Krieg in Israel – Tag 122

26. Shevat 5784

In Berlin kam es am Freitagabend zu einem brutalen Angriff auf einen jüdischen Studenten der FU, Lahav Shapira, 30, durch einen arabischen Kommilitonen, 23. Shahak Shapira, der Bruder von Lahav und die Mutter schildern den Abend: «Es gab keine politische Debatte. Mein Bruder wurde vom Angreifer in der Bar, in der er sich mit seiner Freundin aufhielt, erkannt. Als sie die Bar verliessen, wurde mein Bruder aggressiv angesprochen und angebrüllt, warum er Bilder von Entführungsopfern im Netz verbreite. Dann wurde er unangekündigt mehrmals ins Gesicht geschlagen. Lahav muss ihn gekannt haben, so sagte er jedenfalls seiner Freundin, die sich beobachtet fühlte.» Als er bereits am Boden lag, trat der Angreifer ihn mehrfach ins Gesicht, wodurch Lahav mehrere Knochenfrakturen erlitt und operiert werden musste. Lahav hatte sich an der FU, die immer wieder pro-palästinensische Aktionen lanciert, gegen den Antisemitismus, gegen die Verharmlosung des Terrors, für Israel und für die Freilassung der Geiseln eingesetzt.

Verschiedenen Medienberichten und auch dem Polizeibericht zu Folge, sei ein Streit, zwischen dem pro-israelischen Lahav und dem pro-palästinensischen Täter eskaliert, bevor es zu dem tätlichen Angriff kam. Der Angreifer konnte zunächst fliehen, wurde dann aber in seiner Wohnung entdeckt. Der Staatsschutz übernahm die Ermittlungen.

Die Hamas hat gestern nicht, wie grossartig angekündigt, ihre Entscheidung zu den neuen Vereinbarungen zur Geiselfreilassung bekannt gegeben. Das war zu erwarten. Jetzt bleibt nur abzuwarten, welche neuen Bedingungen sie stellen werden. 

Wasserstoffperoxid, H2O2 ist, wie die Formel besagt, eine Verbindung aus Wasserstoff und Sauerstoff. Es ist etwas zähflüssiger als Wasser, schwach sauer und oxidiert gerne z.B. mit Messing und Kupfer. Industriell wird es als Bleichmittel u.a. in der Kosmetik und Zahnmedizin verwendet, gilt als potentes Desinfektionsmittel, wird aber auch zur Restaurierung von alten Holzmöbeln und zum ‘Entgilben’ in der Papier- oder Stoffproduktion genommen. Nachdem es bei der reinen Lösung zu spontanen Explosionen kommen kann, dürfen hochkonzentrierte Lösungen in der EU nur an Personen verkauft werden, die beruflich damit zu tun haben. H2Owird, vor allem in Verbindung mit Aceton zu einem Sprengstoff namens TATP. 

Die Hamas nutzt H2O2, das für Spitäler und den medizinischen Bereich vorgesehen war, um daraus Sprengstoffe und Raketen herzustellen. In einem umfassenden Handbuch gibt es detailliert dargestellte Abbildungen zur Herstellung. 

Das aufgefundene Handbuch ist ein weiterer Beweis dafür, wie die Terror-Organisation für zivile Zwecke geliefertes Material für ihre terroristischen Zwecke missbraucht. Die Begleittexte sind auf Englisch, Arabisch und wahrscheinlich Norwegisch geschrieben und beschreiben detailliert Schaltpläne und Bauanleitungen.

Mehr als 100 Millionen elektronische Dateien und mehr als 500.000 Dokumente, wurden von der IDF im Zuge der Untersuchungen von Kommandozentralen in Häusern, aber auch in Tunnelanlagen sichergestellt und dem Geheimdienst zur Analyse übergeben. Sie dokumentieren Einsatzpläne und ausgearbeitete Strategien der Terror-Organisation. Die Sammlung gilt als umfangreichste bisher aufgefundene Sammlung. Bei getöteten oder festgenommenen Terroristen, die unmittelbar am Massaker teilgenommen hatten und in deren Fahrzeugen wurden ergänzende Informationen zu Kampfpositionen, Stellungen von Scharfschützen und Beobachtungspunkten entdeckt. Eine Spezialeinheit des militärischen Geheimdienstes, die sich ausschliesslich mit Informationen im Zusammenhang mit dem Gazastreifen beschäftigte, wurde vor fünf Jahren aufgelöst und erst jetzt, nach dem Massaker, wieder neu eingerichtet. Dass trotz offensichtlich immer vorhandener latenter Bedrohung durch die Hamas diese Einheit aufgelöst wurde, ist ein weiterer Beweis dafür, dass der Militärgeheimdienst in den letzten Monaten kläglich versagt hat. 

Der al-Qutsiya-Stützpunkt gilt als Hauptquartier der Hamas von Mohammed Deif, Yahya Sinwar und dessen Bruder Muhammed in der Stadt Khan Younis. Auf Grund der bisher entdeckten Informationen geht die IDF davon aus, dass hier die Planungen des Massakers vom 7. Oktober stattfanden. Bisher war dieses weitläufige Lager weitgehend unbekannt. Die IDF musste, bevor sie die Gebäude betreten konnte, zahlreiche Minen, die teilweise sogar in Mauern versteckt waren, gezielt zur Explosion bringen oder entschärfen. Sobald sich die Truppen den gesicherten Gebäudekomplexen näherten, wurden sie von einer Gruppe von Terroristen unter Beschuss genommen. Mit Unterstützung durch die IAF konnten die Terroristen eliminiert werden. al-Qutsiya war offensichtlich der am besten ausgebaute Trainingsort zur Vorbereitung des Massakers. Hier fanden sich 1:1 nachgebaute Eingänge zu den Kibbutzim und Militärbasen und Modelle von Panzerfahrzeugen. In den Waffen-Produktionsstätten wurden moderne Maschinen aus Deutschland benutzt, die offensichtlich in den letzten Jahren über den Sinai in den Gazastreifen geschmuggelt worden waren. Lagerhäuser, gut gefüllt mit Raketen und Mörsern, Konferenzräume, getrennte Unterkünfte für ‘einfache und hochrangige’ Terroristen und Werkstätten, in denen eine Vielzahl von Waffen, darunter Panzerabwehrraketen, Panzerfäuste, Maschinengewehre, Sprengstoff und verschiedene andere Kampfausrüstungen gehortet wurden rundeten das Bild des perfekten Trainingscamps ab.

Die Terror-Gruppe ‘Galilee Forces’, die sich in der Vergangenheit immer wieder zu Terroranschlägen aus dem Südlibanon bekannt hatte, hat ein Video veröffentlicht, in dem verschiedene Politiker mit Todesdrohungen angegriffen werden. Konkret handelt es sich um Benjamin Netanyahu, Itamar Ben-Gvir, Zvi Sukot und Josi Dagan. Die Politiker werden nach einer Szene auf einem Friedhof einzeln virtuell ins Fadenkreuz genommen. Als Letztes erscheint ein Bild mit einem Fragezeichen, das wohl bedeuten soll: ‘Wer wird der Nächste sein’. Hinterlegt ist das Video mit dem Bild eines Wolfes und dem Wasserzeichen der Terror-Organisation auf dem zu lesen ist «Galil Force – einsame Wölfe – der erste Alptraum für Israel.» Abschliessend erscheint noch der Text: «Die Ziele sind bereit, und der Tod ist ganz nahe. Der Tag des Gerichts ist gekommen, und er wird hart und bitter sein.» Die Terror-Gruppe hatte zuletzt die Verantwortung für den Bomben-Anschlag an der Kreuzung von Megiddo vom 13. März 2023 übernommen, bei dem ein arabischer Israeli schwer verletzt worden warDer Terrorist hatte mit einer Leiter den Grenzzaun überwunden.

Ägypten wehrt sich mit ungeheurer Heftigkeit dagegen, dass palästinensische Flüchtlinge aus Gaza auf den Sinai flüchten könnten. Die Gratiszeitung ‘Israel Hayom’ zitiert eine Quelle mit den Worten «Wenn auch nur ein einziger palästinensischer Flüchtling auf die Sinai-Halbinsel kommt, wird das Friedensabkommen gekündigt.» Eine andere Quelle war etwas weniger drastisch, aber auch unmissverständlich: «Wenn auch nur ein palästinensischer Flüchtling die Grenze überschreitet, wird das Friedensabkommen ausgesetzt.» Egal, was tatsächlich die Androhung Ägyptens ist, sie muss als Reaktion auf die Vorschläge einiger rechter Politiker Israels gewertet werden, die eine Abschiebung der Zivilisten aus dem Gazastreifen vorsehen. Ägypten hat bereits klargestellt, dass die israelischen Kämpfe um Rafah und die angestrebte erneute Kontrolle des Philadelphi-Korridors durch die IDF abgelehnt werden. Dabei ist vor allem dieser Streifen zwischen Ägypten und dem Gazastreifen von besonderer logistischer Bedeutung, weil er immer wieder als Schmuggelweg für Waffenlieferungen ist. Die IDF vermutet, dass es noch zahlreiche, immer noch genutzte Tunnel zwischen dem Sinai und Rafah gibt. Seit November haben mehr als 35.000 den Gazastreifen über den Grenzübergang Rafah verlassen, die meisten von ihnen Doppelstaatsbürger, die die Möglichkeit erhielten, aus Gaza abzureisen, aber auch 2.000 Kranke und Verletzte, die zur Weiterbehandlung nach Ägypten evakuiert wurden. Normalerweise werden etwa 15.000 Personenübergänge pro Monat registriert. 

Entgegen dem derzeitigen Trend, Zahlungen an die UNRWA einzufrieren, hat Spanien beschlossen, zusätzliche € 3.5 Millionen zu überweisen. Dies teilte der spanische Aussenminister Jose Manuel Albares mit. Im Jahr 2023 hatte Spanien bereits € 18.5 Millionen überwiesen. Dieser Betrag inkludiert eine im Dezember beschlossene Sonderzahlung von € 10 MIllionen, um die humanitäre Hilfsleistung zu verdreifachen. 

Die gute Nachricht: Montana Tucker, US-amerikanisch-jüdische Influencerin mit mehr als 14 Millionen Followern in den Sozialen Medien engagiert sich nicht erst seit den Massakern vom 7. Oktober für Israel. Im Dezember sagte sie in Israel: «Vor einem Jahr habe ich eine Serie mit dem Titel ‘Niemals vergessen’ über den Holocaust gemacht. Ich habe mein Leben dem Kampf gegen Antisemitismus und alle Formen von Hass gewidmet. Als ich über das Massaker gehört habe, wusste ich, es ist nicht genug, darüber zu schreiben. Ich musste hierher kommen, mich mit Überlebenden, Familienangehörigen und so vielen Menschen wie möglich treffen. Ich musste ihre Berichte hören, um sie dann teilen zu können.» 

Als am Sonntagabend die Grammys in Los Angeles verliehen wurden, nahm das Thema Israel und die von der Hamas festgehaltenen Geiseln einen zentralen Platz ein. Vor Beginn gab es eine pro-palästinensische Demonstration vor dem Eingang, so dass die Gäste erst mit Verspätung eintreten konnten. 

Montana Tucker kam in einem atemberaubenden Kleid mit einem aufgenähten übergrossen ‘yellow ribbon’, das weltweit das Symbol der Protestbewegung gegen die Geiselnahme und -haft geworden ist, und trug eine Halskette mit einem Davidstern. Auf der Bühne zeigten zahlreiche Künstler ihre Unterstützung für die Palästinenser. Später allerdings gedachte der CEO der Recording Academy, Harvey Mason Jr., der Opfer des Angriffs auf das Musik-Festival, ohne allerdings Israel, Gaza und die Hamas eigens zu erwähnen. «Musik», so sagte er, «muss unser sicherer Raum sein.» Ted Deutch, US-amerikanischer demokratischer Politiker und Vorsitzender des ‘American Jewish Committee’ bedankte sich: «Während unsere Herzen weiterhin um die Verlorenen trauern, tröstet uns die bewegende Hommage heute Abend. Musik kann eine großartige Quelle der Heilung sein.“



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