13. Adar II 5784

Michel Friedman, einst geliebter, dann verpönter verschmähter jüdischer Polit-Journalist, hat sich schon lange wieder als gern gesehener Gast in Polit-Sendungen etabliert. Es tut wohl, ihm einmal mehr als eine Stunde zuzuhören, wie er in geschliffenem Deutsch spontane Antworten auf gut vorbereitete Fragen gibt. Im Spiegel-Talk sass er am Mittwoch am Tisch mit Markus Feldenkirchen. Sollte die AfD, Gott behüte, in Deutschland in die Bundesregierung gewählt werden, so werde er das Land verlassen. Er sagt nicht wohin, hält aber fest, dass der Grund wäre, wenn er in seinen Freiheiten beschnitten werde. Fehlende Freiheiten und die Abwesenheit von politischem Frieden, das sind seine Entscheidungskriterien. Deutschland werde dann für ihn, den Juden, lebensgefährlich. Es müsse ein Land ausserhalb Europas sein. Friedmann legt Wert auf die Unterscheidung, ‘er müsse nicht gehen’, sondern, er ’wolle es’. Judenhass in Deutschland, ist immer anders als anderswo, so hält er fest. Deutschland hat den Judenhass nicht erfunden, aber Auschwitz. Wie sollen wir mit dem kulturellen Gedächtnis der Nach-Nazi-Zeit umgehen, wenn es die Zeitzeugen nicht mehr gibt? Wir haben, bis auf die christlichen Missionare vor mehr als 2000 Jahren kein kulturelles Gedächtnis, seit diese über Jahrhunderte vom Gottesmord durch die Juden berichtet haben. Diese Legende wurde vor wenigen Jahrzehnten aufgehoben, in der Geschichte eine Sekunde im Vergleich zu der langen Zeit zuvor. «Adorno hielt dazu fest, das Gerücht über die Juden hängt zwischen Bewusstem und Unbewusstem in uns fest.» Wer eine wunderbare Unterhaltung, leider nur auf Deutsch verfügbar, geniessen will, dem empfehle ich diese Sendung. Zurücklehnen und sich an Journalismus vom Feinsten erfreuen!
Netanyahu lässt es darauf ankommen, das gute Verhältnis zu seinem bisher stabilsten Unterstützer, die USA, nachhaltig zu zerstören. Nach seinem Treffen mit US-Aussenminister Antony Blinken, der sich zum 6. Mal seit Kriegsausbruch in der Region aufhält, betonte er: «Wir werden zwar gerne mit den USA zusammenarbeiten, um die humanitäre Lage zu verbessern und Zivilisten aus Gazas südlichster Stadt zu evakuieren. Aber der Militäreinsatz in Rafah ist unvermeidlich. Ich habe ihm, Blinken, auch gesagt, dass wir keine Möglichkeit haben, die Hamas zu besiegen, ohne nach Rafah zu gehen und die dort verbliebenen Terror-Bataillone zu eliminieren. Und ich sagte ihm, dass ich hoffe, dass wir es mit der Unterstützung Amerikas schaffen werden, aber wenn nötig, werden wir es allein tun.» Blinken betonte, dass die Offensive gegen Rafah nicht der richtige Weg ist, die Hamas zu besiegen und die langfristige Ruhe und Sicherheit Israels sicherzustellen. «Es besteht die Gefahr, dass noch mehr Zivilisten getötet werden. Es besteht die Gefahr, dass bei der Bereitstellung humanitärer Hilfe grössere Schäden angerichtet werden. Es besteht die Gefahr, dass Israel weltweit weiter isoliert wird und seine langfristige Sicherheit und sein Ansehen gefährdet», sagte er kurz vor dem Abflug in Ben-Gurion. Das Fehlen von Plänen für den ‘Tag danach’ sieht Blinken als grosse Gefahr für Israel. So wie der Krieg derzeit läuft, werde die Hamas weiter in Gaza bleiben und nach wie vor eine grosse Gefahr für Israel darstellen.


Die ‘USS Dwight D. Eisenhower’, auch als ‘Ike’ bekannt, operiert derzeit im Roten Meer. Am späten Freitagabend haben auf dem Flugzeugträger stationierte Kampfjets drei unterirdische Einrichtungen der Houthi-Terroristen angegriffen und zerstört. Videos, die in den sozialen Medien kursieren, zeigen, dass über der Hauptstadt Sanaa Rauch zu sehen und Explosionen zu hören sind. Offizielle Berichte über die Angriffe gibt es nicht.

UN-Generalsekretär Antonio Guterres ist bei einemSolidaritätsbesuch während des Ramadans auf dem ägyptischen Flugplatz el-Arish angekommen. Der Flughafen liegt etwa 50 km entfernt südlich von der Grenze zum Gazastreifen. Es wird erwartet, dass er heute im Laufe des Tages die Grenzstadt Rafah besuchen wird. Guterres wird hier sicher seine Forderung wiederholen, die Bodenoffensive gegen Rafah abzusagen und einem humanitären Waffenstillstand zuzustimmen. Der Kommandant des nördlichen Sinai, Mohamed Shusha, teilte Guterres mit, dass sich derzeit etwa 7.000 (!) LKWs im Nordsinai stauen. Die Abfertigung der Hilfsgüter würde durch die von Israel geforderten Inspektionen behindert. Die Information kommen aus seinem Büro von Shusha. In der Region werden die meisten der internationalen Hilfsgüter für den Gazastreifen gelagert. Bei einer erlaubten Maximallänge von 16.5 m für einen Sattelschlepper würde diese Menge an LKWs sich von el-Arish bis Rafah in einer Zweierreihe stauen. Was Shusha dort von sich gegeben hat, ist eine krasse anti-israelische Propaganda-Lüge, die Guterres natürlich sehr wohlwollend aufgenommen haben wird. Sie passt genau zu dem negativen Bild, das er von Israel hat. Die einzige korrekte Reaktion wäre gewesen: «Komm lass uns hinfahren, das muss ich mit meinen eigenen Augen sehen.» Er hat die Strecke el-Arish-Rafah heute zweimal befahren. Und dort nichts von den LKWs entdeckt, die offensichtlich eine reine Erfindung waren. Stattdessen beschrieb er die blockierten LKWS als ‘moralischen Skandal’ und forderte von Israel eine ‘eiserne Zusage’ für den ungehinderten Zugang von Hilfsgütern.

Aussenminister Israel Katz beschuldigte heute den UN-Generalsekretär Antonio Guterres, die UN sei unter seiner Ägide zu einer antisemitischen und anti-israelischen Einrichtung geworden zu sein, die den Terror unterstützt. «Heute ist er auf der ägyptischen Seite der Grenze gestanden und machte Israel für die humanitäre Situation in Gaza verantwortlich, ohne in irgendeiner Form die Hamas-ISIS-Terroristen zu verurteilen, die die humanitäre Hilfe plündern, ohne die UNRWA zu verurteilen, die mit den Terroristen zusammenarbeitet und ohne die sofortige, bedingungslose Freilassung aller israelischen Geiseln zu fordern.»

Nachdem gestern Russland und China den von den USA eingebrachten Antrag zur Vereinbarung eines Waffenstillstandes beim UNO-Sicherheitsrat mit ihrem Veto gekippt haben, verlieh die Hamas ihrer ‘Wertschätzung’ Ausdruck. Auch Algerien stimmte gegen den Antrag und unterstützt einen viel härteren Antrag, über den am Montag abgestimmt werden soll. Allerdings wird der sehr wahrscheinlich wieder von den USA abgelehnt werden. «Wir bedanken uns für die Position Russlands, Chinas und Algeriens, die die voreingenommene amerikanische Resolution der Aggression gegen unser Volk abgelehnt haben», hiess es in einer von der Hamas veröffentlichten Erklärung, die fortfuhr: «Der Entwurf enthält irreführende Formulierungen, sich mit Israel zu verbünden und ihnen Deckung und Legitimität geben, einen völkermörderischen Krieg gegen das palästinensische Volk im Gazastreifen zu führen.»


Bei einer globalen Konferenz von Parlamentsmitgliedern in Athen kam es bereits am Mittwoch zu einem Streitgespräch. Efrat Rayten, israelische Abgeordnete begann über die Gräueltaten der Hamas-Schlächter während der Massaker vom 7. Oktober zu sprechen. Insbesondere berichtete sie über die sexuellen Übergriffe, die von überlebenden Augenzeugen und freigelassenen Geiseln berichtet worden waren. Die algerische Abgeordnete Hafida Benchehida unterbrach ihre Rede mit den Worten: «Es gab keine Vergewaltigungsvorfälle!» Woraufhin die Israelin sofort konterte: «Ihre Antwort ist beschämend und zeigt genau, was Israel über die Heuchelei der Welt behauptet. Man kann israelischen Frauen nicht glauben, nur weil sie Israelis sind. Frauenorganisationen und Parlamentarierinnen müssen mit uns zusammen die abscheulichen Taten der Hamas-Terrororganisation verurteilen!» Benchehida ist eine ehemalige algerische Senatorin und derzeit hochrangige Vertreterin einer Organisation, die Frauen in den Parlamenten arabischer Länder vertritt. In der Position ist sie allerdings eine absolute Fehlbesetzung! Die ebenfalls anwesende israelische Abgeordnete Pnina Tamano-Shata stellte die Algerierin ebenfalls zur Rede: «Sie waren auf einer Party und wurden vergewaltigt, entführt und in den Kopf geschossen. In den Kopf geschossen!» Von anderer Seite wurde angemerkt, dass die Schlächter sogar Videos in den sozialen Netzwerken verbreitet hätten. Dazu hatte Benchehida nur eines zu sagen: «Das waren Fälschungen!» Dieser Vorfall zeigt, wie gering die Beachtung der Weltöffentlichkeit zu den grauenhaften Verbrechen vom 7. Oktober ist.
Mindestens zwei Drohnen sind am Vormittag in der Nähe von Kfar Blum im Oberen Galiläa explodiert, ohne jedoch Schaden anzurichten. Die Hisbollah behauptete, sie habe eine Iron Dome Batterie getroffen und zerstört. Ein Feuer brach auf unbebautem Gebiet aus, konnte jedoch von der Feuerwehr schnell gelöscht werden. Polizei und IDF untersuchen, ob es weitere Einschlagstellen gab. Kurz vor dem Einschlag hatte es bereits Alarme in der Region um Misgav Am und Margaliot gegeben. Die gesamte nördliche Region ist weitgehend menschenleer, die Bewohner der Gebiete wurden bereits vor Wochen evakuiert. Insgesamt gab es heute drei Angriffswellenaus dem südlichen Libanon auf Israel.

Generalmajor Yaron Finkelman, Kommandant des IDF-Südkommandos, sprach heute vor den Soldaten, die derzeit die Operationen im und um das Shifa-Spital in Gaza City durchführen. «Diese Operation wird erst zu Ende sein, wenn wir die letzten Terroristen tot oder lebendig in unseren Händen halten. Die Aktion hier in Shifa ist bedeutsam. Eine bisher höchst beeindruckende Operation.» Bisher wurden im Zuge der Operation mehr als 800 Terrorverdächtige festgenommen, darunter ranghohe Führer von Hamas und dem Palästinensisch Islamischen Djihad.
Die gute Nachricht des Tages: Auch in diesen trüben Tagen dürfen wir für einmal innehalten und uns an Königin Esther erinnern. Mit dem Purim Fest, das heute unmittelbar nach Shabbat-Ausgang beginnt und bis morgen Abend dauert, feiern wir die wunderbare Rettung des Volkes Israel im 5. Jahrhundert BCE in Persien. Chag Pessach Sameach!







Kategorien:Israel
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