01. Tevet 5784

Die vergangene Nacht war die bisher verlustreichste der IDF seit Beginn der Bodenoffensive. Col. Itzhak Ben Basat, 44, Sgt. Eran Aloni, 19, Lt. Col. Tomer Grinberg, 35, Maj. Roei Meldasi, 23, Maj. Moshe Avram Bar On, 23, Sgt. Achia Daskal, 19, Cpt. Liel Hayo, 22, Maj. Ben Shelly 26, Sgt. First Class Ron Hecht, 20, Staff Sgt. Oriya Yaacob, 19, s’’l. Weitere Soldaten wurden bei diesem Einsatz schwer verwundet.
Ben Basat ist der bisher dienstälteste Offizier, der gefallen ist. Er war zuletzt Kommandant des hochangesehen Yiftah Bataillons der Golani Brigade. Er stand kurz vor seiner Entlassung aus der IDF und verlängerte bei Kriegsausbruch freiwillig seinen Dienst. Tomer Grinberg war Kommandant des 13. Bataillons der Golani Brigaden. Beim Einsatz beim Massaker vom 7. Oktober verlor sein Bataillon 40 Soldaten, die von den Hamas-Schlächtern ermordet wurden.
Neun der zehn in der vergangenen Nacht gefallenen Soldaten sind während einer Operation in einem Gebäude in der Altstadt von Shejaiya gefallen. Beim Durchsuchen der Gebäude, von denen man annimmt, dass sie Terror-Hochburgen sind, trafen sie auf massiv verminte Gebäudeteile. Während die erste Explosionswelle einige Soldaten in den Tod riss, explodierten weitere Minen, als ihnen eine zweite Gruppe zu Hilfe kommen wollte. Sieben Gefallene gehören zum 13. Bataillon der Golanis unter dem Kommando des ebenfalls gefallenen Tomer Grinberg. Auch eine dritte Gruppe war von weiteren Explosionen betroffen. Drei Gefallene sind Angehörige der IAF.

Die ersten heftigen Winterregen haben Gaza in eine Schlammwüste verwandelt. In den letzten 24 Stunden fielen hier 33mm Wasser, ein Viertel der normalen Dezembermenge. Im Süden des Gazastreifens gab es Überflutungen, die das Leben in den Zeltstädten der Evakuierten noch mehr erschweren. Der Pegel des Kinneret steht nun bei 211.57 m. Die obere und untere markante Grenze des grössten Süsswasserspeichers des Landes liegt bei 208.8 und 213.0 m.


Bei der gestrigen Abstimmung über eine nicht verbindliche Resolution der UN-Generalversammlung über einen sofortigen dauerhaften Waffenstillstand haben 153 der 193 Mitgliedsstaaten für die Resolution gestimmt. Zehn Staaten stimmten dagegen und 23 enthielten sich der Stimme. Dagegen stimmten: Österreich, Tschechien, Guatemala, Israel, Liberia, Mikronesien, Papua Neuguinea, Paraguay, Nauru und die USA. Enthalten haben sich: Argentinien, Bulgarien, Kap Verde, Kamerun, Georgia, Deutschland, Ungarn, Italien, Litauen, Malawi, Marshall Inseln, Niederlande, Palau, Panama, Rumänien, Slowakei, Sudan, Togo, Tonga, Ukraine, GB, Uruguay. Alle anderen, auch die Schweiz stimmten für die Annahme. Damit ist die Resolution noch deutlicher angenommen worden als jene, die Im Oktober eine ‘zeitweise Waffenruhe’ forderte (120:14:45). Das gestrige Papier drückte grosse Sorge über die ‘katastrophale humanitäre Situation’ im Gazastreifen aus, forderte die bedingungslose Freilassung aller Geiseln. Nicht enthalten ist wiederum die Verurteilung der Hamas Terror-Organisation. Entsprechende Anträge auf Zusatzformulierungen scheiterten an der 2/3 Mehrheit. Den Mitgliedstaaten scheint einiges nicht klar zu sein:
- Der letzte Waffenstillstand zwischen Israel und der Hamas vom 20. Mai 2021 war am 7. Oktober 2023, dem Tag der Massaker und dem Beginn des Raketenbeschusses, noch in Kraft und wurde einseitig und nicht zum ersten Mal von der Hamas gebrochen.
- Der aktuelle Krieg Israel gegen die Hamas weitet sich inzwischen zu einem vier Fronten Krieg aus. Beteiligt sind mittlerweile: die Hamas, die Hisbollah im südlichen Libanon, die Houthis im Roten Meer, und seit Neuestem auch die Syrer. Um es einmal ganz konkret zu benennen: Sie alle sind, und ich zitiere Raphaël Jerusalmy, zugehörig zum ‘riesigen Terror-Monster Iran’. Er diente 15 Jahre in den Aufklärungseinheiten der IDF und arbeitet heute als Israel-Experte u.a. bei I24news.
- Auch wenn Israel besonders durch die Massaker vom 7. Oktober besonders betroffen ist, so wirken sich u.a. die Angriffe auf Frachtschiffe auf einige Weltmarktpreise, wie Oel, aus.
- Durch die Verbindung zwischen Hamas und Moslem-Bruderschaft und anderen radikalen Islam-Gruppen müssen wir davon ausgehen, dass das grosse Ziel ist, eine globale Islamisierung, den Djihad, herbeizuführen.
Betroffen ist also bei weitem nicht nur Israel, sondern die ganze Welt. Israel muss derzeit den Kopf hinhalten und den Krieg stellvertretend für andere Länder führen.

Noch vor der Abstimmung warnte der israelische Botschafter zur UNO, Gilad Erdan, dass ein dauerhafter Waffenstillstand «Tod und Zerstörung in Gaza nur verlängern wird. Gleichzeitig ist es das Todesurteil für nur noch mehr Israelis und Gazaner. Der Waffenstillstand bedeutet nur eines und wirklich nur das: Das Überleben der Hamas zu sichern. Das Überleben von völkermordenden Terroristen, die nichts wollen, als den Tod und die Zerstörung von Israel und uns Juden. Die ganze Resolution ist heuchlerisch. Nicht nur, dass sie die Hamas nicht wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit anklagt, nein, sie wird nicht einmal erwähnt.» Anschliessend hielt er ein Schild mit einer Telefonnummer in die Höhe: «Das ist die Nummer des Hamas Büros in Gaza. Wenn Sie einen echten Waffenstillstand wollen, dann rufen Sie dort an und lassen Sinwar ans Telefon holen. Sagen Sie der Hamas, sie soll ihre Waffen niederlegen, sich stellen und unsere Geiseln zurückgeben. Dies wird zu einem vollständigen Waffenstillstand führen, der für immer anhalten wird.»
Das Verteidigungsministerium zieht eine Anhebung des Entlassungsalters für Reservisten in Erwägung. Man wolle damit erreichen, dass weniger Soldaten mit Erreichen des derzeitigen Alters mitten im Krieg aussteigen. Derzeit liegt das Alter bei Soldaten bei 40 Jahren, bei Offizieren bei 45 Jahren und bei Mitgliedern von Spezialeinheiten bei 49 Jahren. Diese neue Vorschrift wurde für zunächst ein Jahr festgeschrieben.
US-Präsident Joe Biden, sicher derzeit der treueste und zuverlässigste Freund und Unterstützer Israels, hat sich jetzt kritisch gegenüber dem Kabinett des ICH.BIN.IMMER.NOCH.DER.PM geäussert. Seine dringende Empfehlung, vor allem mit Blick auf den ‘Tag danach’: «Das ist die konservativste Regierung in der Geschichte des Landes. Er muss die Zusammensetzung seiner Koalition ändern, die weitgehend gegen die Gründung eines palästinensischen Staates ist.» Konkret spricht er dabei die beiden rechtsradikal-nationalistischen Minister Itamar Ben-Gvir und Bezalel Smotrich an, die sich strikt gegen eine Zwei-Staaten-Lösung stellen. Bei einer Vorveranstaltung für die US-amerikanischen Vorwahlen, die im Januar beginnen, beklagte er, dass Israel langsam die Zustimmung zum Krieg gegen die Hamas verliert. «Wir leisten weiterhin militärische Hilfe für die IDF, bis sie die Hamas losgeworden sind – aber Sie müssen vorsichtig sein, ich muss vorsichtig sein», sagte Biden. «Die ganze Welt, die öffentliche Meinung, kann sich über Nacht ändern. Das darf man nicht zulassen.» Berechtigte Kritik aus Israel kam an der Aussage, dass «Israel willkürlich Ziele beschiesst und zerstört.» Der Grund dafür sei die hohe Todesrate bei den Gazanern und die ‘hochintensiven Militäreinsätze’, wie sie seit Beginn der Bodenoffensive beobachtet werden konnten. Bidens Sicherheitsberater, Jake Sullivan wird in der kommenden Woche in Israel erwartet.
Bei einem Besuch im Internierungslager im Süden des Landes, in dem die festgenommenen Hamas-Terroristen derzeit befragt werden, sagte Netanyahu zu den Soldaten: «Wir werden weitermachen, bis zum Schluss, bis zum Sieg, bis zur Eliminierung der Hamas. Auch wenn wir unter internationalem Druck stehen. Nichts und Niemand wird uns stoppen.»
Auch Aussenminister Eli Cohen betonte: «Israel wird den Krieg gegen die Hamas mit oder ohne internationale Unterstützung weiterführen. Ein Waffenstillstand zu diesem Zeitpunkt ist ein Geschenk an die Terror-Organisation Hamas, zurückzukommen und weiterhin Israel und Juden zu bekämpfen.»

Die Houthi-Rebellen im Jemen sind dabei, sich zu einer vierten Front zu entwickeln. Nach anfangs nur vereinzelt in Richtung Israel abgeschossenen Raketen, haben sie nun jedes Schiff im Visier, das irgendeine Verbindung mit Israel hat. Sei es, dass ein Eigentümer Israeli ist oder, dass die Fracht für Israel bestimmt ist. Wie der Beschuss des norwegischen Tankers gestern zeigt, sind ihre Informationen aber nicht immer korrekt. Heute beschossen sie wieder ein Schiff, das unter der Flagge der Marshall Island segelt und das noch dazu bewaffnete Kräfte an Bord hat. Die Ardmore Encounter war auf dem Weg von Mangalore in den Suez Kanal. Der Angriff erfolgte, wie auch gestern, in der Bab el-Mandeb-Strasse, die beiden Raketen verfehlten ihr Ziel und landeten im Wasser. Gleichzeitig konnte ein US-amerikanisches Kriegsschiff eine weitere Drohne abfangen.

Hunderte Familienangehörige und Unterstützer von noch immer als Geiseln festgehaltenen Israelis bilden derzeit eine Menschenkette vom Büro des PM bis zur Knesset, wo im Laufe des Vormittags über den neuen Budgetvorschlag abgestimmt werden soll. Einige haben trotz anhaltenden starken Regenfällen in Zelten in der Nähe der Knesset übernachtet. Sie wollen ein Gespräch mit einigen MKs suchen. Tomer Aloni, dessen Cousin nach Gaza verschleppt und dessen Tochter im Kibbuz Nahal Oz ermordet worden war, betont, dass alles hilft: Jedes Bild, das man in Israel oder in irgendwo in der Welt sieht, jedes Zeichen von Solidarität, all das würde ihnen Kraft und Motivation geben. «Heute wollen wir Antworten von der Regierung, was sie für uns und unsere Lieben tun.»

Am Nachmittag konnten sechs Raketen, die aus dem Gazastreifen abgeschossen worden waren, abgefangen werden. Grosse Trümmerteile landeten jedoch genau auf einem Supermarkt und richteten dort grossen Schaden an.
Kategorien:Israel
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