Krieg in Israel – Tag 145

19. Adar I 5784

Leider muss auch heute die IDF wieder den Tod von zwei Soldaten bekanntgeben. Maj. Iftah Shahar, 25, und Cpt. Itai Seif, 24, s’’l, verloren gestern ihr Leben bei einem Kampf im nördlichen Gazastreifen. Im gleichen Kampf wurden sieben weitere Soldaten schwer verwundet. Sie wurden Opfer einer Explosion, die in einem mit Sprengfallen verminten Gebäude ausgelöst wurde.

Ägyptens Präsident Abdel Fattah el-Sissi hat seiner Hoffnung Ausdruck verliehen, dass eine Vereinbarung zur temporären Waffenruhe und der Freilassung der Geiseln in absehbarer Zeit möglich ist. Durch eine solche Vereinbarung würde sich die humanitäre Situation der Menschen im Gazastreifen deutlich verbessern.

Hamas-Chef Ismail Haniyeh erklärte, die Terrorgruppe sei bereit, bei den Gesprächen Flexibilität zu zeigen, würde aber auch jederzeit den Kampf fortsetzen. In seiner über das TV ausgestrahlten Rede forderte er die ‘Achse des Widerstandes’ auf, ihre Angriffe zu verstärken. Damit sind der Iran, die libanesische Hisbollah, die jemenitischen Houthis und andere Schiiten in Syrien und im Irak gemeint. Haniyeh rief weiters dazu auf, am ersten Tag des Ramadans, dem 10. März, den ‘den Tempelberg’ zu fluten. «Damit wollen sie die zweite Phase ihrer Angriffe auf Jerusalem einleiten, die am 7. Oktober verhindert wurde.» erklärte VM Yoav Gallant. Haniyeh, fett geworden, wie ein wohlgenährter Kapaun, verspritzt aus dem sicheren Katar, wo er sein Luxusleben geniesst, anti-israelische Hetze.

Die Menschen im Süden des Gazastreifens protestieren berechtigterweise wegen der unkontrolliert steigenden Preise. Diese und die erkennbaren Versorgungsengpässe lassen die Kosten für die Zivilbevölkerung stark ansteigen. «Haben sie uns aus Gaza-City hierhergebracht, um uns mit Essen und Trinken zu versorgen, oder um uns zu töten? Ich sehe hier keinen einzigen Regierungsvertreter», ereifert sich ein Mann und lässt offen, gegen wen sich die Klage richtet. Gegen die Hamas, die, und das darf man nie vergessen, durch die Massaker vom 7. Oktober den Krieg verursacht haben, oder Israel, das die Evakuierungen der Bevölkerung aus dem Norden in Sicherheitszonen im Süden angeordnet hat.

COGAT (Coordinator of Government Activities in the Territories) gab heute bekannt, dass seit der Wiedereröffnung des Grenzüberganges Karni etwa 50 LKWs mit Lebensmitteln, allein 30 davon in der Nacht auf heute, in den nördlichen Gazastreifen gefahren sind. Es wurde noch einmal betont, dass es keine Einschränkungen zur Menge der gelieferten Lebensmittel gibt. Anders als im südlichen Teil des Gazastreifens ist die Versorgungslage der Bevölkerung im Norden sehr schlecht. Einerseits, weil bedingt durch die wieder aufgeflammten Kämpfe nur wenige LKWs den Norden erreichen und die wenigen Lieferungen, die ankommen, sofort geplündert oder von der Hamas beschlagnahmt werden. Dutzende LKWs, die bereits abgefertigt sind, stauen sich auf der palästinensischen Seite von Kerem Shalom. Laut UNO-Aussagen ist die Situation dort zu gefährlich, um die LKWs weiterfahren zu lassen. Andererseits blockierten aber auch Dutzende von Demonstranten auf der israelischen Seite die Zufahrtsstrasse in einem verzweifelten Versuch, die Lieferungen zu verhindern.

Wie die IDF berichtet, wurden heute von Flugzeugen aus den USA, Ägypten, den VAE, Frankreich und Jordanien 160 Pakete mit humanitären Hilfsstoffen an 17 Orten entlang der südlichen Küste von Gaza abgeworfen. Zusätzlich wurden Lebensmittel, medizinische Hilfsmittel und Treibstoffe in Spezialbehältern abgeworfen.

Am frühen Vormittag wurden vom südlichen Libanon aus 40 (!) Raketen nach Israel abgeschossen. In Kiryat Shmona wurde ein Haus getroffen. Es entstand grosser Schaden am Gebäude, Verletzte wurden nicht gemeldet. Kurz vorher hatte die Hisbollah bereits mehrere Raketen abgeschossen, die alle abgefangen wurden. Allerdings übernahm die Hamas überraschend die Verantwortung für den Angriff. Gestern hat Generalstabschef Herzi Halevi nochmals betont, die Hisbollah werde «einen sehr hohen Preis für den andauernden Beschuss auf Israel zahlen.» Israel hat auf den andauern Beschuss reagiert und Hisbollah-Stellungen in südlibanesischen Orten angegriffen.

Familienangehörige und Freunde der noch immer im Gazastreifen festgehaltenen israelischen Geiseln machen sich auf den Weg von der Grenze zum Gazastreifen nach Jerusalem. Dort werden sie am Samstag ankommen. Der Marsch steht unter dem Titel ‘Uniting to free the hostages’ und beginnt in diesen Minuten auf einem freigegebenen Feld neben dem Kibbutz Re’im. Dort fand am 7. Oktober das Musikfestival statt. Hunderte Besucher wurden von den Hamas-Schlächtern vergewaltigt, misshandelt, verwundet, ermordet oder verschleppt. Die Veranstalter fordern die Bewohner der Orte, durch die der Marsch führt, auf, sich ihnen, zumindest für einige Zeit als Zeichen der Solidarität, anzuschliessen.

Tim Lenderking, der US-amerikanische Sonderbeauftragte für den Jemen, zeigt sich besorgt. So erklärte er vor einem Senatsausschuss, dass «iranische und libanesische Hisbollah-Terroristen vor Ort die Houthis bei ihren Angriffen unterstützen.» Er könne sich aber nicht vorstellen, dass die Bevölkerung des Jemen diese Terroristen in ihrem Landhaben möchte. Der Iran sei tief in die Planung und Durchführung der Angriffe verwickelt. Lenderking geht davon aus, dass diplomatische Versuche, die Houthis zu stoppen nicht fruchten werden. Die Tatsache, dass die Houthi-Rebellen immer wieder betonen, mit ihren Anschlägen erst aufzuhören, wenn es zwischen Israel und Gaza einen andauernden Waffenstillstand gibt, zeigen, «dass wir leider noch nicht an dem Punkt angelangt sind, an dem sie die Absicht haben, sich zurückzuziehen.»

Der Israel-Preis ist die höchste zivile Auszeichnung, die der Staat Israel zu vergeben hat. Er wird am Abend vor dem Unabhängigkeitstages in einer Staatszeremonie verliehen. Das Preisgeld beträgt derzeit etwa € 19.000. Vergeben wird er für herausragende Leistungen u.a. in den Bereichen:

  • Naturwissenschaften
  • Mathematik
  • Geistes- und Sozialwissenschaften sowie Jüdische Studien
  • Rechtswissenschaft
  • Kultur und Kunst
  • Literatur
  • Psychologie
  • Biowissenschaften
  • Wirtschaftswissenschaften
  • Unternehmertum und technologische Innovationen
  • Lebenswerk

Erziehungsminister Yoav Kisch hat in einer selbstherrlichen Aktion alle nominierten Preisträger, die für dieses Jahr vorgesehen waren, enttäuscht und alle Bereiche storniert. Nur noch zwei von ihm neugeschaffene Bereiche werden in diesem Jahr anerkannt: ‘Gegenseitige Verantwortung’ und ‘Ziviles Heldentum’. Als Grund für diese Entscheidung führt er die Massaker von 7. Oktober an.

Schaut man jedoch hinter die Kulissen, so erfährt man, dass Eyal Waldman vom Gremium ausgewählt wurde, den Preis im Bereich ‘Unternehmertum…’ zu erhalten. Waldman ist ein scharfer Kritiker von Netanyahu und einer der Anführer der Anti-Regierungs-Demonstrationen des letzten Jahres. Seine Tochter Danielle, 24, und ihr Partner Noam Shay, 26, wurden am 7. Oktober von den Hamas-Schlächtern in Re’im ermordet. Tatsächlich wäre Waldman ein würdiger Empfänger des Preises gewesen. Auch oder gerade in Zeiten des Krieges. Eine Auszeichnung stellvertretend für alle, die einen grossen Verlust zu tragen haben und trotzdem nicht aufgeben.

Die Ablehnung des nominierten Preisträgers ist das deutliche Spiegelbild der derzeitigen Nicht-Regierung. Misstrauen, Zynismus und Angst vor dem Machtverlust mäandern durch die politische Nomenklatura. Für sie besteht die Welt nur mehr aus Netanyahu. Wer Netanyahu nicht liebt, wird abgelehnt, aus dem Fokus der Öffentlichkeit gezerrt.

Die nützlichen Idioten im Dienste Netanyahus sehen im Prinzip nur einen würdigen Empfänger: Netanyahu! Weil das aber nicht geht, nehmen sie lieber die Zerschlagung dieser altehrwürdigen Auszeichnung in Kauf.



Kategorien:Israel

Schlagwörter:

Hinterlasse einen Kommentar