7. Adar I 5784

Soeben musste die IDF den Tod eines Soldaten bekannt geben. Staff Sgt. Rotem Sahar Hadar, 20, s’’l, verlor sein Leben bei einem Kampf im südlichen Gaza. Beim gleichen Vorfall wurden zwei Soldaten und ein Offizier schwer verletzt, sechs weitere Soldaten erlitten mittelschwere Verletzungen.
Der Raketenbeschuss aus dem südlichen Libanon, der gestern einer Soldatin der IDF das Leben kostete, umfasste elf nicht gelenkte Grad-Raketen. Neun fielen in unbewohntes Gebiet, zwei konnten nicht abgefangen werden. Eine der Raketen traf eine militärische Basis. Staff Sgt. Omer Benjo, s’’l, versuchte nach dem ausgelösten Alarm, gemeinsam mit einigen Kollegen, die Schutzräume zu erreichen. Sie überlebte den Angriff nicht, die anderen Soldaten wurden verletzt. Nun wird überprüft, ob die Zeit, die bleibt, den Bunker aufzusuchen, nach unten korrigiert werden muss. Keine Lebensversicherung, aber immerhin ein Anhaltspunkt.

Beim Gegenschlag durch die IDF war, wie heute bekannt wurde, ein Kommandeur der Hisbollah Elite Truppe «Radwan», Ali Muhammad al-Debes, eliminiert worden. Auch sein Stellvertreter Hassan Ibrahim Issa und acht weitere Terroristen wurden tödlich verwundet.
Netanyahu entwickelt sich mehr und mehr zu einem Mann, der einsame Entscheidungen trifft, ohne seine engsten Berater zuvor zu konsultieren. So hat er, ohne das Kriegskabinett auch nur zu informieren, den Beschluss gefasst, keine weitere Delegation nach Kairo zu entsenden. Benny Ganz und Gadi Eisenkot waren darüber deutlich verärgert. Es ist, so wurde aus ihren Kreisen bekannt, nicht das erste Mal, dass Netanyahu selbstherrlich entscheidet, ohne sie in seine Gedanken mit einzubeziehen.
Nach dem Motto, wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, dann kommt der Berg zum Propheten, traf heute CIA-Direktor William Burns in Israel ein. Sein Besuch war unangemeldet. Das berichtete Ynet soeben. Er trifft sich zu einem Gespräch mit Netanyahu, über dessen Inhalt noch nichts bekannt wurde, das aber sicher mit der Weigerung Netanyahus zu tun hat, erneut eine Delegation zu Gesprächen nach Kairo zu schicken. Später am Abend wird sich das Kriegskabinett treffen. Im Anschluss findet ein Treffen des israelischen Sicherheitsrates statt.

UNRWA-Chef Philippe Lazzarini gab in Genf der NZZ ein Interview. Es strotzt vor persönlicher Arroganz und Selbstherrlichkeit. Hier nur einige Zitate:
- Hatten Sie jemals Hinweise darauf, dass diese Kabel [in den Computeranlagen unter dem UNRWA Gebäude] existieren? – In den letzten zwei oder drei Jahren gab es auch auf der Stromrechnung nichts Verdächtiges. Aber ich bin kein Experte für den Energieverbrauch.
- Glauben Sie, dass die Anschuldigungen wahr sind? – Wir wissen nicht, ob es dort einen Tunnel gibt. Vorläufig handelt es sich um Informationen, die von einer Konfliktpartei zur Verfügung gestellt wurden und von Medien, die dabei waren.
- Was wurde bei dieser [Neutralitäts]-Inspektion überprüft? – Es wird auch untersucht, ob es Hohlräume gibt. In der Vergangenheit hatten wir ein- oder zweimal den Verdacht, dass es unter einem UNRWA-Gebäude einen Tunnel geben könnte. Jedes Mal haben wir sofort die israelischen Behörden informiert und bei der Hamas protestiert. Daraufhin wurden die Tunnel jeweils zugeschüttet.
- Kontrollieren Sie Ihr Personal nicht ausreichend? – Wird Ihr Privatleben von der NZZ überwacht? – Nein, aber es gibt hier keine Terrororganisation wie die Hamas.
- Mehrere Länder haben die Finanzierung der UNRWA eingestellt. Wie wollen Sie das Vertrauen der Regierungen wiedergewinnen? – Viele der Länder, mit denen ich in Kontakt stehe, sind bereit, zurückzukehren. Denn sie sind sich bewusst, welche Katastrophe es wäre, wenn die UNRWA ihr Mandat nicht mehr erfüllen könnte. Sie ist die einzige Organisation, die für eine der ärmsten Bevölkerungsgruppen regierungsähnliche Dienstleistungen erbringt.
- Mit Libanon und Jordanien gibt es Staaten, die in ihren Ländern einen Grossteil der UNRWA-Aufgaben übernehmen könnten. – Waren Sie kürzlich im Libanon? Ich würde nicht sagen, dass man im Libanon einen richtigen Staat hat.
- Israel hat Sie zum Rücktritt aufgefordert, und Sie haben das bereits abgelehnt. – Ich berichte an die Uno-Generalversammlung und wurde vom Generalsekretär ernannt. Israel ist nur ein Mitgliedsstaat.
- Am Montag hat Israel UNO-Organisationen gebeten, bei der Evakuierung von Rafah vor der geplanten Offensive zu helfen. – Evakuierung wohin? Es gibt keinen sicheren Ort in Gaza. (…) Wohin sollen sie evakuiert werden? In den Norden? Der Norden ist mit nicht explodierten Sprengkörpern verseucht. Man kann die Bevölkerung nicht dorthin bringen.

Der stv. UN-Sekretär für humanitäre Angelegenheiten, Martin Griffiths, stellte in einem Interview mit Sky News klar: «Die Hamas ist für uns keine Terror-Organisation. Wie Sie wissen, ist sie für uns ganz klar eine politische Bewegung.» Der israelische Aussenminister, Israel Katz, schrieb daraufhin in seinem X-Account «Schämen Sie sich! Die UNO erreichen täglich ein neues Tief. Wir werden die Hamas mit oder ohne die UNO eliminieren. Jüdisches Blut ist teuer!» Tagtäglich zeigt die UNO, wie grenzenlos dumm ihre leitenden Mitarbeiter sind. Wenn, wie Griffith postuliert, die Hamas keine Terror-Organisation ist, wie würde er, wenn es ihm jemals in den Sinn käme, die zahlreichen Anschläge auf jüdische Soldaten und Zivilisten und die Massaker vom 7. Oktober nennen? Was anderes sind sie, als purer Terror?

Die deutsche Aussenministerin Annalena Baerbock, im Inland oft aus nicht nachvollziehbaren Gründen geschmäht, entwickelt sich immer mehr zu einer hervorragenden Nachfolgerin von ehemaligen deutschen Aussenministern. Bei ihrem derzeitigen siebten Besuch in Israel seit Beginn des Krieges, verlangte sie, ebenso wie Frankreich, die USA und GB, nachhaltige Sanktionen gegen extremistische Siedler in Judäa und Samaria einzuführen. Diese Siedler griffen in den letzten Monaten immer wieder grundlos palästinensische Farmer an. Sie betonte, dass die EU bei diesen Forderungen als Ganzes eine Meinung vertreten müssen. Gleichzeitig warnte sie aber auch vor einer militärischen Offensive auf Rafah. «1.3 Millionen Menschen leben dort derzeit auf sehr kleinem Raum. Sie haben keine Ahnung, wohin sie noch ausweichen können. Wenn Israel unter diesen Umständen angreift, wird es zweifelsfrei zu einer Katastrophe kommen.»
Finanzminister Smotrich verurteilt die zahlreichen Versammlungen, Demonstrationen und Kundgebungen der Familienangehörigen von Geiseln, Diese seien, so seine Meinung, «eher kontraproduktiv. Sie zerstören jede Chance, die Geiseln lebend zurückzubringen. Sinwar sitzt da und wartet einfach ab. Grossartig, so wird er denken, ich muss noch ein wenig warten und dann werde ich gewonnen haben.» Was genau er damit zum Ausdruck bringen will, ist nicht ganz klar.

Polit-Rambo Ben-Gvir gibt sich als Sprecher für die gesamte derzeitige Nicht-Regierung. Bei einem Interview mit Ynet betonte er: «Die Absicht der USA, zusammen mit den arabischen Staaten einen Terrorstaat neben dem Staat Israel zu errichten, ist eine Illusion und Teil der fehlgeleiteten Vorstellung, dass es auf der anderen Seite einen Partner für den Frieden gibt.» Mit diesen Worten schliesst er sich einigen Ministern an, die die Absichtserklärung der USA, einen Staat Palästina als Teil eines Friedensplanes anzuerkennen, ablehnen. «Solange wir in der Regierung sind, wird kein palästinensischer Staat gegründet.» Diaspora-Minister Amichai Chikli, Likud, sieht sich ganz auf der Welle von Ben-Gvir: «Wenn das die amerikanische Vision ist, dann müssen wir mit anderen Schritten dagegen auftreten, z.B. mit der Kündigung der Oslo-Verträge.» Auch Finanzminister Bezalel Smotrich hielt dagegen: «Wir werden unter keinen Umständen diesem Plan zustimmen, der im Grunde besagt, dass die Palästinenser einen Preis für das schreckliche Massaker verdienen, das sie an uns verübt haben: einen palästinensischen Staat mit einer Hauptstadt in Jerusalem. Ein palästinensischer Staat stellt eine existenzielle Bedrohung für den Staat Israel dar, wie am 7. Oktober bewiesen wurde. Kfar Saba wird nicht zu Kfar Aza werden.» Auch aus dem Büro des PM kam ein Kommentar: «Es ist nicht die Zeit, den Palästinensern Geschenke zu machen. Es ist die Zeit für einen Sieg, für einen totalen Sieg!»
Den bevorstehenden Einmarsch und die Grossoffensive auf Rafah verbindet Netanyahu mit der völligen Evakuierung der Stadt. Seine Doktrin ist bekannt: «Wir werden bis zum absoluten Sieg kämpfen, aber erst, wenn die Zivilbevölkerung Rafah verlassen hat.» Was er erneut vergass zu erwähnen, war ein Plan, wohin die Bevölkerung fliehen sollte. Vorgestern von der IDF vorgelegte Evakuierungspläne scheinen schon nicht mehr relevant zu sein. Jedenfalls wird darüber in den einschlägigen in- und ausländischen Medien nicht mehr berichtet.
Ismael Abu Omar, ein angeblicher Reporter von al-Jazeera, der gestern in einem Luftangriff der IAF in Rafah verwundet wurde und ein Bein verlor, wurde als stv. Kommandant des ‘East Khan Younis Bataillon’ der Hamas-Terror-Organisation identifiziert. In seiner Funktion als ‘Journalist’ drang er am 7. Oktober nach Israel ein und filmte die grauenhaften Aktivitäten der Hamas während des Massakers im Kibbutz Nir Oz. Es wird Zeit, dass das Büro von al-Jazeera, das immer noch von Jaffa aus arbeitet, endgültig geschlossen und die Mitarbeiter ausgewiesen werden.
Am frühen Nachmittag schoss die Hisbollah wieder eine heftige Salve von Raketen auf den Norden Israels ab. Es gab keine Berichte über Schäden oder Verletzte. Ein aus dem Libanon abgeschossenes Projektil explodierte in Kiryat Shmona und richtete dabei Schaden an einem Haus an.
Das ‘Gesundheitsministerium’ der Hamas erklärte heute, dass bei einem ‘massiven Überfall’ der IDF auf das Nasser-Hospital in Khan Younis «Viele der Vertriebenen, die dort Schutz gesucht hatten, dabei ihr Leben verloren haben.» Die IDF hatte gestern, ich habe berichtet, angeordnet, jeden, der nicht zu den Patienten oder dem medizinischen Personal gehört, aus dem Gebäudekomplex zu evakuieren. Patienten, Ärzte und Pfleger konnten dort bleiben. IDF-Sprecher Daniel Hagari hingegen betonte, die IDF führe dort eine ‘begrenzte und präzise’ Operation durch. Sie habe vertrauenswürdige Informationen erhalten, dass sich im Gebäudekomplex Geiseln befunden hätten, die möglicherweise nicht mehr am Leben sind. Vielleicht befänden sich die sterblichen Überreste noch dort. Sie zu finden, sei das Ziel der Operation.
Kategorien:Israel
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