18. Tevet 5784

Das Wall Street Journal (WSJ) meldet heute, dass etwa 50% aller Wohnhäuser im gesamten Gazastreifen teils stark beschädigt oder sogar zur Gänze zerstört sind. Das bedeutet, dass etwa 70% der etwa 439.000 Wohnungen unbewohnbar geworden sind. Es wurden scheinbar etwa 29.000 Bomben und Granaten seit dem 7. Oktober verschossen. Von den 36 Spitälern können nur mehr 8 Patienten aufnehmen und entsprechend behandeln. Die Gesundheitsbehörden in Gaza sprechen von mehr als 21.000 Toten, wobei nicht nur diese Zahl kritisch zu betrachten ist, sondern auch untersucht werden muss, wie viele der Opfer tatsächlich Zivilisten sind, und wie viele Terroristen der Hamas oder anderer Terror-Organisationen.
Gerade in den ersten Tagen, als die IDF die Bewohner der nördlichen Regionen aufforderte, sich in den damals sicheren Süden zu begeben, hat die Hamas immer wieder Flüchtlingskonvois gestoppt oder beschossen. Die Flüchtlinge wurden gezwungen, umzukehren und im Norden des Gazastreifens als menschliche Schutzschilde für die Terroristen zu dienen. 85% der Bewohner, immerhin 2.3 Millionen Menschen, müssen nun auf 1/3 des gesamten Gebietes zusammenleben. Das ist schlimm. Unzumutbar und eine Quelle der Gefährdung für die Gesundheit.
IDF-Sprecher Daniel Hagari wird am 10. Oktober, nur wenige Tage nach dem grauenhaften Massaker zitiert: «Unser Schwerpunkt liegt auf einer maximalen Zerstörung und nicht auf chirurgischer Genauigkeit.» Solche Worte hatte man früher noch nie von der IDF gehört, die doch als die ‘moralischste Armee der Welt’ gilt. Was kann dazu geführt haben, das Paradigma zu wechseln? «Wenn ihr fragt, warum die zivile Infrastruktur in Gaza derartig stark zerstört wurde, dann schaut, wo die Hamas ihre Infrastruktur gebaut hat. Und dann zeigt bitte mit eurem Finger auf die Hamas und nicht auf uns.» Die Ergebnisse der Untersuchungen geben ihm Recht. Kliniken, Moscheen, Kindergärten, Kinderzimmer in privaten Wohnhäusern, Schulen, sie alle dienen als terroristische Infrastruktur.
Jared Malsin, in Istanbul lebender Journalist des WSJ, beschreibt Gaza vor drei Monaten als lebenswerte Stadt, in der trotz «Besatzung, Belagerung und Kriegen» viele Palästinenser das Leben genossen. Er beschreibt das, was Gaza hätte werden können, wenn nicht die Hamas ab 2007 die Regierung übernommen hätte: Das Singapore der Levante.
Yahya Sinwar, der meistgesuchte Mann in Gaza, ist in den letzten Wochen zweimal nur knapp seiner Verhaftung durch die IDF entkommen. Jetzt ist es der IDF gelungen, in Gaza City ein Appartement zu identifizieren, welches wahrscheinlich Sinwar als Versteck gedient hat. Es ist bekannt, dass er auch über mehrere Liegenschaften in Khan Younis verfügt. Im gestern entdeckten Appartement deuten zahlreiche Fundstücke darauf hin, dass Sinwar sich hier während der letzten Wochen aufgehalten hat. In der Wohnung befindet sich auch ein Tunneleingang, der zu einem ganzen System von 20 m unter der Erde liegenden Tunnels führt. Es gibt dort Elektrizität, Luftfilteranlagen, Zu- und Abwasserleitungen, Sanitäranlagen, Wohn- und Gebetsräume. Also alles, was sicherstellt, dass auch ein relativ langer Aufenthalt nicht unmöglich ist. Die Tunnels wurden zerstört.

Bald wird bei den Besprechungen des Kriegsrates nur mehr ein Mann am Tisch sitzen. Netanyahu. Nachdem er vor vier Tagen seinem VM Yoav Gallant bereits verboten hat, eigene Besprechungen mit dem Mossad Chef David Barnea durchzuführen, muss Gallant sich fortan auch vom Chef des Shin Bet, Ronen Bar, fernhalten. Nur mehr, wenn Netanyahu mit am Tisch sitzt, dürfen die Herren miteinander kommunizieren. Das Misstrauen gegenüber seinem VM hat schon schizophrene Züge angenommen.
Zwar kann er seinem VM nicht verbieten, sich mit den höchsten militärischen Vertretern zu treffen, der Mossad und Shin Bet unterstehen jedoch direkt dem Büro des PM. Gallant hat zweimal den Chef des Mossad eingeladen, als es um Themen im Zusammenhang mit den Geiseln ging, wurde aber von Netanyahu aufgefordert, diese Treffen wieder abzusagen.
Die Hamas liess über ihre Verbindungsmänner in Katar wissen, dass sie ‘prinzipiell’ einverstanden wäre, in Verhandlungen über einen weiteren Austausch von Geiseln einzutreten. Der Austausch könne während einer bis zu einem Monat dauernden Waffenruhe stattfinden. Sollte sich das Interesse der Hamas nicht wieder als Strohfeuer herausstellen, so wäre dies ein echter Fortschritt in den seit Wochen festgefahrenen Bemühungen. Mossad Chef Barnea bestätigte die Aussage, gab jedoch an, dass die Bedingungen diesmal sehr viel schärfer sein würden als im November. Die Sprache ist von 40 bis 50 Geiseln, die im Gegenzug zur völligen Waffenruhe freigelassen werden. In einer zweiten Stufe müsse sich die IDF komplett aus Gaza zurückziehen. Weitere Informationen wurden noch nicht bekannt.
Hauptquartiere der zwei grössten Terror-Gruppen Hamas und Palästinensisch Islamischer Djihad wurden heute in Khan Younis von der IDF gestürmt und anschliessend zerstört. Dabei wurden Terroristen eliminiert, die dabei waren, mit Scharfschützen einen Überfall auf die IDF durchzuführen. Im Zuge der Operation wurden auch eine Waffen-Produktionsstätte und andere terroristische Infrastruktur zerstört.
Bei einem Hit-and-run Anschlag wurden gestern fünf Soldaten verletzt, einer von ihnen lebensgefährlich. Der Anschlag ereignete sich südlich von Hebron in der Nähe eines Militärpostens. Die Soldaten wurden zur Weiterbehandlung ins Krankenhaus evakuiert. Der Angreifer wurde eliminiert. Er war mit seinem Wagen in eine Gruppe von fünf Soldaten hineingefahren.

Die unglaubliche Geschichte, ein Hemd findet nach 13 Jahren wieder zu seinem Eigentümer zurück! Soldaten durchsuchten das Haus eines Zahnarztes in Beit Hanun. Was sie suchten, waren Waffen. Was sie in einer Schublade entdeckten, war ein sorgsam zusammengelegtes Shirt, wie es vor 13 Jahren in der Nahal Brigade getragen wurde. Die Soldaten glaubten an einen Zusammenhang mit einer Geisel und nahmen das Hemd mit. Bei erster Gelegenheit übergab der Finder das Hemd an einen Soldaten der Nahal Brigade. Ein Arzt der Brigade, ein Reservist, der sich ebenfalls in Gaza aufhielt, erzählte, selbst einmal so ein Hemd besessen zu haben. Nach seinem Dienst habe er mit amerikanischen Jugendlichen gearbeitet und später mit einem von ihnen die Hemden getauscht. Der Jugendliche hatte ihm später erzählt, er habe das Hemd an einen anderen weitergegeben. Als der Arzt das Hemd in Händen hielt, erkannte er es sofort wieder als das, was er vor 13 Jahren getragen hat. Das Hemd wird nun gerahmt und kommt zu den anderen Erinnerungsstücken der Nahal Brigade. Wie das Hemd nach Gaza kam, wird wohl nicht mehr zu klären sein.
Kategorien:Israel
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