14. Tevet 5784


Leider vergeht kein Tag, an dem wir nicht weitere Soldaten verlieren. So musste die IDF heute den Tod von Staff Sgt. (res.) Elisha Yehonatan Lober, 24, und Sgt. First Class (res.) Joseph Yosef Gitarts, 25, s’’l, bekanntgeben. Drei weitere Soldaten wurden bei unterschiedlichen Vorfällen schwer verletzt. Der am Freitag an der Grenze zum südlichen Libanon schwer verletzte Staff Sgt. Daniel Nachmani, 21, s’’l, erlag heute seinen Wunden. Am Nachmittag musste die IDF erneut den Verlust von drei Soldaten melden. Master Sgt. (res.) Maor Lavi, 33, Cpr. Shay Shamritz, 26, und Cap. (res.) Shaul Greenglick, 26, s’’l, wurden bei unterschiedlichen Kämpfen im nördlichen und zentralen Gazastreifen getötet, weitere Soldaten wurden schwerst verletzt.
Zu einem weiteren tragischen Todesfall kam es, als ein Soldat mit einer Verletzung an der Hüfte ins Spital eingeliefert wurde. Bei den Kämpfen im Gazastreifen hatte er sich mit gefährlichen Pilzen infiziert, die sich als behandlungsresistent erwiesen. Die Pilze stammen wahrscheinlich aus Erdreich, das mit Abwässern kontaminiert war. Die Infektion erfolgte über Wunden, die bis zur Erstversorgung nicht steril gehalten werden konnten. Man geht davon aus, dass etwa zehn weitere Soldaten an dieser Pilzinfektion leiden. Der Name des Soldaten wurde noch nicht bekanntgegeben.

Oppositionsführer Yair Lapid erklärte gegenüber dem Armeesender, dass er, wenn die Massaker des 7. Oktober während seiner Amtszeit passiert wären, noch am selben Tag zurückgetreten wäre. Lapid führte die Regierung von Juli bis Dezember 2022. Er folgte damit Naftali Bennett, der vertragsgemäss die erste Hälfte der Regierungszeit übernommen hatte. «Ich traue Netanyahu absolut nicht. Er ist ein Mann, dem man nicht zutrauen kann, einen Krieg zu managen. Wenn das alles während meiner Zeit geschehen wäre, wäre ich sofort zurückgetreten. Während unserer Zeit wusste Hamas, dass sie besser nicht angreifen mussten. Jetzt haben sie die Führungsschwäche im Land erkannt und haben reagiert. Es ist die schwächste Regierung, die das Land jemals hatte.» Auch in Richtung Netanyahu fand er kritische Worte: «Wie kann man einem Kabinett trauen, das von ihm geführt wird. Jeden Tag kümmert er sich weniger darum. Der Wechsel des PM mitten im Krieg ist schlecht. Aber noch schlechter ist die Tatsache, dass er in seinem Büro sitzt.»
Im Wall Street Journal hat Netanyahu zum X-ten Mal seine unabdingbaren Voraussetzungen erwähnt, bevor man über einen Frieden zwischen Israel und den Palästinensern nachdenken könne.
1. Die Hamas muss zerstört sein
2. Der Gazastreifen muss entmilitarisiert sein
3. Die palästinensische Gesellschaft muss ‘deradikalisiert’ sein
Gleichzeitig betonte er zum wiederholten Male, dass die PA ausserstande sei, die Administration des Gazastreifens zu übernehmen. Mit dieser Haltung stellt er sich gegen die Vorstellung von US-Präsident Joe Biden. In diesem Gespräch wurde das Schicksal der noch im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln mit keinem Wort erwähnt. Um es einmal ganz klar festzuhalten: «The liberation of the hostages is a goal of the war.» Er sagt nie: «… is the top priorized goal.» Warum hört ihm eigentlich nie jemand zu und korrigiert ihn?
Die beiden ersten Forderungen kann ich nachvollziehen. Aber die dritte? Ich weiss, dass Radikalisierung durch Manipulation und Gehirnwäsche passiert. Doch wie mache ich den Vorgang rückgängig? Wie mache ich aus Monstern und Schlächtern wieder Menschen? Netanyahu sieht das ganz einfach: «Die palästinensischen Schulen müssen die Kinder lehren, das Leben zu schätzen und nicht den Tod, und die Imame müssen aufhören, den Mord an den Juden zu predigen. Die palästinensische Zivilgesellschaft muss so umgestaltet werden, dass die Menschen den Kampf gegen den Terrorismus unterstützen, anstatt ihn zu finanzieren.» Dazu muss die gesamte UNRWA umgekrempelt werden, die die entsprechenden Schulbücher immer noch finanziert; mit Geldern aus den Ländern, die sich hinter den Terror gegen Juden stellen. Und wie möchte er die nicht mehr schulpflichtigen Erwachsenen ‘umerziehen’? In Erziehungslagern, in KZs und in Gulags?

Das Gespräch mit dem chinesischen PM, Xi Jinping, welches Netanyahu gestern bei einer Sondersitzung der Knesset erwähnte und in dem er ihn um eine Intervention bei der Hamas gebeten hatte, hat einen klaren Grund. Noa Argamani wurde gemeinsam mit ihrem Freund vom Musik-Festival am 7. Oktober in den Gazastreifen verschleppt. Ihre Mutter, Lior, stammt aus Wuhan, ihr Vater, Yakov ist Israeli. Geboren wurde Noa in Be’er Sheva. Noa ist, entgegen anderslautenden Behauptungen, Israelin ohne chinesische Doppelbürgerschaft. Netanyahu bemüht sich, Noa mit einer eigens zu erreichenden Vereinbarung freizubekommen, weil ihre Mutter schwer an Krebs erkrankt ist und sie ihre Tochter noch einmal sehen möchte.
Ich persönlich finde es einerseits schön, wie sich Netanyahu für diese junge Frau und ihre Mutter einsetzt. Andererseits verurteile ich ihn dafür, dass er diese Bemühungen wieder einmal lautstark hinausposaunt, damit auch jeder mitbekommt, wie besorgt er ist. Wie es den anderen Familienangehörigen dabei ergangen ist, das interessiert ihn nicht. Wenn man genau hinschaut, so hat jeder einzelne von ihnen einen besonderen Grund, darauf zu hoffen, dass Grossmutter oder Grossvater, Mutter oder Vater, Sohn oder Tochter, Bruder oder Schwester, Enkel oder Enkelin lebend und gesund freikommt. Der wichtigste, gemeinsame Grund ist, dass sie geliebt und vermisst werden, dass sie alle ein grausames Schicksal miteinander teilen. Und in der Situation darf es kein Mehr oder Weniger geben.
Und vor allem, keinen politisch motivierten Einsatz! Busha!

Der Rote Halbmond reklamiert, dass das Gebäude, in welchem seine Büros in Khan Younis untergebracht sind, von der IDF beschossen wird. In einer Meldung heisst es, dass die IDF die Obergeschosse des Hauses, in denen ‘Tausende’ von Flüchtlingen Schutz gesucht haben, beschossen werden, und dass es dort einige Verletzte gibt. Tausende von Flüchtlingen? Eine eklatante Lüge!

Beim Beschuss mit einer Anti-Panzer-Rakete wurde ein Mann in einer Kirche in Iqrit, einem Dorf nahe der libanesischen Grenze verletzt. Weitere neun israelische Soldaten wurden verletzt, einer von ihnen schwer. Die Soldaten wurden gezielt durch eine zweite Rakete verletzt, die abgeschossen wurde, als sie den verwundeten Zivilisten bergen wollten. Der christliche Vorsitzende des Libanon beklagte: «Die Hisbollah missbraucht die christliche Bevölkerung des Libanon als menschliche Schutzschilde!» Iqrit liegt 25 km nordöstlich der Stadt Akko in der Nähe der Grenze zum Libanon. Der kleine Ort war ursprünglich von christlichen Palästinensern bewohnt, die während des Unabhängigkeitskrieges vertrieben wurden. Seit 2012 lebt in der Umgebung der Kirche eine kleine Gruppe von Nachfahren der ehemaligen Bewohner.
Obwohl die IDF erklärt hat, die operative Kontrolle über den nördlichen Gazastreifen zu haben, kommt es dort doch immer wieder zu vereinzelten, teils heftigen Gefechten. So konnte über Nacht ein Anschlag auf einen Panzer vereitelt werden. Terroristen wurden dabei beobachtet, wie sie versuchten, Sprengstoff neben einem Panzer zu platzieren. Bei der Explosion wären die Soldaten, die sich im Inneren befanden, mit Sicherheit verletzt, wenn nicht sogar getötet worden. Zu Hilfe angeforderte Hubschrauber eliminierten die Terrorzelle. In einigen, dem Palästinensischen Islamischen Djihad gehörenden, Gebäuden in Vororten von Gaza City wurden Waffenlager und Spionageunterlagen entdeckt und zerstört.

Eine Drohne, die höchstwahrscheinlich von den Houthi-Rebellen in Richtung Eilat abgeschossen wurde, landete nur 2 km vom Strand des ägyptischen Urlaubsrestorts Dahab, im südlichen Sinai im Roten Meer. Augenzeugen berichteten von einem heranfliegenden Objekt und kurz darauf erfolgten Explosion. Bereits früher im Dezember war dort eine Drohne von der ägyptischen Luftwaffe abgeschossen worden.
Netanyahu hat beschlossen, dass sein VM Yoav Gallant keine eigenständigen Gespräche mehr mit dem Chef des Mossad, David Barnea, führen darf, in denen es darum geht, zu besprechen, wie man die Freilassung der Geiseln beschleunigen kann. Er fordert, zukünftig bei allen Gesprächen selbst anwesend zu sein. Was er nicht verhindern kann, ist, dass der VM sich mit hochrangigen Militär- oder Sicherheitsbeamten trifft. Das Verbot, welches einem Maulkorb gleichkommt, ist die Reaktion Netanyahus auf den Wunsch Gallants, dass Barnea ihn von den Ergebnissen der ‘Geheimgespräche’ in Paris schnellstmöglich informieren möge. Die Risse zwischen dem PM und dem VM, die bereits zu Beginn des Jahres erkennbar wurden, haben sich offenbar weiter vertieft.




Jesus: 1. Der Jude – 2. Der Palästinenser – 3. Der Sohn eines römischen Soldaten? Die Frage nach der Herkunft jenes Mannes, dessen Geburt die einen gestern und dessen Beschneidung die anderen am achten Tag nach seiner Geburt am 1. Januar feiern, bewegt Hobby-Theologen und Hobby-Historiker in jedem Jahr aufs Neue. Für uns ist Jesus ein Jude, geboren wurde er als solcher, gelebt hat er als solcher und ermordet wurde er auch als solcher. Punkt.
Für Christen ist Jesus ein Christ. Der zwar den Makel trägt, als Jude geboren zu sein. Aber, er wurde ja getauft. Wahrscheinlich von seinem Cousin Johannes, der laut Josephus Flavius etwa zwischen 5 BCE und 36 CE gelebt hat und als Bussprediger in Judäa und Galiläa wirkte. Flavius darf als Historiker ernstgenommen werden.
Weniger konkret sind die Aussagen der vier Evangelisten. Ihre Bücher entstanden zwischen 70 und 100 CE, keiner der Autoren hat Jesus persönlich gekannt. Ihr Ziel war die Missionierung. Matthäus war selbst noch in der Tradition des Judentums sozialisiert worden, was auch in seiner Version der Jesusgeschichte spürbar wird. Er legt den Geburtsort nach Bethlehem, um zu belegen, dass Jesus aus dem ‘Hause Davids’ stammt. Markus beginnt seine Erzählung erst mit dem erwachsenen Jesus. Markus lässt ihn an die Botschaft von Johannes dem Täufer anknüpfen. Er formuliert sie jedoch nicht als die richtenden Worte des Täufers, sondern als Einladung in eigener Sache: «Tut Busse und glaubt an das Evangelium!» Lukas bemüht sich, als historische korrekter Erzähler aufzutreten. Bei ihm finden wir die bekannteste Geschichte rundum die Geburt Jesu. «Siehe ich verkündige euch grosse Freude, die allem Volk widerfahren wird, denn euch ist heute der Heiland geboren.» Johannes geht mit seiner Schrift sogar zurück auf das 1. Buch Moses und die Schöpfung der Welt. «Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort (…) Und das Licht scheint in der Finsternis und die Finsternis hat’s nicht ergriffen.»
Alle vier Evangelisten sprechen von der Taufe und zitieren zu Beginn der Erzählung den Propheten Jesaja:«Eine Stimme ruft: Bahnt für den Herrn einen Weg durch die Wüste! Baut in der Steppe eine ebene Straße für unseren Gott!»
Wir dürfen also davon ausgehen und können neben Flavius auch die Evangelisten als Zeugen heranziehen: Jesus war ein Jude.
Bethlehem wird erstmals im 1. Buch Mose erwähnt, als Rachel, die Frau Jakobs «an der Strasse nach Efrata, das heute Bethlehem heisst, beigesetzt wird.» Folgen wir der Torah, so lebte Jakob im 18. Jahrhundert BCE.
Bethlehem gehört zum Imperium Romanum, das Judäa nicht, wie das benachbarte Syrien zu einer Provinz degradiert hatte, sondern zu einem ‘Klientelstaat’ mit Namen Juda ernannt hatte. Die Könige wurden als ‘Freunde und Bundesgenossen’ eingesetzt, konnten jedoch nicht selbstständig entscheiden und regieren. Am bekanntesten war König Herodes (73 bis 4 BCE) der Grosse, unter dessen Herrschaft der zweite Tempel entstand, der im Jahr 70 CE zerstört wurde und die meisten Juden in die Diaspora vertrieb. Bisher taucht noch nirgendwo der Begriff einer palästinensischen Ethnie auf. Das römische Palästina bestand von 63 BCE bis 634 CE.
Flavius nennt die Bewohner der ‘Pentapolis’ in seinem Buch ‘Jüdische Altertümer’ mit Bezug auf den alten Stammesnamen Philister ’Palästiner’ (sic). Goliath gehörte zum Volk der Philister, die ursprünglich aus der Ägäis gekommen waren. Nachdem der kleine David, wohl auch durchaus metaphorisch zu verstehen, den viel grösseren Goliath besiegt hat, verschwinden sie im Dunkel der Geschichte. König Herodes erhielt das Land vom römischen Kaiser Augustus.
Der Todestag Jesu war der erste Tag des Pessach Festes, das letzte Abendmahl daher der Sederabend. Jesus fiel dem antisemitischen Hass der römischen Herren zum Opfer, die in seinen Predigten Hochverrat und staatszerstörendes Verhalten witterten. Dabei war er doch nur einer jener damals zahlreich auftretenden jungen Hitzköpfe, die sich berechtigterweise gegen jeden Staatsterror auflehnten.
Der Begriff ‘Syria Palestina’ taucht erst im Jahr 135 CE auf, nachdem Rom den dritten jüdischen Aufstand, den Bar Kochba Aufstand, niedergeschlagen hatte. Jesus war zu der Zeit schon hundert Jahre tot.
Die Römer nutzten diesen sprachlichen Kunstgriff, um «die jüdische Identifikation mit dem Land zu minimieren und die rebellischen Juden zu bestrafen.» Eine klassische Form des alten und modernen Antisemitismus.
Wir finden diesen Antisemitismus weltweit. Tendenz steigend. In der Charta der Hamas heisst es nach wie vor «Angesichts der Usurpation Palästinas durch die Juden ist es zwingend erforderlich, das Banner des Dschihad zu erheben (…).» Auch die PLO hat ihre Charta nie abgeändert: «Behauptungen über historische oder religiöse Bindungen der Juden zu Palästina sind unvereinbar mit den Tatsachen der Geschichte…»
PA-Präsident Dr. Mahmoud Abbas verstieg sich dazu, in den Palästinensern die Nachfahren der Kanaaniter zu sehen, die seit 5.000 Jahren in Palästina lebten. An anderer Stelle sprach er sogar von 1 Million Jahren….
Wir können also mit Fug und Recht behaupten: Jesus wäre erstaunt gewesen, ihn als Palästinenser zu bezeichnen, dieser Begriff war ihm völlig fremd.
Kommt also noch die dritte Frage: War er der Sohn eines römischen Soldaten? Diese Frage kann niemand wirklich konkret beantworten. Heute könnte man mit entsprechenden DNA-Proben nachweisen, wo die Wurzeln eines Menschen liegen. Doch es gibt kein Grab, in dem wir eine auch noch so winzige solche Spur finden können. Und das Grabtuch von Turin wird schon lange nicht mehr das Original sein. Also müssen wir die irgendwie vertuschte Vaterschaft des guten, alten Sepp wohl doch anerkennen.
Kategorien:Israel
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