4. Adar I 5784

Auch heute muss die IDF wieder den Tod von drei Soldaten melden, die in einem verminten Haus in Khan Younis ihr Leben verloren: Lt. Col. (res.) Netanel Yaacov Elkouby, 36, Maj, (res.) Yair Cohen, 30, und Sgt. First Class (res.) 27, s’’l. Zwei weitere Soldaten ihres Bataillons wurden beim gleichen Vorfall schwer verletzt.
Israel wird nun endgültig eine Delegation mit ranghohen Mitarbeitern vom Mossad und Shin Bet nach Kairo schicken. Auf Druck der USA werden dort erneut Verhandlungen stattfinden, um doch noch eine Vereinbarung zur Freilassung der israelischen Geiseln zu erreichen. An den Verhandlungen werden auch Vertreter Katars und der USA teilnehmen. Nach der Befreiung der beiden Männer gestern Nacht befinden sich noch 134 Geiseln in den Händen der Hamas und anderer Terror-Organisationen. Allerdings muss man davon ausgehen, dass bis zu 50 von ihnen nicht mehr leben. Mittlerweile wurde bekannt, dass die Delegationen, die bereits in Kairo angekommen sind, von CIA -Chef William Burns, Mossad-Chef David Barnea und dem katarischen PM Mohammed bin Abdulrahman Al-Thani angeführt werden.

Der US-amerikanische Senat hat ein finanzielles Hilfspaket in Höhe von US$ 95.3 Milliarden geschnürt. Nachdem eine Gruppe von Republikanern die ganze Nacht vor der Abstimmung mit Filibustern gestört hatte, wurde das Paket schlussendlich mit 70:29 Stimmen verabschiedet. US$ 60 Milliarden gehen für Verteidigungsgüter, Munition und Luftabwehrsysteme in die Ukraine, weitere US$ 8 Milliarden gehen an die Regierung nach Kiew. US$ 14 Milliarden erhält Israel zur Unterstützung im Krieg gegen die Hamas, US$ 9.2 Milliarden erhält Gaza für humanitäre Hilfe und der Rest fliesst nach Taiwan als Unterstützung für den Kampf gegen China.



Mehr als 1.3 Millionen Menschen drängeln sich derzeit auf dem Stadtgebiet von Rafah. Eine Stadt, in der zu Friedenszeiten etwa 300.000 Menschen mehr als ausreichend Platz zum Leben finden. Neben der eigentlichen Stadt Rafah gibt es zwei Flüchtlingslager. Seit sich Israel 1982 vom Sinai zurückzog, ist Rafah in eine ägyptische und eine gazanische Stadt geteilt. Auch als sich Israel 2005 aus Gaza zurückzog, blieb die Teilung erhalten. Rafah ist der einzige Grenzübergang zwischen Gaza und Ägypten. Während alle Lieferungen aus dem Ausland nach Gaza zuvor kontrolliert werden, bevor sie über Rafah nach Gaza einreisen können, läuft der illegale Handel nach Gaza durch zahlreiche Schmuggel-Tunnel-Anlagen. Diese sind so gebaut, dass sie von LKWs befahren werden können.
Rafah, so wird vermutet, ist die letzte Hochburg der Hamas-Terror-Organisation. Hier wird sich das Schicksal der Terroristen am militärischen Erfolg der IDF messen. Noch zögert die IDF, die grosse Offensive zu starten. Nicht nur auf Druck des Auslands, auch und vor allem aus Sorge Israels um das Leben der Zivilisten wurden jetzt Pläne erarbeitet, wie die Zivilbevölkerung sicher aus Rafah evakuiert werden kann. Die Regenzeit ist noch nicht vorbei, es müssen Zeltstädte aus dem Boden gestampft werden, die zumindest einen minimalen Schutz vor dem Regen, der heuer ganz besonders stark fällt, zu bieten.
Die UNO hatte einen Notfallplan, doch der ging von maximal 500.000 Evakuierten aus. Das überfordert natürlich die Hilfsorganisation. Jetzt bricht ihnen die UNWRA weg. Die haben laut eigenen Angaben schon lange ihre Niederlassung aufgegeben. Wer sich jetzt in Gaza noch als UNRWA Mitarbeiter identifiziert, ist in Wirklichkeit ein Hamas-Mitglied.

15 Zeltstädte sollen entstehen, jeweils nur mit 25.000 Bewohnern. Hauptsächlich sollen sie in zwei Zentren entstehen: In al-Mawasi, westlich von Rafah und im Sham Park, süd-östlich von Gaza City. Die Evakuierung soll entlang der al-Rashidstrasse, entlang der Küste laufen. Durch die dann hoffentlich wieder etwas entzerrte Situation soll auch die Lieferung von Nahrungsmitteln und humanitären Hilfsgütern verbessert werden.

Jordaniens König Abdulla, der vor wenigen Tagen selbst aktiv an einem Flugzeugabwurf mit humanitären Hilfslieferungen über Gaza teilgenommen hatte, befindet sich derzeit in den USA. Dort äusserte er sich erstmalig mit scharfer Kritik zu den Massakern vom 7. Oktober. «Alle Angriffe auf unschuldige Zivilisten, Frauen und Kinder, einschliesslich der Angriffe vom 7. Oktober, können von keinem Muslim akzeptiert werden» sagte er bei einem gemeinsamen Auftritt mit US-Präsident Joe Biden. Man müsse sicherstellen, dass diese niemals und nirgendwo wiederholt werden. Allerdings, so betonte er, müsse auch dringend gemeinsam mit den arabischen Partnern und der internationalen Gemeinschaft einen Waffenstillstand erreicht werden. Anschliessend muss eine Perspektive für einen umfassenden und gerechten Frieden angestrebt werden, der Sicherheit sowohl für die Palästinenser als auch für Israelis bringen werde.
Francesca Albanese, spezielle Berichterstatterin in der UNO über die ‘besetzten palästinensischen Gebiete’ ist auf Grund ihrer Aussagen zu den Massakern vom 7. Oktober in Israel in Ungnade gefallen. Sie hatte betont: «Die Opfer vom 7. Oktober wurden nicht ermordet, weil sie Juden waren, sondern als Antwort auf die israelische Unterdrückung der Palästinenser.» Die Hamas und deren bestialisches Vorgehen liess sie völlig unerwähnt.
Jetzt wurde sie zur ‘persona non grata’ erklärt, was bedeutet, dass sie nicht nach Israel einreisen darf, auch dann nicht, wenn die UNO ihr einen Diplomatenpass ausstellt. Diese Entscheidung wurde von Aussenminister Israel Katz und Innenminister Moshe Arbel verkündet, die zusätzlich ihren Rücktritt, resp. ihre sofortige Entlassung fordern. De facto ist das nur ein symbolischer Schritt. Seit einiger Zeit wurde ihr bereits das Einreisevisum verweigert. Es ist nicht der erste Zusammenstoss zwischen Israel und Albanese, die bereits mehrfach durch ihre harsche Kritik an Israel auffiel.

Bei einem Raketenbeschuss aus dem südlichen Libanon wurde ein Haus im israelischen Kiryat Shmona direkt getroffen. Am Haus entstand beträchtlicher Schaden. Zwei Personen, ein 15 Jahre alter Junge und eine 47 Jahre alte Frau, wurden schwer verletzt. Ihr Zustand wird aber als stabil bezeichnet. Wahrscheinlich handelt es sich um Mutter und Sohn. Kurz zuvor waren mindestens zwei Raketen auf Margaliot abgeschossen worden. Von dort wurden keine Schäden gemeldet.

Die Nichte des gestern befreiten Fernando Marman, Maayan Sigal Koren, erklärte, dass ihr Onkel während der gesamten Zeit, die er in Geiselhaft gehalten wurde, nie die für ihn bestimmten Medikamente erhalten habe. «Wir haben alle Medikamente abgegeben und später auch die entsprechenden Listen, was mein Onkel dringend braucht, aber es ist nie etwas bei ihm angekommen. Im Gegenteil, als er gestern von den beiden Vereinbarungen hörte, war er masslos erstaunt, dass es so etwas gab.» Damit dürfte klar sein, dass die Hamas die von Frankreich gelieferten Medikamente, die entsprechend den abgegebenen Listen gekauft wurden, zwar am 18. Januar nach Gaza hineinkamen, aber nie verteilt wurden. Sowohl Frankreich als auch Israel hatten mehrfach gefordert, einen Nachweis zu erhalten, dass die Lieferungen zugestellt wurden. Wie zu erwarten war, blieb dieser Nachweis bis heute aus.


Frankreich übergab Beirut einen Vorschlag, um die anhaltenden Kämpfe zwischen Hisbollah und IDF entlang der Südgrenze des Libanon zu beenden oder zumindest zu deeskalieren. Gleichzeitig soll auch die Umsetzung von UNO-Resolution 1701 wieder vorangetrieben werden.

Diese besagt, dass sich im Gebiet südlich des Litani-Flusses weder die Hisbollah noch anderen paramilitärische Gruppen aufhalten dürfen. Im Jahr 2019 hatte UN-Generalsekretär António Guterres einen Bericht veröffentlicht, in dem als weiterer Teil der Umsetzung der Resolution verlangt wird, die Hisbollah, die vom Iran bewaffnet wird, zu entwaffnen. Der vorgelegte Drei-Stufen-Plan sieht einen zehntägigen Deeskalationsprozess vor, der mit Verhandlungen über die lange ungelöste Festlegung einer Landesgrenze zwischen Libanon und Israel enden soll.

Die gute Nachricht: Der Mann, der die Reden für Dr. Martin King Jr. schrieb, Dr. Clarence Jones, 93, und aus dessen Feder auch der berühmte Satz «Ich habe einen Traum» stammt, wurde zum Gesicht einer Antisemitismus-Kampagne der besonderen Art. Robert K. Kraft ist u.a. Sportfunktionär und Eigentümer des ‘Gilette Stadions’ in Foxborough (Mass.) und der beiden dort beheimateten Football, resp. Fussballmannschaften ‘New England Patriots’ und ‘ New England Revolution’. Kraft suchte Jones aus, den Part des Redners im 30 Sekunden Video zu übernehmen. Das Video wurde am Wochenende beim ‘Super Bowl’ als Teil der Werbekampagne ‘Foundation To Combat Antisemitism’ im vollbesetzten Stadion gezeigt. Jones äusserte sich noch vor der Ausstrahlung: «Angesichts des zunehmenden Hasses ist es so wichtig wie eh und je, dass wir alle zusammenstehen und unsere Stimme erheben. Schweigen ist keine Option. Ich bin froh, dass ich lange genug gelebt habe, um mit Robert Kraft und FCAS zusammenzuarbeiten und meine Botschaft an ein möglichst breites Publikum weiter zu verbreiten – beim Super Bowl.»
Kategorien:Israel
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