Krieg in Israel – Tag 164

8. Adar II 5784

Erneut musste die IDF bekanntgeben, dass ein Soldat, Cpt. Daniel Peretz, 22, s’’l, während der Massaker vom 7. Oktober ermordet wurde und seine sterblichen Überreste sich in der Gewalt der Hamas-Terroristen im Gazastreifen befinden. Ein weiterer Soldat, Staff Sgt. Matan Vinogradov, 20, s’’l, verlor sein Leben bei der Erstürmung des Shifa Spitals in Gaza City. 

Bundeskanzler Olaf Scholz ist nach einem kurzen Zwischenstopp in Amman in Tel Aviv gelandet. Es ist dies der dritte Besuch des Kanzlers seit Ausbruch des Krieges. Einig zeigte er sich mit Netanyahu, dass die Hamas endgültig eliminiert werden müsse, um keine weitere Gefahr mehr für Israel und die Region darzustellen.

Fast schon wie bei Putin……..

Scholz kritisierte hingegen die Kriegsführung Netanyahu vor allem angesichts der hohen Opferzahlen von Zivilisten und forderte Netanyahu auf, die Vorgehensweise gegen die Hamas neu zu überdenken. «Terror», so der Bundeskanzler, «kann nicht allein mit militärischen Mitteln ausgerottet werden.» Die humanitäre Hilfe im Gazastreifen müssen deutlich umfangreicher werden.

Oppositionsführer Yair Lapid kritisierte erneut Netanyahu für seine mittlerweile zum Standard gewordene Verzögerungstaktik. Nachdem das aktuelle Gesetz zur Befreiung von Haredim von der Wehrpflicht Ende des Monats ausläuft, hat Netanyahu angeregt, diesen Termin bis in den Juli hinein zu verschieben. In der Zwischenzeit, so hofft er, wird die Koalition ein neues Gesetz auf den Weg bringen, um die Haredim weiterhin vor der Einberufung zu schützen. Der wahre Grund für die erneute Verschiebung ist meiner Meinung nach der, dass sich Netanyahu damit wieder Zeit zur Verlängerung seiner Regierung kauft.

Was zu Zeiten von Ben-Gurion eine Ideologie war, deren Folgen er damals nicht abschätzen konnte, ist heute ein Gesetz, das den Staat und seine Sicherheit gefährdet. «Es handelt sich nicht mehr nur um eine ideologische Diskussion. Es ist eine operative Notwendigkeit. Wenn wir in der Lage sein wollen, im Norden zu operieren, wenn wir mit den zunehmenden Bedrohungen in Judäa und Samaria umgehen wollen, brauchen wir mehr Soldaten“, so Lapid. Er fuhr fort: «Die Debatte über die Rekrutierung hätte am 7. Oktober enden sollen. Das Militär hat dies seit Monaten gesagt. Der Generalstabschef hat es gesagt, der Verteidigungsminister hat es gesagt. Wir müssen mindestens 10.000 junge Haredi-Männer rekrutieren.“

Das Shifa-Spital in Gaza-City wurde von der IDF bereits im November gestürmt und galt seither als sicher. Das dürften auch zahlreiche Hamas-Terroristen geglaubt haben, die sich im weitläufigen Gebäude eingenistet hatten, um dort den Waffenstillstand abzuwarten. Vielleicht waren sie so naiv zu glauben, dass der öffentliche internationale Druck, jeden weiteren Angriff auf ein Spital wo immer möglich zu vermeiden, ausreichen würde, die IDF von jedem Angriff abzuhalten. Selbst dann, wenn bekannt würde, dass sich Terror-Zellen im Gebäude aufhielten. Der in der Nacht erfolgte Angriff durch die IDF ist ein deutliches Signal an die Terror-Gruppen. Unter den etwa 20 toten Hamas-Terroristen befindet sich auch ein hohes Mitglied der Hamas-internen Sicherheitspolizei, Faiq Mabhouh. Insgesamt wurden mehr als 80 Terroristen verhaftet.

Im Jahr 2007 floh er nach Doha, nachdem er der Spionage für die Hisbollah verdächtigt wurde. Die Rede ist vom damaligen arabisch-israelischen MK Azmi Bishara, Balad Partei. Der französische Figaro berichtete gestern, dass Bishara bei den Verhandlungen über eine neue Vereinbarung zur Freilassung der Geiseln in Paris eine massgebliche Rolle gespielt habe. Auch in Katar scheint er, so der Kommentar eines nicht genannten Informanten, ‘grossen Einfluss’ auf die Ausarbeitung des Dokuments gehabt zu haben. Bishara arbeitet angeblich als leitender Berater des Emirs von Katar, Tamim bin Ahmed Al-Thani.

Das israelische Verhandlungsteam unter Leitung von Mossad Chef David Barnea, Shin-Bet Chef Ronen Bar und IDF Maj. Gen. (res.) Nitzan Alon sind am Montag nach Doha abgereist. Wie aus Jerusalem zu hören war, sind die Verhandlungen auf mindestens zwei Wochen angesetzt. Es ist die erste Runde, bei der israelische Teilnehmer mit weitreichenden Berechtigungen ausgestattet wurden, Entscheidungen selbstständig zu treffen, ohne bei jedem Vorschlag das ok der Regierung einholen zu müssen. Es wird allgemein erwartet, dass Israel weitreichende Zugeständnisse machen muss, um eine erfolgversprechende Vereinbarung zu erreichen. Auf Seiten der Hamas ist geplant, dass Yahyad Sinwar der massgebliche Ansprechpartner sein wird. Wie genau dieses neue Arrangement funktionieren wird, ist noch nicht bekannt, es wurde nur angedeutet, dass es bis zum echten Beginn der Gespräche bis zu zwei Tagen dauern könnte. 

Je länger die Zeit der immer noch im Gazastreifen festgehaltenen israelischen Geiseln dauert, desto mehr Menschen müssen ihren Geburtstag unter grausamen Umständen, abgeschnitten von ihren Familien und Freunden, begehen. Feiern mag ich das nicht nennen. Gestern wurde in der Knesset zweier Geiseln gedacht. Zum einen Shlomo Mansour, dem Ältesten der Geiseln, der gestern 86 Jahre alt wurde und zum anderen Doron Steinbrecher, die ebenfalls gestern 31 Jahre wurde. Die Geiseln befinden sich seit 164 in den Fängen der Hamas oder anderer Terror-Organisationen, ohne dass die Familien und Freunde etwas über ihren Zustand erfahren haben. 164 Tage in Dunkelheit, vielleicht in den Tunnelsystemen unter dem Gazastreifen. 164 Tage, die derzeit keine Hoffnung auf eine Freilassung bringen. 

The Zone of Interest (Das Interessensgebiet) erhielt bei der diesjährigen Oscar Verleihung die begehrten Auszeichnungen für den ‘Besten Ton’ und den besten ‘internationalen Film’. Der britisch-jüdischen Regisseur und Drehbuchautor Jonathan Glazer hielt bei der Verleihung eine bemerkenswerte Rede. So bemerkenswert lückenhaft, dass Dr. Harry Bergman im österreichischen Falter sie kommentierte. «Unser Film zeigt, wohin die Entmenschlichung in ihrer schlimmsten Form führt. Sie hat unsere gesamte Vergangenheit und Gegenwart geprägt. Gerade jetzt stehen wir hier als Männer, die ihr Jüdischsein und den Holocaust ablehnen, der von einer Besatzung gekapert wurde, die zu Konflikten für so viele unschuldige Menschen geführt hat.» Der Film zeigt nur das Eia-Popeia-Leben von Lagerleiter Rudolf Höss, der mit seiner Familie ein sonniges Leben in Wohlstand und Luxus ausserhalb der Mauern von Auschwitz lebt. Das Lager sieht man nie, man hört es nur. Der Film, soll sich nur als Parabel und nicht als Reality-Film verstehen, so will es der Regisseur. 

Ich zitiere

«Und jetzt sind die Juden am 7. Oktober selbst schuld. Die gerechte Bestrafung für die „occupation“. Ich habe Sie doch richtig verstanden, Herr Glazer?

In Ihrer Rede, Herr Glazer, war leider keine Rede davon, dass Gaza seit 2005 nicht von Israel besetzt wird.

In Ihrer Rede, Herr Glazer, war leider keine Rede davon, dass Gaza seit 2005 als zweistöckige Stadt erbaut wurde. Ein Erdgeschoss, ein Untergeschoss und eine klare Bauwidmung: Tod den Juden!

In Ihrer Rede, Herr Glazer, war leider keine Rede davon, dass die Ausstattung des Untergeschosses nur einen Plan hatte: Tod den Juden!

In Ihrer Rede, Herr Glazer, war leider keine Rede davon, dass das Untergeschoss am 7. Oktober – vor den Augen der Welt – seiner wahren Bestimmung übergeben wurde: Tod den Juden!

In Ihrer Rede, Herr Glazer, war leider keine Rede davon, dass sich das jahrelange Buddeln und Schuften, das Leben als Grottenolm, gelohnt hatte und am 7. Oktober endlich der ersehnte Tag mit dem ersehnten Ziel gekommen war: Tod den Juden!

In Ihrer Rede, Herr Glazer, war leider nur von der „occupation“ die Rede „which has led to conflict for so many innocent people“.

Pfui, wie kann man als Jude nur solche Gedanken laut aussprechen. Dank an Herrn Dr. Bergmann, der die infame Rede analysiert hat!



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