Krieg in Israel – Tag 152

26. Adar I 5784

Die USA haben einen Resolutionsentwurf der UNO, mit dem Ziel, einen völligen Waffenstillstand zwischen Israel und Hamas zu fordern, abgeändert. Der Entwurf sieht nun einen sechs-wöchigen humanitären Waffenstillstand vor. Die Bedingung ist, dass in der Zeit alle Geiseln vorbehaltlos freigelassen werden. Damit entspricht der vor zwei Wochen erstmals von den USA vorgelegte Text in der dritten Fassung genau den Worten von US-Vizepräsidentin Kamala Harris, die Israel dringend aufforderte, mehr zu tun, um die drohende ‘humanitäre Katastrophe’ im Gazastreifen zu verhindern. Ein dauerhafter Waffenstillstand, so ist es auch der US-Regierung klar, würde der Hamas nur die Möglichkeit geben, sich erneut aufzurüsten und die Sicherheit Israels weiterhin zu bedrohen. Bisher hat die Hamas noch jeden Waffenstillstand gebrochen.

Israel hat acht Mitgliedsländer, die Schweiz, USA, GB, Frankreich, Malta, Ecuador, Japan und Slowenien aufgefordert, eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates einzuberufen. Der israelische Botschafter zur UNO, Gilad Erdan, bezieht sich auf den von der Sonderbeauftragten Pramila Patten veröffentlichten Bericht zu den sexuellen Verbrechen der Hamas an israelischen Frauen und Mädchen. «Der Sicherheitsrat muss sich voll und ganz für die sofortige Beendigung der Sexualverbrechen der Hamas und für die Freilassung aller Geiseln einsetzen», fuhr er fort und forderte erneut, die Hamas als Terrororganisation einzustufen. Er ersuchte auch UN-Generalsekretär Antonio Guterres, die Versammlung unter Berufung auf Art 99 der UN-Charta einzuberufen, «der es dem Generalsekretär erlaubt, den Sicherheitsrat auf jede Angelegenheit hinzuweisen, die seiner Meinung nach die Gewährleistung von internationalem Frieden und Sicherheit gefährden kann.»

Reem Alsalem, jordanische Politologin, Rechtswissenschaftlerin und Spezialistin für Menschenrechte, arbeitet seit 2016 als selbstständige, unabhängige UNO-Sonderberichterstatterin. In einem Interview mit Bar Shem-Ur von Ynetnews log sie, was das Zeug hält.

Sie behauptete, dass sie während ihres Aufenthaltes in Israel nicht mitbekommen habe, dass auch nur eine Rakete von der Hisbollah auf den Norden des Landes abgeschossen worden war. Ihre kurz angebundene Antwort auf den Hinweis des Journalisten, dass der Beschuss täglich und heftig ist, beantwortet sie lapidar. «Na wenn das so ist, dann müsst ihr das halt dem Sonderverfahren der UNO melden, damit wir das anschauen können.» Statt auf die unbestreitbaren und täglich dokumentierten Kampfhandlungen einzugehen, äusserte sie sich zu fragwürdigen Berichten, dass Israel «Verbrechen gegen die Menschlichkeit und einen sich anbahnenden Völkermord» begehe. Am Dienstag, dem Tag, als das Interview aufgenommen wurde, waren über 30 Raketen aus dem Libanon abgeschossen worden. Eine Person wurde getötet und neun weitere teils schwer verletzt. Und sie hat nicht davon mitbekommen? Absolut unglaubwürdig!

Im Februar hatte sie, gemeinsam mit Francesca Albanese, ehrenamtliche UN-Sonderberichterstatterin für Palästina, einen Bericht verfasst, in dem behauptet wird, die IDF würde palästinensische Frauen und Mädchen sexuell missbrauchen. In einem Interview zur Quelle der Vorwürfe gefragt, antwortete sie: «Sie stammen von einigermassen glaubwürdigen Informationen, aus anderen Quellen [die sie nicht nennen konnte oder wollte], und von Euro-Med.» Euro-Med, mit Hauptsitz in Genf, ist eine NGO, geleitet von Richard Falk, einem selbsthassenden Juden, hat es sich zur Aufgabe gemacht hat, als ‘Human Rights Monitor’ vor allem Juden und Israel medial zu verfolgen. Dem vorgelegten Bericht fehlt alles, was auch nur den Hauch der Seriosität vermittelt: Datum und Ort der Vorfälle, Namen der Beteiligten, Quellen. Reem Alsalem war sogar unsicher, ob es überhaupt solche validen Quellen gebe. Es gibt sie nicht. Wohl gibt es Quellen für den sexuellen Missbrauch, Vergewaltigungen, in zwei Fällen von Nekrophilie an Männern und Frauen während der Massaker und während der Geiselhaft. Die aber bezeichnet Alsalem als ‘nicht ausreichend’.

Camera, Committee for Accuracy in Middle East Reporting and Analysis, analysiert den vorliegenden Bericht, der vor Lügen strotzt. Ein weiterer Versuch, Israel und seine Glaubwürdigkeit zu untergraben.

Eine von den USA vor nahezu zwei Wochen auf den Weg gebrachte Mehllieferung ist aus unerklärlichen Gründen noch nicht an ihrem Bestimmungsort angekommen. Das Mehl soll ausreichend sein, um 1.5 Millionen Menschen für fünf Monate zu versorgen. In einer Pressekonferenz beschuldigte der Sprecher des US-Aussenministeriums, Matthew Miller, implizit die rechtsextrem-nationalistischen Minister Ben-Gvir und Smotrich, die Lieferung im Hafen von Ashdod zu blockieren. «All diese Dinge sind Hindernisse, die von Ministern innerhalb der israelischen Regierung ausgehen, die wir angeprangert haben, von denen wir gesagt haben, dass sie inakzeptabel sind und dass sie aufhören müssen.» Das Mehl stammt aus dem Welt-Ernährungs-Programm und nicht von der UNRWA. Für US-Präsident Biden ein weiterer Ärgernis-Grund. Israel verstösst mit der Blockierung der Lieferung erneut gegen eine mit den USA getroffene Vereinbarung.

Die Gespräche in Kairo über eine erneute Vereinbarung zur Freilassung der israelischen Geiseln sind je nach Betrachtungsweise ins Stocken geraten oder gescheitert. Als vertrauensbildende Massnahme, was immer das auch bedeuten soll, wird jetzt ein nur wenige Tage andauender Waffenstillstand, sprich Feuerpause, angestrebt. Für diese Idee haben sich sowohl die USA als auch die arabischen Länder stark gemacht. Benny Gantz hatte bei seinem Besuch in Washington völlig zu Recht festgehalten: «Den Krieg zu beenden, ohne Rafah zu entmilitarisieren, wäre so, als würde man Feuerwehrleute schicken, um 80 % eines Feuers zu löschen.»

In der Nacht haben die Houthi-Rebellen, eigentlich sind es Terroristen wie Hisbollah und Hamas,  erneut versucht, ein Schiff, in diesem Fall den US-amerikanischen Zerstörer USS Carney, zu beschiessen. Die Rakete wurde von US-amerikanischen Kräften abgeschossen, so dass kein Schaden entstand. Wenig später musste die Abwehrkräfte nochmals aktiv werden und drei spezielle Raketen zur Zerstörung von Schiffen, sowie drei unbemannte Angriffsboote neutralisieren. Am Nachmittag haben die Houthis erneut einen Frachter, die True Confidence angegriffen. Der US-amerikanische Frachter, der unter der Flagge von Barbados segelt, befand sich auf dem Weg von Singapore nach Jeddah, wo er am 7. März vor Anker gehen sollte. Der durch den Beschuss verursachte Schaden ist so erheblich, dass ein Teil der Mannschaft bereits evakuiert wurde. Ein indisches Militärschiff ist offensichtlich den Havarierten zu Hilfe geeilt. Mittlerwewile wurde bekannt, dass zwei Crewmitglieder bei Angriff auf das Schiff getötet wurden und einige als vermisste gelten.

Jetzt wird es wirklich eng mit der Versorgung der israelischen Bevölkerung mit Eiern. Innerhalb weniger Wochen wurde eine Hühnerfarm im Norden Israel durch Panzer-Abwehr -Raketen der Hisbollah total zerstört. Menschen kamen neben dem hohen Sachschaden und dem völligen Verlust des Hühnervolkes nicht zu Schaden.



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