13. Adar I 5784






Heute am frühen Vormittag kam es zu einem schweren Terror-Anschlag auf der Strasse zwischen Ma’ale Adumim in Judäa und Jerusalem. 12 Personen wurden verletzt, ein Mann verstarb noch vor Ort an seinen Schussverletzungen. Der Zustand der weiteren Verwundeten wird als mittelschwer bis schwer, in zwei Fällen als lebensbedrohlich angegeben. Zwei der drei Terroristen wurden eliminiert, der dritte wurde festgenommen. Über seinen Zustand ist nichts bekannt. Die Terroristen wurden vom Shin Bet als Muhammad Zawahra, 26, und sein Bruder Kathem Zawahra, 31, sowie Ahmed Al-Wahsh, 31 identifiziert. Alle drei stammen aus der Region um Bethlehem. Bewaffnet waren sie mit Sturmgewehren, umgebauten Maschinenpistolen und Granaten. Sie hatten das Feuer auf eine Kolonne von wartenden Fahrzeugen eröffnet. Die Verletzten wurden in Krankenhäuser in Jerusalem evakuiert. Eines der schwerverletzten Opfer ist eine 23 Jahre alte Schwangere, die zurzeit im Shaare Zedek Krankenhaus operiert wird. Sie selbst ist ausser Lebensgefahr, ob das Baby überlebt, ist noch unklar. Die Chancen dafür stehen aber, so der behandelnde Arzt, gut.
Genau das ist es, was uns immer wieder vorgeworfen wird, die Unangemessenheit unserer Reaktionen und Apartheid. Unmittelbar nach dem grauenhaften Terror-Anschlag in Ma’ale Adumim hat der rechtsextrem-nationalistische Smotrich, der von Netanyahu zum ‘de facto’ PM über die Gebiete von Judäa und Samaria gemacht wurde, verlangt, dass sofort Tausende neue Wohneinheiten in Ma’ale Adumim und der Region bewilligt werden. «Unsere Feinde wissen, dass jeder Schaden, der uns zugefügt wird, zu mehr Bauvorhaben und mehr Entwicklung und mehr Kontrolle über das gesamte Land führen wird.» Was er vergass zu sagen ist, dass mit jeder neuen Siedlung die Annektierung immer realistischer wird. Unilateral, ganz ohne irgendwelche Rechtsgrundlagen zu beachten. Der ebenfalls rechtsextrem-nationalistische Ben-Gvir gab am Ort des Anschlages ein Statement ab, das ebenfalls ganz und gar seiner Haltung gegenüber den Palästinensern entspricht: «Wir verteilen mehr und mehr Waffen. Ich denke, dass heute jeder versteht, dass Waffen Leben retten. (…) Das Recht auf Leben für jüdische Einwohner im Westjordanland ist wichtiger als die Freizügigkeit für Einwohner der Palästinensischen Autonomiebehörde. Ich erwarte, dass es mehr und mehr Kontrollpunkte geben wird, dass es Einschränkungen geben wird.» Beides Massnahmen, die die Fronten weiter verhärten und Verhandlungen weiterhin unmöglich machen.

Das dritte rechts-extrem-nationalistische Mitglied in der Regierung, Siedlungsministerin Orit Strock, schreibt: «Die Terroristen nutzen die ‘rücksichtslose und ungerechte Bewegungsfreiheit‘ aus, die es auch Terroristen erlaubt, neben uns auf unseren Hauptverkehrsstrassen zu fahren, während sie alternative Strassen haben.» Das ist natürlich pures Apartheiddenken, damit spielen wir Antisemiten direkt in die Hände.
Zwei Panzer-Abwehr-Raketen wurden am frühen Vormittag aus dem südlichen Libanon auf den oberen Galil abgeschossen. Eine traf ein Haus in Yuval, während die zweite in der Nähe von Kiryat Shmona auf offenem Feld niederging. In beiden Fällen gab es keinen Schaden. Später am Vormittag wurden erneut zwei Raketen aus dem südlichen Libanon abgeschossen. Die Abschusssysteme kamen zum Einsatz, es ist aber noch nicht klar, ob die Raketen neutralisiert werden konnten. Schäden wurden nicht gemeldet.
Die Houthi-Rebellen haben eine Langstreckenrakete in Richtung Eilat abgeschossen. Sie konnte über dem Roten Meer von einem israelischen Raketen-Abfang-System neutralisiert werden. Die Rakete konnte nicht bis in den israelischen Luftraum vordringen. Es war dies die dritte Langstreckenrakete, die seit dem Beginn des Krieges neutralisiert werden konnte. Weiterhin waren mehrere Raketen und Drohnen von Kampfjets der IAF abgeschossen worden.
Soeben haben die Houti-Rebellen auf ein Frachtschiff südlich von Aden, Jemen, zwei Raketen abgeschossen. An Bord des Frachters brach ein Feuer aus. Weitere Meldungen gibt es noch nicht.
Die IDF hat heute bekanntgegeben, dass Bewohner aus der Region um den Gazastreifen, die mehr als 4 km entfernt von der Grenze liegt, jetzt wieder in ihre Wohnungen und Häuser zurückkehren können. Auch 18 namentlich genannte Orte innerhalb der 0-4 km Zone wurden sicherheitstechnisch freigegeben. Allerdings müsse, trotz rigoroser Vorsichtsmassnahmen jederzeit mit einem erneuten Beschuss aus Gaza gerechnet werden.

Die gute Nachricht: Soldaten mit besonderen Bedürfnissen, die durch das Programm ‘Godlim beMadim’ (Grossartig in Uniform) in der IDF in allen Waffengattungen inkludiert sind, tragen derzeit die Verantwortung für die Versorgung der Soldaten an der Front. Täglich packen sie Tausende von Paketen, gefüllt mit Lebensmitteln, Hygieneartikeln, Süssigkeiten, Snacks und kleinen Mengen von Ersatz-Kleidungsstücken. Die Pakete machen das Leben der Soldaten etwas einfacher. Sie absolvieren derzeit ihren regulären Dienst jetzt nicht auf ihrer Militärbasis, sondern kommen jeden Tag in die Airport City, wo sie einen normalen Acht-Stunden-Tag mit einer sehr eintönigen, aber unglaublich geschätzten Arbeit verbringen. Rabbi Mandy Blintzky, Geschäftsführerin der Vereinigung «Eine Hand für spezielle Menschen» bemüht sich in Zusammenarbeit mit den Jewish National Fond, Jugendliche entsprechend ihren Fähigkeiten und Vorlieben in die IDF zu inkludieren.
‘Godlim beMadim’ hat auch einen Chor zusammengestellt, der sich seit dem 7. Oktober auf einer Rundreise durch ganz Israel befindet. Mit den Auftritten in Militärbasen, Krankenhäusern und Hotels, in denen Evakuierte untergebracht sind, zeigen sie Art ihre Unterstützung für alle, die unter dem Krieg leiden. Der Chor mit vier Gruppen umfasst 30 Soldaten mit den unterschiedlichsten Einschränkungen, wie z.B. Autismus, zerebraler Lähmung, kognitiver Behinderung. Geleitet wird der Chor von Ido Denkel, dem ehemaligen Kommandanten der Luftwaffenkapelle.
Demnächst fliegt der Chor nach Miami, um sich so bei Spendern zu bedanken, die mit grosszügigen Zuwendungen das Projekt unterstützen.
Auf der verlinkten Seite befindet sich ein Video mit dem bekannten Lied «Ich habe kein anderes Land – אין לי ארץ אחרת», es lohnt sich, es anzuschauen!
Kategorien:Israel
Hinterlasse einen Kommentar