Krieg in Israel- Tag 172

16. Adar II 5784

Präsident Isaac Herzog betonte, dass die Ergreifung oder Eliminierung von Hamas Chef Yahya Sinwar für die Befreiung der Geiseln der massgebliche Faktor ist. «Letzten Endes haben wir keine Wahl, wir müssen weiterkämpfen und Sinwar tot oder lebendig fassen, damit wir die Geiseln nach Hause bringen können.» Der Zeitpunkt dieser Aussage steht in direktem Zusammenhang damit, dass die Hamas erneut ein Kompromissangebot, ausgearbeitet durch die USA, abgelehnt hat. «Das ist die Realität, und die Welt muss zur Kenntnis nehmen: Alles beginnt und endet mit Sinwar. Er ist derjenige, der das Massaker vom 7. Oktober beschlossen hat, er ist derjenige, der das Blut Unschuldiger vergiessen will, er ist derjenige, der die ganze Region entflammen will, der den Ramadan zerstören will, der alles tut, um das Zusammenleben hier und in der ganzen Region zu zerstören, der uns dazu bringen will, miteinander und mit der ganzen Welt zu kämpfen. Er ist es, der versucht, Terror zu verbreiten, und die ganze Welt und die ganze Region muss wissen, dass die Verantwortung allein bei ihm liegt und er damit nicht durchkommt. Wir werden ihn nicht entkommen lassen.»

Das israelische Verhandlungsteam wurde nach der Absage der Hamas des US-amerikanischen Kompromisses weitgehend aus Doha abgezogen. Vor Ort blieb nur eine kleine Beobachter-Gruppe. Aus dem Büro der PM kam der Kommentar: «Die ist ein klarer Beweis dafür, dass die Hamas nicht an einer Fortsetzung der Gespräche interessiert ist, und ein trauriger Beleg für den Schaden, der durch die Resolution des UN-Sicherheitsrates verursacht wurde.»

Erneut liefert die israelische Nicht-Regierung einen Beweis ihrer Unfähigkeit. Während es keinen Hinweis darauf gibt, dass sich die Sicherheitslage in Israel in den kommenden Wochen oder Monaten dramatisch verbessern wird, gönnen sich die Parlamentarier eine angenehm lange Pause zwischen dem 7. April und dem 19. Mai. Mit 8:3 Stimmen wurde diese Auszeit heute vom Innenausschuss der Knesset beschlossen. Dieser Entschluss, den man wirklich nur als unverantwortlich bezeichnen kann, wurde vor allem von Familien und Freunden von Geiseln und Soldaten kritisiert: «Soldaten haben keine Pause. Geiseln haben keine Pause.» «Sie vertreten uns, und das Wichtigste für Sie ist jetzt Ihre Pause.» Während der Sitzungspause dürfen die 12 Ausschüsse, je nach Abteilung, unbeschränkt oder eingeschränkt zusammentreffen. Israel Beitenu, Labor, Yesh Atid und National Unity haben alle darauf gedrängt, dass die Gesetzgeber ihre Arbeit während der Pause fortsetzen dürfen.

Zwei israelische Staatsbürger, Daniel und Neria Sharabi wurden gestern bei ihrer Einreise nach Manchester von Mitarbeitern der Zollbehörde auf das Bösartigste schikaniert. Die beiden sind Überlebende des Massakers vom 7. Oktober. Sie haben Dutzenden von Menschen zur Flucht verholfen und sie so gerettet, indem sie ihnen mit Waffen, die sie in einem Panzer fanden, Feuerschutz gaben, während sie von einem IDF-Soldaten Anweisungen erhielten. Nach Manchester waren sie geflogen, um dort für eine Wohltätigkeits-Organisation zu werben, die Überlebende des Massakers und freigelassene Geiseln finanziell unterstützt.

Am Flughafen wurden sie nach dem Zweck ihres Besuches befragt. In der Folge wurden sie von den Mitarbeitern des Zolls beschimpft und es wurde ihnen mitgeteilt, dass sie nicht einreisen dürfen. Über den Vorfall kursiert seit gestern ein Video in den sozialen Netzen. Nach gut zwei Stunden liess man sie dann doch einreisen. «Wir mussten sicherstellen, dass ihr nicht das tut, was ihr in Gaza tut», kommentierte der entsprechende Wachmann. «Wir haben die Beamten immer wieder gefragt, warum sie uns angehalten haben – war es, weil wir Israelis sind oder weil wir Juden sind», erklärt Daniel, «Natürlich haben sie es nie zugegeben, aber es war für uns offensichtlich, dass dies der einzige Grund war.» Das ist nicht nur Schikane, sondern purer Antisemitismus, die Beamten müssen auf jeden Fall zur Rechenschaft gezogen werden.

UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese machte am Montag erneut antiisraelische Aussagen. «Es gibt mehrere vernünftige Gründe, dass Israel in seinem Krieg in Gaza mehrere Völkermord-Akte begangen hat und weiter begeht.» Israel verstosse gegen drei der fünf Punkte der UN-Völkermordkonvention. Im Vorsatz zu Art. II heisst es: «In dieser Konvention bedeutet Völkermord eine der folgenden Handlungen, die in der Absicht begangen wird, eine nationale, ethnische, rassische oder religiöse Gruppe als solche ganz oder teilweise zu zerstören.»

Selbst bei genauem Hinschauen kann ich keinen Punkt finden, in dem sich Israel des Völkermordes schuldig macht.Hingegen steht es immer noch in der Charta der Hamas, dass sie einen reinen Palästinenserstaat anstrebt und um das zu erreichen, ganz offen zur Tötung aller Juden aufruft. Albanese wurde zwar vom UN-Menschenrechtsrat ernannt, spricht aber nicht in deren Namen, sondern ist eine unabhängige ‘Expertin’. Im vergangenen Jahr hatte sie Israel, Judäa und Samaria, sowie Gaza als «Freiluftgefängnis» bezeichnet. Zuletzt hatte sie, wider alle Erkenntnisse, mehrmals behauptet, das Massaker vom 7. Oktober sei keinesfalls antisemitisch motiviert gewesen. Albanese ist und bleibt eine notorische Antisemitin!

Nach einem Beschuss durch die Hisbollah aus dem südlichen Libanon wurde das Weingut Avivim Opfer der Flammen. Meir Biton, der Eigentümer des Unternehmens, berichtete, dass zwei Raketen das Gehöft getroffen hätten. Es sei bereits das vierte Mal, dass Raketen der Hisbollah Teile des Weingutes angreifen. Seit Oktober ist es geschlossen, seine Einnahmen sind völlig weggefallen. Der bisherige Schaden beläuft sich auf etwa NIS 20 Millionen. Die Hisbollah hatte nach dem Beschuss verkündet, erfolgreich Infrastrukturen der IDF getroffen zu haben.

Die IDF gab bekannt, dass ein Luftraum-Überwachungs-Zentrum auf dem Berg Meron von der Hisbollah direkt beschossen wurde. Schäden entstanden nicht. Es dürfte sich bei den Raketen um Panzer-Abwehr-Raketen gehandelt haben. Der Meron liegt etwa 5 km südlich der israelisch-libanesischen Grenze. Die Abschussbasis, von der aus der Beschuss gekommen war, wurde in einem sofortigen Gegenschlag zerstört.

Zwei weitere Schadensfälle gab es nach dem Beschuss durch die Hisbollah in Betzet, wo ein Haus nahezu völlig zerstört wurde und in Shlomi, wo Hochspannungsleitungen getroffen wurden und als Folge ein landwirtschaftliches Unternehmen zerstört wurde. Beide Ortschaften liegen unmittelbar nebeneinander. Die Bewohner wurden schon vor Wochen evakuiert, so dass es zu keinem Schaden an Menschen kam.

Erstmals hat sich die britische Luftwaffe an den Lieferungen nach Gaza beteiligt. 10t Hilfsgüter und Lebensmittel wurden per Fallschirm abgeworfen, darunter Wasser, Reis, Oel, Mehl, Konserven und Babynahrung.

Die Gesundheitsbehörden der Hamas gaben bekannt, dass beim Versuch, abgeworfene Hilfslieferungen aus dem Meer zu bergen, 12 Gazaner ertrunken sind. Ein Video der Nachrichtenagentur Reuters soll zeigen, wie Menschen in der Nähe von Beit Lahiya ins Wasser stürmen, Pakete bergen und Leichen aus dem Wasser ziehen. In dem Video soll ein junger Mann zu sehen sein, der leblos von anderen an Land gezogen wird. Man hört eine Stimme die nach einer kurzen, offenbar erfolglosen Herzmassage sagt: «Er ist rausgeschwommen, um Essen für seine zwei Kinder zu holen und nun wurde er zum Märtyrer.» Bei den Paketen fand sich auch ein Hinweis, dass die Lebensmittel aus den USA kamen.

Die gute Nachricht: Es gibt sie noch, die Idealisten, für die der J.F. Kennedy zugeschriebene Satz: «Frage nicht, was dein Land für dich tun kann – frage, was du für dein Land tun kannst.» nicht nur eine wortgewaltige Hülle ist. Lt. Col. (res.) Itzik Grossmann, 71 und Itzik Mischael, 71, zögerten keinen Tag, als nach dem Massaker vom 7. Oktober zahlreiche Reservisten einberufen wurden.

«Das ist es, was getan werden muss, es erfüllt uns mit grosser Befriedigung und Stolz.» Grossmann hatte sich bis vor zwei Jahren regelmässig zum Reservedienst gemeldet. Am Jom- Kippur-Krieg hatte er 1973 teilgenommen und auch am Ersten Libanonkrieg 1982. Als er im Oktober einen Anruf erhielt, dass Reservisten gesucht werden, hat er sich gleich zu einem ‘Luftwaffen-Hilfsoffizierslehrgang’ angemeldet. Diese Soldaten vermitteln zwischen der IAF und den am Boden operierenden Truppen. Diese Art der Kooperation hat sich seit Beginn der Boden-Offensive in Gaza als besonders wichtig erwiesen. Auch Rettungseinsätze mit Hubschraubern gehören zu ihren Aufgaben. Am Anfang war das Leben auf dem Feld nicht einfach für ihn: «Das Leben in einem Zelt mit weiteren hundert Leuten und Gemeinschaftsduschen, ich habe schon vergessen, wie das aussieht.» Weiter berichtete er von seinen ersten Erfahrungen: «Meist leiste ich meinen Dienst mit Reservisten, die jünger als ich sind und aus allen Gesellschaftsschichten kommen. In den ersten Kriegsmonaten, als wir im Süden stationiert waren, kam ein Offizier auf mich zu und sagte: ‚Sie wissen nicht, was es mit uns macht, Sie hier zu sehen. Wenn wir eine Person in Ihrem Alter sehen, die sich freiwillig meldet, werden wir verstehen, was wir hier tun, und das motiviert uns.»

Itzik Mischael ging als 14-Jähriger mit seinen Eltern in die USA. Als der Jom-Kippur-Krieg ausbrach, stand er kurz vor dem Universitätsabschluss. Er packte seinen Koffer und flog nach Israel. Seine Grundausbildung absolvierte er in Rafah, diente acht Monate auf dem Sinai und wurde dann Panzerkommandant. Er lebt mit seiner ganzen Familie in Miami. Als der Krieg ausbrach, beschloss er, nach Israel zurückzukehren und sich in den Reservedienst zu melden. Er ist auf dem Golan stationiert und in der Logistikabteilung der IDF tätig. «Jetzt habe ich vor, für einen kurzen Besuch nach Miami zurückzukehren, aber meinen Reservedienst nicht zu beenden. Ich werde bald zurück sein, um mich zu melden, das verspreche ich. Solange der Krieg in Israel andauert, werde ich immer wieder zurückkommen.» In Miami will er Geld sammeln, um Notwendiges für ‘sein Bataillon’ einkaufen zu können.

Kol Ha Kavod!!!!



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