25. Kislev 5784

Auch heute beklagt die IDF wieder den Verlust von zwei Soldaten. Sgt. Maj. (res.) Kobi Dvash, 41, und Master Sgt. (res.) Eyal Meier Berkowitz, 28, s’’l, fielen bei Bodenkämpfen im nördlichen und südlichen Gazastreifen.

Am Mittag mussten erneut die Namen von zwei gefallenen Soldaten bekannt gemacht werden. Master Sgt. (res.) Naftali Yonah Gordon, 32, und Sgt. First Class (res.) Omri Rot, 25, s’’l.
Damit erhöht sich die Zahl der Gefallenen seit Ende Oktober auf 93.


Mit Hilfe von Archäologen konnten zwei weitere Opfer des Massakers identifiziert werden. Dror Kaplun, 68, s’’l, der bisher als mögliche Geisel im Gazastreifen vermutet wurde, wurde beim Überfall der Hamas-Terroristen auf den Kibbutz Be’eri ermordet ebenso wie seine Frau, Dr. Marcelle Frailich Kaplun, 64, s’’l. Die Stadtverwaltung von Bat Yam musste den Tod von Eitan Levy, 53, s’’l, bekanntgeben. Er war als Taxifahrer von Bat Yam zum Kibbutz Be’eri unterwegs, als er von den Schlächtern der Hamas ermordet wurde. Nähere Umstände seines Todes wurden nicht bekanntgegeben.
Der UN-Sicherheitsrat wird heute zum 5. Mal seit dem Massaker vom 7. Oktober versuchen, eine Resolution zu verabschieden, mit der ein sofortiger Waffenstillstand gefordert wird. Weitere Bedingungen sind der Schutz der Zivilbevölkerung, die bedingungslose Freilassung aller in Gaza festgehaltenen Geiseln und der Zugang für die humanitäre Hilfe zum Gazastreifen. UN-Sprecher Stephane Dujarric hielt gestern Beratungen mit US-Aussenminister Antony Blinken, dem britischen Aussenminister David Cameron und Ministern anderer Staaten ab. Die USA lehnen einen sofortigen Waffenstillstand ab und halten auch eine neue Resolution für nicht zielführend. Es gilt als wahrscheinlich, dass die USA heute wieder von ihrem Vetorecht Gebrauch machen weden.
Die wirtschaftlichen Folgen des Krieges sind für die Zivilisten Judäa und Samaria sowie im Gazastreifen enorm. Zu den etwa 150.000 legal in Israel arbeitenden Palästinensern, die nun den dritten Monat ohne Arbeit und daher auch ohne Einkommen sind, kommen noch geschätzte 40.000 illegal aus Judäa und Samaria nach Israel einreisende Arbeiter, die schwarz auf Baustellen in Israel arbeiten. Unmittelbar nach den Massakern waren für Palästinenser alle Grenzübergänge nach Israel gesperrt worden. Mittlerweile dürfen etwa 8.000 Arbeitnehmer wieder an ihre Arbeitsplätze zurückkehren. Die liegen überwiegend in Judäa und Samaria. Man geht davon aus, dass andere Arbeiter schrittweise wieder nach Israel einreisen dürfen. Die lange arbeits- und einkommenslose Zeit könnte die Sicherheit in den Gebieten noch weiter destabilisieren.

Aus hochrangigen Kreisen wurde bekannt, dass US-Beamte sich kürzlich mit dem palästinensischen Premierminister Mohammed Shtayyeh in Ramallah getroffen haben. Das Thema der Besprechungen war die Frage, wie die Verwaltung in Gaza nach dem Krieg ausschauen könnte. «Wir werden nicht mit einem israelischen Militärplan dorthin gehen. Unsere Leute sind dort. Wir müssen einen Modus finden, an dem wir mit der internationalen Gemeinschaft arbeiten.» Israel lehnt es strikt ab, die PA mit dieser Aufgabe zu betrauen. Während Israel anstrebt, die Terror-Organisation Hamas komplett zu zerstören, bekräftigt Shtayyeh, dass Israel dieses Ziel niemals erreichen wird. Im Gegenteil, er freut sich (!) auf eine Zusammenarbeit mit der Hamas und lehnt es weiterhin ab, die Terror-Organisation für die Massaker vom 7. Oktober zu verurteilen. «Hamas vor dem 7. Oktober ist eine Sache, danach eine andere. Wenn sie bereit sind, sich mit uns zu einigen und die politische Plattform der PLO zu akzeptieren, dann wird es Raum für Gespräche geben. Die Palästinenser sollten nicht gespalten werden.»
Heute kam es zu einem tragischen Zwischenfall im Gazastreifen. Bodentruppen hatten bei einer Operation Unterstützung durch Hubschrauber angefordert. Sie hatten eine Gruppe von Hamas-Terroristen in einem Gebäude ausgemacht, das aus der Luft beschossen werden sollte. Der Schütze an Bord des Apache missinterpretierte jedoch das Feuer der Bodentruppen und nahm das falsche Haus unter Beschuss. Durch den Irrtum wurde ein Soldat der IDF getötet. Der Name des Gefallenen wurde noch nicht bekanntgegeben. Während der letzten Wochen kam es immer wieder zu Verletzungen, die durch ‘friendly fire’ verursacht wurden. Es gab bisher aber noch keinen tödlich verlaufenden Vorfall. Derzeit wird der heutige Vorfall von der IDF untersucht und ausgewertet.

In der vergangenen Nacht hat die IDF mehr als 450 Ziele der Hamas angegriffen und zerstört, darunter Beobachtungstürme, Waffendepots und terroristische Stützpunkte. Die Angriffe fanden weitgehend in der Umgebung von Khan Younis statt und dauerten einige Stunden. Dabei kamen zwei Hamas-Terroristen ums Leben, ein dritter wurde verletzt. Er verriet das Versteck einer Gruppe von Hamas-Terroristen, die dabei waren, Raketen in Richtung Israel in Stellung zu bringen. Mit Lenkwaffen griffen sie Stellungen der Bootseinheiten der Terror-Organisation an und zerstörten sie. Ein beträchtliches Waffenlager entdeckte die IDF in Gebäuden der al-Azhar Universität. Dort fanden sie auch den Eingang zu einem kurzen Tunnel, der zu einer nur wenige Hundert Meter entfernten Schule führte. An einer anderen Stelle fanden sie mehr als 200 batteriebetriebene Radios, Dutzende Kameras und Waffen.

Polit-Rambo Ben-Gvir, die Fehlbesetzung des eigens für ihn geschaffenen Resort ‘nationale Sicherheit’, hat sich eine neue perfide Idee für den Umgang mit palästinensischen Gefangenen ausgedacht. Die Gefangenen, die für die Massaker in Nirim und Nir Oz verantwortlich sind, sollen im unterirdischen Gefängnistrakt untergebracht werden. Der Trakt wird seit vielen Jahren nicht mehr genutzt. Der Generaldirektor des Ministeriums, Dr. Elazar Ben Hash, besuchte ihn mit Mitgliedern der Polizei, um zu entscheiden, ob er für die Unterbringung von Gefangenen überhaupt zulässig ist. «Es stimmt, dass es sich um einen unterirdischen Trakt handelt, dessen Bedingungen nicht zu den besten gehören, aber die Haftbedingungen dort entsprechen den gesetzlichen Bestimmungen und den einschlägigen Vorschriften, und es wurden in der Vergangenheit bereits Gefangene dort untergebracht. In Anbetracht dessen möchte ich Sie bitten, sich für den Einsatz des Flügels einzusetzen… zugunsten der Inhaftierung der Nukhba-Häftlinge oder anderer massenmordender Terroristen, die ein Symbol für die Hamas und ihre Anhänger sind.»
Die IDF hat mitgeteilt, dass sie zusätzlich zur al-Mawasi Region, die auf Teilen des etwa 20 qkm grossen Gebietes das grösste temporäre Zeltlager für evakuierte Gazaner umfasst, etwa weitere 150 Schutzräume benannt hat, die während der aktuellen Operationen nicht beschossen werden. Diese Räume befinden sich in Schulen und anderen öffentlichen Gebäuden, deren Koordinaten der UNO mitgeteilt wurden. Sie sind Teil der verstärkten Bemühungen der IDF für die Sicherheit der Zivilbevölkerung zu sorgen. Jede Änderung wird mit COGAT und der UN abgesprochen. Gestern hatte die Hamas aus der unmittelbaren Nähe des Lagers Raketen in Richtung Israel abgeschossen.

Angeblich ist die ‘Grosse Mosche’ von Gaza, deren ältesten erhaltenen Teile auf die Zeit der Kreuzfahrer zurückgehen und die mit 4.100 qm die grösste Moschee im Gazastreifen ist, durch israelische Luftangriffe stark beschädigt worden. Palästinensische Medien berichten von mehrfachen israelischen Angriffen. Die IDF hat auf die Vorwürfe bisher nicht reagiert.
Gleichzeitig wurden am frühen Nachmittag Alarme sowohl im Norden des Landes als auch im Süden und im Grossraum Tel Aviv ausgelöst. In Tel Aviv wurde durch ein Schrapnell Sachschaden angerichtet. Es gab keine Berichte über Verletzungen.


Das Verhalten des Roten Kreuz hat erneut für Empörung in Israel gesorgt. Am vergangenen Montag waren Familienangehörige von als Geiseln in den Gazastreifen verschleppten Israelis vom RK zu einem Gespräch eingeladen worden. Die Eltern von Doron Steinbrecher, Roni und Simona, erklärten, dass Doron täglich ihre Medikamente benötige und sie hofften, dass sich das RK nach langem Zögern nun endlich bereiterklären würde, ihr diese zu bringen. Doch weit gefehlt! Stattdessen wurden sie von den Mitarbeitern des RK scharf gerügt «Denkt doch auch mal an die Palästinenser! Für die ist es hart, die werden bombardiert.» Simona zeigt sich geschockt, wütend und traurig. «Wir dachten, wir erhalten neue Information. Stattdessen nun das, wir sind weggegangen ohne Neuigkeiten, aber voller Enttäuschung.» Der Umgang des RK mit der Massenverschleppung und dem vorhergegangenen Massaker sorgt immer wieder für Empörung. Ihr einziger Beitrag waren die ‘Taxifahrten’ der Geiseln zwischen der Hamas und der IDF. Vom ‘Jerusalem Institute of Justice’ wurde unlängst schriftlich gerügt, dass das IRK zwar immer wieder Beiträge zu den humanitären Verhältnissen im Gazastreifen in den sozialen Medien veröffentliche, aber auch neun Wochen nach dem Massaker noch keinen einzigen Kommentar über das Schicksal der Opfer, sei es der Ermordeten oder der Verschleppten abgegeben hat. Shurat HaDin, eine israelische Menschenrechtsgruppe, hat einen von 1.200 Anwälten unterzeichneten Brief an das IRK geschickt mit der dringenden Aufforderung, dass die Fehler, die sie während der Shoa begangen habe nicht wiederholt werden dürfen.
Kategorien:Israel
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