palty berichtete: «Sie war gesund, als sie entführt wurde. Als sie zurückkam, hatte sie ein gebrochenes Herz und litt an kardiologischen Problemen.» Hanna war am 7. Oktober aus dem Kibbutz Nir Oz entführt worden. Ihr Mann, Avraham, 79, s’’l, wurde ermordet. Ihr Sohn Elad wurde verschleppt und befindet sich noch in den Fängen der Hamas.



Das Leben der noch in Gaza festgehaltenen israelischen Geiseln ist jetzt, nach fast neun Wochen Geiselhaft, in ernsthafter Gefahr. Das teilte das ‘Hostages and Missing Persons Families Forum’ dem Kriegskabinett in Israel mit. «Wir haben gesicherte Informationen erhalten, dass es Entführte gibt, deren Zustand sich verschlechtert hat und nun eine unmittelbare Gefahr für ihr Leben besteht. Wir fordern, dass Sie dringend, mit Initiative und Kreativität handeln, um eine Einigung für die sofortige Freilassung aller Geiseln zu erzielen.» Bei mindestens einem Drittel der noch etwa 138 festgehaltenen Geiseln liegt eine Krankheit vor, die eine regelmässige Medikation verlangt. Auch die vor und während der Verschleppung zugefügten Verletzungen durch Vergewaltigungen, Schusswunden, Verletzungen durch Granatsplitter oder verlorene Gliedmassen müssten regelmässig und fachmännisch betreut werden. Hinzu kommt, dass die Geiseln weder ausreichend ernährt werden und aller Wahrscheinlichkeit nach physisch und psychisch gefoltert werden. Unter den immer noch im Gazastreifen Festgehaltenen befinden sich auch noch einige junge Frauen und Mädchen. Der Grund, warum sie bisher noch nicht freigelassen wurden, wie es die Vereinbarung zur Feuerpause vorsah, dürfte klar sein: Sie wurden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Opfer von sexueller Gewalt. Mindestens zehn der bisher freigelassenen Geiseln wurden von den Terroristen während der Geiselhaft sexuell missbraucht. Das ergaben die medizinischen Untersuchungen nach der Freilassung. Missbraucht wurden sowohl männliche als auch weibliche Geiseln.
UNICEF, die UN-Kinderhilfsorganisation, hat es endlich geschafft, die sexuelle Gewalt an Frauen und Kindern während der Massaker vom 7. Oktober anzuprangern. «Die Berichte über sexuelle Gewalt am 7. Oktober in Israel sind schrecklich. Überlebende müssen gehört, unterstützt und versorgt werden. Vorwürfe müssen umfassend untersucht werden. Wir verurteilen geschlechtsspezifische Gewalt und alle Formen von Gewalt gegen Frauen und Mädchen.» Wo bleibt zumindest der Hinweis darauf, wer der Verursacher dieser schrecklichen Gewalt war? Wo bleibt die Verurteilung dieser Gewalttäter? Wo steht der Name HAMAS? Die UNO schweigt nach wie vor und weigert sich, die Täter zu benennen. Wer steht für die Opfer, die Lebenden und die Toten ein?
Nachdem sich CDU-Chef Friedrich Merz bereits unmittelbar nach dem 7. Oktober dafür ausgesprochen hatte, ein Bekenntnis zum Existenzrechts Israels mit der Verleihung der deutschen Staatsbürgerschaft zu verbinden, setzte das Bundesland Sachsen-Anhalt jetzt neue Massstäbe. Innenministerin Tamara Zieschang forderte, die Regeln zeitnah in der ganzen Bundesrepublik umzusetzen. Bei jedem Bewerber wird zukünftig überprüft, ob sich antisemitische Einstellungen feststellen lassen. Gibt es die, oder wird die Unterschrift auf dem Bekenntnis zu Israel verweigert, wird die Antragstellung abgelehnt. Um das Gesetz auch auf Bundesebene zu installieren, müssen mögliche juristische Lücken durch den Bundestag geschlossen werden. Der berät derzeit über eine Änderung des Staatsangehörigkeits-Gesetzes.
Die IDF geht davon aus, dass die derzeit intensiven Kämpfe im Gazastreifen im Laufe des Januars auf ein niedrigeres Mass zurückgefahren werden. US-amerikanische Beobachter haben Israel in den letzten Tagen immer wieder aufgefordert, das Mass an Zerstörung, welches während der Bodenoffensive im Norden des Gazastreifens stattfand, im Süden nicht zu wiederholen. Verteidigungsminister Lloyd Austin betonte, dass Israel die Bodenoffensive nur gewinnen kann, wenn es der Bevölkerung den grösstmöglichen Schutz zukommen lässt. Gelichzeitig hielt er fest, dass die amerikanische Unterstützung für Israel nicht verhandelbar sei. US-amerikanische Berater haben sich entschlossen, Israel nicht in der breiten Öffentlichkeit zu kritisieren, sondern dies eher bei geschlossenen Gesprächen zu tun. So hatte in der vergangenen Woche US-Aussenminister Antony Blinken Israel gewarnt, es stünden nicht mehr Monate, sondern nur mehr Wochen für die intensive Kriegsführung zur Verfügung.


In den letzten 24 Stunden flog die IAF Angriffe gegen mehr als 250 Ziele im Gazastreifen. Zwei der Abschussrampen, von denen aus gestern mehrfach Raketensalven in Richtung Tel Aviv abgeschossen worden waren, wurden dabei zerstört. Auch Gebäude, die der Hamas Terror-Organisation und dem Palästinensischen Islamischen Djihad als Stützpunkte dienten, wurden zerstört. Dabei wurden auch einige Terroristen eliminiert. Eine Gruppe befand sich in der Nähe einer Schule im nördlichen Gazastreifen, wo auch Tunneleingänge und Waffenlager gefunden wurden. Das bisher grösste Waffenlager wurde heute Vormittag entdeckt. Es befand sich in der Nähe eines Krankenhauses und einer Schule. Gefunden wurden einige Hundert Granatwerfer, Dutzende Panzer-Abwehr-Raketen, Langstrecken-Raketen, grosse Mengen an Sprengstoff und einige Drohnen. Dass sich das Lager mitten in einem bevölkerungsreichen Gebiet befand, beweist einmal mehr, dass die Hamas die Zivilbevölkerung als ‘menschliche Schutzschilde’ missbraucht.


Na ja, bequem sieht vielleicht etwas anders aus, aber zur Not kann man sich offensichtlich recht gut in den Tunnelanlagen verstecken. Saubere Wände, sauberer Boden, Kissen zum Anlehnen und am Ende des Raumes sogar Sofas zum Ausruhen. Auf den Tischen frisches Obst und Kalt- sowie Heiss-Getränke. Gutes Licht und sogar Ventilatoren… Von den auf dem Bild anwesenden Hamas-Anführer leben fünf nicht mehr. Das Bild wurde bei der Durchsuchung eines Hauses im Gazastreifen gefunden.

VM Yoav Gallant hat die verlängerte Sicherheitsverwahrung eines Siedlers bis zum 2. April 2024 (!) angeordnet. Es ist die dritte derartige Anordnung seit dem 7. Oktober. Die drei festgenommenen radikalen Siedler stellen, so die Begründung, eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit dar. Tal Yinon Dardick, Bauer in einem illegalen ‘Aussenposten’ hat vor seiner Verhaftung Gewalt gegen palästinensische Geschäfte und Häuser ausgeübt und Olivenbäume zerstört. Seit dem 7. Oktober hat die Zahl der Angriffe von rechtsextrem-nationalistischen Siedlern auf Palästinenser drastisch zugenommen. Insgesamt wurden 242 Angriffe und Belästigungen aktenkundig. Minister Ben-Gvir nutzte der Anordnung als einen Angriff auf den Verteidigungsminister. Er postete die Kopie in seinem «X-Account» mit dem Hinweis «Da ist wohl wer verwirrt und weiss nicht mehr, wer Feind und wer Freund ist.»
In Khan Younis wurde ein Haus von der IDF umstellt, welches dem meistgesuchten Führer der Terror-Organisation im Gazastreifen, Yahya Sinwar, gehört. Es gibt aber keine Anzeichen dafür, dass Sinwar sich derzeit in diesem Gebäude aufhält. Allerdings besitzt er zahlreiche weitere Gebäude in dieser Region, die ihm als Versteck dienen können.
Im südlichen Libanon kam es gestern zu einem Zwischenfall, bei dem ein libanesischer Soldat sein Leben verlor und einige weitere verletzt wurden. Während die IDF daran «arbeiteten, eine konkrete Bedrohung zu neutralisieren» wurde ein Soldat des regulären libanesischen Militärs getötet und weitere verletzt. Die IDF erhielt einen Bericht über den tragischen Zwischenfall und entschuldigte sich: «Die Streitkräfte der libanesischen Armee waren nicht das Ziel des Angriffs. Der IDF tut der Vorfall leid und er wird untersucht.» Von der an der libanesischen Grenze operierenden UNIFIL (UN-Friedensmission) wurde der Vorfall ebenfalls kommentiert: «Die libanesischen Streitkräfte haben keinen Konflikt mit Israel geführt. In den letzten Tagen haben wir einen schnellen und alarmierenden Anstieg der Gewalt erlebt. Wir fordern ein Ende des Kreislaufs der Gewalt, mit verheerenden Folgen für die Menschen auf beiden Seiten.»
Bei einem Raketenbeschuss aus Gaza wurde ein Mann in Ashkelon durch Schrapnell-Splitter leicht verletzt. Vor einer Stunde konnte eine Rakete, die wahrscheinlich von Houthi-Rebellen aus dem Yemen in Richtung Eilat abgeschossen wurde, über dem Roten Meer abgefangen werden. Nach 16 Uhr wurden mindestens zehn Raketen aus dem Gazastreifen auf Be’er Sheva abgeschossen. Zeitgleich wurde auch der Beschuss aus dem südlichen Libanon wieder intensiviert. Es gab keine Meldungen zu Sachschäden oder Verletzungen. Eine Rakete schlug in einen Parkplatz in Be’er Sheva ein und verursachte dort einigen Sachschaden an parkenden Autos. Ein LKW, der Wasserstoffperoxyd geladen hatte, wurde stark beschädigt. Menschen kamen nicht zu Schaden.
Kategorien:Israel
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