2. Tevet 5784

Wieder mussten zwei in den Gazastreifen verschleppte Geiseln für tot erklärt werden. Tal Chaimi, 41, s’’l, wurden beim Massaker im Kibbutz Nir Yitzhak bei den Massakern vom 7. Oktober ermordet. Seine sterblichen Überreste wurden in den Gazastreifen verschleppt und werden dort von der Hamas festgehalten. Chaimi war Mitglied des Sicherheitsteams im Kibbutz und verliess das Haus unmittelbar, nachdem der Alarm ausgelöst worden war. Am Mittag ging der Kontakt zu ihm verloren. Seine Frau, die mit drei Kindern überlebt hat, gibt der Regierung die Schuld am Tod ihres Mannes: «Die Regierung soll gehen. Gehen und jemand anderen ihren Platz überlassen.» Joshua Mollel, 21, s’’l, ein junger Mann aus Tansania, der ein landwirtschaftliches Praktikum im Kibbutz Nahal Oz absolvierte, wurde in den Gazastreifen verschleppt und dort ermordet. Noch, so vermutet die IDF, befinden sich 135 Geiseln in den Fängen der Hamas und anderer Terror-Organisationen. 105 Geiseln wurden während der Feuerpause ausgetauscht, eine wurde von der IDF befreit, vier wurden vor der Feuerpause freigelassen. Bisher konnten die sterblichen Überreste von vier Geiseln nach Israel gebracht werden.
Bei heftigen Kämpfen im südlichen Gazastreifen wurden heute acht Soldaten bei verschiedenen Operationen teilweise schwer verletzt. Die Zahl der seit Beginn der Bodenoffensive getöteten Soldaten beläuft sich auf 116. 648 wurden verletzt, davon sind 146 in lebensbedrohlichem und 257 in moderatem Zustand. 245 wurden leicht verletzt.

Die IDF gab heute bekannt, dass Master Sgt. (res.) Elisha Loewenstein, 38, s’’l, gestern im Kampf im Gazastreifen gefallen ist. Ein weiterer Soldat wurde schwer verletzt, als ihr Panzer von einer Panzer-Abwehr-Rakete getroffen wurde.
Die in London erscheinende Zeitung al-Araby al-Jadeed Zeitung berichtet unter Bezug auf eine ungenannte ägyptische Quelle, dass Israel in Kairo eine Bitte um eine erneute Mediation einer Feuerpause zwischen Israel und der Hamas formuliert hat. Der Ha’aretz zitiert unbekannte palästinensische Quellen, dass derzeit informelle Gespräche zwischen Ägypten und Katar stattfinden. Die Hamas hingegen machte jede Verhandlung über einen erneuten Gefangenenaustausch davon abhängig, dass keine Kämpfe stattfinden. Familienangehörige von immer noch im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln erwarten von Netanyahu eine dringende Erklärung, nachdem ihnen bekannt wurde, dass das Kriegskabinett sich erneut gegen eine Teilnahme Israels an den Verhandlungen in Katar ausgesprochen hat. David Barnea, Chef des Mossad, hatte angeboten, erneut nach Katar zu fliegen, wurde aber mit den Worten: «Wir warten erst mal, was von ihnen kommt.» zurückgehalten.
Der Schweizer Nationalrat hat endlich beschlossen, seine Zahlungen zur Unterstützung der UNRWA einzustellen. Das bedeutet, dass der UNRWA pro Jahr US$ 21 Millionen weniger in die Kassen gespült werden. Die Schweiz gehörte zu den zehn grössten Spendernationen der Flüchtlingsorganisation. Der Generalkommissar der UNRWA, Philippe Lazzarini, schrieb auf X: «Ich bin entmutigt über die Entscheidung des Schweizer Parlaments, die Hilfe für die UNRWA zu kürzen, da das Hilfswerk als ein wichtiger humanitärer Akteur in #Gaza und der Region anerkannt ist. Wir hoffen, dass der Senat diese Entscheidung revidiert, denn die UNRWA ist die erste Anlaufstelle in Gaza und eine Lebensader für Millionen Menschen.» Der israelische Aussenminister Eli Cohen bedankte sich für diese Entscheidung. «UNRWA ist Teil des Problems – nicht Teil der Lösung. Die Organisation erzieht zur Aufstachelung zum Terror und ignoriert die zynische Nutzung der Bewohner des Gazastreifens durch die Hamas als menschliche Schutzschilde. Ich danke dem Schweizer Parlament für seine Entscheidung, die Finanzierung der UNRWA zu beenden – einer Organisation, die, anstatt den Bewohnern des Gazastreifens zu helfen, ihre Situation nur noch verschlimmert.» Eine der freigelassenen Geiseln hatte berichtet, bei einem einheimischen Lehrer der UNRWA gefangen gehalten worden zu sein, der ihn auf dem Dachboden eingesperrt hatte und ihm fast keine Nahrung gebracht hatte.

Die Botschafterin Israels in GB, Tzipi Hotolevy, wischte jede Hoffnung auf einen palästinensischen Staat vom Tisch. Damit unterstützte sie die Haltung des PM. In einem Interview mit Sky News betonte sie auf die Frage, ob ein Frieden mit der Hamas auch einen palästinensischen Staat einschliessen würde: «Die Antwort ist ein klares Nein. Ich denke, es ist an der Zeit, dass die Welt begreift, dass das Oslo-Paradigma am 7. Oktober gescheitert ist und wir ein neues aufbauen müssen. Der Grund für das Scheitern des Osloer Abkommens ist, dass die Palästinenser nie einen Staat neben Israel haben wollten. Sie wollen einen Staat vom Fluss bis zum Meer. Warum sind Sie von einer Formel besessen, die nie funktioniert hat und die diese radikalen Leute auf der anderen Seite hervorgebracht hat?» Sie wiederholt dabei die Rhetorik Netanyahus, ohne irgendeine Alternative anzubieten. So etwas nennt man blinden Gehorsam. Ihr Vorschlag für Gaza lautet: «Man muss die Menschen umerziehen.» So wie die Nazis die ‘Deutsche Jugend’ in ihren NPEAs – Nationalpolitische Erziehungsanstalten, auch bekannt als NAPOLA, umerzogen haben. Oder als Kinder und Jugendliche in der DDR, die in ‘Spezialheimen’ auf Linie gebracht wurden? Es gibt leider viel zu viele Beispiele weltweit, wie man sich scheinbar unbequeme Menschen den eigenen Zielen und Ansichten unterwerfen kann. Und nur zur Vervollständigung: Auch die Konzentrationslager wurden von den Nazis oft als ‘Erziehungslager’ bezeichnet. Hotolevy vergleicht das, was sie vorhat, mit der Umerziehung nach WK II in Deutschland und in Japan. «Diese beiden Gesellschaften haben sich als gute westliche Länder erwiesen.»
Der Iran warnt eindringlich vor dem Einsatz einer ‘multinationalen Truppe’ zum Schutz der im Roten Meer segelnden Schiffe. Nachdem die Houthi-Rebellen angekündigt hatten, jedes Schiff mit Bezug zu Israel angreifen zu wollen, hatten die USA angekündigt, eine Marine-Schutz-Einheit einzurichten und die Schiffe auf dem Weg durch das Rote Meer zu begleiten. Der Verteidigungsminister der Islamischen Republik Iran, Mohammad Reza Ashtiani, hatte in der offiziellen Tageszeitung USNA angedroht: «Wenn Sie sich zu einem derartig irrationalen Schritt entschliessen, werden Sie mit aussergewöhnlichen Problemen konfrontiert werden. Niemand kann so etwas in einer Region machen, in der wir die Vorherrschaft haben.» Auch wenn er nicht deutlich machte, welche Folgen dies sein könnten, klingt das nach einer implizierten Kriegserklärung.

Der Minister für soziale Gleichheit, eines der Ministerien, die von Finanzminister Smotrich aufgelöst werden sollen, Amichai Chikli, Likud, erklärt in Übereinstimmung mit Netanyahu: «Die Palästinensische Autonomiebehörde, die zum Terror und zur Ermordung von Juden erzieht, sich nicht an der Verwaltung des Gazastreifens nach dem Krieg beteiligen kann. Sie ist eine fiktive Behörde. Wir haben nicht mit dem Blut unserer besten Söhne bezahlt, damit sie die Kontrolle bekommen.» Vorstellen kann er sich, in bestimmten Gebieten des Gazastreifens, «wo es Sinn macht», wieder israelische Siedlungen zu gründen. Eine zweite, ebenso unsinnige Idee ist es, «Rafah unter ägyptische und Khan Younis unter emiratische Kontrolle zu stellen.» Da muss ich überlegen, wer bei dem Plan Gaza City übernehmen soll? Vielleicht Saudi-Arabien?
Das US-Repräsentantenhaus verabschiedete eine Resolution, in der die antisemitischen (Depends on the context) Aussagen der drei Präsidentinnen der Pennsylvania und Harvard University sowie des MIT verurteilt werden. CNN berichtete: «Es hiess, dass die Universitätspräsidenten während der Anhörung ‘ausweichend und abweisend’ waren und es versäumt haben, eine solche Aktion einfach zu verurteilen.» Als Reaktion auf die Anhörungen war die Präsidentin von UPenn, Liz Magill, zurückgetreten, während die beiden anderen, Claudine Gay und Sally Kornbluth, im Amt blieben. Mit der Resolution wird deren Rücktritt gefordert. Die Abstimmung wurde mit 303:126 angenommen. 125 Demokraten und 1 Republikaner stimmten dagegen.

Der türkische Parlamentarier Hasan Bitmez hielt vorgestern vor der ‘Grossen Nationalversammlung’ eine flammende Rede gegen Israel. Er verurteilte das Vorgehen Israels auf das Allerschärfste und bezeichnete die Haltung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan als viel zu milde. Der hatte vor wenigen Tagen noch die Hamas als ‘Freiheitskämpfer’ bezeichnet und die israelische Regierung als eine ‘terroristische Organisation’. Laut Erdogan ist Israel der Aggressor und nicht Hamas. Bitzmez legte noch nach: «Israel begeht Verbrechen gegen die Menschlichkeit und betreibt die systematische Vertreibung der Palästinenser. Erdogan zeigt eine ‘grenzenlose Liebe’ gegenüber dem jüdischen Staat und leistet so indirekt einen Beitrag zu jeder Bombe, die von Israel abgeworfen wird.» Er hoffte jedoch auf die himmlische Gerechtigkeit: «Selbst wenn ihr den Qualen der Geschichte entkommt, werdet ihr euch doch nicht vor Allahs Zorn retten können. Ich grüsse euch alle.» Unmittelbar danach war er zusammengebrochen. «So geschieht der Zorn Allahs!» rief ihm ein Mitglied der regierenden AKP noch zu, als sich anwesende Ärzte bereits bemühten, sein Leben zu retten. Heute musste der türkische Gesundheitsminister seinen Tod verkünden.
In einer gemeinsamen Erklärung vom Finanz- und Gesundheitsministerium, sowie der grössten Gewerkschaft, Histadrut, wurde bekanntgegeben, dass die Zahl der im öffentlichen Dienst arbeitenden Psychologenerweitert werden soll. Seit den Massakern vom 7. Oktober ist der Bedarf an psychologischer Betreuung dramatisch angestiegen. Bereits vorher konnte das Angebot die Nachfrage nie ganz abdecken. Der vorliegende Plan soll sicherstellen, dass weniger der im öffentlichen Bereich angestellten Psychologen in die Privatpraxis abwandern und andererseits in der Privatwirtschaft arbeitende Psychologen zumindest in Teilen ihrer Arbeitszeit in den öffentlichen Dienst stellen. In diesem Fall wird in Abhängigkeit der Ausbildung und Erfahrung eine verbesserte Bezahlung in Aussicht gestellt.
Zwischen 10:00 und 14:00 findet eine humanitäre Feuerpause im Vorort von Rafah, al-Salam, statt. Damit soll den Bewohnern dieses Gebietes die Gelegenheit gegeben werden, ihre Vorräte aufzufüllen.

Die intensive Bodenoffensive sowohl im nördlichen als auch im südlichen Gazastreifen geht mit unverminderter Härte weiter. Die dichte Bebauung, die drohende Gefahr durch Verminungen und Sprengfallen machen es nötig, Strasse für Strasse, Haus für Haus und Zimmer für Zimmer sorgfältig zu prüfen und anschliessend zu durchsuchen. Vor zwei Tagen hatte ein Haus, das voller Sprengstoff-Fallen war, die nacheinander zündeten, den Tod von neun Soldaten gekostet. Khan Younis, das südliche Zentrum des Landes gilt als DIE Hochburg der Hamas Terror-Organisation. Viele der Anführer stammen aus dieser Stadt, in der die Zustimmung für die Hamas besonders hoch ist. Nach wie vor werden immer wieder Schüsse auf die IDF aus Schulen, Krankenhäusern und Moscheen abgegeben. Es scheint, als wären vor allem Schulen als Zentralen der Terroristen genutzt worden. Die aufgefundenen Infrastrukturen werden von der IDF zerstört. Bei ihren gezielten Operationen werden die Bodentruppen immer wieder von Hubschraubern unterstützt.
Vor zwei Tagen hat Israel damit begonnen, Seewasser in das Tunnelsystem unter dem Gazastreifen zu pumpen. Das veröffentlichte das Wall Street Journal unter Berufung auf ungenannte US-amerikanische Quellen. Die IDF vermutet, dass der gesamte Vorgang sich über einige Wochen hinziehen wird. Die Meinung der Biden Administration zu dieser Vorgangsweise ist nicht einstimmig. Während einerseits die Meinung vorherrscht, so Tunnel zerstören zu können, in denen sich Terroristen aufhalten und dort Waffen- und Munitionslager eingerichtet haben, geht man davon aus, dass sich dort auch einige der Geisel aufhalten. Andererseits wird befürchtet, dass kontaminiertes Wasser in das Grundwasser eindringen könnte, was sich negativ auf die Wasserversorgung auswirken könne.

Etwa 70 Hamas-Terroristen haben sich heute Vormittag in der Nähe des Kamal-Adwam-Krankenhaus in Gaza City ergeben. Nachdem sie ihre Waffen und Ausrüstung abgelegt hatten und eine erste kurze Untersuchung sicherstellte, dass sie keine Sprengstoffgürtel am Körper hatten, wurden sie zur Befragung durch den Shin Bet und die IDF in ein Internierungslager im Süden Israels gebracht.
Schon vor einigen Tagen entdecken Soldaten eine grosse Menge an Waffen, darunter Anti-Panzer-Granaten, Scharfschützengewehre, Munition, und einen Führerschein. Die Waffen befanden sich im Auto von Mushir al-Masri, der dem politischen Flügel der Hamas Terror-Organisation angehört. Damit ist klar, dass auch Anführer des politischen Flügels in den Terror involviert sind. Das war bisher nie 100% klar geworden.

Aussenminister Eli Cohen, Gesundheitsminister Uriel Busso und die Präsidentin des IRK, Mirjana Spoljaric Egger haben sich am Flughafen Ben Gurion getroffen. Mit bei dem Treffen waren auch Vertreter des Forums für Geiseln und vermisste Familien. Morgen wird sie sich mit Staatspräsident Isaac Herzog und PM Netanyahu treffen und Heute Abend an einem Treffen mit einer Delegation von Familienangehörigen teilnehmen.
Kategorien:Israel
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