4. Adar II 5784


Das erste Schiff mit humanitären Hilfsgütern und Lebensmitteln hat am Dienstagnachmittag den Hafen von Larnaca auf Zypern verlassen. Normalerweise dauert die Reise zwischen Zypern und dem Gazastreifen, der 322 km südlich von Zypern liegt, nur etwa 15 Stunden. Bedingt durch das angedockte Transportfloss verläuft die Fahrt aber wesentlich langsamer. Diese erste, als Pilotversuch geltende Lieferung, wird grossteils von den VAE und der in den USA ansässigen NGO ‘World Central Kitchen’ (WCK) gezahlt. Das Schiff wurde von der spanischen NGO ‘Procativa Open Arms’ kostenlos zur Verfügung gestellt. WCK-Gründer Josef Ander beschreibt seine Vision: «Unser Ziel ist es, eine Art Seeautobahn aus Booten und Lastkähnen zu errichten, die mit Millionen von Mahlzeiten bestückt sind und kontinuierlich in Richtung Gaza segeln.» Weil es in Gaza keine entsprechende Hafenanlage gibt, wird man einen Landungssteg mit Material aus zerstörten Gebäuden und Trümmern errichten. Dabei handelt es sich um eine andere Initiative als die letzte Woche von den USA angekündigte, die den Bau eines provisorischen Piers in der Enklave plant, um Hilfslieferungen auf dem Seeweg zu erleichtern. Der Bau der amerikanischen Version wird etwa zwei Monate in Anspruch nehmen. Mittlerweile wurde das zweite Schiff mit 300 t Hilfsgütern und Lebensmitteln in Larnaca beladen. Es wird nach den Kontrollen durch die israelischen Behörden am späten Nachmittag bereit zur Abfahrt sein. Sobald die Hilfsschiffe sich innerhalb der 20 nm Zone befinden, werden sie nach nochmaliger Inspektion durch die Behörden von der Marine und IAF bis zum Erreichen der Küste vor Gaza begleitet. Die Verteilung wird durch die WCK organisiert und durchgeführt.

Chuck Schumer, Mehrheitsführer im US-Senat, hat Netanyahu als einen von vier Haupthindernissen bezeichnet, um einen langanhaltenden Frieden in Israel zu erreichen. In einer Rede vor dem Senat forderte er Israel dringend auf, Neuwahlen durchzuführen und Netanyahu als PM zu ersetzen. Die drei weiteren Hindernisse benannte er als: Die Hamas und ihre Unterstützer, Israels rechtsradikale Regierung und den Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde Mahmoud Abbas. «Das sind die vier Hindernisse für den Frieden. Und wenn es uns nicht gelingt, sie zu überwinden, werden Israel, das Westjordanland und Gaza in der gleichen gewalttätigen Situation gefangen sein, die sie in den letzten 75 Jahren erlebt hat.» Und er fuhr fort: « Ich kenne Netanyahu seit vielen Jahren. Ich denke, dass die Sicherheit Israels für ihn immer höchste Priorität hatte. Ich glaube jedoch auch, dass Premierminister Netanjahu seinen Weg verloren hat, indem er zuliess, dass sein politisches Überleben Vorrang vor den besten Interessen Israels hat.» Chuck Schumwe, yishar koach!
Die USA haben eine etwas weniger restriktive Haltung gegenüber einer kompletten Offensive auf Rafah angekündigt. Sie könnten sich, so berichtete ‘Politico’, mit einer exakt geplanten und nur dem Auffinden und Eliminieren von Hamas-Terroristen dienenden Operation einverstanden erklären, wenn es nicht gleichzeitig zu einer umfassenden Offensive käme. Oberstes Gebot müsse der maximale Schutz der Zivilbevölkerung und der in Rafah lebenden Evakuierten sein.
Hisbollah-Anführer Hassan Nasrallah hielt eine Rede anlässlich des Ramadans. «Israel ist in den Krieg gezogen, um die Hamas zu zerschlagen. Heute, sechs Monate später, führt Israel über Vermittler Verhandlungen mit der Hamas. Dies ist ein Zeichen der Niederlage Israels.» Das, was derzeit in Gaza geschieht, bezeichnete er als ‘Lehre für die ganze Welt.Netanyahu werde den Krieg auf jeden Fall verlieren, gleichgültig, ob er in Rafah einmarschieren werde oder nicht.

Bevor die IDF mit dem systematischen Durchsuchen und Stürmen von Hamad Town in Khan Younis begann, wähnte man sich dort in einer luxuriösen Wohnanlage in Israel zu stehen. Die von Katar geplante und errichtete Siedlung, in der vor allem hohe Führer der diversen Terror-Organisationen lebten, war eines der Vorzeigeprojekte für den Reichtum der Oberschicht im Gazastreifen. Nirgendwo sonst in der Region prallten unglaublicher Reichtum und ebenso unglaubliche Armut aufeinander. In einem der mittlerweile von den Eigentümern verlassenen Häuser haben sich einige Militäreinheiten eingenistet. Col. Omer Cohen berichtet, dass nirgendwo in Gaza so intensiv gekämpft worden sei, wie hier. «Die gesamte Nachbarschaft ist voller Terroristen, überall haben wir Waffen, Spionage Unterlagen und militärische Ausrüstungen gefunden. Es ist unglaublich. Wir haben sie in der Nacht überrascht. Das Gebiet umfasst 120 Gebäude. Wir mussten alles sorgfältig planen. Alle Zivilisten evakuieren. Gleichzeitig mit jeweils einer Gruppe von Dutzenden von Soldaten in jedes Haus gehen.» Überall im Gazastreifen hat die Hamas die Kontrolle verloren, nur hier sind sie noch sehr stark vertreten und können jederzeit einen Hinterhalt legen. Cohen sieht sich der harschen Kritik von Eltern der Soldaten ausgesetzt. Nicht zu Unrecht, wie er zugibt. Seine Soldaten kämpfen seit Wochen ohne Pause, ohne Erholungspausen. «Wir müssen auch auf ihre Gesundheit achten.»

Wie die russische Nachrichtenagentur RIA Novosti unter Berufung auf eine nicht weiter genannte Quelle berichtete, haben die Houthi-Terroristen eine Hyperschallrakete erfolgreich getestet. Sie soll im Kampf gegen zivile Ziele im Roten Meer, sowie im Arabischen Meer und im Golf von Aden zum Einsatz kommen. Aus Solidarität mit den Palästinensern werden die Houthis ihre Angriffe während des Fastenmonats Ramadan weiter verstärken. Die Angriffe auf zivile Frachtschiffe haben bereits zu einem sehr hohen wirtschaftlichen Schaden für die betroffenen Unternehmen geführt.

Die gute Nachricht: Der Deutsche Verteidigungsminister, Boris Pistorius, hat genehmigt, dass sich die deutsche Luftwaffe an der humanitären Luftbrücke zur Versorgung der Zivilisten in Gaza beteiligt. Bei der mit dem Aussenministerium abgesprochenen Aktion kommen zwei C-130 Transportflugzeuge zum Einsatz, die derzeit im französischen Évreux stationiert sind. Die erste Maschine fliegt zunächst nach Toulouse und von dort weiter nach Jordanien. Die zweite Maschine wird über Augsburg nach Jordanien fliegen. Jedes Flugzeug kann bis zu 18 t Material aufnehmen. Die Zahl der Flüge und die Dauer des Einsatzes ist noch nicht bekannt. Wenn ich heute lesen musste, dass ‘die Ampel mit dieser Aktion den Israelis in den Rücken fällt und die Bundeswehr für Judenmörder fliegt’ so macht mich das wütend und traurig. Wie verbohrt kann man sein, um eine solche Aussage zu tätigen? Wo bleibt die Menschlichkeit? Schande über die, die so etwas schreiben!
Kategorien:Israel
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