Krieg in Israel – Tag 78

11. Tevet 5784

Leider musste die IDF auch heute wieder den Verlust eines Soldaten beklagen. Bereits gestern erlitt Sgt. Amit Hod Zvi, 19, s’’l, bei operativen Aktionen nach dem Beschuss durch die Hisbollah aus dem südlichen Libanon, tödliche Verletzungen. Beim gleichen Vorfall wurde ein weiterer Soldat schwer verletzt. 

Die IDF gab bekannt, dass sie gestern bei einem gezielten Luftangriff auf Rafah den Hamas-Anführer, der für die Versorgung des militärischen Flügels der Terror-Organisation verantwortlich ist, Hassan al-Atrash, eliminiert haben. Ein weiterer Aufgabenbereich von ihm bestand darin, Waffen sowohl nach Judäa und Samaria als auch in den Gazastreifen zu schmuggeln. 

Die Houthi-Rebellen im Jemen erhalten offensichtlich Informationen in Echt-Zeit, geliefert vom Iran, um sie über alle für ihre Angriffe in Betracht kommenden Schiffe zu informieren. Das berichtet jedenfalls das Wall Street Journal. Die Informationen erhalten sie von einem iranischen, im Roten Meer positionierten Schiff. Damit ist klar, wie es den Houthis möglich ist, auch jene Schiffe, relativ genau anzupeilen, die ihre Funkgeräte beim Einfahren in die gefährlichen Regionen ausschalten, um nicht mehr online geortet werden zu können. Jemen, das Land, das auf Grund seines Klimas und seiner geografischen Lage ein wichtiger Handelsstützpunkt sein könnte, verfiel in den letzten 60 Jahren durch eine Reihe von Bürgerkriegen. Religionskriege, Machtkämpfe, unterschiedliche Ideologien zerrieben das Land. Zuletzt starben mehr als 300.000 Menschen, 4 Millionen wurden vertrieben, Hungersnöte bluteten das Land aus. Das BIP sank auf US$ 702 pro Kopf. Der Unterschied ist, dass früher der Jemen der Spielball der Welt war, jetzt spielt der Jemen oder besser, spielen die Houthis-Rebellen mit der Welt. Ihre Angriffe sind dreist, gefährlich und verrückt. Die Angriffe auf Eilat, na ja, sie gehen als Solidarität mit den palästinensischen Brüdern und Schwestern im Gazastreifen gerade noch durch. Aber die Angriffe auf die internationale Schifffahrt hat ganz andere Dimensionen. Das wollen oder können die Houthis nicht verstehen. Sie greifen damit eine maritime Lebensader der Weltwirtschaft an. Und verursachen einen unglaublichen finanziellen Schaden. Vor allem für Ägypten. Die Gebühren für die Benutzung des Suez-Kanals entsprechen 20% seiner Erträge. Als Reaktion müssen alle Schiffe wieder rund um Afrika segeln. Die Houthis können nur verlieren!

Ein Tanker wurde heute vor der indischen Küste von einer Drohne beschossen. Diese kam, wie bisher allerdings nicht offiziell bestätigt wurde, direkt aus dem Iran. Der unter liberianischer Flagge segelnde Tanker, der chemische Produkte transportiert, hat direkte Verbindungen zu Israel. Es entstand erheblicher Sachschaden durch ein Feuer an Bord, Verletzte wurden nicht gemeldet. Die Drohne entsprach einer von den Houthis benutzten. Nachdem der Angriffsort aber 120 nm südwestlich von Indien stattfand, ist es unwahrscheinlich, dass sie im Jemen abgeschossen wurde. Der Name des Schiffes wurde nicht bekanntgegeben.

Bei einer Befragung durch den Shin Bet gab ein Hamas-Kommandant zu, dass sehr junge Knaben von den Terroristen beauftragt werden, Sprengstoffe an bestimmte Orte zu bringen, die sie auf Grund ihrer Grösse besser erreichen können, als ein Erwachsener. Er gab auch zu, dass Kinder, gekleidet in Hamas-Uniformen, auf Mopeds in Gaza herumfahren und dort ausspionieren, wo sich z.B. die IDF gerade befindet. Begleitet werden sie dabei immer von einem Terroristen in Zivil. Es ist schon lange bekannt, dass Kinder in speziellen Lagern trainiert, oder sollte man besser sagen einer Gehirnwäsche unterzogen werden, um sie positiv auf die Tötung von Juden einzustimmen. 

Der Beschuss sowohl im Norden des Landes als auch im Süden rund um den Gazastreifen, ging heute den ganzen Tag mit ungebremster Intensität weiter. Im Süden wurde beobachtet, wie einfliegende Raketen abgefangen wurden. Obwohl es im Laufe des Tages immer wieder zu recht kurzen, aber hefigen Beschüssen kommt, kann man beobachten, dass die Frequenz und Intensität der Salven abgenommen hat. Die IDF führte einige Angriffe gegen terroristisch genutzte Infrastrukturen der Hisbollah. Auch Präventivangriffe entlang der Grenze wurden als Schutz vor geplanten Angriffen ausgeführt. Bei einem von der IDF gelegten Hinterhalt im Süden von Gaza City wurden zahlreiche Terroristen eliminiert. Obwohl die IDF die Kontrolle über Gaza City hat, treffen sie dort immer wieder auf kleinere Terrorzellen. In einer Kindertagesstätte wurden Granaten, Scharfschützengewehre, Panzerabwehr-Raketen und verschiedene Sprengstoffe entdeckt und zerstört.

Heftiger Regen im Norden Israels hatte heute einige wichtige Verbindungsstrassen so überflutet, dass sie für jeden Verkehr gesperrt werden mussten. In Kabul, etwa 40 km südlich der libanesischen Grenze, kam es zu erheblichen Überschwemmungen. Auch im Bereich von Nazareth und Karmiel wurden Strassen gesperrt. Der Regen soll in den kommenden Tagen auch im Süden des Landes weitergehen.

Seit Beginn der Bodenoffensive hat die IDF etwa 700 Terroristen festgenommen. Mehr als 200 von ihnen wurden zur Befragung nach Israel gebracht. Diese Zahl schliesst die Terroristen mit ein, die sich freiwillig ergeben haben. Die meisten der Festgenommenen hatten sich mitten unter der Zivilbevölkerung versteckt.

435 Evakuierte aus dem stark von den Massakern vom 7. Oktober betroffenen Kibbutz Re’im fanden vorübergehende Unterkunft in einem Hotel in Eilat. Jetzt wurden ihnen zwei neue Wohntürme im Süden Tel Avivs mit 142 Appartements zur Verfügung gestellt. Die neuen Wohnungen sollen als Langzeitwohnungen zur Verfügung stehen. Obwohl die Kibbutzniks glücklich sind, weiterhin in einem gemeinsamen Umfeld leben zu können, gibt es doch einen Wermutstropfen. Das urbane Leben ist nicht das, was sie entsprechend ihrer Lebensphilosophie für sich wünschen, und sie hoffen, irgendwann ‘nach Hause’ zurückkehren zu können. Auf dem Gebiet von Re’im fand auch das Musik-Festival statt, bei dem mehr als 360 Menschen grausam ermordet worden waren. Derzeit leben etwa 20 Personen in Re’im und stellen sicher, dass die Felder des Kibbutz weiterhin gepflegt und bearbeitet werden. 



Kategorien:Israel

Schlagwörter:

Hinterlasse einen Kommentar