Krieg in Israel – Tag 173

17. Adar II 5784

Die IDF musste heute über das ‘Tikwa [Hoffnung] forum for families of hostages’ bekannt geben, dass der 35 Jahre alte Uriel Baruch, s’’l, der beim Musik-Festival am 7. Oktober entführt wurde, während der Geiselhaft im Gazastreifen ermordet wurde. Seine sterblichen Überreste befinden sich noch dort. Sein Tod wurde heute bekannt gegeben. Damit steigt die Zahl der bestätigten Todesfälle von Geiseln auf 34. Von weiteren 96 Geiseln ist das Schicksal unbekannt. Die Familie hatte alle Krankenhäuser in Israel in der Hoffnung, ihn lebend zu finden, abgesucht. Eine weitere Person gilt seit dem 7. Oktober noch als vermisst.

Amid Soussana, 40, ist Anwältin. Sie ist die erste der Geiseln, die öffentlich über die Gewalt spricht, die sie während der Geiselhaft erleiden musste. In der New York Times gab sie ein ausführliches Interview. Ihre Schilderungen beim Interview stimmen völlig mit ihrem Bericht überein, den sie nur wenige Stunden nach ihrer Befreiung den Ärzten im Krankenhaus gab. NYT stellte klar, dass sie Details über die ausgeübte Gewalt nicht veröffentlichen wird.

Ob sie den Beruf jemals wieder wird ausüben können, weiss sie noch nicht. Sie gehört zu den Frauen, die am 7. Oktober von den Hamas-Schlächtern aus ihrem Heimatort Kfar Aza in den Gazastreifen verschleppt worden waren. Nach 54 Tagen wurde sie freigelassen.

Sie sei zunächst allein in einem Kinderzimmer festgekettet festgehalten worden. Immer wieder sei einer ihrer Folterer gekommen und habe sie betatscht. Für einige Tage konnte sie ihn darüber täuschen, dass sie immer noch ihre Menstruation hatte. Dann verging ihm offensichtlich die Geduld, er schleppte sie ins Badezimmer, wo sie sich erstmals wieder reinigen konnte, und zwang sie anschliessend mit vorgehaltener Pistole mehrfach, ihn zu befriedigen.

Sie sei an verschiedenen Orten festgehalten worden, in Privatwohnungen, einem Büro und auch in einem Tunnel. Einmal sei sie ‘wie ein Huhn’ an Armen und Beinen gefesselt und an einer Stange aufgehängt worden. Sie hätte Angst gehabt, dass die Hände abreissen würden.

Nur wenige Minuten vor der Freilassung sei sie von der Hamas gefilmt worden und hätte dabei aussagen müssen, dass sie ‘immer gut behandelt worden sei’. Jede andere Aussage hätte ihre Freilassung verhindert.

Zunächst hat sie nur sehr vage über ihre traumatischen Erlebnisse gesprochen, doch jetzt, ist sie überzeugt, ist es an der Zeit, auf die Notlage der Geiseln aufmerksam zu machen, die sich immer noch im Gazastreifen befinden.

Ein Sprecher der Hamas, Baselm Naim, zweifelt die Aussagen an: «Die Detailgenauigkeit ihrer Schilderung macht es schwierig, die Geschichte zu glauben, es sei denn, sie wurde von einigen Sicherheitsbeamten erfunden. Für uns ist der menschliche Körper, insbesondere der der Frau, heilig», sagte er und fügte hinzu, «Die religiösen Überzeugungen der Hamas verbieten jede Misshandlung eines Menschen, unabhängig von seinem Geschlecht, seiner Religion oder seiner ethnischen Zugehörigkeit.»

Die Berichte und Videos zeigen, dass das Gegenteil der Fall ist! Das bestialische Vorgehen der Hamas gegen jüdische Frauen und Männer ist durchaus üblich im Islam. Das abzustreiten ist verlogen und Heuchelei. Massaker an Juden sind seit der Gründung des Islams bekannt.

Im zweiten Teil des Interviews berichtet Amid sehr detailliert, es sind teilweise extrem schockierende Aussagen.

Nachdem die letzte Runde der Verhandlungen erneut an der Ablehnung der Kompromisslösungen durch die Hamas-Terror-Organisation gescheitert ist, beginnt Israel nun intensiv damit, die Bodenoffensive gegen Rafah vorzubereiten. Diese soll entweder unmittelbar nach dem Ende des Ramadans, d.h. dem Eid-al-Fitr Festes am 10. April oder spätestens Anfang Mai beginnen. So wird es in der Hisbollah nahestehenden Zeitung Al-Akhbar bekannt gemacht. Die Offensive soll zwischen vier und acht Wochen dauern. Etwa 1.5 Millionen Menschen, die sich derzeit in der Stadt befinden, sollen zuvor evakuiert werden. Diese Evakuierungen wird von der IDF geplant und der Zivilbevölkerung detailliert bekanntgemacht. Um sicherzustellen, dass sich keine Terroristen oder israelische Geiseln unter den Zivilisten befinden, sollen die Bewegungen engmaschig überwacht werden.

Netanyahu traf sich gestern Abend zu einer stundenlangen Palaver mit Vertretern der beiden Haredi Parteien, United Torah Judaism und Shas, zusammen. Das Treffen endete ohne Ergebnis. Es wurden keine weiteren Treffen vereinbart. Mit dabei war auch JM Yariv Levin. GStA Gali Baharav-Miara wurde von den haredischen Politikern angegriffen. Sie hatte im Vorfeld klargemacht, dass sie den vorgelegten Vorschlag nicht vor Gericht verteidigen könnte. In diesem Vorschlag ging es darum, eigentlich wehrpflichtigen Haredim, die sich als ‘Ganztagsstudenten an Yeshiwot’ bezeichnen, die Möglichkeit zu geben, den Dienstbeginn so lange aufzuschieben, bis sie mit 35 Jahren nicht mehr wehrdienstpflichtig sind. Dieses Gesetz lief im vergangenen Jahr aus. Es wurde bis Ende März verlängert, um den Parteien die Möglichkeit zu geben, einen neuen Entwurf vorzulegen, der dann bis zum 30. Juni verabschiedet werden müsse. Der Status-Quo ist aus mehreren Gründen nicht mehr tragbar. Zum einen, weil er die ‘Last der Landesverteidigung’ von den Schultern des ultra-orthodoxen Sektors nimmt, und zum anderen, weil der IDF deshalb viele Rekruten fehlen. Eine Situation, die besonders jetzt, wo Israel an zwei Fronten kämpft, nicht haltbar ist. Für den Fall, dass ihren Forderungen nicht nachgegeben wird, haben die beiden Parteien mit dem Austritt aus der Koalition gedroht, was das Ende der Regierung darstellen würde.

Seit Beginn des Gaza-Krieges hat die Regierung insgesamt 287.000 Reservisten einberufen, die Einberufung von 1.300 Mitgliedern von Vor-Armee-Programmen vorgezogen und eine deutliche Verlängerung der Dienstzeit von Wehrpflichtigen und Reservisten durchgesetzt.

Heute schickte die Hisbollah eine Salve von mehr als 30 Raketen auf die mehr oder weniger völlig evakuierte Stadt Kiryat Shmona. Dabei wurde ein Industriegebäude getroffen und völlig zerstört. Bei dem Angriff wurde der 25 Jahre alte Zahar Bashara aus dem Drusendorf Qiniyye auf dem Golan getötet. Ein weiterer Mann konnte unverletzt aus den Trümmern geborgen werden. An weiteren Gebäuden entstanden ebenfalls Sachschäden.

Als Vorsichtsmassnahme hat die IDF heute weitere Strassen in der Nähe der Grenze zum Libanon für jeden zivilen Verkehr geschlossen. Die Befürchtungen, dass die Kampfhandlungen sich weiter verstärken werden, haben zu diesem Entscheid geführt.

Über Nacht sind 25 LKWs mit Hilfslieferungen über einen neueröffneten Übergang in der Nähe des fast völlig zerstörten Kibbutz Be’eri in den Norden des Gazastreifens gelangt. Die Strasse 96 ist als Schotterstrasse nur für militärische Zwecke eingerichtet worden. In der Nacht zuvor waren es als Pilotprojekt nur 8 LKWs. Die IDF berichtet, dass es in beiden Nächten zu keinen Plünderungen kam.

Jene 18 Philippinos, die zur Crew der ‘St. Nikolas’ gehören, die im Januar von iranischen Piraten, die offiziell als ‘iranische Marine’ deklariert wurden, geentert wurde, sind alle wieder frei. Das einzige griechische Besatzungsmitglied wurde bereits in der Vorwoche entlassen. Die Philippinos wurden im Austausch gegen russische Ersatzmannschaften in einzelnen Gruppen freigelassen. Das Schiff, ein Öltanker, in griechischem Besitz und unter der Flagge der Marshall-Inseln segelnd, liegt seit der Beschlagnahmung im Hafen vom iranischen Bandar Abbas.



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