Krieg in Israel – Tag 129

3. Adar I 5784

Erneut musste die IDF den Verlust zweier Soldaten bekannt geben. Sgt. Maj. Adi Eldor, 21, und Sgt. Maj. Alon Kleinmann, 21, s’’l, verloren ihr Leben im südlichen Gazastreifen. Beide wurden in Khan Younis von einer Panzer-Abwehr-Rakete getroffen. Zwei weitere Soldaten wurden schwer verletzt.

Eine gute Nachricht des Tages: Um 1:49 Uhr in der Nacht begann die IAF mit gezielten Luftangriffen auf ein Bataillon der Hamas-Terror-Organisation. Die Angriffe lenkten gezielt von einer ganz anderen Operation ab. In einer bereits mehrfach geplanten und immer wieder verschobenen Befreiungsaktion drangen Mitglieder von Shin Bet, Polizei und IDF in ein Haus ein. Sie wussten, dass sich in dem Gebäude im Zentrum von Rafah zwei gut bewachte Geiseln befanden. Nachdem sie zunächst heimlich in das Gebäude eingedrungen waren, um die im Nachbarhaus postierten Terroristen nicht aufzuschrecken und ihnen keine Chance zu geben, die Geiseln zu ermorden, setzten sie anschliessend Sprengstoff und schweren Beschuss ein. Im Zuge der Aktion wurde ein Soldat leicht verletzt. 

Die zwei Männer, Fernando Marman, 61, und Louis Noberto Har, 70, wurden in das Sheba Medical Center gebracht, ihr Zustand wurde, nach ersten Untersuchungen, als stabil und gut bezeichnet. Zwei Familienmitglieder, Clara Maman, 63, Gabriela Leimberg und ihre Tochter Mia, 17, waren zusammen mit Mias Hund Bella bereits im November freigelassen worden. Mit der Freilassung der beiden Männer ist die ganze Familie wieder vereint. Während der Befreiungsaktion, die nur knapp eine Stunde dauerte, kamen, so die palästinensische Zeitung ‘Wafa’ mehr als 100 Zivilisten ums Leben. 

Nach fast vier Tagen ohne Beschuss aus dem Gazastreifen schrillten heute Vormittag erneut im Umfeld der Grenze die Sirenen in einem Gebiet, das seit dem 7. Oktober nahezu menschenleer ist. Nur noch wenige Soldaten sind dort stationiert, um die Lage zu beobachten.

Die Houthi-Rebellen haben erneut ein Frachtschiff im Besitz einer griechischen Reederei im Roten Meere beschossen. Das Schiff, die Star Iris, wurde durch den Raketenbeschuss beschädigt, konnte aber seine Fahrt wie geplant fortsetzen.  Die Besatzung befand sich während des Angriffs in Sicherheit. Der Angriff fand 40 nm südlich von al Mukha im Jemen statt. Das Schiff hatte den Suez Kanal durchquert und war nun auf dem Weg in den Iran.

In einem ausführlichen Telefonat mit Netanyahu forderte US-Präsident Joe Biden erneut, dass Israel erst dann mit der Offensive in Rafah beginnen soll, wenn es einen ‘glaubwürdigen und durchführbaren’ Plan gibt, welche Massnahmen zum Schutz der Bevölkerung getroffen werden. In und um Rafah haben mehr als die Hälfte der 2.3 Millionen Bewohner des Gazastreifens, die von der IDF aus ihren Wohngebieten evakuiert worden waren, Zuflucht gesucht. Sie leben in Zeltlagern, die bei der derzeitigen Witterung kaum Schutz bieten, oder eng zusammengepfercht in Notunterkünften, die in Schulen oder anderen Gebäuden eingerichtet wurden. «Unter den gegenwärtigen Bedingungen können wir … eine Militäroperation in Rafah aufgrund der Bevölkerungsdichte nicht unterstützen», sagte ein hochrangiger Beamte der US-Regierung. US-Präsident Biden ist mehr als frustriert, dass er Netanyahu nicht dazu bewegen kann, seine militärische Taktik in Gaza zu ändern. Mittlerweile ist Biden auch zu der Einsicht gekommen, dass die Regierungszeit Netanyahus von der Länge des Krieges abhängt. Ist es deshalb nicht verständlich, dass Biden hinter verschlossenen Türen mehrmals seine gute Erziehung zur Seite gelegt hat und ihn als «Arschloch» bezeichnete?  

Ägypten hat damit begonnen, im Sinai eine grosse Zahl an Panzern zu positionieren. Seit Jahren haben sie den Strassenbau im Sinai vorangetrieben. Zu welchem Zweck? Nun, das scheint klar zu sein. Vom Sinai aus kann Israel problemlos angegriffen werden. Und nur das ist das Ziel. Davon ist jedenfalls Maj. Gen. Yitzhak Brik a.D. überzeugt. «Die Hamas fühlt sich immer noch sehr stark. Sie ist bereit, Häuser und Menschen, die getötet werden, aufzugeben, aber sie glaubt, dass wir sie nicht stürzen können. Deshalb benutzt sie eine zynische Sprache, sie will keine Einigung über die Geiseln erreichen. Sie haben Zeit. Ihre Fähigkeiten zu schwächen – es sieht so aus, als würden wir damit nicht weiterkommen. Die Hamas wird weiter existieren.» Wenn es also bei den kommenden Offensiven auf Rafah zu massenhaften Übertritten von Gaza in den Sinai kommt, so wird Ägypten darauf scharf reagieren. Und sie werden, wie angekündigt, das Friedensabkommen mit Israel zumindest einfrieren. Brik betont: «Obwohl Ägypten ein armes Land ist, verfügt es heute über die stärkste Armee im Nahen Osten – 4.000 Panzer davon 2.000 moderne, Hunderte der fortschrittlichsten Flugzeuge und eine Marine, die zu den Besten zählt, die es gibt.»

Die gute Nachricht:  ein weiteres Spitalschiff, das von den VAE geschickt wird, wird in den kommenden Tagen vor der ägyptischen Stadt el-Arish vor Anker gehen. Die 100 Betten verschiedenster Fachrichtungen stehen Kranken und Verwundeten zur Verfügung, die von mehr als 100 medizinische Mitarbeitern, Ärzten und Pflegern betreut werden.



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