Krieg in Israel – Tag 134

8. Adar I 5784

Heute Nachmittag wird ab 13:30 eine für 200.000 Teilnehmer bewilligte pro-palästinensische Demonstration in der Innenstadt von London stattfinden. Dies veröffentlichte die Metropolitan Police gestern Nachmittag.

Mit Rücksichtnahme auf die Gottesdienste in den Synagogen rund um den Marble Arch am Hyde Park wurde der Beginn der Demonstration von 12:30 auf 13:30 verschoben. 1.500 Polizisten werden für die Sicherheit sorgen. Kommandant Kyle Gordon betonte, dass bisher alle Demonstrationen seit dem 7. Oktober friedlich verlaufen seien und forderte alle Teilnehmer auf, sich auch heute wieder entsprechend zu verhalten. Die Route führt mit einem Sicherheitsabstand in der Nähe der israelischen Botschaft vorbei entlang der Park Lane und wird am südlichen Ende des Hyde Parks enden. Die dort geplanten Reden müssen bis 17 Uhr beendet, die Demonstration bis 18 Uhr aufgelöst sein. Nach Zeitungsberichten nehmen derzeit zwischen 200 – 250.000 Personen teil. Obwohl sie bisher ‘friedlich’ verlief, wurden bereits 10 Personen festgenommen.

In Israel mehren sich die Stimmen, die den Rücktritt von Netanyahu fordern. Der Vorsitzende der grössten und einflussreichsten Gewerkschaft, Histadrut, Arnon Bar-David, forderte Netanyahu dringend auf, endlich Verantwortung für die Massaker vom 7. Oktober zu übernehmen, zurückzutreten und bis spätestens Ende des Jahres Neuwahlen auszurufen. Sollte dies nicht geschehen, so kündigte er an, werde sich die Histadrut den Anti-Regierungsbewegungen anschliessen. «Er hat uns an den Rand geführt, an einen Ort, an dem wir nicht hätten sein sollen … Wir sind in einer Sackgasse und es gibt nur einen Ausweg: Wahlen. Das Land kann so nicht weitermachen … Der Staat Israel braucht einen Neustart» Bar-David ist mit der gesamten aktuellen Knesset mehr als unzufrieden: «Wir können nicht mit den [aktuellen] 120 Leuten in der Knesset weitermachen … die fast nichts für uns tun.“

Ismail Haniye macht ausschliesslich Israel dafür verantwortlich, dass es noch keine Feuerpause, resp. keinen Waffenstillstand in Gaza gibt. Er fügte hinzu: «Die Hamas wird nichts anderes akzeptieren, als das komplette Ende jeder Aggression, den völligen Rückzug der Besatzungs-Armee aus Gaza und die Aufhebung der ungerechtfertigten Belagerung.» Eine Belagerung von Gaza hat es nie gegeben, wie sonst wäre es möglich, dass regelmässig Lieferungen in den Gazastreifen kommen und Menschen ungehindert ein- und ausreisen können? Darüber hinaus besteht er auch darauf, dass alle in Langzeit-Sicherheitshaft befindlichen palästinensischen Gefangenen im Gegenzug zur Freilassung der israelischen Geiseln aus den Gefängnissen entlassen werden. Das betrifft in etwa 500 Palästinenser, die zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt wurden, weil sie an tödlichen Terror-Anschlägen teilgenommen haben.

Im Grossraum Ashkelon wurde am Vormittag Raketenalarm ausgelöst. Die Rakete konnte abgefangen werden und richtete daher keinen Schaden an. Unmittelbar nach dem Abschuss der Rakete konnte die IDF den Terroristen, der den Beschuss ausgelöst hatte, identifizieren und mit Unterstützung durch die IAF eliminieren.

Bei den fortgesetzten Durchsuchungen des Nasser-Spitals in Khan Younis konnte die IDF mehr als 100 weitere Terrorverdächtige festnehmen. Im weitläufigen Gelände des Spitals wurden bei Schusswechseln einige bekannte Terroristen eliminiert, darunter drei, die gerade dabei waren, Abschussrampen gegen die IDF vorzubereiten. Die IAF wurde in einigen Fällen zur Unterstützung angefordert.

An der Grenze zwischen Rafah und Ägypten kommt es derzeit zu Auseinandersetzungen zwischen der Zivilbevölkerung und der Hamas. Der 12 Jahre alte Mohammad el-Arga wollte sich ‘seinen Anteil’ an humanitären Hilfsmitteln sichern, als er von einem ‘Polizisten’ der Hamas erschossen wurde. Im Zuge der Aktion konnten Schüsse und Explosionen gehört werden, auch ein Feuer brach aus, konnte aber schnell wieder gelöscht werden. Es ist bereits mindestens das zweite Mal, dass Hamas auf palästinensische Zivilisten schiesst.

Die Houthi-Rebellen gaben bekannt, den britischen Öl-Tanker ‘Pollux’ angegriffen zu haben. Die ‘Pollux’ segelt unter der Flagge von Panama und ist unterwegs von Port Said, Ägypten, nach Paradip Garhg, Indien, wo sie am 28. Februar ankommen soll. Das Schiff wurde im Hafengelände des südlichen Suez-Kanals getroffen, es entstand geringer Schaden, es kann seinen Weg weiter fortsetzen.

Ausserhalb der russischen Botschaft in Tel Aviv hielten gestern Nacht einige Hundert Demonstranten, zumeist russischer Herkunft, eine Nachtwache für den russischen Regimekritiker Alexei Navalny ab. Navalny war am 16. Februar in einem Straflager in Sibirien plötzlich verstorben, hiess es in einer in den russischen Medien verbreiteten Meldung. Weltweit wurde sein Tod mit grosser Anteilnahme und Trauer kommentiert. Kritiker des russischen Regimes nennen seinen Tod «Mord auf Raten». Navalny hatte sein politisches Tun auf den Kampf gegen die Korruption in Politikerkreisen konzentriert und galt als einer der schärfsten Kritiker von Präs. Wladimir Putin. In Russland waren während ähnlicher Veranstaltungen bereits gestern mehr als 100 Personen festgenommen worden. Aus offiziellen israelischen Kreisen kamen noch keine Kommentare zum Tod Navalnys.

UN-Sprecher Stephane Dujarric berichtet gestern gegenüber israelischen Medien, dass eine grosse Anzahl von Evakuierten sich aus dem Gebiet um die Stadt Rafah wieder in Richtung Norden auf den Weg machen. Nachdem sich die Kämpfe der IDF in der Region verschärft haben, fliehen sie derzeit in Richtung Dir al-Balah, etwa 16 km nördlich von Rafah. Er beschreibt auch, dass die Verpflegungssituation im Norden des Gazastreifens unzureichend ist und ein grosser Teil der Gebäude unbewohnbar wurde. «In Rafah ist die humanitäre Lage unglaublich angespannt, vor allem für die anfälligen Gruppen in der Bevölkerung: Kinder, Alte und Menschen mit Gesundheitsproblemen.» Er beklagt weiter, dass die Versorgung durch geschlossene Grenzen, umfassende Importbeschränkungen, Schäden an der Infrastruktur und der Sicherheitssituation sehr problematisch sei.

Im Nasser-Spital in Khan Younis entdeckte die IDF Boxen, die Medikamente für israelische Geiseln enthielten. Die Packungen waren jeweils mit dem Namen des Empfängers versehen. Die Familien der betroffenen Geiseln wurden über den Fund informiert. Mit dieser Entdeckung dürfte zweierlei klar sein: Einige Geiseln wurden, wie der IDF bekannt gemacht wurde, im Spitalkomplex festgehalten worden sein. Weiterhin haben sie niemals, wie geplant, ihre lebensnotwendigen Medikamente erhalten. Die IDF hat allerdings weitere Untersuchungen eingeleitet. Das Ziel der derzeitigen Operation der IDF im Spital ist, herauszufinden, ob sich dort sterbliche Überreste von Geiseln befinden. Nachdem bekannt wurde, dass einige Generatoren im Spital ausgefallen sind, wurden von der IDF Ersatz-Geräte ausgeliefert, während sich Ingenieure bemühen, das ausgefallene Hauptsystem zu reparieren. Gleichzeitig wurden auch Wasser, Lebensmittel und Medikamente geliefert.

Die gute Nachricht: Diesmal für alle, die sich in ihrer Jugend für die Beatles und nicht für die Rolling Stones entschieden haben. Die Gitarre von Paul McCartney, die ihn in der Frühzeit der Beatles, als sie noch fast niemand kannte, begleitet hat, wurde 1972 irgendwo in Notting Hill gestohlen.

Es handelt sich bei dem Instrument um das Modell ‘Höfner Vintage 500/1-61-0» das derzeit in einer Replik um stolze CHF 2.444 wieder auf dem Markt ist. Paul wollte nie der Bass-Gitarrist sein, ihn zog es an das Klavier. Er nahm es als Fügung des Schicksals, dass seine Gitarre in Hamburg, wo die Band immer wieder auftrat, kaputt ging und er schlicht kein Geld für eine neue hatte. So sass er am Klavier, langweilte sich und nahm die neue Chance wahr, als der Bassist Stu Sutcliff 1961 die Band verliess. Paul erfand mit seiner neuen Gitarre die Rolle des Bassisten neu, und kreierte innert kurzer Zeit den markanten Beatles Sound.

Der bekannte Song ‘All my loving’ schrieb Paul im Jahr 1963 für seine Freundin Jane Asher. Im Videoclip ist er mit seiner bekannten Gitarre zu hören.

Eine regelrechte Task Force machte sich vor einigen Jahren mit dem ‘Lost Brass Project’ auf, in der Hoffnung, das ikonische Instrument doch noch zu finden. Tatsächlich wurde sie von ihrem vorübergehenden Besitzer an die Firma von McCartney zurückgegeben. Wie er in den Besitz der Gitarre kam, ist unbekannt. Die Echtheit wurde vom Instrumentenbauer Höfener bestätigt. Das gute alte Stück überstand die vergangenen 50 Jahre leicht beschädigt. Zur grossen Freude von McCartney kann sie aber spielbar gemacht werden.



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