29. Tevet 5784

Auch heute muss die IDF wieder den Tod eines Soldaten bekanntgeben. Sgt. First Class (res.) Elkana Newlander, s’’l, verlor sein Leben bei einem Kampf im zentralen Gazastreifen.

Eine grosse Ungerechtigkeit erlebt derzeit die Mutter von Stav Basha, s’’l. 22. Stav wurde am 7. Oktober in den Reservedienst einberufen. Bereits nach zwei Monaten wurde er entlassen und starb kurze Zeit später an Herzversagen. Ob er mit einer diagnostizierten Herzschwäche überhaupt hätte einberufen werden dürfen, oder ob sie die Krankheit spontan zeigte, sei dahingestellt. Dass sich aber keiner seiner militärischen Vorgesetzten nach seinem Tod und während der Trauerzeit bei der Mutter zeigte, ist schlicht unkameradschaftlich und unmilitärisch. Von seinen Freunden und Kameraden wird er als absolut gesunder und froher junger Mann beschrieben, der offensichtlich an dem, was er während des Einsatzes sah, verzweifelte und daran erkrankte. Nun wird ihm jede militärische Ehre verweigert, weil er nicht mehr im Aktiv-Dienst war, als er starb. Möge die Erinnerung an ihn nur zum Segen sein!

3.000 UNRWA-Lehrer, die auf Telegramm eine Gruppe haben, haben dort massenhaft Postings verbreitet, in denen sie die Massaker vom 7. Oktober loben und ihre Unterstützung ausdrücken. Geführt wird der Kanal von Waseem Ula, sein Nutzername ist «Handsome». In seinen Beiträgen ruft er dazu auf, Juden zu töten, er zeigt Sprengstoffgürtel, die die Aufschrift «Wait, sons of Judaism» tragen. Die Glorifizierung der Massaker begann bereits wenige Minuten, nachdem sie begonnen hatten. Mörder und Vergewaltiger werden als ‘Helden’ bezeichnet, die Ausbildung, die sie im Vorfeld der Massaker durchlaufen hatten, wird ausdrücklich gelobt. Waseem beschreibt den Terroristen Akran Abi Hasanen als «Qassami martyr,” “friend” & “brother.” Er betete auch für ihn, dass Allah ihn ohne Verzögerung in das Paradies einlassen solle. Auf der Webseite von Hillel Neuer finden sich noch weitere fürchterliche Beispiele. Bilder und Clips der Verschleppungen und Massenvergewaltigungen finden über Telegramm eine massenhafte Verbreitung im Netz.
Nota bene: Pierre Krähenbühl, der gerade zum IRK-Generaldirektor ernannt wurde, war von 2013 bis 2019 Generalkommissar der UNRWA. Vieles von dem, was heute dort passiert, wurde während seiner Tätigkeit begründet.
Nissim Vaturi, Likud, ist ein nicht ganz unumstrittener Möchte-gern-Politiker, der sich seinen Platz in der Knesset mit einem gefälschten Wohnsitz ergaunert hat und auch schon mal seine Lizenz als ‘Baumeister’ (i.e. der in Israel bei jedem Bau gegenwärtige Kablan, der oft nichts Bautechnisches gelernt hat, aber behauptet, alles zu können) gegen Bezahlung verliehen hat. Als Hinterbänkler hat er nichts zu sagen und muss sich deshalb anderweitig positionieren. Schon vor einigen Wochen hatte er gefordert, Gaza «zu verbrennen» und damit für mächtiges Aufsehen gesorgt. Jetzt doppelte er nach: «Es ist besser, Gebäude niederzubrennen, als unseren Soldaten Schaden zuzufügen. Sie kamen und verbrannten uns, unsere Kinder in der Grenzregion zum Gazastreifen. Stellen Sie das auf die andere Seite der Skala. Was bedeutet es zu brennen? Hineingehen und sie in Stücke reissen. Es sollte keine Gedanken, keine Überlegungen geben. Die Soldaten der IDF sollten keine Sekunde nachdenken und dann verletzt werden, weil wir menschlich sein müssen. Ich glaube nicht, dass es dort jetzt Unschuldige gibt – nicht jetzt und nicht, als ich meine Aussage gemacht habe. Ich habe keine Gnade mit solchen Leuten – schon gar nicht in Kriegszeiten, wenn unsere Soldaten fallen, um ihr Heimatland zu verteidigen. Wir können zu Hause nicht edel sein und sagen: ‚Oh, da sind Unschuldige.‘ Wenn es dort einen Unschuldigen gibt, wissen wir von ihm. Wer auch immer dort zurückbleibt, muss eliminiert werden, Punkt. Daran habe ich keine Zweifel.» Diese Aussage ist eines israelischen Politikers nicht würdig. Diese Haltung ist menschenverachtend und zynisch. Auch Vaturi gehört für mich zu den Möchte-gern-Politikern, die dringend aus der Knesset und jedem weiteren öffentlichen Amt dauerhaft entfernt werden müssen. Ata idiot gadol! Buscha!
Gestern Abend wurde weitere Einzelheiten bekannt, die zum Tod von sechs Soldaten und weiteren Verletzten geführt haben. Der Panzer hatte ein feindliches Ziel identifiziert und eröffnete das Feuer. Dadurch wurde eine verheerende Kette von Ereignissen ausgelöst. Durch die Explosion fiel ein Strommast um. In der Folge explodierte der zur Zerstörung des Tunnels bereits vorbereitete Sprengstoff. Das tragische Unglück fand etwa 30 Minuten statt, bevor alle Soldaten das Zielgebiet ordnungsgemäss und geplant hätten verlassen können.
Während die IDF die Operationen im Bereich von Khan Younis weiter verstärkt, beginnt sie gleichzeitig mit dem Rückzug einiger Truppen aus dem nördlichen Gazastreifen.
Allein am gestrigen Dienstag wurden von den USA und GB 21 (!) Drohnen und Raketen neutralisiert, die von den Houthi-Rebellen auf diverse Frachtschiffe im Roten Meer abgefeuert worden waren. Schaden entstand nicht. Die Houthis werden vom Iran mit Waffen ausgerüstet.

Baby Kfir, hat gestern in der Dunkelheit der Geiselhaft in Gaza seinen ersten Geburtstag erlebt. Es gab weder eine noch so kleine Torte mit einer Kerze noch ein neues Knuddeltier zum Spielen noch das Glück in den Augen der Eltern, wenn er seine ersten selbstständigen Schritte macht. Seine ersten Worte werden auch nicht Ima oder Aba sein, ich möchte mir gar nicht ausmalen, was er als Erstes versucht, klar auszusprechen! Baby Kfir, ich wünsche dir, dass du noch lebst und dass dein Bruder Ariel und deine Mutter dich beschützen können! Der UNO-Botschafter Israels, Gilad Erdan stellte einen symbolischen Kuchen auf das Rednerpult der UNO und bat darum, ihn dort bis zu Freilassung des Kindes stehen zu lassen.

In der nördlichen Stadt Kiryat Shmona wohnen von 24.000 Bürgern nur mehr 3.000. Die anderen haben ihre Häuser und Wohnungen verlassen. Drei Monate haben sie in verschiedenen Hotels gelebt. Unter ihnen ist auch Familie Hayut mit ihren vier Kindern. Sie haben alles zusammengepackt und sich in der erst vor wenigen Jahren gegründeten Stadt Harish im Zentrum des Landes neu angesiedelt. «Wir müssen unsere Familie wieder aufbauen, ein normales Leben aufbauen. Es ist ein sehr langer Prozess, und es gibt keine Wahl.» Am Mittwoch war eine Rakete im Herzen ihrer Heimatstadt eingeschlagen. Kurz zuvor waren sie in ihr Haus zurückgekehrt, um die Umzugskartons zu holen. Die Rakete explodierte nur wenige Meter von ihrem Haus entfernt. «Also habe ich schweren Herzens die Entscheidung getroffen. Meine Kinder werden nicht zu einer solchen Realität zurückkehren, ganz gleich, welchen Preis wir zahlen müssen. Wir werden nicht zur Beschwichtigungspolitik oder zu einer Politik zurückkehren, die es Terroristen ermöglicht, sich der Grenze zu nähern. Das wird nicht passieren.» Ob sie jemals wieder zurückkehren werden? Das ist noch völlig ungewiss.
Kategorien:Israel
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