12. Adar I 5784

Leider muss auch heute die IDF wieder den Tod eines Soldaten bekanntgeben. Staff Sgt. Avraham Wovagen, 21, s’’l, fiel im direkten Kampf mit Hamas-Terroristen. Zwei Soldaten wurden durch den Beschuss durch eine Panzer-Abwehr-Rakete schwer verletzt, ein weiterer Soldat erlitt ebenfalls schwere Verletzungen durch eine explodierende Mine.

Generalmajorin Yifat Tomer-Yerushalmi,Generalanwältin der IDF, reagierte darauf, dass ihr von vereinzelten Fällen berichtet worden war, dass sich Mitglieder der IDF nicht an die hohen Standards des israelischen Militärs gehalten haben sollen. Dazu gehören: Ungerechtfertigter Einsatz von Gewalt, auch gegen Häftlinge; Plünderungen, einschliesslich der Nutzung oder Entfernung von Privateigentum für nicht-militärische Zwecke; und Zerstörung von zivilem Eigentum entgegen den Vorschriften.Einige der gemeldeten Vorfälle gingen über den rein disziplinarischen Bereich hinaus und lägen teils oberhalb der strafrechtlichen Grenze. Jeder einzelne Akt würde genauestens untersucht. Diese Vorfälle, sollten sie sich bewahrheiten, fügen dem Staat Israel erheblichen moralischen Schaden zu.

Ein Tag zuvor hatte Generalstabschef Herzi Halevi ein Schreiben an die Truppen geschickt, in dem er ganz klar festhielt: «Wir unternehmen keinen Amoklauf und handeln nicht aus Rache.Wir verhalten uns wie Menschen und bewahren im Gegensatz zu unserem Feind unsere Menschlichkeit. Wir müssen darauf achten, keine Gewalt anzuwenden, wo es nicht erforderlich ist, zwischen einem Terroristen und denen, die es nicht sind, zu unterscheiden, nichts mitzunehmen, was uns nicht gehört – ein Souvenir oder Waffen – und keine Rachevideos filmen.» In der vergangenen Woche hatte die New York Times unter dem Artikel «Was Videos, von Soldaten aufgenommen, aufdecken.» Ich muss es zugeben, was man dort sieht, ist verstörend! Auch wenn es sich um sehr bedauerliche Einzelfälle handelt, die darin posierenden und agierenden Soldaten müssen zur Rechenschaft gezogen werden.
Dass der rechtsextrem-nationalistische Smotrich erklärte, die Befreiung und Rückkehr der Geiseln «sei nicht das Wichtigste und die Regierung müsse das Hauptaugenmerk auf die Zerstörung der Hamas legen», löste erwartungsgemäss einen Sturm der Empörung bei den betroffenen Familien und Freunden, aber auch bei Politikern aus. Derzeit befinden sich noch 134 Geiseln in der Gewalt der Hamas und anderer Terror-Organisationen, bis zu 50 von ihnen leben wahrscheinlich nicht mehr. Die Familien der Geiseln, die vor dem Verteidigungsministerium in Tel Aviv eine Mahnwache abhielten, blockierten daraufhin einige Hauptstrassen.


Eli Albag, der Vater der 18 Jahre alten Liri, die immer noch im Gazastreifen festgehalten wird, zeigte sich auch im Namen der anderen empört: «Herr Smotrich, lassen Ihre Kinder betroffen sein, und ich werde auf der Strasse stehen und schreien: ‘Das ist nicht das Wichtigste’. Ich sage dem Volk Israel: Wer auch immer denkt, die Geiseln seien nicht wichtig, lasst sie eure Kinder als Geiseln nehmen, dann könnt ihr reden. Denn wir leiden seit 137 Tagen, jeden Tag, jede Minute. Wir schlafen nachts nicht.»
Oppositionspolitiker Benny Gantz hatte sich bereits gestern entsprechend geäussert (ich berichtete). Oppositionsführer Yair Lapid zeigte sich ebenfalls entsetzt: «Smotrichs Angriff auf die Familien der Geiseln ist eine moralische Schande. Herzlose Menschen dürfen den Staat Israel nicht noch tiefer in den Abgrund ziehen. (…) Ohne die Rückkehr der Geiseln wird Israel nicht gewinnen. Der Hamas ist es egal, ob ihre Leute getötet werden. Aber wir werden fast alles tun, um sicherzustellen, dass unsere Kinder und Eltern nach Hause kommen.In den letzten Jahren wurde Israels Demokratie von innen angegriffen und von innen geschwächt, auch von Leuten, die heute in der Regierung sitzen.»

Smotrich selbst ist nicht nur zynisch und kaltschnäuzig, er hat, um Madeleine Albrights Kritik an Fidel Castro zu zitieren: «… keine Eier und ist nur feige!» Er gab sich «schockiert, dass es Leute gibt, die die Geiseln nutzen, um politisch zu punkten.» Statt sich hinzustellen und zuzugeben, dass seine Aussage bestenfalls unüberlegt gewesen sei, unterstellt er anderen, sie für ihre Zwecke umzudeuten. Smotrich ist Vertreter der ‘schönen neuen (politischen) Welt’ im Stil von Aldous Huxley.
Ebenso schwammig ist eine Reaktion aus dem Büro des PM: «Wir wollen wirklich eine weitere Geisel-Freilassung erreichen, und wir sind auch bereit, einen langen Weg zu gehen, aber wir sind nicht bereit, jeden Preis zu zahlen, und schon gar nicht den wahnhaften Preis, den die Hamas von uns verlangt. Das würde eine Niederlage für den Staat Israel bedeuten.» Ich bitte jeden, diesen Satz einmal genau zu analysieren, was auf den ersten Blick so vielversprechend aussieht, ist eine alles in Abrede stellende Ankündigung, die dem entspricht, was Smotrich sagt: Die Geiseln haben keine Bedeutung mehr für die Politik!
Am 16. Januar hatte Katar bekannt gegeben, dass eine Lieferung von lebensnotwendigen Medikamenten für die israelischen Geiseln mit der Hamas ausgehandelt werden konnte. Im Verhältnis 10:1 sollten gleichzeitig Medikamente für die Zivilbevölkerung in den Gazastreifen gelangen. Nur einen Tag später gaben Hamas und Katar bekannt, die Lieferung sei im Gazastreifen angekommen. Seither verlor sich jede Spur. Ein von Israel und Frankreich verlangter Beweis, dass die Medikamente tatsächlich an die Geiseln ausgegeben wurden, konnte nicht erbracht werden. Jene Medikamente, die in der vergangenen Woche im Nasser-Spital in Khan Younis aufgefunden worden waren, stammen, wie schnell klar war, aus einer anderen Lieferung. Gestern, nach mehr als einem Monat, gab Katar bekannt, dass mit der Lieferung an die Geiseln begonnen wurde. Ob das wohl eine zuverlässige Aussage ist?
Das Hick-Hack um die israelische Teilnahme an den Mediationsgesprächen in Kairo geht weiter. Während es am Vormittag in Saudi-Arabischen Medien noch hiess, dass eine entsprechende Delegation heute in Kairo erwartet würde, kam vor wenigen Minuten erneut aus Jerusalem die Mitteilung, dass eine Teilnahme davon abhängig gemacht würde, ob die Hamas ihre Forderungen herunterschrauben wird. Verhärtet, wie die beiden Seiten sich derzeit zeigen, wird es also weiterhin keine Verhandlungen, geschweige denn Vereinbarungen geben. Es ist eine Frage der Zeit, wann Katar, Ägypten und die USA die Mediationsversuche aufgeben werden. Oder eine Entscheidung über die Köpfe der beiden Hardliner hinweg getroffen wird.

Die Houthi-Rebellen haben erneut ein Frachtschiff angegriffen. Betroffen war die ‘Sea Champion’, ein unter griechischer Flagge segelnder Massengut-Frachter in US-amerikanischem Eigentum. Der Frachter war auf dem Weg zum Bestimmungshafen Aden im Jemen, als er von zwei Raketen angegriffen wurde. Eine der Raketen explodierte in der Nähe des Schiffes und verursachte geringen Schaden. Die ‘Sea Champion’ ist Teil eines humanitären Hilfsprogramms und hat in den letzten fünf Jahren elfmal Getreide in den Jemen geliefert.

Eine im südlichen Libanon Richtung Israel gestartete Drohne stürzte nach Angaben der IDF gestern Nachmittag in der Nähe von Akko, nördlich von Haifa, ab. Sie stürzte dabei in den Garten eines Privathauses, richtete aber keinen Schaden an. IDF und Militärpolizei sind dabei, den Vorfall zu untersuchen, weil das heranfliegende Objekt keinen Alarm ausgelöst hatte. Es ist der zweite Vorfall in Folge, der keinen Alarm auslöste. Vorgestern war eine Drohne, allerdings mit Sprengstoffen beladen, in ein offenes Feld bei Arbel im südlichen Galiläa gestürzt.

Ein neu installierter riesiger Raketen-Aufklärungsballon soll für mehr Sicherheit im Luftraum an der Nordgrenze Israels sicherstellen.
Ein weiteres von Anführern der Hamas genutztes Tunnel-System wurde von der IDF unter Khan Younis entdeckt. Es ist mehrere Kilometer lang und war durch sprengsichere Türen und andere Barrikaden gut abgesichert. Das System umfasst Wohnräume, Küchen, Lagerräume, sowie eine umfangreiche Strom- und Wasserinfrastruktur. Die in den Tunnels befindlichen Hamas-Terroristen wurden von der IDF eliminiert.
Israel wird aller Wahrscheinlichkeit nach einen zweiten Warenübergang nach Gaza wiedereröffnen. Nach dem nahezu durchgängig geöffneten Übergang Kerem Shalom soll nun auch der seit 2011 geschlossene Übergang Karni in der Nähe von Gaza City im Nord-Osten des Landes wieder für die Lieferung von humanitären Hilfsgütern zur Verfügung stehen. Mit welcher Brutalität die Hamas-Terroristen den Personen-Übergang Erez am 7. Oktober zerstörten, zeigt dieses von COGAT veröffentlichte Video. Die Institution die ausschliesslich der palästinensischen Bevölkerung von Gaza diente! Unbedingt anschauen!


Die gute Nachricht: Schon unsere Vorfahren liebten die Ordnung! Was auf den ersten Blick aussieht, wie ein Setzkasten mit etwas zu gross geratenen Fächern, oder eine Aufbewahrungsbox für allerlei Kleinutensilien, wie man sie überall findet, ist tatsächlich eine bereits 2.000 Jahre alte Box. Sie wurde aus weichem Kalkstein herausgearbeitet und man erkennt sofort, dass der Handwerker, der dieses kleine Meisterwerk hergestellt hat, besonderen Wert auf exakte 90° Winkel legte. Das ist etwas, das es in Israel heutzutage kaum noch gibt, da sind die Wände schief, die Winkel zu spitz oder zu stumpf. Kurz ein Zustand, der jeden genau arbeitenden Handwerker und Homeworker zur Verzweiflung bringt.
Aufgefunden wurde das kleine Schmuckstück, das jetzt im Israel Museum in Jerusalem ausgestellt ist, in einem kleinen Lagerhaus an einer alten Marktstrasse in der Davidstadt. Offensichtlich wurde er in der Zeit des jüdischen Aufstands, in dessen Folge Jerusalem von den Römern niedergebrannt wurde, zwar nicht zerstört, aber geschwärzt. Er ist 30 x 30 cm gross mit neun exakt gleichgrossen Fächern. Entlang dieser Strasse gab es, wie die Ausgrabungen zeigten, viele kleine Geschäfte, die alle möglichen Gegenstände des damals täglichen Bedarfs anboten. Münzen, Knöpfe, Gewichte, alle möglichen Gefässe aus Keramik und Glas.
Warum aber nun gerade Kalkstein? Im dritten Buch der Torah, Wajikra, das sich sehr intensiv mit Krankheiten und deren Auswirkungen auf den Alltag beschäftigt, steht, welche Gefässe im Kontakt mit nicht koscheren Tieren oder Kranken ‘unrein’ werden. Dazu gehören: Holz, Leder, Stoffe und Ton. Steine werden nicht erwähnt. Als um 40 BCE die Israeliten begannen, Küchengeschirr herzustellen, verwendeten sie zur Herstellung folgerichtig lokalen Kalkstein. Der war einfach zu bearbeiten, preisgünstig und leicht zu ersetzen. Gegenstände aus Stein wurden mehr und mehr verwendet.
Entsprechende Artefakte findet man überall innerhalb der alten Stadtmauern, wahrscheinlich waren sie so beliebt, weil man sicher sein konnte, mit dem Gebrauch die Reinheitsgebote einzuhalten und nicht Gefahr zu laufen, diese unwillentlich zu übertreten.
Kategorien:Israel
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